mini|Logo des Nachfolgeunternehmens Galeria Karstadt Kaufhof vom 25. März 2019 bis 19. August 2021 mini|Logo von 2006 bis 25. März 2019 Die Kaufhof Warenhaus AG war eine deutsche Warenhauskette. Im Jahr 1879 gründete Leonhard Tietz in Stralsund einen kleinen Laden für Garne, Knöpfe, Stoffe und Wollwaren. Weitere Geschäfte folgten, die dann 1905 zur Leonhard Tietz AG vereint wurden. Nach einer starken Expansion mit eigenen Produktionsstätten und rund 50 Filialen wurde der Firmenname 1933 in Westdeutsche Kaufhof AG abgeändert und das Unternehmen unter dem Druck des NS-Regimes erzwungenermaßen arisiert und so unter Marktwert an die Commerzbank, Deutsche Bank und Dresdner Bank verkauft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte das nun nur noch „Kaufhof“ genannte Unternehmen u. a. durch zahlreiche Zukäufe zur Kaufhof-Holding und fusionierte 1996 mit der Metro Cash & Carry. 2008 wurde die Kaufhof Warenhaus AG in die Galeria Kaufhof GmbH umgewandelt. 2015 verkaufte der Metro-Konzern das Unternehmen an die Hudson’s Bay Company, die 2018 wiederum einen Mehrheitsanteil an die Signa Holding verkaufte. Seit Juni 2019 hält die Signa Holding 100 % der Anteile an Galeria Kaufhof.Signa übernimmt sämtliche Anteile von Galeria Karstadt Kaufhof Tiroler Tageszeitung am 12. Juni 2019
Am 6. November 2019 gab die Geschäftsführung die Fusion der Galeria Kaufhof GmbH mit der Karstadt Warenhaus GmbH bekannt. Unter dem Dach der Signa Holding wurden beide Unternehmen vereint als Galeria Karstadt Kaufhof GmbH fortgeführt.Fusionierte Kaufhäuser bekommen neuen Namen spiegel.de Anfang Februar 2025 gab die Konzernzentrale unter der Überschrift „Neuer Standort für Galeria Service Center“ bekannt, dass sie ihre Hauptverwaltung von Essen in den Düsseldorfer Medienhafen, Völklinger Straße 4, verlegen wird.Maximilian Nowroth, Uwe-Jens Ruhnau: Galeria-Zentrale zieht nach Unterbilk. Die Hauptverwaltung der Kaufhauskette entscheidet sich gegen Karstadt an der Schadowstraße für das Hochhaus RW14. In: Rheinische Post, 7. Februar 2025, S. C5.
Geschichte links|mini|Aktie über 1000 Mark der Leonhard Tietz AG vom 28. Mai 1920 mini|Kaufhof im ehemaligen Centrum Warenhaus am Berliner Alexanderplatz (Foto 1991) mini|Kaufhof in Bonn mini|Konzern-Flaggschiff: Galeria Kaufhof in Köln (Foto 2009) (ehemals Warenhaus Leonhard Tietz)Architekt: Wilhelm Kreis mini|Galeria Kaufhof in Chemnitz (2024 geschlossen) mini|Galeria Kaufhof in Frankfurt am Main mini|Galeria Kaufhof in Kassel mini|Galeria Kaufhof am Münchner Karlsplatz (2022 geschlossen) mini|Galeria Kaufhof in Nürnberg (geschlossen) mini|hochkant|Galeria Kaufhof in Hof (Saale) (geschlossen) mini|hochkant|Galeria Kaufhof am Westenhellweg in Dortmund (2020 geschlossen) Leonhard Tietz AG – Von der Gründung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1879 eröffnete Leonhard Tietz in Stralsund ein Geschäft mit 25 m² VerkaufsflächeSonderveröffentlichung, 130 Jahre Galeria Kaufhaus, Galeria Kaufhof am Marienplatz, S. 5, Oktober 2009. für Garne, Knöpfe, Stoffe und Wollwaren. Seine Geschäftsgrundsätze – Festpreise, Barzahlung und Rückgaberecht – waren damals ein Novum. 1884 eröffnete er ein Geschäft in Schweinfurt.Schweinfurter Anzeiger: Geburtstagstorte für eine lange Firmengeschichte. 24. September 2014 1889 eröffnete Tietz in Elberfeld eine weitere Filiale. Nach drei Monaten zog diese in ein größeres Haus in derselben Straße. Schon im ersten Jahr arbeiteten 40 Angestellte in dem Geschäft. Tietz verlegte 1890 auch den Firmensitz nach Elberfeld.Bernd Heimbüchel, Alexander Kierdorf, Stefan Kohl, Claudia Teichner: Erlebniswelt Kaufhof, Ein Warenhaus in Deutschland; Herausgeber Kaufhof Warenhaus AG, Wienand, 2001. Im Jahr 1891 eröffnete er in Köln auf der Hohe Straße ein kleines Filialkaufhaus; 1897 verlegte er den Firmensitz von Elberfeld dorthin. Im Jahr 1905 gründete er aus den bisherigen Kaufeinrichtungen die Aktiengesellschaft Leonhard Tietz AG. Ein Jahr später eröffnete er den zentralen repräsentativen Neubau des Warenhauses Tietz Aachen, nachdem er dort bereits seit 1892 mit kleineren gemieteten Geschäftsräumen Fuß gefasst hatte. Nach Tietz’ Tod am 14. November 1914 übernahm sein ältester Sohn Alfred Leonhard Tietz die Leitung.
Zu seinem 50-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 1929 umfasste das Unternehmen eigene Produktionsstätten und 43 Filialen mit 15.000 Beschäftigten. Die Aktiengesellschaft wurde 1933 in Westdeutsche Kaufhof AG, vorm. Leonhard Tietz umbenannt, ab 1936 fiel der Namenszusatz weg. Das Unternehmen blieb jedoch – im Gegensatz zu vielen anderen enteigneten Gesellschaften – im inneren Aufbau erhalten.
Ab März 1933 waren Filialen des Unternehmens von dem durch die NSDAP organisierten Judenboykott betroffen, der am 1. April 1933 einen ersten Höhepunkt fand. Alfred Leonhard Tietz sah sich durch politischen und wirtschaftlichen Druck im April 1933 zum Rücktritt aus dem Unternehmensvorstand gezwungen. Seinen Aktienanteil musste er zu einem Bruchteil des einstmaligen Wertes an die Dresdner Bank verkaufen. Die jüdische Familie Tietz wurde im Folgenden vom NS-Regime ihres restlichen Vermögens beraubt und musste ins Ausland emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg vereinbarte der neue deutsche Staat mit der Familie Entschädigungsregelungen.
Um den Namen des jüdischen Gründers zu verbergen, wurde das Unternehmen im Juli 1933 auf Druck des NS-Regimes in Westdeutsche Kaufhof AG umbenannt. Außerdem wurden jüdischstämmige Mitglieder des Vorstandes und der höheren Führungsgremien abberufen. Eigentümer des Konzerns waren danach Commerzbank, Deutsche Bank und Dresdner Bank.Siehe auch Wolfgang Mönninghoff: Enteignung der Juden · Wunder der Wirtschaft; Erbe der Deutschen, Europa-Verlag, Hamburg/Wien 2001, S. 72ff. und 78ff.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden 35 der Warenhäuser durch Bomben zerstört.
Kaufhof von 1945 bis 1999 – Inhaltliche Änderungen und Zusammenschlüsse In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen. 1977 erwirtschaftete der Kaufhof einen Umsatz von 9,94 Milliarden DM. Die Wirtschaftsdaten der Kaufhof-Holding führten 1988 dazu, dass sie eines der 30 Gründungsmitglieder des DAX wurde.
In den 1990er Jahren stand die Kaufhof-Holding vor dem Problem, dass die klassischen Kaufhäuser ein relativ altbackenes Image hatten. Insbesondere die zunehmend kaufkräftigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwarben ihre Kleidung nicht mehr in den klassischen Kaufhäusern. Das Management versuchte, dem mit einem speziell auf Jugendlichkeit zugeschnittenen Kaufhaus-Konzept entgegenzuwirken. Als Standort für ein Pilotprojekt bot sich Aachen an, da hier nach der Übernahme von Horten zwei Kaufhäuser etwa gleicher Größe in wenigen hundert Metern Entfernung zueinander bestanden. So wurde Ende der 1990er Jahre das ehemalige Kaufhaus Horten in Aachen zu „Lust for Life“. Das Warenangebot richtete sich überwiegend an Kunden mit einem Alter von unter 40 Jahren; Werbung und Inneneinrichtung sollten diese Zielgruppe ansprechen. Einen weiteren Konzeptstore gab es in München: das „U.Style“ war räumlich integriert in die Filiale am Marienplatz und richtete sich ebenfalls an diese Kundenzielgruppe. Außerdem bestand von 1999 bis 2001 die ehemalige Hamburger Horten-Filiale in direkter Nachbarschaft zum Kaufhof-Haus an der Mönckebergstraße (Hamburg). Dieses Haus wird seitdem von Saturn genutzt.
Kurz vor ihrer Fusion mit der Metro Cash & Carry 1996 bestand die Kaufhof-Holding aus den folgenden Marken: Kaufhof (Warenhäuser) Horten (Warenhäuser), Kette ab 1994 von Kaufhof Holding übernommen und schrittweise in Kaufhof-Warenhäuser umfirmiert. Kaufhof übernahm das bei Horten entwickelte und dort seit 1988 sukzessive umgesetzte Galeria-Konzept schrittweise für seine eigenen Warenhäuser, die nach und nach in Galeria Kaufhof umbenannt wurden. Kaufhalle (Warenhäuser), ab September 2000 durch Oviesse betrieben Multistore (Warenhäuser), ab September 2000 durch Oviesse betrieben Media Markt (Elektrofachmärkte) Saturn (Elektrofachmärkte), 1985 übernommen und zur deutschlandweiten Kette ausgebaut Vobis (Computerfachmärkte) Gemini (Medien-Märkte) Völkner (Versand und Fachmärkte für Elektronik) Reno (Schuhfachmärkte) Mac Fash (Textilfachmärkte) Oppermann (Versand von Werbeartikeln) Hawesko (Hanseatisches Wein- und Sektkontor) Jacques’ Wein-Depot (Weineinzelhandel) Kaufhaus Kerber (Haupthaus in Fulda, heute in Kaufhof integriert, Filialen in Alsfeld, Gießen, Herford, Lüneburg, Mayen, Siegen, Soest und Suhl) Rungis Express FSG Zentra Finanz-Service Zentra Grundstücksgesellschaft WerbehausGeschäftsbericht Kaufhof Holding AG 1995
Entwicklung seit dem Jahr 2000 Zahlreiche Filialen wurden seit dem Jahr 2000 geschlossen. Eine Auswahl: Hamburg-Altona (Kaufhof im Bahnhof, 2000, seitdem Media-Markt, Lidl und kleinere Bahnhofsgeschäfte) Lüdenscheid (2007, Gebäude wird seitdem als Erweiterung der Einkaufsgalerie „Sterncenter“ genutzt)
Trennung vom Metro-Konzern 2008 Im Frühjahr 2008 kündigte der Metro-Konzern an, sich von Kaufhof zu trennen, Financial Times Deutschland, 19. März 2008. es wurde eine Investmentbank mit der Organisation des Verkaufsprozesses mandatiert. Gleichzeitig wurde eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Trennung der Kaufhof-Aktivitäten von den Metro-Aktivitäten durchzuführen und einen sorgfaltspflichtigen Bericht zu erstellen. Es sollte jedoch noch sieben Jahre dauern, bis endgültig ein Verkauf stattfand.
Zum 1. Oktober 2008 wurde die Kaufhof Warenhaus AG in die Galeria Kaufhof GmbH umgewandelt.
Konsolidierungsprozess Im Konsolidierungsprozess wurde am 12. März 2009 die Schließung von vier Filialen (Krefeld Am Ostwall, Leipzig-Paunsdorf, Mülheim an der Ruhr und Ludwigshafen) für 2010 angekündigt; die auslaufenden Mietverträge wurden nicht verlängert. Die Schließung der Filialen Coburg, Gießen, Wesel und Worms wurde erwogen; die 2010 auslaufenden Mietverträge wurden letztlich verlängert und die Standorte erhalten.Pressenachricht über die Verlängerung der Mietverträge Am 11. Juni 2011 gab die Leitung der Holding die Schließung der Filialen in Gießen, Köln-Kalk, Nürnberg-Aufseßplatz (einst Schocken; Merkur; Horten, in den 1970er Jahren Horten-Hauptzentrale) und Oberhausen-City zum 30. Juni 2012 bekannt. Seit Ende 2014 wurden außerdem die Filialen in Düsseldorf (Berliner Allee), Augsburg, Heilbronn (am Wollhauszentrum), Bielefeld, Berlin Ostbahnhof und Lust for Life in Aachen aufgegeben.
Am 2. November 2011 wurde bekannt, dass der griechische Reeder George Economou und auch der damalige Eigentümer von Karstadt, Nicolas Berggruen am Erwerb von Kaufhof interessiert seien. Die Metro AG bestätigte dies. Berggruen hätte mit einem Kauf die beiden größten Warenhausunternehmen Deutschlands vereinen können.
Im Jahr 2011 verzeichnete Galeria Kaufhof täglich rund 2 Millionen Kunden. Im Oktober 2013 gab es bekannt, mit seinem belgischen Tochterunternehmen Galeria Inno bis 2015 nach Luxemburg expandieren zu wollen. Im November 2014 eröffnete Galeria Inno in der Modestadt Hasselt, Provinz Limburg.
Die umsatzstärkste Filiale ist die am Münchner Marienplatz, deren Umsatz 2013 auf knapp 200 Millionen Euro geschätzt wurde.
Übernahme der Galeria Kaufhof GmbH durch Hudson’s Bay Company 2015 Im Frühjahr 2015 wurde der ausgesetzte Verkaufsprozess von der Galeria Kaufhof GmbH wieder aufgenommen. Als Übernahmekandidaten galten die Hudson’s Bay Company sowie die Signa Holding von René Benko.Absage für Karstadt-Eigner Benko: Kaufhof soll an kanadischen Konzern gehen. Spiegel Online, 12. Juni 2015. Den Vorzug erhielt die Hudson’s Bay Company. Am 30. September 2015 wurde der Verkauf vollzogen.
Im März 2016 kündigte Kaufhof an, seine Filialen in Deutschland für rund eine Milliarde Euro zu renovieren. Als eines der ersten Häuser sollte die Filiale Kaufhof an der Kö (Düsseldorf) renoviert werden. Es sollte ein abgestimmtes Konzept mit dem benachbarten Carsch-Haus geben, das ebenfalls zu Kaufhof gehörte.