Denotat ( „das genannte“) bezeichnet in der Semiotik, Linguistik und Sprachphilosophie entweder den begrifflichen Inhalt eines Zeichens (Gegenbegriff: Konnotat) oder den durch ein Zeichen bezeichneten Gegenstand der außersprachlichen Wirklichkeit. Der Ausdruck ist bedeutungsähnlich mit dem ebenfalls mehrdeutigen Denotation.

Denotat als begrifflicher Inhalt eines Zeichens „Denotat“ bedeutet zum einen der begriffliche Inhalt eines ZeichensDuden, Deutsches Universalwörterbuch, ISBN 3-411-05505-7, 5. Aufl. (2003) / Denotat; Ulrich, Linguistische Grundbegriffe, 5. Aufl. (2002)/Denotat; ähnlich Homberger, Sachwörterbuch zur Sprachwissenschaft (2000) / Denotat: „die Bedeutung eines Zeichens“. und bezeichnet dann einen Gegenbegriff zum Begriff Konnotat, d. h. zur affektiven, assoziierten oder emotionalen Nebenbedeutung. Der Gegensatz Denotat – Konnotat entspricht dem Gegensatz Denotation – Konnotation.Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache, Tübingen (Fink), 2005, ISBN 3-8252-2704-9, S. 162

Teilweise wird Denotat nur in dieser Bedeutung verwendet,Kessel/Reimann, Basiswissen Deutsche Gegenwartssprache, Tübingen (Fink), 2005, ISBN 3-8252-2704-9, S. 162 teilweise wird diese Bedeutung überhaupt nicht genannt.z. B. Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002)/Denotat

Denotat als der bezeichnete Gegenstand Verbreitet wird der Ausdruck Denotat zum anderen auch Duden, Universalwörterbuch/Denotat oder nurBußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002)/Denotat für den von einem Zeichensprachlichen Ausdruck (Wort)/von einem Sprecher (letztlich/mittelbar) bezeichneten (außersprachlichen) Gegenstand verwendet.

Der Ausdruck Denotat wird dann als bedeutungsgleich (als synonym) zu ReferentKürschner, Grammatisches Kompendium, 4. Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 20 und zu ExtensionMeibauer, Einführung in die germanistische Linguistik, 2. Aufl. (2007), S. 178 angesehen. Gegenstand ist dabei in einem weiten Sinn zu verstehen und steht für Dinge, Verhältnisse, Eigenschaften oder Sachverhalte.Kürschner, Grammatisches Kompendium, 4. Aufl. (2003), ISBN 3-8252-1526-1, S. 20

Abhängig von der zugrunde gelegten Semantiktheorie kann der Terminus Denotat in seiner Bedeutung noch weiter variiert und spezifiziert werden:

In einem Modell im Sinne der modelltheoretischen Semantik ist Denotat „das (mengentheoretische) Objekt, das dem Ausdruck in diesem Modell zugeordnet ist.“Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Aufl. (2002)/Denotat (Nur) wenn das Modell ein Ausschnitt der wirklichen Welt ist, ist das Denotat der Referent in der Welt. Wird zwischen Denotat und Designat unterschieden, so bezeichnet der Ausdruck Designat die durch einen sprachlichen Ausdruck bezeichnete Klasse und Denotat die einzelnen Elemente der Klasse. So Morris: „Die Denotate sind die Elemente der Klasse (scilicet: des Designats).“Morris, Grundlagen der Zeichentheorie (1988), S. 22 In behavioristischer Engführung kann mitunter mit Denotat nur ein „beobachtbarer Referent“Trabant, Semiotik (1996), S. 67 gemeint sein.

Weblinks

Literatur Helmut Rehbock: Denotat. In: Helmut Glück, Michael Rödel (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Metzler Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5, S. 136

Einzelnachweise

Kategorie:Semantik

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