Die Serie Super GT – ehemals All Japan Grand Touring Car Championship oder JGTC – ist eine japanische GT-Meisterschaft, die von der Japan Automobile Federation (JAF) veranstaltet und von der FIA überwacht wird.

Geschichte JGTC mini|JGTC-Startaufstellung, 19. Juni 2004 in Sepang Im Jahr 1992 war ein Ende der Gruppe C aufgrund der enormen Kosten und sinkender Popularität und damit auch das Ende der nationalen, japanischen Gruppe C Serie All Japan Sports Prototype Championship absehbar. Zeitgleich endete auch die Ära der Gruppe-A-Tourenwagen in der japanischen Tourenwagenmeisterschaft. Zwar wurden diese durch die Supertourenwagen ersetzt, doch diese erreichten in den Augen der Fans nie die Spektakularität der Vorgänger.

Um diese beiden Serien zu beerben, gründete die JAF (Japan Automobile Federation) als Nachfolger zur Saison 1993 die All Japan Grand Touring Car Championship Serie, kurz JGTC. In den ersten Jahren fuhren in zwei Klassen Tourenwagen hauptsächlich japanischer Herkunft und Gran Turismos sowie bis 1994 die alten Gruppe-C-Rennwagen. Doch als auch bei den GT1 die Kosten dramatisch anstiegen, wurden zur Saison 1996 die neuen Klassen GT500 und GT300 eingeführt. Die Bezeichnungen geben die Leistung wieder, die streng reglementiert wurde. Bezüglich der Aerodynamik genießen die Teams jedoch große Freiheiten, so dass es sich um reine Prototypen handelt, die außer der äußerlichen Ähnlichkeit mit Serienfahrzeugen mit diesen nahezu nichts gemeinsam haben.

Super GT Nach einigen Jahren mit diversen erfolgreichen Regeländerungen wurde die Rennserie auch außerhalb Japans bekannt. Das erste Rennen im internationalen Ausland wurde 2000 in Malaysia abgehalten. Einer weiteren Expansion stand jedoch die FIA entgegen, die die Anzahl an Auslandsrennen für eine nationale Serie beschränkt. Ähnlich wie in der DTM, wurde eine Namensänderung notwendig. Am 10. Dezember 2004 wurde die Serie dann in Super GT umbenannt, nachdem sie sich bis dahin hauptsächlich auf japanische Teams, Sponsoren und Fans konzentriert hatte, das internationale Interesse aber zunehmend anstieg und die Rennen weltweit im Fernsehen übertragen wurden. Mit dem neuen Namen sollte die Öffnung der Serie für andere internationale Teams zum Ausdruck gebracht werden.

Klasse 1 Auf der Suche nach weiteren Expansionsmöglichkeiten kamen Überlegungen auf, die konzeptionell ähnlichen Super GT und DTM Serien aneinander anzugleichen, um den Einsatz japanischer Rennwagen in Europa und andersrum zu ermöglichen. Auch die Idee einer neuen Serie in Nordamerika wird untersucht. Am 6. Oktober 2012 wurde daraufhin eine Zusammenarbeitsvereinbarung in Tokyo unterzeichnet. Beide Serien setzen nun auf ein gemeinsames CFK-Monocoque, gemeinsame Kraftübertragung und Carbon-Bremsen, sowie angeglichene Aerodynamik-Regelungen. In einem weiteren Schritt sollen die Motoren angeglichen und durch neue Klasse-1-Turbomotoren ersetzt werden. Das Reglement sieht 2,0-Liter-Vierzylinder vor, die durch Turboaufladung etwa 440 kW (600 PS) erreichen. Die Super GT500 setzt diese Motoren bereits seit 2014 ein, die DTM plante die Einführung ursprünglich für 2017, verschob sie dann jedoch auf 2019.„Ein historischer Meilenstein“, auf dtm.com Abweichend zur DTM sind in der Super GT jedoch auch Hybridantriebe zugelassen.

Die Rennen mini|Eine Rennszene aus dem Rennen auf dem Fuji Speedway 2008; im Vordergrund das Safety Car der Super GT. Die Rennen werden als Teil einer jährlichen Meisterschaft ausgetragen und finden auf bekannten japanischen und internationalen Rennstrecken, wie dem Twin Ring Motegi, dem Fuji Speedway oder dem Suzuka International Racing Course statt. Außerhalb Japans gastierte die Super GT bereits in Malaysia, China und dem Auto Club Speedway in den USA. Allerdings wurde bisher nur das Rennen auf dem Sepang International Circuit in die Gesamtwertung aufgenommen.

Die Super GT fährt Langstreckenrennen von 250 bis 1000 km Länge, bei denen Tankstopps und Fahrerwechsel vorgesehen sind. Besonderes Merkmal sind die beiden unterschiedlich schnellen Klassen. Die GT300 ist pro Runde einige Sekunden langsamer, Überrundungsmanöver erschweren so den Fahrbetrieb auf der Strecke und sorgen für Spannung auf der Strecke.

Die Fahrzeuge Die Fahrzeuge teilen sich in zwei Klassen: die GT500 mit etwa 650 PS und die GT300 mit etwa 550 PS. Die Leistung der Fahrzeuge wird dabei durch spezielle Luftmengenbegrenzer (Air - Restrictor) sowie zusätzliche Gewichte limitiert. Um die Rennen für die Zuschauer möglichst spannend zu gestalten, fahren beide Fahrzeugklassen gleichzeitig, die Punkte werden allerdings für jede Klasse getrennt vergeben.

GT500 mini|Ein Nissan GT-R der GT500-Klasse. Die Top-Klasse der Super GT – der GT500 – wird von drei großen japanischen Autoherstellern dominiert. 2019 setzen diese jeweils den Lexus LC500, den Honda NSX-GT und den Nissan GT-R. In der Vergangenheit nahmen auch einige Privatteams mit Fahrzeugen von Ferrari, Lamborghini und anderen europäischen Herstellern teil.

Die Reglementierungen in der GT500-Klasse sind gegenüber den meisten anderen GT-Serien relativ locker. So ist z. B. der Austausch von Motoren des jeweiligen Herstellers ebenso problemlos möglich, wie diverse Modifikationen an den Motoren oder dem Chassis. Das Aussehen der Fahrzeuge sollte allerdings dem entsprechenden Serienmodell möglichst nahe sein. Diese Reglementierungen machen die Fahrzeuge zu den weltweit schnellsten GT-Fahrzeugen. Elektronische Hilfen wie ABS und Traktions- und Stabilitätskontrollen, sind nicht zugelassen, selbst Carbon-Bremsen sind verboten. Auch Verbesserungen der Aerodynamik durch Spoiler und Flügel sind streng reglementiert.

GT300 mini|Ein Mazda RX-7 der GT300-Klasse. In der GT300-Klasse gibt es nur wenige Werksteams, sodass es hier eine größere Anzahl unterschiedlicher Fahrzeuge gibt. In der 300-PS-Klasse sind die deutschen Marken Porsche und BMW neben den japanischen Herstellern beliebt.

Die GT300-Fahrzeuge sind stärker reglementiert als ihre GT500-Gegenstücke und orientieren sich daher mehr am entsprechenden Serienmodell, wodurch auch die Teilnahme für Privatfahrer erschwinglich gemacht wird. Da die Modifikationsmöglichkeiten eingeschränkter sind als bei den GT500, sind die GT300-Fahrzeuge untereinander wesentlich konkurrenzfähiger.

Bisherige Meister Saison Klasse Fahrermeisterschaft Teammeisterschaft Fahrer Fahrzeug Team Fahrzeug JGTCJGTC Race Archive, auf supergt.net 1994 GT1 Nissan Skyline GT-R R32 Hoshino Racing Nissan Skyline GT-R R32 GT2 Porsche 964 Carrera RS Kegani Racing Porsche 964 Carrera RS 1995 GT1 Nissan Skyline GT-R R32 Team Taisan Nissan Skyline GT-R R32 GT2 Nissan Skyline GT-R R32 Yoshimi Ishibashi Nissan Skyline GT-R R32 1996 GT500 McLaren F1 GT-R Team Lark McLaren F1 GT-R GT300 Porsche 964 Carrera RS Team Taisan Jr. Porsche 964 Carrera RS 1997 GT500 Toyota Supra Toyota Castrol Team Toyota Supra GT300 Nissan Silvia S14 RS-R Racing Team with Bandoh Nissan Silvia S14 1998 GT500 Nissan Skyline GT-R R33 Nismo Nissan Skyline GT-R R33 GT300 Toyota MR2 Team Taisan Jr. with Tsuchiya Toyota MR2 1999 GT500 Nissan Skyline GT-R Toyota Castrol Team Tom’s Toyota Supra GT300 Toyota MR2 Momocorse Racing with Tsuchiya Toyota MR2 2000 GT500 Honda NSX Dome x Mugen Project Honda NSX GT300 Porsche 996 GT3R Team Taisan Advan Porsche 996 GT3R 2001 GT500 Toyota Supra Nismo Toyota Supra GT300 Nissan Skyline GT-R R34 Team Taisan Advan Porsche 996 GT3R 2002 GT500 Toyota Supra Dome x Mugen Project Toyota Supra GT300 Toyota MR-S Team Taisan Advan Porsche 996 GT3R 2003 GT500 Nissan Skyline GT-R R34 Esso Toyota Team LeMans Nissan Skyline GT-R R34 GT300 Nissan 350Z Team Taisan Advan Porsche 996 GT3R 2004 GT500 Nissan 350Z Nismo Nissan 350Z GT300 Honda NSX Verno Tokai Dream 28 Honda NSX Super GTSuper GT Race Archive, auf supergt.net 2005 GT500 Toyota Supra Nismo Nissan 350Z GT300 Toyota MR-S Team Reckless Toyota MR-S 2006 GT500 Lexus SC430 Toyota Team Tom’s Lexus SC430 GT300 Mazda RX-7 FD3S RE Amemiya Racing Mazda RX-7 FD3S 2007 GT500 Honda NSX Autobacs Racing Team Aguri Honda NSX GT300 Toyota MR-S Cars Tokai Dream 28 Mooncraft Shiden 2008 GT500 Nissan GT-R Toyota Team Tom’s Lexus SC430 GT300 Nissan 350Z MOLA Nissan 350Z 2009 GT500 Lexus SC430 Lexus Team Tom’s Lexus SC430 GT300 Lexus IS350 Racing Project Bandoh Lexus IS350 2010 GT500 Honda HSV-010 GT Weider Honda Racing Honda HSV-010 GT GT300 Nissan 350Z Hasemi Motorsport Nissan 350Z 2011 GT500 Nissan GT-R MOLA Nissan GT-R GT300 BMW Z4 GT3 GSR&Studie with Team UKYO BMW Z4 GT3 2012 GT500 Nissan GT-R MOLA Nissan GT-R GT300 Porsche 997 GT3R Team Taisan Endless Porsche 997 GT3R 2013 GT500 Lexus SC430 Lexus Team Zent Cerumo Lexus SC430 GT300 Honda CR-Z Team Mugen Honda CR-Z 2014 GT500 Nissan GT-R Nismo Nissan GT-R GT300 BMW Z4 GT3 Gainer Mercedes-Benz SLS AMG GT3 2015 GT500 Nissan GT-R Nismo Nissan GT-R GT300 Nissan GT-R NISMO GT3 Gainer Nissan GT-R NISMO GT3 2016 GT500 Lexus RC-F Lexus Team Sard Lexus RC-F GT300 Toyota 86 MC GTA V8 VivaC Team Tsuchiya Toyota 86 MC GTA V8 2017 GT500 Lexus LC 500 Lexus Team KeePer Tom’s Lexus LC 500 GT300 Mercedes-AMG GT3 Goodsmile Racing & Team Ukyo Mercedes-AMG GT3 2018 GT500 Honda NSX-GT Team Kunimitsu Honda NSX-GT GT300 Mercedes-AMG GT3 K2 R&D LEON Racing Mercedes-AMG GT3 2019 GT500 Lexus LC 500 Lexus Team KeePer Tom’s Lexus LC 500 GT300 Honda NSX GT3 Autobacs Racing Team Aguri Honda NSX GT3 2020 GT500 Honda NSX-GT Team Kunimitsu Honda NSX-GT GT300 Nissan GT-R NISMO GT3 Kondo Racing Nissan GT-R NISMO GT3 2021 GT500 Toyota GR Supra GT500 TGR Team au TOM'S Toyota GR Supra GT500 GT300 Subaru BRZ GT300 R&D Sport Subaru BRZ GT300 2022 GT 500 Nissan GT-R GT500 Team Impul Honda CRZ GT500 GT300 Nissan GT-R Nismo GT3 Kondo Racing Nissan GT-R Nismo GT3 2023 GT 500 Toyota GR Supra GT500 TGR Team au TOM'S Toyota GR Supra GT500 GT300 Toyota GR Supra GT300 Saitama Toyopet GreenBrave Toyota GR Supra GT300 2024 GT 500 Toyota GR Supra GT500 TGR Team au TOM'S Toyota GR Supra GT500 GT300 Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 JLOC Lamborghini Huracán GT3 Evo 2

Weblinks

Website der Super GT (englisch) Website der Super GT in den USA (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Sportwagen-Rennserie Kategorie:Motorsportwettbewerb in Japan