Lee Buck Trevino (* 1. Dezember 1939 in Dallas, Texas) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Profigolfer.
Die frühen Jahre Als Kind armer mexikanischer Einwanderer wurde Lee von seiner Mutter und seinem Großvater, einem Totengräber, aufgezogen. Seinen Vater lernte er nie kennen. Für den Schulbesuch konnte er nur gelegentlich Zeit finden, musste er doch schon ab dem 5. Lebensjahr auf den Baumwollfeldern arbeiten. Zum Golfspielen kam er, als ihm sein Onkel ein paar alte Golfbälle und einen rostigen Schläger schenkte. Von da an verbrachte der Kleine jede freie Minute auf den angrenzenden Golfplätzen. Schon mit 8 Jahren begann er als Caddy und einige Jahre später wurde das sein Job. Zusätzlich verdingte er sich als Schuhputzer und kam so auf einen Wochenverdienst von etwa 30 Dollar. Als Caddy durfte er außerdem nach Arbeitsschluss auf 3 Übungslöchern und mit alten ausgedienten Schlägern spielen. Jahr für Jahr schlug Trevino mindestens 300 Bälle pro Trainingseinheit und verbesserte sein Können. Mit 17 Jahren meldete er sich zur US Marine und diente dort vier Jahre. In den letzten 1½ Jahren verbrachte er dabei viel Zeit am Golfplatz mit Offizieren.
Die Profi-Karriere 1967 begann Lee Trevino auf der PGA Tour und wurde schon in der ersten Saison zum Rookie of the Year (bester Neuling) gewählt. Ein Jahr später gewann er sein erstes Major, die US Open. Trotz dieses rasanten Aufstieges in die Golfelite betrachteten viele seine Erfolge als reine Glückssache, weil sein (selbst erlernter) Schwung unnatürlich und verkrampft wirkte. Doch schon bald verstummten seine Kritiker, denn Trevinos Erfolgskurve ging weiter steil nach oben. 1971 gewann er weitere zwei Majors und die Canadian Open, damals noch als heimliches fünftes Major angesehen. Trevino holte sich in den frühen 1970er Jahren Turniersieg um Turniersieg und war der schärfste Konkurrent von Jack Nicklaus. Nach dem Gewinn eines weiteren Majors, der PGA Championship 1974 ereilte ihn jedoch ein schwerer Schicksalsschlag. Er wurde von einem Blitz getroffen und erlitt dabei Verletzungen des Rückens und des Rückgrats. Eine Bandscheibe musste ihm operativ entfernt werden und die nachfolgenden Beschwerden behinderten sein Spiel. Trotzdem schaffte es Trevino immer noch, sich für ein weiteres Jahrzehnt in der Weltspitze zu halten, und gewann 1984, im Alter von 44 Jahren, erneut die PGA Championship, sein insgesamt sechstes Major.
In seiner Karriere schaffte es Trevino 29 PGA Tour Events zu gewinnen, siegte bei mehr als 20 anderen internationalen Turnieren und holte sich auf der PGA Senior Tour, später Champions Tour, weitere 29 Siege, davon vier Senior Majors. Er spielte für die USA sechsmal im Ryder Cup und hat eine beeindruckende persönliche Matchbilanz von 17 Siegen bei 6 Remis und 7 Niederlagen.
Trevino hat zahlreiche Initiativen begründet, die vielen bedürftigen US-Amerikanern mexikanischer Abstammung Hilfe und Unterstützung gewähren.
In der Komödie Happy Gilmore 2 von 2025 spielt er sich selbst.
Auszeichnungen 1971: Hickok Belt als Top Professional Athlete of the Year 1971: Sportler des Jahres (gewählt durch Sports Illustrated) 1971: Sportler des Jahres (gewählt durch Associated Press) 1981: World Golf Hall of Fame Einzug in die Ruhmeshalle des Weltgolfs
PGA Tour Siege 1968: US Open, Hawaiian Open 1969: Tucson Open Invitational 1970: Tucson Open Invitational, National Airlines Open Invitational 1971: Tallahassee Open Invitational, Danny Thomas Memphis Classic, US Open, Canadian Open, The Open Championship, Sahara Invitational 1972: Danny Thomas Memphis Classic, The Open Championship, Greater Hartford Open Invitational, Greater St. Louis Golf Classic 1973: Jackie Gleason Inverrary-National Airlines Classic, Doral-Eastern Open 1974: Greater New Orleans Open, PGA Championship 1975: Florida Citrus Open 1976: Colonial National Invitation 1977: Canadian Open 1978: Colonial National Invitation 1979: Canadian Open 1980: Tournament Players Championship, Danny Thomas Memphis Classic, San Antonio Texas Open 1981: MONY Tournament of Champions 1984: PGA Championship
Major Championships sind fett gedruckt.
PGA Senior und Champions Tour Siege
1990: Royal Caribbean Classic, Aetna Challenge, Vintage Chrysler Invitational, Doug Sanders Kingwood Celebrity Classic, NYNEX Commemorative, U.S. Senior Open, Transamerica Senior Golf Championship 1991: Aetna Challenge, Vantage At The Dominion, Charley Pride Classic 1992: Vantage At The Dominion, The Tradition, PGA Seniors' Championship, Las Vegas Senior Classic, Bell Atlantic Classic 1993: Cadillac NFL Golf Classic, Nationwide Championship, Vantage Championship 1994: Royal Caribbean Classic, PGA Seniors' Championship, PaineWebber Invitational, Bell Atlantic Classic, BellSouth Senior Classic at Opryland, Northville Long Island Classic 1995: Northville Long Island Classic, The Transamerica 1996: Emerald Coast Classic 1998: Southwestern Bell Dominion 2000: Cadillac NFL Golf Classic
Senior Majors sind fett gedruckt.
Andere Turniersiege
1969: World Cup (mit Orville Moody) 1971: World Cup (mit Jack Nicklaus) 1974: World Series of Golf 1975: Mexican Open 1977: Morocco Grand Prix 1978: Benson & Hedges International Open, Lancome Trophy (beide European Tour) 1979: Canadian PGA Championship 1980: Lancome Trophy (European Tour) 1981: Sun City Classic (South Africa), PGA Grand Slam of Golf (USA) 1983: Canadian PGA Championship 1985: Dunhill British Masters (European Tour) 1987: Skins Game 1991: Liberty Mutual Legends of Golf (mit Mike Hill) 1992: Mitsukoshi Classic, Liberty Mutual Legends of Golf (mit Mike Hill) 1993: American Express Grandslam 1994: American Express Grandslam 1995: Liberty Mutual Legends of Golf (mit Mike Hill) 1996: Liberty Mutual Legends of Golf (mit Mike Hill), Australian PGA Seniors' Championship 2003: ConAgra Foods Champions Skins Game
Resultate in Major Championships Tournament 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989The MastersDNPDNPT40T19DNPDNPT33T43DNPT10T28DNPT14T12T26CUTT38T2043T1047CUTCUTT18US OpenT5451CUTT81T4T4CUTT29DNPT27T12T19T12CUTCUTDNPT9CUTT4CUTT40CUTThe Open ChampionshipDNPDNPDNPT34T311T10T31T40DNP4T29T172T11T275T14T20T59T17CUTT42PGA ChampionshipDNPDNPT23T48T26T13T11T181T60CUTT13T7T357DNPDNPT1412T11DNPCUTCUT
Tournament 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 The MastersT24T49DNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPUS OpenDNPCUTDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPThe Open ChampionshipT25T17T39DNPCUTCUTDNPDNPDNPDNPCUTPGA ChampionshipCUTDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNPDNP DNP = nicht teilgenommen CUT = Cut nicht geschafft „T“ geteilte Platzierung Grüner Hintergrund für Siege Gelber Hintergrund für Top 10.
Siehe auch Liste der Sieger bei Golf-Major-Turnieren
Literatur Michael D’Antonio: Tour ’72. Nicklaus, Palmer, Player, Trevino. The Story of One Great Season. Hyperion, New York 2002.
Weblinks
Spielerprofil bei der PGA Tour (Archivlink) Lee Trevino bei About.com Lee Trevino bei Golflegends (Archivlink)
Einzelnachweise
Kategorie:Golfer (Vereinigte Staaten) Kategorie:Person (El Paso, Texas) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Mann