mini|Szene aus einem Korbballspiel: Beide Mannschaften versammeln sich um den Korbraum der verteidigenden Mannschaft, während sich die verteidigende Korbhüterin am Korb positioniert. mini|hochkant|Eine Angreiferin beim Ausführen eines Korblegers.
Korbball ist eine Ballsportart für zwei Mannschaften. Ziel des Spiels ist es, möglichst oft einen Ball in den gegnerischen Korb zu werfen und Treffer in den eigenen Korb zu verhindern. Korbball weist Ähnlichkeiten mit Basketball, Korfball, Netball, nicht zuletzt aber auch mit Handball auf. Die allein in Deutschland verbreitete Sportart wird als Wettkampfsport ausschließlich von Frauen und Mädchen betrieben. Beim in der Schweiz gespielten Korbball handelt es sich um eine eigenständige Sportart, die von Männern wie auch von Frauen gespielt wird.
Es gibt zwei Korbballvarianten: Hallenkorbball und Feldkorbball. Der Oberbegriff Korbball wird oft synonym zu Hallenkorbball verwendet, da diese Variante weitaus populärer ist.
Spielidee In beiden Hälften des Spielfeldes befindet sich jeweils ein erhöhter Korb. Diejenige von zwei gegeneinander antretenden Mannschaften, die bis zum Ende einer festgelegten Spieldauer den Spielball öfter in den gegnerischen Korb geworfen hat, gewinnt.
Abgesehen vom Ziel, den Ball möglichst häufig im Korb des Gegners zu versenken, gilt es, die gegnerischen Spielerinnen an erfolgreichen Ballwürfen zu hindern. In jeder Mannschaft übernimmt eine Spielerin die Rolle der Korbhüterin, die als einzige den um den eigenen Korb gezogenen Korbkreis betreten darf und somit in unmittelbarer Nähe des Korbes Bälle abfangen kann.
Korbball ist als körperloses Spiel konzipiert; Körperkontakt wird durch die Spielregeln weitgehend untersagt.
Spielfeld mini|Spielszene eines Korbballspiels: Die Spielfeldbegrenzung ist in diesem Fall gelb.Ein Hallenkorbballfeld misst in der Regel 30 m × 15 m. Im heute nicht mehr im Spielbetrieb gespielten klassischen Feldkorbball beziehungsweise Großfeldkorbball betragen die Maße 50 m × 25 m. Das verkleinerte Feldkorbball-Spielfeld, auf dem in Bayern Spielbetrieb stattfindet, misst 38 m × 19 m.
In den beiden Spielfeldhälften befindet sich jeweils ein Korbraum in Form eines Kreises (Großfeldkorbball) beziehungsweise Teilkreises (Hallenkorbball/Kleinfeldkorbball) mit einem Radius von 3 m, in dessen Mittelpunkt der Korbständer angebracht ist.Die Bezeichnungen Großfeldkorbball und Kleinfeldkorbball sind nicht Teil des offiziellen Regelwerks. Während Großfeldkorbball synonym zum klassischen Feldkorbball verwendet wird, wird Kleinfeldkorbball teilweise als Überbegriff für Hallenkorbball und den seit 2015 in Bayern auf verkleinertem Spielfeld gespielten Feldkorbball verwendet, teilweise allein für Letzteres. Um jeweils den Bezug zum verbreiteteren Hallenkorbball klar herauszustellen, wird in diesem Artikel allein die verkleinerte Feldkorbballvariante als Kleinfeldkorbball bezeichnet. Während im Hallen- und Kleinfeldkorbball der Korbständer 1 m von der Korblinie entfernt ist, beträgt der Abstand im Großfeldkorbball 7 m, sodass hier der Korbraum komplett umlaufen werden kann.
Der Korb hat einen Durchmesser von 55 cm, befindet sich in einer Höhe von 2,5 m und besitzt, im Gegensatz zum Basketball, kein Brett.
Spielball mini|Ein Korbball beim Eintauchen in einen Korb: Der Umfang des Korbballs ist wesentlich kleiner als der Umfang der Korböffnung. Der Spielball, welcher ebenfalls als Korbball bezeichnet wird, hat einen Umfang von 56 bis 60 cm und ist 400 bis 500 g schwer. Er entspricht damit in etwa einem Handball der Größe III (Männer). Der Ballumfang ist wesentlich kleiner als der rund 173 cm große Umfang der Korböffnung – das Verhältnis des Balldurchmessers zum inneren Korbdurchmesser ist rund 1:3 (im Vergleich: Basketball ca. 1:1,9; Korfball 1:1,8; Netball 1:1,7). Dieser Umstand ermöglicht die Platzierung eines Wurfs in einem bestimmten Bereich des Korbes, womit der gegnerischen Korbhüterin die Abwehr des Balls erschwert werden kann.
Mannschaften mini|Vor einem Korbwurf positionieren sich üblicherweise alle Spielerinnen – mit Ausnahme der verteidigenden Korbhüterin – um den Korbkreis der verteidigenden Mannschaft. Im Hallen- und Kleinfeldkorbball besteht eine Mannschaft aus 5 Spielerinnen, im Großfeldkorbball aus 7 Spielerinnen, jeweils inklusive einer Korbhüterin und zuzüglich 3 Auswechselspielerinnen.
Feldspielerinnen Mit Ausnahme der Korbhüterin sind alle Spielerinnen einer Mannschaft Feldspielerinnen, denen keine besonderen Rechte zugestanden werden. Feldspielerinnen haben sich stets außerhalb der Korbkreise aufzuhalten. Alle Spielerinnen einer Mannschaft sind sowohl in die Verteidigung, als auch in den Angriff eingebunden; dies betrifft normalerweise auch die Korbhüterin, die außerhalb ihres Korbkreises wie eine Feldspielerin agiert. Am eigenen wie am gegnerischen Korbkreis verteilen sich die Feldspielerinnen einer Mannschaft üblicherweise in gleichmäßigen Abständen um den Kreis. Gemäß dieser Aufstellung ist jeder Spielerin eine feste Position zugeordnet, wobei im Angriff durch Spielzüge mitunter Positionswechsel vorgenommen werden. In der Verteidigung wird je nach Einsatz der Korbhüterin eine Raumdeckung oder eine Manndeckung angewendet.
Korbhüterinnen mini|hochkant|Eine „springende Korbhüterin“ beim Abwehren eines Korbwurfs. Eine Spielerin je Mannschaft nimmt die Rolle der Korbhüterin ein. Sie ist die einzige, die den eigenen Korbraum betreten darf.
Die Korbhüterin darf sich im gesamten Korbraum mit dem Ball bewegen, verfügt hierbei über unbegrenzte Schrittzahl und auch das Prellen ist nicht – wie auf dem restlichen Spielfeld – auf einmal eingeschränkt. Zudem ist ihr dort auch die Abwehr des Balles mit dem Fuß erlaubt. Außerhalb des eigenen Korbraums unterliegt eine Korbhüterin denselben Regeln wie eine Feldspielerin.
Die Korbhüterin wird durch ein andersfarbiges Trikot kenntlich gemacht.
Limitierung der Körpergröße Hinsichtlich der Körpergröße von Korbhüterinnen besteht ein striktes Reglement. Spielerinnen, deren Körpergröße 176 cm übersteigt, sind als Korbhüterin nicht spielberechtigt. Sofern eine Spielerin größer als 174 cm ist, muss sie sich zu Beginn eines Spieljahres von einem Messgremium vermessen lassen. Darüber hinaus muss mit unangekündigten Messungen gerechnet werden. Wird bei einer Messung eine Größe von mehr als 178 cm (inklusive 2 cm Messtoleranz) gemessen, darf die betreffende Spielerin unmittelbar und über das laufende Spieljahr hinaus nicht mehr als Korbhüterin eingesetzt werden.
Einfluss auf das Spielgeschehen mini|hochkant|Eine Korbhüterin versucht, einen Korbleger durch Heranschreiten an die ballführende Spielerin zu blocken. Die körperlichen Voraussetzungen und das physische Vermögen der Korbhüterinnen prägen den Verlauf eines Spiels auf entscheidende Weise. In höheren Spielklassen wird bereits in der Altersklasse der Jugendlichen mit „springenden Korbhüterinnen“ gespielt: Eine solche besitzt ausreichend Körpergröße und Sprungkraft, um einen auf ihren Korb geworfenen Ball vor dem Eintritt in den Korb abzufangen beziehungsweise wegzuschlagen. Eine Goaltending-Regel gibt es im Korbball nicht. Anstatt also einen Wurf durch Herantreten an die werfende Gegnerin zu blocken, lauert eine springende Korbhüterin unter dem Korb auf den sich in den Korb senkenden Ball. Ohne springende Korbhüterin kommt in der Verteidigung meistens eine Manndeckung anstatt einer Raumdeckung zum Einsatz.
Korbhüterinnen werden üblicherweise mit ins Angriffsspiel um den gegnerischen Korb einbezogen, um am gegnerischen Korbkreis eine Überzahlsituation herzustellen. Da die verteidigende Korbhüterin normalerweise versucht, Würfe im Korbkreis abzufangen oder zu blocken, fehlt jene in der Verteidigung vor dem Korbkreis. Seltene Gründe, eine Korbhüterin nicht ins Angriffsspiel einzubinden, sind Erschöpfung bei mangelnd qualifizierten Ersatzspielerinnen oder betont defensive Spielweise – beispielsweise um eine Führung zu halten.
Schiedsrichter Korbballspiele werden zumeist von einzelnen Schiedsrichtern geleitet. Lediglich in höherklassigen Begegnungen kommen Schiedsrichtergespanne bestehend aus zwei gleichberechtigten Unparteiischen zum Einsatz. Neben dem Registrieren von Korberfolgen und, sofern kein separater Zeitnehmer dafür verantwortlich ist, dem Verwalten der Spielzeit, sind Schiedsrichter für die Ahndung von Regelverstößen zuständig.
Spielablauf mini|Im Hallenkorbball erhält die verteidigende Mannschaft Abwurf, wenn die eigene Korbhüterin den Ball über die Korblinie ins Aus befördert. Deshalb wendet sich in der Regel das Spielgeschehen bereits nach dem Absetzen eines Wurfes. Ein Spiel beginnt mit dem Anwurf an der Mittellinie. Die Mannschaft im Ballbesitz versucht, den Spielball zum Korbkreis der gegnerischen Mannschaft zu befördern, um dort einen Wurf auf den Korb abzusetzen. Da eine Spielerin jeweils vor und nach einem nur einmal erlaubten Prellen lediglich drei Schritte mit dem Ball laufen darf, beinhaltet der Weg zum gegnerischen Korb üblicherweise mehrere Pässe. Auswechslungen sind jederzeit möglich; eine Auswechselspielerin darf das Spielfeld erst betreten, sobald die auszuwechselnde Spielerin das Feld verlassen hat.
Spielzeit Korbballspiele verlaufen in zwei Halbzeiten, deren Dauer sich nach der Altersklasse der Spielenden und regionalem Reglement richtet. Die Spielzeit in der Altersklasse der Frauen beträgt normalerweise 2 × 15 Minuten. Bei Unterbrechungen des Spielgeschehens – zum Beispiel wenn der Ball das Spielfeld verlässt oder bei Fouls – läuft die Spielzeit weiter; jedoch hat der Schiedsrichter die Möglichkeit, bei absehbar längeren oder zum Zweck der Spielverzögerung mutwillig herbeigeführten Unterbrechungen die Spielzeit anzuhalten. Die Mannschaften können die Spielzeit durch Auszeiten stoppen. Sofern eine Mannschaft einen Korbwurf offensichtlich verzögert, kann ein Zeitspiel geahndet werden, infolgedessen der Ballbesitz unmittelbar zur gegnerischen Mannschaft zu wechseln hat.
Angriff mini|hochkant|Eine Angreiferin setzt unter Bedrängnis der verteidigenden Mannschaft zu einem Korbleger an. Die angreifende Mannschaft ist bemüht, den Spielball mit möglichst wenig Pässen zum gegnerischen Korbkreis zu befördern. Um den Korbkreis wird zumeist ein schnelles Passspiel etabliert. Zum einen wird hiermit versucht, eine Lücke in der Verteidigung aufzureißen, sodass eine Angreiferin möglichst nah am Korbkreis zum Wurf ansetzen kann, zum anderen soll sich die verteidigende Korbhüterin – sofern diese im Korbkreis verteidigt – im Moment eines Wurfs auf den Korb in keiner günstigen Verteidigungsposition befinden. Bei springenden Korbhüterinnen ist zudem die werfende Angreiferin bemüht den Ball, in hohem Bogen geworfen, möglichst weit hinten im Korb (also im Rücken der Korbhüterin) unterzubringen, um der Korbhüterin das Abfangen des Balls zusätzlich zu erschweren. Als Alternative kommen ansatzlos geworfene, sehr flache Würfe zum Einsatz, die der Korbhüterin wenig Reaktionszeit erlauben. Auch Distanzwürfe sind eine Möglichkeit, Angriffe abzuschließen.
Verteidigung Die grundsätzliche Verteidigungstaktik einer Mannschaft ist abhängig davon, ob sie über eine springende Korbhüterin verfügt. In diesem Fall verteidigt eine Mannschaft meist erst am eigenen Korbkreis, wo vor allem versucht wird, der angreifenden Mannschaft keinen günstigen Wurf zu erlauben beziehungsweise der eigenen Korbhüterin stets genügend Zeit zur Ausrichtung zu verschaffen.
Ohne springende Korbhüterin ist eine Mannschaft bemüht, die Pässe der Gegnerinnen abzufangen. Meistens geschieht dies dadurch, dass die verteidigenden Spielerinnen mit einer Manndeckung die gegnerische Mannschaft auf dem ganzen Feld unter Druck setzen.
Durch das Einbeziehen der Korbhüterin ins Angriffsspiel und der daraus resultierenden Überzahl der angreifenden Mannschaft außerhalb des Korbkreises wird in der Verteidigung um den Korbkreis fast ausnahmslos eine Raumdeckung angewandt.
Regelverstöße