mini|250px|Das Römische Reich unter Hadrian (Regierungszeit 117–138 n. Chr.); der Siedlungsraum der Aestii liegt nordöstlich der Danziger Bucht an der Ostsee. Ästier oder Aisten (lateinisch Aestii) war die Bezeichnung für die Bevölkerung an der südöstlichen Ostseeküste in verschiedenen Texten des 2. bis 13. Jahrhunderts. Es meinte wahrscheinlich baltische Gruppen im Baltikum.

Erwähnungen Tacitus Germania (frühestens 98) Als Aestii bezeichnete Tacitus eine Bevölkerungsgruppe an der östlichen Ostsee. Obwohl Tacitus selbst nie diese Gebiete bereist hat und er sich diesbezüglich ausschließlich auf Informationen Dritter stützte, sind seine ethnografischen Schilderungen der Ästier und anderer, benachbarter Volksgruppen, die detailliertesten der Antike.vgl. auch Die Aestier und der Bernstein Er beschreibt sie als den germanischen Sueben ähnlich in Gebräuchen und Äußerem.

Jordanes, Getica (um 550) Der gotische Geschichtsschreiber Jordanes schrieb, dass die Äster friedliche Bauern waren, die vom Fischfang und vom Einsammeln des Bernsteins lebten.

Cassiodor, Chronica (nach 519) Cassiodor berichtete, dass die Äster dem gotischen König Theoderich dem Großen Bernsteingeschenke sandten.

Alfred der Große (?), Reise des Wufstan von Haithabu (um 890): Der angelsächsische Händler Wulfstan, der den Handelsplatz Truso am Frischen Haff aufsuchte, nennt die baltische Bevölkerung noch Ēstas.

Hervararsaga (13. Jahrhundert) In der Hervararsaga war Eistland die Bezeichnung für Teile der südöstlichen Ostseeküste. Kúrland wurde nicht dazugezählt.Eistland und Kúrland gehörten angeblich zum Herrschaftsgebiet von König Ivar Vidfamne.

Die Bezeichnung Ästier wurde in der Baltistik bis ins 20. Jahrhundert häufig als Synonym für Balten verwendet.Rainer Eckert, Elvira-Julia Bukevičiūtė, Friedhelm Hinze: Die baltischen Sprachen. Eine Einführung. Verlag Langenscheidt, Verlag Enzyklopädie, Leipzig, Berlin, München 1994. ISBN 3-324-00605-8 (5. Auflage 1998)

Etymologie In der Forschung wird diskutiert, ob der Volksname germanischen Ursprungs (vgl. gotisch: aisteis – ‚achtbar, ehrenvoll‘) sein könnte.

Literatur Albert Ulrici: Land und Volk der Aisten. Ein Beitrag zur Bestimmung ihrer Wohnsitze in den ältesten Zeiten. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Geographie, Jg. 3 (1882), S. 70–76 und 106–114.

Fußnoten

Kategorie:Baltischer Stamm Kategorie:Antike Ethnie Kategorie:Historische europäische Ethnie Kategorie:Geschichte (Baltikum) Kategorie:Geschichte des Bernsteins