mini|Claude Piéplu bei den Filmfestspielen von Cannes 1991 Claude Léon Auguste Piéplu (* 9. Mai 1923 in Paris; † 24. Mai 2006 ebenda) war ein französischer Schauspieler.

Leben Piéplu kam 1923 als Sohn eines Kochs zur Welt. Im Alter von 15 Jahren begann er, als Bankangestellter zu arbeiten. Nebenbei nahm er Schauspielunterricht bei Maurice Escande. Im Jahr 1944 erhielt er ein Engagement am Théâtre des Mathurins, wo er an der Seite von Gérard Philipe und Maria Casarès auftrat. Ab 1947 gehörte er zum Ensemble des Théâtre Renaud-Barrault. 1956 stieß er zur Schauspieltruppe von Jacques Fabbri. Im selben Jahr gab Piéplu in der Filmkomödie Adorables démons von Maurice Cloche sein Leinwanddebüt. In: L’Humanité, 26. Mai 2006.

In den Filmkomödien Balduin, der Geldschrankknacker, Bei Oscar ist ’ne Schraube locker und Der Gendarm von St. Tropez war er 1964 dreimal hintereinander an der Seite von Louis de Funès zu sehen. Es folgten zahlreiche, zumeist komische Rollen in Filmen wie Adel schützt vor Torheit nicht (1969) von Yves Robert und Die Abenteuer des Rabbi Jakob (1972) von Gérard Oury. Daneben spielte er auch den Oberst in Luis Buñuels surrealistischem Filmdrama Der diskrete Charme der Bourgeoisie (1972) und den Kleinstadt-Bürgermeister Paul Delamare in Claude Chabrols Kriminaldrama Blutige Hochzeit (1973). mini|hochkant|Piéplus Grab in Paris Als Charakterdarsteller konnte er zudem im Zölibatsdrama Der Abbé und die Liebe von Denys de La Patellière überzeugen. Darin spielte er als Ancely den Priesterkollegen von Jean Rastaud (Robert Hossein), dem er wie auch dessen Freundin (Claude Jade) ins Gewissen redet, sich danach aber selbst dem Kommunismus zuwendet. Für seine Darbietung in Michel Devilles kammerspielartigem Kriminalfilm Der Tölpel war Piéplu 1987 in der Kategorie Bester Nebendarsteller für den César nominiert. In Frankreich war Piéplu ab 1968 auch als Sprecher der Zeichentrickserie Shadoks bekannt. Als weiser Druide Miraculix in Claude Zidis Asterix und Obelix gegen Caesar war er 1999 ein letztes Mal auf der Kinoleinwand zu sehen.

Piéplu spielte in rund 40 Filmen und stand in 175 Rollen auf der Theaterbühne. Politisch engagierte er sich bis zuletzt für die nukleare Abrüstung. Piéplu starb 2006 nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren.Claude Piéplu bei lesgensducinema.com (französisch). Sein Grab befindet sich auf dem Cimetière parisien de Bagneux.

Filmografie (Auswahl)

Theaterauftritte (Auswahl) 1946: Federigo von Prosper Mérimée 1970: Du côté de chez l’autre von Alan Ayckbourn, Théâtre de la Madeleine 1971: L’école des femmes von Molière, Festival du Marais 1973: La débauche von Marcel Achard 2001: Rendez-vous dans cinquante ans

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Einzelnachweise

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