mini|Luftaufnahme Montabaurs (2016) Montabaur [] ist die Kreisstadt des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz. Sie ist gleichzeitig Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Montabaur, der weitere 24 Ortsgemeinden angehören. Gemäß Landesplanung ist Montabaur als Mittelzentrum ausgewiesen.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Überregional bekannt sind das Schloss Montabaur, das Fashion-Outlet-Center und der Bahnhof Montabaur mit ICE-Anbindung an die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Geographie Lage Montabaur liegt im Niederwesterwald in der Montabaurer Senke, östlich der Montabaurer Höhe, etwa 18 Kilometer nordöstlich von Koblenz, auf der anderen Rheinseite.

Stadtteile Die Stadt hat neben der Alt- bzw. Innenstadt sieben Stadtteile, die zugleich Ortsbezirke sind. Zur Alt- bzw. Innenstadt gehören auch die Wohnplätze Frinksmühle, Hallen- und Freibad, Hof Beulfeld, Kläranlage, Marauermühle, Roßberger Hof und Stendebachs-Mühle.

Ortsbezirk zugehörende Wohnplätze Einwohner Fläche in ha Bladernheim 151 102,23 Elgendorf 1271 259,92 Eschelbach Bahlsmühle, Hillhof, Hüttenmühle 627 300,28 Ettersdorf Heckenmühle 186 109,95 Horressen Grubenfeld 1759 282,18 Reckenthal Kurhotel Waldesruhe 114 151,34 Wirzenborn Grubenhaus, Wirzenborner Mühle 62 142,87

Einwohner mit Hauptwohnsitz, Stand 1. August 2018

Nachbargemeinden Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend: Dernbach, Staudt, Heiligenroth, Großholbach, Girod, Steinefrenz, Heilberscheid, Nomborn, Daubach, Stahlhofen, Untershausen, Holler, Niederelbert, Arzbach, Kadenbach, Neuhäusel und Hillscheid

Klima Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Temperatur von 17,5 °C, der kälteste der Januar mit 0,4 °C. Der Jahresniederschlag beträgt 703 mm. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni und Juli. Im Juni und Juli fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im April.

Geschichte

Montabaur hat eine Geschichte, die sich bis ins Jahr 959 nachweisen lässt, als das Kastell Humbach, castellum Humbacense, das heutige Schloss, erstmals urkundlich erwähnt wurde. Der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied, um 1217 von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land zurückgekehrt, ließ die zerstörte Burg humbacense wieder aufbauen. Er nannte sie wegen der Ähnlichkeit des Humbacher Hügels mit dem Berg Tabor im heutigen Israel, der als Ort der Verklärung Christi gilt, Mons Tabor. Daraus wurde Montabaur. 1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Montabaur zusammen mit Welschbillig, Mayen, Bernkastel und Saarburg die Stadtrechte.

Montabaur war bis 1968 Verwaltungssitz eines der fünf Regierungsbezirke, in die sich das neu gebildete Land Rheinland-Pfalz 1946 gliederte. Durch die Eingemeindung von sieben Umlandgemeinden (Bladernheim, Elgendorf, Eschelbach, Ettersdorf, Horressen, Reckenthal und Wirzenborn) erreichte Montabaur am 22. April 1972 im Wesentlichen seine heutige Größe.

mini|links|100px|RakArtBtl 350Ab Mitte der 1960er Jahre bis Anfang 2004 war Montabaur mit der Westerwaldkaserne ein Bundeswehrstandort, an dem von 1966 bis 1993 auch das Raketenartilleriebataillon 350 und später Instandsetzungseinheiten stationiert waren. Das RakArtBtl 350 war das Raketen-Artillerie-Bataillon des III. (GE) Korps und ausgerüstet mit der ballistischen Kurzstreckenrakete Sergeant bzw. ab Mitte der 1970er Jahre der Kurzstreckenrakete Lance. Die nukleare Sondermunition lagerte im Sondermunitionslager Horressen und bei Bellersdorf, sie unterstand dem 83rd US Army Missile Detachment.

Konfessionsstatistik Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 58,2 % katholisch, 20,3 % evangelisch und 21,5 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik Stadt Montabaur Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende September 2025 hatten 37,5 % der Einwohner die katholische Konfession und 14,3 % Einwohner die evangelische. 48,2 % gehörten anderen Glaubensgemeinschaften an, waren ohne Angabe oder konfessionslos.Gemeindestatistik Stadt Montabaur, abgerufen am 27. Kl 2025

Einwohnerstatistik

Politik Stadtrat mini|hochkant|Das Rathaus im neugotischen Baustil Der Stadtrat in Montabaur besteht aus 32 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Stadtbürgermeisterin als Vorsitzender. Bis zur Wahl 2024 hatte der Stadtrat 28 Ratsmitglieder, die Erhöhung auf 32 Sitze war nach rheinland-pfälzischem Wahlrecht durch die gestiegene Einwohnerzahl von Montabaur notwendig geworden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU Grüne FDP FWG BfM WG Gesamt 2024 3 12 4 2 11 – – 32 Sitze 2019 4 11 2 2 8 – 1 28 Sitzemontabaur.de 2014 6 14 2 – 4 2 – 28 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 6 13 2 2 3 2 – 28 Sitze 2004 5 15 – – 8 – – 28 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Montabaur e. V. BfM = Bürger für Montabaur e. V. WG = WG Stendebach

Bürgermeister Melanie Leicher (FWG) wurde am 10. Juli 2024 Stadtbürgermeisterin von Montabaur. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte sie sich bei einer Wahlbeteiligung von 62,0 % mit 52,9 % der Stimmen gegen Susanne Görg (CDU) durchgesetzt.

Leichers Vorgängerin Gabriele Wieland (CDU) hatte das Amt am 2. Juli 2014 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 73,42 % für weitere fünf Jahre bestätigt, bei der Wahl 2024 trat sie nicht mehr an.

Wappen und Flagge Die Stadt führt als Wappen das sogenannte Petrus-Wappen. Die Flagge der Stadt trägt in Längsstreifen die Farben Blau, Rot und Weiß, in dieser Reihenfolge.

Städtepartnerschaften Montabaur unterhält Partnerschaften zur französischen Stadt Tonnerre, zur britischen Stadt Brackley, zur deutschen Stadt Sebnitz und zur ukrainischen Stadt Trostjanez. Außerdem ist das US-amerikanische Fredericksburg Partnerstadt der Verbandsgemeinde Montabaur.

Wahlen

Die CDU dominiert bei Wahlen in Montabaur seit 1990. Allein bei der Bundestagswahl 2021 wurde die SPD sehr knapp stärkste Kraft. Die FDP schneidet im Vergleich zu Landes- und Bundesdurchschnitt oft überdurchschnittlich stark ab. Bei der Bundestagswahl 2009 konnte sie sogar den zweiten Platz belegen.

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse vergangener Wahlen.

Ergebnisse im Detail Landratswahl 2026 26,9 % 43,0 % — — 10,7 % 3,8 % 10,3 % 5,2 % (Volt: 5,2 %) Landtagswahl 2026 20,9 % 38,7 % 9,0 % 2,9 % 15,0 % 3,7 % 4,5 % 5,3 % Bundestagswahl 2025 14,3 % 28,2 % 11,5 % 6,6 % 23,3 % 7,5 % 1,6 % 7,0 % Europawahl 2024 12,3 % 28,0 % 10,8 % 7,7 % 17,6 % 2,3 % 4,2 % 16,2 % (BSW: 5,2 %) Kreistagswahl 2024 11,9 % 37,6 % 12,6 % 5,3 % 10,2 % 1,9 % 3,5 % 17,0 % (FWG WW: 17,0 %) Bundestagswahl 2021 23,8 % 23,4 % 13,4 % 14,5 % 10,4 % 5,1 % 3,7 % 5,7 % Landtagswahl 2021 27,2 % 34,1 % 10,0 % 6,0 % 5,4 % 2,5 % 9,0 % 5,8 % Kreistagswahl 2019 13,7 % 38,5 % 16,1 % 6,8 % 6,2 % 3,3 % — 15,3 % Europawahl 2019 14,6 % 30,7 % 20,6 % 7,8 % 9,3 % 3,9 % 3,7 % 9,4 % Bundestagswahl 2017 19,5 % 38,0 % 8,5 % 13,5 % 10,3 % 7,1 % 1,2 % 1,9 % Landtagswahl 2016 28,5 % 40,7 % 5,0 % 8,8 % 10,0 % 3,0 % 1,8 % 4,7 % Europawahl 2014 26,2 % 41,2 % 8,9 % 4,2 % 7,4 % 4,7 % 1,3 % 6,1 % Kreistagswahl 2014 22,1 % 49,0 % 8,9 % 5,1 % — 3,4 % — 11,6 % Bundestagswahl 2013 22,5 % 48,9 % 6,9 % 5,7 % 5,7 % 5,3 % 0,6 % 4,4 % Landtagswahl 2011 26,4 % 43,0 % 16,4 % 6,0 % — 3,1 % ? 5,1 % Bundestagswahl 2009 19,2 % 37,0 % 10,1 % 20,5 % — 8,2 % — 5,0 % Europawahl 2009 19,3 % 44,2 % 11,2 % 12,8 % — 3,1 % — 9,5 % Kreistagswahl 2009 20,8 % 49,8 % 8,0 % 9,4 % — 2,4 % — 8,2 % Landtagswahl 2006 36,8 % 41,3 % 3,9 % 11,2 % — ? — 6,8 % Bundestagswahl 2005 28,4 % 41,4 % 7,7 % 15,2 % — 4,5 % — 2,8 % Europawahl 2004 18,4 % 54,5 % 11,1 % 7,3 % — 1,2 % — 7,4 % Kreistagswahl 2004 20,3 % 57,3 % 6,9 % 5,2 % — — — 10,2 % Bundestagswahl 2002 30,8 % 48,7 % 7,3 % 9,8 % — 1,2 % — 2,2 % Landtagswahl 2001 35,5 % 45,8 % 4,4 % 9,7 % — — — 4,5 % Bundestagswahl 1998 33,1 % 47,1 % 5,9 % 8,5 % — 1,2 % — 4,1 % Landtagswahl 1996 30,3 % 48,0 % 7,2 % 10,8 % — — — 3,6 % Bundestagswahl 1994 32,4 % 51,9 % 5,2 % 8,1 % — 0,5 % — 1,9 % Landtagswahl 1991 34,5 % 47,0 % 6,8 % 9,6 % — — — 2,2 % Bundestagswahl 1990 25,7 % 54,8 % 3,4 % 13,2 % — 0,1 % — 2,8 % Die Tabelle zeigt Parteien, die bei Bundestagswahlen oder Landtagswahlen seit 1990 Sitze errungen haben. Andere Parteien werden unter Sonstige benannt, wenn sie bei der jeweiligen Wahl mindestens fünf Prozent der Stimmen errangen.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|Fashion-Outlet-Center in Montabaur mini|Bahnhof Montabaur Angesiedelte Unternehmen (Auswahl) 1&1 Factory-Outlet-Center Montabaur Ionos Klöckner Pentaplast United Internet Westerwald Bank

Verkehr Bundesautobahn 3 Bundesstraße 49 Bundesstraße 255 Bahnhof Montabaur mit ICE-Teil an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, Himmelbergtunnel Montabaur ist durch die Regionalbahnlinie RB 29 (Unterwesterwaldbahn) (Limburg–Diez Ost–Elz Süd–Montabaur–Wirges–Siershahn) der Hessischen Landesbahn, Bereich Dreiländerbahn an den Schienenpersonennahverkehr angeschlossen. Diese wird im Auftrag des Zweckverbandes SPNV Nord nach dem Rheinland-Pfalz-Takt betrieben. Die zwei wichtigsten Haltestellen zur Anbindung an den Regionalbusverkehr, welcher überwiegend durch Rhein-Mosel-Bus, Griesar Reisedienst und Orthen Omnibusbetrieb betrieben wird, sind Konrad-Adenauer-Platz sowie Bahnhof Montabaur/FOM. Anschluss an den Fernbusverkehr von Flixbus und der Firma Univers an der Haltestelle Bahnhof Montabaur/FOM. In den Abendstunden, außerhalb der Fahrtzeiten der Linienbusse, verkehren ab Montabaur Anruf-Sammeltaxi-Linien innerhalb der Verbandsgemeinde Montabaur. Montabaur war Ausgangsbahnhof der Westerwaldquerbahn (Montabaur – Wallmerod – Westerburg – Fehl-Ritzhausen – Rennerod – Herborn), diese wurde jedoch im SPNV stillgelegt und teilweise abgebaut. Segelfluggelände Montabaur

Kultur und Sehenswürdigkeiten Stadtbild Montabaurs Altstadt zeichnet sich durch den neugotischen Rathausbau Roter Löwe, durch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und die große spätgotische katholische Pfarrkirche aus. Die mittelalterliche Stadtmauer ist in Resten erhalten, darunter auch der so genannte Wolfsturm.

Der historische Wolfsturm steht den Einwohnern der Stadt Montabaur zur Verfügung und kann für eigene Zwecke gemietet werden. mini|hochkant|Ehemaliger Wachturm von Montabaur

Museen und Kulturzentren In einem Waldstück bei Montabaur befindet sich in einem ehemaligen NATO-Waffenlager, das zu einem Museum umgebaut wurde, das „b-05 Kunst- und Kulturzentrum“. Die kleinen Bunker werden für Videoinstallationen genutzt, die großen als Bildergalerien. Den Schwerpunkt des Museums bildet die zeitgenössische Kunst.

Kulturelle Einrichtungen Die Stadthalle ist für verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen, Konzerte, Theater und Events geeignet. Amateurtheater „Die Oase“ Haus der Jugend Stadtbibliothek Katholische öffentliche Bücherei Kino „Capitol“ Stadtarchiv Stadthalle Haus Mons-Tabor Kulturwerkraum

Historische Gebäude

Profanbauten Historisches Werbhaus Teile der Stadtmauer Wolfsturm (→ Stadtmauer) Zahlreiche, gut erhaltene historische Fachwerkhäuser, darunter ein Wohnhaus des Freiherrn vom Stein. Neugotisches Rathaus (erbaut 1866 bis 1868) mini|hochkant=0.7|Marktbrunnen