Scheifling ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Murau in der Steiermark. Mit 1. Jänner 2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark die vormals eigenständige Gemeinde Sankt Lorenzen bei Scheifling eingemeindet.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. Dezember 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Scheifling und der Gemeinde Sankt Lorenzen bei Scheifling, beide politischer Bezirk Murau. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 30. Dezember 2013. Nr. 190, 38. Stück, , S. 765; in der Fassung der Änderung (Namensteil „Sankt Lorenzen“ im zukünftigen Gemeindenamen gestrichen) durch die Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 27. März 2014, mit der die Kundmachung über die Vereinigung der Marktgemeinde Scheifling und der Gemeinde Sankt Lorenzen bei Scheifling, beide politischer Bezirk Murau, geändert wird. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 11. April 2014, Nr. 41, S. 1.
Geografie Scheifling liegt circa 19 km östlich von Murau.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften bzw. gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand ; Fläche Stand ): Feßnach ( Ew., ) Lind bei Scheifling ( Ew.), KG Lind () Puchfeld ( Ew., ) Sankt Lorenzen bei Scheifling ( Ew.), KG St. Lorenzen () Scheifling ( Ew., )
Eingemeindungen Die 1849/50 errichtete Gemeinde Lind bei Scheifling wurde per 1. Jänner 1952 mit der Gemeinde Scheifling vereinigt.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 18. Dezember 1951. In: onb.ac.at. Die ehemalige Gemeinde Sankt Lorenzen bei Scheifling wurde am 1. Jänner 2015 eingemeindet.
Nachbargemeinden
Geschichte Scheifling wurde erstmals 973 unter dem Namen „Sûblich“ erwähnt. Es liegt ein slawisches Ausgangswort *svibica (‚Bei dem Gestrüpp‘ oder ‚Bei den Kirschen‘) zugrunde. Bis ins 20. Jh. nannte man den untersten Teil des Feßnachgrabens „in der Scheifling“. Der Flurname ging auf die Siedlung über.
Aus der Zeit um 1030 sind urkundlich die Personennamen der Einwohner von Scheifling überliefert. Der Großteil aller Namen ist slawisch. Das Dokument beweist, dass die Steiermark im Mittelalter noch überwiegend slawisch besiedelt war.
Die politische Gemeinde Scheifling wurde 1849/50 errichtet.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378.
Bevölkerungsentwicklung
mini|hochkant|Pfarrkirche Scheifling mini|Burgruine Tschakathurn
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche Scheifling hl. Thomas Katholische Pfarrkirche St. Lorenzen bei Scheifling hl. Laurentius Filialkirche hl Bartholomäus in Feßnach Marienkapelle Lind bei Scheifling Burgruine Tschakathurn
Wirtschaft und Infrastruktur Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gab es 90 Arbeitsstätten mit 759 Beschäftigten in der Altgemeinde sowie 450 Auspendler und 557 Einpendler, 1999 gab es 50 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 13 im Haupterwerb), die zusammen 4.164 ha bewirtschafteten.
Verkehr Die Gemeinde liegt an der Friesacher Straße B 317, im Ort Scheifling zweigt die Murtal Straße B 96 ins obere Murtal ab.
Öffentlich ist Scheifling per Bahn durch den gleichnamigen Bahnhof an der Rudolfsbahn erreichbar. Die Murtalbahn mit der Haltestelle Lind-Scheifling führt ebenfalls durch das Gemeindegebiet.
Bildung
In der Gemeinde gibt es drei Kindergärten (einen Pfarrkindergarten, einen Gemeindekindergarten und einen Heilpädagogischen Kindergarten), eine Volksschule, eine Neue Mittelschule und eine Musikschule (Expositur).
Politik Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 ÖVP, 4 SPÖ, 2 FPÖ, 1 Wir konstruktiv und 1 LWP–Freie Liste für Scheifling Werner Prieler. Mit den Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 5 SPÖ und 1 FPÖ.
Bürgermeister 1. Jänner 2015 bis 22. April 2015: Michael Puster (SPÖ), Regierungskommissär seit 23. April 2015: Gottfried Reif (ÖVP)
Wappen
Beide Vorgängergemeinden hatten Gemeindewappen. Der Gemeinde Scheifling wurde am 29. Oktober 1976 mit Wirkung vom 1. Jänner 1977 ein Wappen verliehen.LGBl. 1976, 18. Stück, Nr. 74. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautete: „In einem durch einen goldenen Krummstab von Rot zu Grün gespaltenen Schild vorn zwei gekreuzte silberne Hämmer, hinten zwei gekreuzte, mit den Blättern nach oben gestellte silberne Schaufeln.“ Eine hier im Mittelalter lebende Ritterfamilie nannte sich „von Scheuflich“ und führte zwei gekreuzte Schaufeln in ihrem Wappen. Die beiden Hämmer verweisen auf die ehemaligen Sensen- und Hammerwerke, der Krummstab auf das Erzbistum Salzburg.Tätigkeitsbericht des Steiermärkischen Landesarchivs für das Jahr 1976 (pdf; 2,20 MB), S. 31, abgerufen am 3. Dezember 2015.
Der Gemeinde St. Lorenzen bei Scheifling wurde am 20. Juni 1988 mit Wirkung 1. Juli 1988 ein Wappen verliehen. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautete: „In Rot über einen goldenen Gegenzinnenbalken ein die obere Schildhälfte füllender goldener Rost.“
100px|links|alt= Durch die Gemeindezusammenlegung wurden diese Wappen ab 1. Jänner 2015 ungültig. Mit Wirkung vom 5. November 2019 wurde der Fusionsgemeinde von der Steiermärkischen Landesregierung ein neues Wappen verliehen. Die neue Blasonierung lautet:
„Im von Grün und Silber im Zinnenschnitt geteilten Schild oben silbern schräg gekreuzt ein Hammer und eine Schaufel, unten waagrecht ein roter Rost.“86. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 24. Oktober 2019 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Scheifling (politischer Bezirk Murau), ris.bka.gv.at, abgerufen am 30. Oktober 2019.
Damit wurden Elemente von beiden Wappen der Vorgängergemeinden im neuen Gemeindewappen vereinigt.
Gemeindepartnerschaften Seit 1971 verbindet Scheifling eine Gemeindepartnerschaft mit der in Baden-Württemberg gelegenen Gemeinde Königheim bei Tauberbischofsheim.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1975 Johann Stadlober, Altbürgermeister 1978 Hanns Bammer, Landesrat 1978 Friedrich Niederl, Landeshauptmann
Söhne und Töchter der Marktgemeinde Adolf-Erwin Felber (1934–2015), Generalleutnant des österreichischen Bundesheeres Detlef Gruber (1952–2025), Politiker der SPÖ, Abgeordneter im Steiermärkischen Landtag Gernot Jurtin (1955–2006), Fußballspieler des SK Sturm Graz und im Nationalteam Günther Kaltenbacher (* 1957), Politiker der SPÖ, Mitglied des Bundesrates 2000–2010 Daniel Offenbacher (* 1992), Fußballspieler Eduard Pumpernig (1920–1992), Politiker der ÖVP, Mitglied des Bundesrates 1974–1985 Karl Schmidhofer (* 1962), Politiker der ÖVP, Nationalratsabgeordneter, ÖSV-Präsident 2019–2021 Gernot Sick (* 1978), Fußballspieler des Grazer AK und im Nationalteam
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Rottenmanner und Wölzer Tauern Kategorie:Seetaler Alpen Kategorie:Ort an der Mur Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Murau Kategorie:Ersterwähnung 973