Ranten ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Murau in der Steiermark. Mit 1. Jänner 2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark die vormals eigenständige Gemeinde Rinegg eingemeindet.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Gemeinden Ranten und Rinegg, beide politischer Bezirk Murau. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013, Nr. 115, 32. Stück, , S. 629. mini|hochkant|Blick auf Ranten von der Stolzalpe.

Geografie Ranten liegt rund zehn Kilometer nordwestlich von Murau. Das Gemeindegebiet umfasst das breite Tal des Rantenbaches. Dieser fließt in 900 Meter über dem Meer. Auf der Sonnseite im Norden liegen ausgedehnte Ackerflächen. Im Süden steigt das Land bewaldet auf fast 1800 Meter an, die höchste Erhebung ist der Trattenkogel mit 1793 Meter.

Die Gemeinde hat eine Fläche von  Quadratkilometer. Davon sind 32 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 63 Prozent sind bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet gliedert sich in vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Freiberg () Ranten () Rinegg () Seebach ()

Die Gemeinde besteht aus fünf Katastralgemeinden (Stand: ) Freiberg () Ranten () Rinegg () Seebach () Tratten ()

Nachbargemeinden Eine der sechs Nachbargemeinden liegt im Salzburger Bezirk Tamsweg (TA).

mini|hochkant|Ranten 1681 (Vischer)

Geschichte Das früheste Schriftzeugnis entstand um 1080 und lautet „Radintin“. Der Name geht auf den slawischen Personennamen Radeta zurück.

Ein Freskenzyklus an der Fassade der katholischen Pfarrkirche, der um 1560 bis 1570 entstanden ist, dokumentiert eine typisch evangelisch-lutherische Bildsprache der Reformation, die sich trotz konsequenter Rekatholisierung während der Gegenreformation in der Steiermark halten konnte.Ulrich Becker: Die Reformation. In: museum-johaneum.at (Abschnitt: Macht des Wortes, abgerufen am 16. Juni 2025).

Die politische Gemeinde Ranten wurde 1849/50 errichtet.Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark, 21. Stück, 7. Oktober 1850, Nr. 378. Diese umfasste die damaligen Katastral- bzw. Steuergemeinden Ranten und Freiberg. 1873 wurde per Gesetz vom 10. Februar Freiberg als eigene Gemeinde abgetrennt.Gesetz vom 10. Februar 1872(1873) betreffend eigene Ortsgemeinde Freiberg

Mit 1. Jänner 1948 wurden die Gemeinden Ranten und Tratten zwangsweise zur Gemeinde Ranten vereint.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 5. Februar 1948.

Per 1. Jänner 1965 wurden Freiberg – wieder – und Seebach zu Ranten eingemeindet.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. Dezember 1964 über die Vereinigung der Gemeinden Freiberg, Ranten und Seebach (politischer Bezirk Murau).

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche Ranten, rechts der Karner mini|hochkant|Wallfahrtskirche Maria Schutz in Rinegg.

Katholische Pfarrkirche Ranten hl. Bartholomäus Wallfahrtskirche Maria Schutz in Rinegg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Ranten ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Der größte Arbeitgeber im Produktionssektor ist die Bauwirtschaft, im Dienstleistungssektor sind dies die sozialen und öffentlichen Dienste. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)7798 1179088 93Produktion86 54334 23Dienstleistung3431 208271 52 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 607 Erwerbstätige in Ranten. Davon arbeiteten 154 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus.

Tourismus Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Murau und St. Georgen am Kreischberg den Tourismusverband „Murau-Kreischberg“. Dessen Sitz ist in Murau.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark, 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück, Nr. 310, , S. 627.

Die Gemeinde zählt jährlich etwa 10.000 Übernachtungen mit einer Spitze im Februar.

Politik

Bürgermeister 1997–2019 Johann Fritz (ÖVP) seit 2019 Franz Kleinferchner (ÖVP)Ranten: Neuer Bürgermeister von Ranten heißt Franz Kleinferchner. Kleine Zeitung, 2. Juli 2019.

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 2010: 10 ÖVP, 5 SPÖ 2015: 9 ÖVP, 4 SPÖ und 2 FPÖ 2020: 13 ÖVP und 2 SPÖ. 2025: 14 ÖVP und 1 FPÖ.

Wappen

150px|links Als Folge der Gemeindezusammenlegung sind die beiden Gemeindewappen seit 2015 nicht mehr gültig. Die Verleihung des alten Gemeindewappens von Ranten erfolgte mit Wirkung vom 1. Juli 1980. Wappenbeschreibung: „In Blau zu Silber gespaltenem Schild ein gestürzter Sparren von Silber und Rot, der vorne mit drei blauen Lilien, hinten mit drei silbernen Rosen belegt ist.“Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 31, 1981, S. 35. Das alte Wappen von Ranten wurde für die Fusionsgemeinde von der Steiermärkischen Landesregierung mit Wirkung vom 1. September wieder verliehen. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) ist unverändert.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Martin Zeiller (1589–1661), Autor Eduard Macheiner (1907–1972), Erzbischof der Diözese Salzburg 1969–1972

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Alois Riegler (1861–1940), Politiker der CS

Literatur Walter Stipperger: Pfarr- und Heimatgeschichte von Ranten. Graz 1971. Walter Brunner: Protestantische „typologische“ Bildpredigt an der südlichen Außenwand der Pfarrkirche Ranten im pol. Bezirk Murau. = Steiermark-Archiv, Wien 2000, Blatt 01026.

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde Ranten

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2015 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Murau Kategorie:Schladminger Tauern Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mur