Taz, der tasmanische Teufel (engl. The Tasmanian Devil) ist einer der Protagonisten der Looney Tunes, einer Zeichentrickserie der Warner Bros. Taz ist ein dem gleichnamigen Beuteltier Tasmaniens nachempfundenes, etwas begriffsstutziges Ungeheuer mit allerdings beträchtlichem Zerstörungspotential, das gegen den ausgeschlafenen Bugs Bunny aber chancenlos ist. Aus diesem Gegensatz ergeben sich verschiedene Situationen, in denen der Hase sich profilieren kann.
Entstehung und Auftritte Die Figur, dem Beuteltier nachempfunden, wurde vermutlich von dem australischen Schauspieler Errol Flynn inspiriert. Dieser war für seinen Appetit und seine Verrücktheit bekannt.David Owen, David Pemberton: Tasmanian Devil: A unique and threatened animal, S. 153. Allen & Unwin, 2005. ISBN 978-1-74114-368-3 Geschaffen wurde Taz von dem Regisseur Robert McKimson und dem Autor Sid Marcus, den ersten Auftritt hatte er im Kurzfilm Taz und Bugs am 19. Juni 1954. Da Taz aber zu gewalttätig auftrat, entschied der Produzent Eddie Selzer, die Figur zunächst nicht mehr zu verwenden. Jack Warner ließ die Figur später wieder auftreten, da viele Zuschauer weitere Auftritte gewünscht haben sollen.Owen, Pemberton, 2005, S. 157 So trat Taz während des goldenen Zeitalters des US-amerikanischen Zeichentrickfilms von 1957 bis 1964 in vier weiteren Kurzfilmen des Studios auf. Im Englischen wurde der Tasmanian Devil damals von Mel Blanc gesprochen, der auch Bugs Bunny und vielen weiteren Zeichentrickfiguren seine Stimme lieh.
Nach dem Ende dieses goldenen Zeitalters war Taz in zwei weiteren Kurzfilmen zu sehen. Einmal in Böse Weihnachtsüberraschung des Fernsehspecials Bugs Bunny’s Looney Christmas Tales aus dem Jahr 1979 und ein weiteres Mal in Superior Duck von 1996, in dem er einen Kurzauftritt hatte. Er erschien 1983 in dem Kompilationsfilm Daffy Ducks fantastische Insel. 1991 bekam er eine eigene Fernsehserie mit dem Titel Taz-Mania, in der die Figur von Jim Cummings gesprochen wurde. Zur Serie wurden auch zwei Videospiele veröffentlicht. Weitere Serienauftritte, wie etwa in The Looney Tunes Show folgten. In den 1990er- und 2000er-Jahren tauchte er in mehreren Direct-to-Videos sowie in den drei mit Animationen kombinierten Realfilmen Space Jam (1996), Looney Tunes: Back in Action (2003) und Scooby Doo 2 – Die Monster sind los (2004, Kurzauftritt) auf. Anfang der 2000er Jahre wurden auf der Looney Tunes Website mehrere Webtoons mit ihm veröffentlicht.
Rechtsstreit mit Tasmanien Ab etwa 1997 befand sich Warner Bros. in Streitigkeiten mit der Regierung Tasmaniens und Unternehmern der Insel um die Marke Tasmanian Devil. Zeitweise einigte man sich, dass der Staat die Marke gegen eine Nutzungsgebühr verwenden könne.Owen, Pemberton, 2005, S. 161–169 Mittlerweile lehnt die tasmanische Regierung dies aber ab. 2006 begann Warner Bros., nach mehreren Appellen Tasmaniens, Forschungen gegen DFTD zu unterstützen, eine Krankheit die den Bestand an Beutelteufeln in Tasmanien bedroht. Teil der dazu geschlossenen Übereinkunft ist, dass der Erlös aus dem Verkauf von Plüschfiguren von Taz in die Forschung investiert wird.Warner Bros to help save Tassie devils, Sydney Morning Herald, 20. Juni 2006
Filmografie Kurzfilme Erstausstrahlung (USA) Deutscher Titel Originaltitel Bekannte Charaktere LT/MM Regie Anmerkungen 19. Juni 1954 Taz und BugsTitel bei Bugs Bunny und Looney Tunes (TV-Serie) auf Fernsehserien.de, abgerufen am 12. Oktober 2020.Bugs Bunny/Looney Tunes, VHS-Titel auf zeichentrickserien.de, abgerufen am 23. Oktober 2020. Devil May Hare Bugs Bunny LT Robert McKimson dt. Alternativtitel: Der Tasmanische Teufel 13. Apr. 1957 Pech gehabt! Bedevilled Rabbit Bugs Bunny MM Robert McKimson 17. Aug. 1957 Die Belohnung Ducking the Devil Daffy Duck MM Robert McKimson dt. Alternativtitel: Wer anderen eine Grube gräbt… 9. Juni 1962 Hasenrezept Bill of Hare Bugs Bunny MM Robert McKimson 28. Mär. 1964 Dr. Teufel & Mr. Hase Dr. Devil and Mr. Hare Bugs Bunny MM Robert McKimson 27. Nov. 1979 Böse Weihnachtsüberraschung Fright Before Christmas Bugs Bunny, Clyde Bunny, Kurzauftritt: Speedy Gonzales LT Friz Freleng Teil des Specials Bugs Bunny’s Looney Christmas Tales 23. Aug. 1996 – Superior Duck Daffy Duck, Kurzauftritte: Foghorn Leghorn, Marvin der Marsmensch, Road Runner & Wile E. Coyote, Schweinchen Dick, Tweety, Superman LT Chuck Jones Kurzauftritt LT steht für die Looney-Tunes-Reihe, MM steht für die Merrie-Melodies-Reihe.
Kompilationsfilm 1983: Daffy Ducks fantastische Insel (Daffy Duck’s Movie: Fantastic Island)
Fernsehserien 1983: Mein Name ist Hase (Kompilationsserie, 5 Folgen) 1990–1992: Tiny Toon Abenteuer (Tiny Toon Adventures) 1991–1995: Taz-Mania 1996: Sylvester und Tweety (The Sylvester & Tweety Mysteries, Kurzauftritt in Folge 2x04) 2002–2005: Baby Looney Tunes (53 Folgen) 2005: Bugs Bunny und Looney Tunes (Kompilationsserie) 2011–2013: The Looney Tunes Show (14 Folgen) 2015–2019: Die neue Looney Tunes Show (New Looney Tunes, 4 Folgen) seit 2019: Looney Tunes Cartoons (6 Folgen)
TV-Specials
Es erschienen einige Fernsehspecials, die großteils aus alten Kurzfilmen bestehen. Nur Bugs Bunny’s Looney Christmas Tales aus dem Jahr 1979 ist eine originale Zeichentrickproduktion. 1979: Bugs Bunny’s Valentine 1979: Bugs Bunny’s Thanksgiving Diet (mit einer Realszene) 1979: Bugs Bunny’s Looney Christmas Tales 1990: Happy Birthday Bugs (Happy Birthday, Bugs!: 50 Looney Years, mit Realszenen und Stars) 2003: Cartoon Network’s Funniest Bloopers and Other Embarrassing Moments (mit Realszenen, Kurzauftritt)
Direct-to-Videos 1997: Bugs Bunny’s Silly Seals (Realfilm/Natur-Lehrfilm) 2000: Tweety’s High-Flying Adventure 2003: Baby Looney Tunes – Ein Ei-genartiges Abenteuer (Baby Looney Tunes’ Eggs-traordinary Adventure, als Baby) 2003: Looney Tunes: Reality Check (Webtoons-Kompilationsfilm) 2003: Looney Tunes: Stranger Than Fiction (Webtoons-Kompilationsfilm) 2006: Bah, Humduck! A Looney Tunes Christmas
Realfilme/Animationsfilme 1996: Space Jam 2003: Looney Tunes: Back in Action 2004: Scooby Doo 2 – Die Monster sind los (Scooby Doo 2: Monsters Unleashed, Kurzauftritt) 2021: Space Jam: A New Legacy
Webtoons
Anfang der 2000er Jahre wurden auf der Looney Tunes Website mehrere Webtoons veröffentlicht: 2001: Mysterious Phenomena of the Unexplained #6 2001: The Junkyard Run #1–3 2001: Toon Marooned #1–8 und 10 2001: Planet of the Taz #1–3 2002: Sports Blab #1–2 2002: Tech Suppork 2003: Aluminum Chef #2 (Kurzauftritt) 2003: Tear Factor (Kurzauftritt) 2004: H2Uh-Oh! (Kurzauftritt) 2004: Oh Taz You Devil 2005: Maximum Tazocity 2005: Malltown and Tazboy
Werbespot Geico-Werbespot
Einzelnachweise
Literatur Joe Adamson: 50 Years and Only One Grey Hare. Henry Holt & Co, New York, 1990. Steve Schneider: That's All Folks!: The Art of Warner Bros. Animation. Henry Holt & Co, New York, 198889.
Weblinks Fan-Website zur Figur (englisch)
Kategorie:Looney Tunes Kategorie:Trickfigur Kategorie:Fiktives Tier