Rad-Schiene-Geräusche sind Roll- und Kurvengeräusche von Schienenfahrzeugen. mini|Rollgeräusch durch Aufschweißung am Radreifen eines Lokradsatzes
Rollgeräusche Rollgeräusche werden beim Abrollen der Räder auf dem Schienenfahrweg erzeugt. Die durch das Materialgefüge, Verschleiß und Korrosion bestimmten Oberflächen- und Strukturunregelmäßigkeiten der Schienen- und Radfahrflächen verursachen beim Abrollen periodische vertikale Anregungen der Radsätze und Schienen, welche diese zu Schwingungen anregen, die als Schall in die umgebende Luft abgegeben werden.
Kurvengeräusche Kurvengeräusche wie Kurvenquietschen entstehen beim Befahren von engen Gleisbögen und Weichen, wenn die Räder aufgrund der Radiendifferenz der beiden Radaufstandspunkte nicht schlupffrei abrollen können und durch Stick-Slip-Effekt schrille Quietschgeräusche erzeugt werden.
In sehr engen Gleisbögen kommt es zusätzlich zum Spurkranzanlauf.
Schienenstöße Durch Schienenstöße, Herzstücke, Flachstellen sowie das Gegenstück Auftragungen kommt es zu weiteren impulshaften Geräuschen, die dem Rad-Schiene-System zuzuordnen sind, zum Beispiel dem charakteristischen "klack-klack, klack-klack".
Schlupf Bei modernen Triebfahrzeugen kommen noch Geräusche hinzu, die durch den leichten Schlupf beim Beschleunigen und (elektrischen) Bremsen auf schlüpfrigen Schienen entstehen.
Minderungspotential Rollgeräusch Verwendung optimierter Radformen, 2 dB bis 6 dB Einsatz von Radschallabsorbern, 2 dB bis 8 dB
Einsatz gummigefederter Räder, 6 dB Schleifen der Schienenoberfläche zur Beseitigung von Unebenheiten wie Schlupfwellen vor allem in Kurven, bis zu 15 dB
Kurvenquietschen Einsatz gummigefederter Räder, 10 dB bis 15 dB Verwendung von Radschallabsorbern, 15 dB bis 30 dB Verzicht auf starre Radachsen (ermöglicht unterschiedliche Drehgeschwindigkeit auf Innen- und Außenradien) Verwendung möglichst großer Radien in Gleisbögen. Bei Schallprognosen gemäß 16. BImSchV werden bei Kurvenradien kleiner 500 m pauschal 3 dB Aufschlag gegeben, bei Kurvenradien kleiner 300 m beträgt der pauschale Aufschlag 8 dB.
Schienenstöße Vermeidung von Schienenstößen durch stoßloses Aneinanderschweißen der Schienen, 6 dBhttp://www.stiftung-naturschutz.de/fileadmin/img/pdf/Kleine_Anfragen/ka16-14932.pdf Sofern Schienenstöße als Dehnungsfugen notwendig sind, sind SchrägstoßRobert Hanker: Eisenbahnoberbau. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-7800-3, S. 120 (). und BlattstoßRobert Hanker: Eisenbahnoberbau. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-7800-3, S. 120 (). gegenüber dem bisher üblichen StumpfstoßRobert Hanker: Eisenbahnoberbau. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-7091-7800-3, S. 120 (). vorzuziehen Einsatz gummigefederter Räder, 10 dB bis 15 dB
Schlupf Einsatz gummigefederter Räder, 10 dB bis 15 dB Verwendung von Radschallabsorbern, 15 dB bis 30 dB.
Siehe auch Schienenverkehrslärm
Einzelnachweise
Kategorie:Verkehrslärm Kategorie:Bahnbetrieb