mini|Übersichtskarte des Kreises Brilon mini|Grenzstein des Kreises Brilon

Der Kreis Brilon war ein von 1817 bis 1974 bestehender Kreis im Regierungsbezirk Arnsberg. Mit jenem gehörte er zunächst zur preußischen Provinz Westfalen, ab 1946 schließlich zu Nordrhein-Westfalen. Von 1953 bis 1969 lautete seine Bezeichnung Landkreis Brilon. Kreisstadt war Brilon.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1975 wurde der Kreis aufgelöst und sein Gebiet mit dem der Kreise Arnsberg und Meschede zum Hochsauerlandkreis zusammengeschlossen.

Geographie Lage Der Kreis lag im nordöstlichen Sauerland.

Nachbarkreise Der Kreis grenzte 1973 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Büren (in Nordrhein-Westfalen), die Landkreise Waldeck und Frankenberg (beide in Hessen) sowie an die Kreise Wittgenstein, Meschede und Lippstadt (alle in Nordrhein-Westfalen).

Geschichte Der Kreis Brilon wurde 1817 im Regierungsbezirk Arnsberg der preußischen Provinz Westfalen aus den alten Ämtern Brilon und Marsberg des Herzogtums Westfalen gebildet. 1819 wurde der angrenzende Kreis Medebach aufgelöst, wobei das alte Amt Medebach zum Kreis Brilon hinzukam. 1826/1827 wurde der Kreis in die sieben Bürgermeistereien Bigge, Brilon, Hallenberg, Marsberg, Medebach, Thülen und Winterberg eingeteilt. Zwischen 1837 und 1839 wurde die Städteordnung von 1831 in Brilon, Winterberg, Hallenberg und Obermarsberg eingeführt. Im Rahmen der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westfalen wurden die Bürgermeistereien 1844 in Ämter überführt.Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen vom 31. Oktober 1841 (PDF; 1,6 MB).

Im Kreis Brilon bestanden seitdem zunächst vier amtsfreie Städte sowie sechs Ämter mit zwei weiteren Städten, 58 Gemeinden und einem Gutsbezirk. 1868 schloss sich Hallenberg dem Amt Liesen an, das in Amt Hallenberg umbenannt wurde. 1928 wurden die Gemeinden Oberalme und Niederalme mit dem Gutsbezirk Alme zur Gemeinde Alme zusammengeschlossen.

Im Jahr 1969 wurden die Gemeinden Bigge und Olsberg zur Stadt Bigge-Olsberg zusammengeschlossen.

Am 1. Oktober 1969 wurde aus dem Landkreis der Kreis Brilon.Bekanntmachung der Neufassung der Kreisordnung für das Land Nordrhein-Westfalen vom 11. August 1969 im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen, Jahrgang 1969, Nr. 2021, S. 670 ff.

Am 1. Januar 1975 ging der Kreis Brilon schließlich im neugegründeten Hochsauerlandkreis auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1819 29.082 1832 31.819 1871 38.105 1880 37.866 1890 38.415 1900 39.640 1910 42.462 1925 47.068 1939 50.726 1950 73.011 1960 72.600 1970 78.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1973 80.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1975

Politik Ergebnisse der Kreistagswahlen ab 1946 In der Liste werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens zwei Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.Quelle: Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, Düsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene.

Stimmenanteile der Parteien in Prozent

Jahr CDU SPD DZP FDP BHE 1946 59,8 16,7 16,2 1,3 1948 45,0 19,1 27,7 6,6 1952 47,8 15,8 19,8 6,1 7,0 1956 53,1 19,7 16,7 5,1 5,3 1961 58,0 21,3 10,6 7,1 3,0 1964 57,9 25,5 9,3 6,4 1969 57,7 26,7 9,6 4,6

Landräte 1817–1845 Maximilian Droste zu Vischering-Padberg 1846–1878 Caspar Maximilian Droste zu Vischering-Padberg 1879–1900 Hans Carl Federath 1900–1909 Johann von Gaugreben 1909–1936 Heinrich Jansen 1936–1945 Peter Schramm 1945–1946 Friedrich Brümmer 1946 Wilhelm Tewes, CDU 1946–1948 Josef Roggenkamp, Zentrum 1948–1949 Johann Quick, CDU 1949–1950 Wilhelm Stracke, Zentrum 1950–1952 Lorenz Hoffmann, CDU 1952–1969 Albert Günther, CDU 1969–1974 Bertram Biederbeck, CDU 1974 Rudolf Kraft, CDU

Oberkreisdirektoren Friedrich Brümmer (1946–1949) Robert Steineke (1950–1958) Adalbert Müllmann (1958–1974)

Wappen 100px|Wappen des ehemaligen Kreis Brilon Blasonierung:

Geteilt und oben gespalten von Silber und Gold; vorne ein durchgehend schwarzes Kreuz, hinten ein achtstrahliger schwarzer Stern, unten in rot drei goldene Seeblätter.

Beschreibung:

Das Wappen setzt sich zusammen aus dem Hoheitszeichen des Kurfürsten von Köln als ehemaligem Landesherrn und dem Wappenstern der Grafen von Waldeck, die hier vereinzelte Hoheitsrechte besaßen. Die Seeblätter symbolisieren die einstige Zugehörigkeit zum sächsischen Stamm der Engern.Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Arnsberg 1986, ISBN 3-87793-017-4, S. 139. Das Wappen wurde am 18. Oktober 1951 genehmigt.ngw.nl

Ämter und Gemeinden Amtsfreie Städte Brilon Hallenberg (bis 1868 oder 1876Über den Zeitpunkt der Eingliederung der bis dahin amtsfreien Stadt Hallenberg in das Amt Liesen, das daraufhin in Amt Hallenberg umbenannt wurde, gibt es widersprüchliche Angaben. Laut Landkreis Brilon (Hrsg.): Das Hochsauerland gestern – heute – morgen. 150 Jahre Landkreis Brilon. Brilon 1969, S. 23: „Der heutige Zustand wurde 1868 erreicht, als Hallenberg wieder mit dem Amt Liesen vereinigt werden konnte und Amtsmittelpunkt wurde.“ Laut www.territorial.de, Amt Hallenberg: „25.2.1876 … Eingliederung der Landgemeinde Hallenberg, Stadt, in das Amt Liesen; Umbenennung des Amtes Liesen in Hallenberg“.) Obermarsberg Winterberg

Ämter Amt Bigge Altenbüren Antfeld Assinghausen Bigge (bis 1969) Bigge-Olsberg (Stadt, seit 1969) Bruchhausen Brunskappel Elleringhausen Elpe Eßhoff Grimlinghausen Helmeringhausen Olsberg (bis 1969) Siedlinghausen Wiemeringhausen Wulmeringhausen Amt Liesen, seit 1868 oder 1876 Amt Hallenberg Braunshausen Hallenberg (Stadt, seit 1868 oder 1876) Hesborn Liesen Züschen Amt Medebach Berge Deifeld Dreislar Düdinghausen Küstelberg Medebach (Stadt) Medelon Oberschledorn Referinghausen Titmaringhausen Amt Niedermarsberg Beringhausen Borntosten Bredelar Canstein Erlinghausen Giershagen Heddinghausen Helminghausen Leitmar Niedermarsberg (Stadt) Padberg Udorf Amt Niedersfeld Altastenberg Elkeringhausen Grönebach Hildfeld Niedersfeld Silbach Amt Thülen Alme (seit 1928) Bontkirchen Hoppecke Madfeld Messinghausen Nehden Niederalme (bis 1928) Oberalme (bis 1928) Radlinghausen Rixen Rösenbeck Scharfenberg Thülen Wülfte Gutsbezirk Alme (bis 1928)

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BRI zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1974 ausgegeben.

Literatur Statistische Rundschau für den Landkreis Brilon, herausgegeben vom Statistischen Landesamt Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 1967. Werden, Wachsen, Wirken. Vom Wandel der Zeit. Kreisverwaltungen im Hochsauerlandkreis von 1817 bis 2007. Meschede 2007. Hugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939–1945 – Erlebnisberichte vieler Mitarbeiter aus dem ganzen Kreisgebiet. Josefs-Druckerei, Bigge 1955. Josef Rüther: Der Kreis Brilon (Kreis- und Stadthandbücher des Westfälischen Heimatbundes, Heft 14). Münster 1951.

Weblinks

Einzelnachweise

Brilon Brilon Kategorie:Geschichte (Hochsauerlandkreis) Brilon Kategorie:Aufgelöst 1975