mini|Verschiedene Formen von Jagdlappen (unten) und -tüchern (oben), aus: Döbel, Wilhelm Heinrich: Vollkommene Jaeger-Practica. Leipzig 1746, S. 18 Bei der Lappjagd (auch Lappenjagd oder Lappenjagen) handelt es sich um eine Treib- bzw. Drückjagd, bei der das bejagte Gebiet zuvor mit an Leinen (Archen) aufgehängten (Stoff-)Lappen oder Federbündeln (Blendzeug) umspannt wird, um damit flüchtende Tiere in bestimmte Richtungen zu lenken oder am Ausbrechen aus dem Treiben zu hindern.Haseder S. 492 Historisch waren die verwendeten Stofflappen oft mit dem Wappen des Jagdherren versehen.Katalog Städt. Museum Schloss Rheydt. Bd. I, Mönchengladbach 1981, S. 23f. Heute wird die Lappjagd hauptsächlich noch zum Fang von Wölfen für Forschungszwecke oder Umsiedlungen angewandt. mini|Jagdlappen im Jagdschloss Grunewald mini|hochkant|Jagdlappen aus Schloss Clemenswerth mit der Darstellung eines Mohren und der Jahreszahl 1700

Sprichwort „Durch die Lappen gehen“ im Sinne von „entkommen, entgehen“ ist eine aus der Jägersprache entlehnte und seit dem 18. Jahrhundert belegte Redensart, die auf den Umstand verweist, dass, obwohl viele tatsächlich vor den aufgehängten Lappen zurückschrecken, immer wieder einige Tiere die Absperrung durchbrechen und somit buchstäblich „durch die Lappen gehen“.

Siehe auch Eingestelltes Jagen Federlappen

Literatur Richard Blase: Die Jägerprüfung, Quelle und Meyer Verlag, Buch ISBN 978-3-494-01720-4 Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: Knaurs Großes Jagdlexikon. Droemersche Verlagsanstalt, München 1996; Weltbild-Verlag, Augsburg 2000, Stichwort: Lappjagd, ISBN 3-8289-1579-5. Lutz Röhrich: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten.

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