Dieser Artikel behandelt den Tourismus in Kuba, allgemeine Informationen finden sich im Hauptartikel Kuba. mini|Capitol in Havanna mini|Castillo del Morro in Santiago de Cuba

Geschichte des Tourismus in Kuba mini|Besucher in Kuba, 1985–2011 Der Beginn des Massentourismus in Kuba wurde durch die Prohibition in den Vereinigten Staaten ausgelöst. Kuba wurde ein beliebtes Reiseziel der US-Amerikaner, da es nah an Florida lag und es keinen Beschränkungen des Glücksspiel und Alkoholverbot wie in den USA unterlag. Havanna bot mit Nachtclubs und Spielsalons ein Angebot wie später Las Vegas. Ergänzt wurde dies durch ein angenehmes Klima, Strände und eine ausufernde Prostitution.

Nach der kubanischen Revolution 1959 wurden eine Reihe von zwielichtigen Lokalen geschlossen. Durch das kurze Zeit später verhängte Embargo der USA verlor der Tourismus in Kuba stark an Bedeutung, da aus dem bisher größten Herkunftsland durch die scharfen Embargobestimmungen keine Gäste mehr nach Kuba ausreisen durften. Alle direkten Flug- und Schiffsverbindungen wurden durch die USA unterbrochen.

Da in Lateinamerika kaum ein Potential an zahlungskräftigen Gästen bestand und keine leistungsfähigen Flugverbindungen nach Europa existierten, war eine Gewinnung neuer Gäste schwierig. Nur eine geringe Zahl von Touristen, besonderes aus der Sowjetunion und den Ostblockstaaten, reisten in den folgenden dreißig Jahren nach Kuba. Trotzdem wurden neue Tourismuseinrichtungen gestaltet, die jedoch hauptsächlich für kubanischen Gäste gebaut wurden.

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre belebte die kubanische Führung den internationalen Tourismus als neuen Wirtschaftszweig zur Generierung von Deviseneinnahmen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks und der wirtschaftlichen Krise in Kuba wuchs die Bedeutung des Sektors schlagartig an. International tätige Tourismusunternehmen gründeten seit Anfang der 1990er Jahre Joint-Ventures mit staatlichen Tourismusunternehmen, welche Hotels und touristische Einrichtungen hauptsächlich in den Haupttourismusgebieten errichteten und betreiben. Die hohen Trinkgelder in Devisen lockten viele hochqualifizierte Kubaner in Jobs des Tourismusgewerbes. Touristikmitarbeiter werden auch speziell an Universitäten des Landes mit eigens eingerichteten Studiengängen ausgebildet.

Um die nach jahrelangem Anstieg seit 2005 gesunkenen Touristenzahlen wieder zu steigern, wurden 2007 verschiedene Maßnahmen, wie die Senkung der Landegebühren auf den Flughäfen, die Senkung der Kerosinpreise auf Weltmarktniveau sowie eine schnellere Abfertigung der Touristen bei der Einreise beschlossen.Basler Zeitung baz.ch: vom 27. Juni 2007Spiegel Online: Kuba erleichtert Einreise für Touristen vom 9. Mai 2007

Im Jahr 2010 stieg die Zahl der ausländischen Besucher um 4 % auf 2,5 Millionen (2009 2,4 Mio.) Touristen. Im Jahr 2011 besuchten bereits über 2,7 Millionen Menschen die Insel.Oficina Nacional de Estadísticas: Llegada de visitantes-Información Adelantada – Diciembre 2011 (PDF; 75 kB) vom 20. Januar 2012, abgerufen am 23. Januar 2012 (spanisch) Die Kanadier bildeten dabei den größten Anteil vor Briten, Italienern, Spaniern und Deutschen, wobei die Gruppe der Auslandskubaner, ein wichtiger Faktor seit den 2009 von US-Präsident Obama verfügten Lockerungen der Reisebeschränkungen aus den USA, von der offiziellen Statistik nicht gesondert ausgewiesen wird.Oficina Nacional de Estadísticas: (PDF; 88 kB) vom 25. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2012 (spanisch)Jeff Franks (Reuters): Arab Spring and U.S. reforms make Cuba a tourist hotspot in: Chicago Tribune vom 24. Januar 2012, abgerufen am 25. Januar 2012 (englisch) 2016 stieg die Zahl der US-amerikanischen Touristen um 74 Prozent, 2017 um 119 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, auf nunmehr 620.000 Besucher, wobei im zweiten Halbjahr des Jahres nach Wiederverschärfung der Reisebestimmungen für US-Bürger nach Kuba unter Präsident Trump die Zahl wieder rückläufig war. US-Amerikaner stellen damit nach den Kanadiern die zweitgrößte Besuchergruppe. Insgesamt empfing Kuba 2017 4,25 Millionen Touristen, was einem Zuwachs von 19 Prozent entspricht.Trotz Trump: US-Tourismus auf Kuba wächst, Cuba heute, 6. Januar 2018

Unter der ersten Präsidentschaft von Donald Trump wurden die meisten Erleichterungen touristischer Reisen für US-Bürger wieder zurückgenommen. Zum Abschluss von Trumps Amtszeit im Januar 2021 wurde Kuba wieder auf die Liste der Terrorismus unterstützenden Staaten gesetzt. Für den internationalen Tourismus hatte dies unter anderem zur Folge, dass Reisende, die Kuba nach dem Datum der Aufnahme in diese Liste besuchten, nicht mehr per ESTA in die USA einreisen konnten, obwohl sie normalerweise per Staatsbürgerschaft dazu berechtigt wären. Für sie galt ab sofort Visums-Pflicht.

Mit der Corona-Pandemie brach der Tourismus in Kuba ein. Für mehr als ein halbes Jahr schottete sich das Land 2020 komplett ab und verbot sämtliche touristische Reisen. Danach erholte sich der Tourismus langsam, konnte aber auch 2023 nicht das Vor-Pandemie-Niveau von 2019 erreichen. Als Gründe wurden unter anderem die aktuellen Versorgungsprobleme, die zum Teil auch Hotels betrifft, fehlendes Benzin für Mietwagen usw. angeführt. Die Hotelauslastung war 2023 im Vergleich zu den Nachbarländern miserabel. Dennoch setzt die Regierung auf zahlreiche Hotelneubauten im Luxusbereich, um den Tourismus zu fördern. Im Jahr 2023 gab der Staat etwas mehr als ein Drittel sämtlicher Investitionsausgaben für den Tourismus aus, mehr als das fünffache als für die Sektoren Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft zusammen. Besserung ist nicht in Sicht, auch wenn Kubas Offizielle regelmäßig Hoffnung schüren.

Nach der Pandemie erholte sich der Tourismus zunächst, wenn auch nur relativ langsam. Während andere Tourismusgebiete der Region schnell wieder aufblühten, blieb die Auslastung der Hotels in Kuba auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Seit 2024 ist die Zahl wieder deutlich am Sinken. 2024 empfing mat mit rund 2,2 Millionen Besuchern sowenige wie seit 17 Jahren nicht mehr, die Corona-Krise nicht mitgerechnet. Zum Ende des Jahres 2025 zeichnete sich nochmal um eine fast 20 % verschlechterte Rate ab.

Als einer der Gründe wurde die auch vor den Touristenhotels nicht Halt machende Versorgungskrise genannt. Nach einem über mehrere Tage andauernden landesweiten Stromausfall im Oktober 2024, der Teil einer schon länger andauernden Energiekrise ist, aktualisierte beispielsweise das deutsche Auswärtige Amt seine Reisehinweise dahingehend, dass man seine Reisen nach Kuba sorgfältig vorbereiten sollte, da die Versorgung mit vielen gewohnten Dingen, auch in touristisch erschlossenen Regionen oder Hotel-Resorts nicht sichergestellt werden kann. Die Ferienfluglinie Condor strich daraufhin für den Sommerflugplan 2025 sämtliche Verbindungen aus Deutschland nach Kuba, womit es keine direkte Flugverbindung zwischen beiden Länder mehr gab. Insgesamt verzeichnete man im Jahr 2024 mit insgesamt 2,2 Millionen Touristen einen Rückgang um 9,6 % gegenüber dem Vorjahr und das schlechteste Ergebnis der letzten 17 Jahre, die Pandemie-Zeit nicht mitgezählt.Cuba recibió 2,2 millones de turistas en 2024, la peor tasa en 17 años sin contar la pandemia, EFE, Diario Libre vom 28. Januar 2025 (spanisch) 2025 ginge der Tourismus um weitere 18 % auf nun 1,8 Millionen Besucher zurück.

Nach der US-Militäraktion in Venezuela Anfang Januar 2026 wurde Kuba vollständig von venezolanischen Öl abgeschnitten. Ende Januar verhängte Präsident Trump dann eine praktisch komplette Ölblockade gegen Kuba. Dies führte zu einer drastischen Verschlechterung der Verfügbarkeit von Treibstoffen aller Art. Am 9. Februar wurde eine NOTAM-Warnung herausgegeben, dass den kubanischen Flughäfen das Kerosin ausginge. Zahlreiche Fluggesellschaften, darunter sämtliche kanadische, stornierten daraufhin ihre Kubaflüge und führten nur noch Leerflüge nach Kuba durch, um Urlauber aus Kuba auszufliegen. Andere Gesellschaften planten auf dem Rückflug einen zusätzlichen Tankstopp in einem Nachbarland ein. Das deutsche Auswärtige Amt riet von nicht notwendigen Reisen nach Kuba ab. Für Kubas Tourismus bedeutete dies einen weiteren schweren Schlag. Im ersten Quartal 2026 fiel die Zahl der Touristen um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Mit der Executive Order 14404 von Präsident Trump vom 6. Mai 2026 wurde die Situation nochmal extrem verschärft. Diese gab ausländischen Firmen mit Geschäftsbeziehungen zur GAESA oder deren Sub-Unternehmen, im Tourismus heißt die kubanische Beteiligungsgesellschaft Gaviota, La Vanguardia "Las empresas vinculadas a Gaesa abandonan la isla" von Noemi Navas Seite 81 7/6/2026 bis zum 5. Juni des Jahres Zeit, ihre Geschäftsbeziehungen mit der kubanischen Staats-Holding zu lösen, ansonsten würden sie mit Sanktionen belegt. Ausländische Hotelketten beendeten daraufhin das Management der entsprechenden Hotels. Auch die Nutzung von Kreditkarten ist nicht mehr möglich.

Im Juli 2026 beendeten die spanischen Hotelketten Iberostar, Meliá und Barceló komplett ihr Engagement in Kuba.

Tourismus heute Pauschaltourismus Der heutige Pauschaltourismus konzentriert sich auf wenige Gebiete, insbesondere Varadero, die Region Havanna, das Valle de Viñales, Cayo Coco und die Nordküste bei Holguín (Playa Guardalavaca). Für organisierte Rundreisen gibt es zusätzlich eine Reihe von weiteren Hotels in ganz Kuba.

Individualreisen mini|Dampflok der Zuckermühle Rafael Freyre Beliebt sind Rundreisen mit dem Mietwagen. Privatunterkünfte (→ Casas particulares) werden in allen größeren Orten angeboten.

Auch Rundreisen mit der Eisenbahn, der staatlichen Busgesellschaft Viazul, vergleichsweise günstigen Überlandtaxis sowie dem Fahrrad sind möglich. Die zweite kubanische Gesellschaft für Überlandbusse, Astro, steht normalerweise nur Kubanern zur Verfügung und bietet daher nur eine sehr begrenzte Anzahl von Devisen-Plätzen.

Hauptziele für Individualreisende sind die Hauptstadt Havanna, die Region um Pinar del Río und Viñales, Santiago de Cuba, Trinidad und Baracoa.

Gesundheitstourismus Durch die hohe Anzahl an Ärzten und ein entwickeltes Gesundheitssystem bietet Kuba die Voraussetzungen für Gesundheitstourismus. Touristen verbinden ihren Ferienaufenthalt mit einer medizinischen Behandlung oder reisen für Spezialbehandlungen wie Augenoperationen und Zahnarztbehandlungen nach Kuba. Im Rahmen der Misión Milagro (Wunder) werden Patienten aus Entwicklungsländern Augenoperationen ermöglicht.

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