Manfred Bosch (* 16. Oktober 1947 in Bad Dürrheim) ist ein deutscher Schriftsteller, Literaturhistoriker, Herausgeber und Publizist.Inga Pohlmann: Manfred Bosch. Ein Überblick. In: Siegmund Kopitzki und Inga Pohlmann (Hrsg.): Manfred Bosch – Literarischer Sekretär der Region. Eine Freundschaftsgabe. Südverlag Konstanz GmbH, 2017, ISBN 978-3-87800-107-2. S. 52–78.

Leben Bosch wuchs in Bad Dürrheim und Radolfzell am Bodensee auf. Nach dem Abitur leistete er in einem Münchner Altersheim Zivildienst und brach sein Studium der Soziologie und Germanistik zugunsten einer freien schriftstellerischen und publizistischen Tätigkeit ab. Bosch lebt in Konstanz.http://www.dasoertliche.de/?choose=true&page=0&context=0&action=43&topKw=0&form_name=search_nat&zvo_ok=0&book=477&kw=Manfred+Bosch&ci=Konstanz

Seit 1969 veröffentlichte er Gedichtbände und Bücher zu gesellschaftlichen und kulturpolitischen Themen, arbeitete in der Redaktion der Zeitschrift Publikation mit und veröffentlichte zahlreiche Essays, Aufsätze und Rezensionen in Zeitschriften wie Frankfurter Hefte und Neue Rundschau, Zeitungen wie Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Darmstädter Echo, Die Tat, Deutsche Volkszeitung sowie bei Rundfunkanstalten.

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre trug er mit vier alemannischen Gedichtbänden zur Erneuerung der Mundartliteratur bei. Mit seinem Band Wa sollet au die Leit denke. Letzte alemannische Gedichte stellte er 1983 das Publizieren in Mundart ein.Inga Pohlmann: Radolfzeller Mundartliteratur – Manfred Bosch. In: Stadt Radolfzell am Bodensee, Abt. Stadtgeschichte (Hrsg.): Von Alefanz bis Zeno. Brauchtum in Radolfzell. (= Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Radolfzell am Bodensee. Band 2). Verlag Stadler, Konstanz 2016, ISBN 978-3-7977-0726-0, S. 109–114.

Parallel zur Gründung und Redaktion der von Martin Walser, Adolf Muschg, Hermann Bausinger, André Weckmann und anderen herausgegebenen allmende – Zeitschrift für Literatur gab Bosch zahlreiche Anthologien, Bücher und Werkausgaben zeitgenössischer sowie vergessener Autoren heraus und war Lektor für Buchreihen des Verlags G. Braun, Karlsruhe.

Im Jahr 1985 brachte er Als die Freiheit unterging heraus, ein Buch über Verweigerung, Widerstand und Verfolgung in Südbaden während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Jahr 1988 folgte das Buch Der Neubeginn über die Zeit von 1945 bis 1950 in Südbaden. Es dokumentiert die Ereignisse der französischen Besatzungszeit, Währungsreform und die Gründung der Bundesrepublik Deutschland.Elmar Vogt: »Auf's Ganze gesehen« – oder: »Denk ich an den Bodensee ...« – Manfred Bosch zu Ehren. In: „Badische Heimat“, Dezember 2017, S. 538–545.

Bosch erarbeitete auch zahlreiche literarische Ausstellungen – u. a. im Auftrag des Landes Baden-Württemberg über den Johann-Peter-Hebel-Preis 1936–1988, der Städte Freiburg im Breisgau, Konstanz und Überlingen, des Literaturhauses Gottlieben sowie des Hermann-Hesse-Höri-Museums in Gaienhofen.

Manfred Bosch ist Mitarbeiter bei den von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg herausgegebenen biographischen Reihen und leitete bis 2013 als erster Vorsitzender die literarische Gesellschaft Forum Allmende. Der Schwerpunkt seiner literaturhistorischen Arbeit liegt im deutschen Südwesten, vornehmlich rund um den Bodensee.Elmar Vogt: »Auf's Ganze gesehen« – oder: »Denk ich an den Bodensee ...« – Manfred Bosch zu Ehren. In: „Badische Heimat“, Dezember 2017, S. 538–545.

Auszeichnungen 1976: Erster Preis des Alemannischen Gesprächskreises FreiburgInga Pohlmann: Manfred Bosch. Ein Überblick. In: Siegmund Kopitzki und Inga Pohlmann (Hrsg.): Manfred Bosch – Literarischer Sekretär der Region. Eine Freundschaftsgabe. Südverlag Konstanz GmbH, 2017, ISBN 978-3-87800-107-2. S. 61. 1978: Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen 1980: Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg 1985: Alemannischer Literaturpreis 1990: Johann-Peter-Hebel-Preis 1997: Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen 2002: Hebeldank des Hebelbundes Lörrach 2003: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg 2005: Ludwig-Uhland-Preis 2008: Kulturpreis der Kunst- und Kulturstiftung des BodenseekreisesEkkehard Faude: Laudatio auf Manfred Bosch anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der Kunst- und Kulturstiftung des Bodenseekreises, Schloss Salem, 30. Mai 2008. Libelle Verlag, Lengwil am Bodensee, 2008.

Werke und Veröffentlichungen (chronologisch geordnet)

In Alemannisch Uf den Dag wart i. Selbstverlag 1976. Mir hond no gnueg am Aalte. Selbstverlag 1978. Ihr sind mir a schäne Gsellschaft. Selbstverlag 1980. Wa sollet au d Leit denke. Selbstverlag 1983. Wa witt no meh. Alemannische Gedichte. Herausgeber: Sigmund Kopitzki, Gmeiner Verlag, Meßkirch 2019, ISBN 978-3-8392-6078-4.

In Schriftdeutsch Ausführlich wurde das literarische Schaffen von Manfred Bosch im Anhang des Buches: Siegmund Kopitzki und Inga Pohlmann (Hrsg.): Manfred Bosch – Literarischer Sekretär der Region. Eine Freundschaftsgabe (siehe unten) dokumentiert.Siegmund Kopitzki und Inga Pohlmann (Hrsg.): Manfred Bosch – Literarischer Sekretär der Region. Eine Freundschaftsgabe. Südverlag Konstanz GmbH, 2017, ISBN 978-3-87800-107-2. Bibliografie S. 233–238.Peter Salomon: Zu Manfred Boschs früher Lyrik. In: Siegmund Kopitzki und Inga Pohlmann (Hrsg.): Manfred Bosch – Literarischer Sekretär der Region. Eine Freundschaftsgabe. Südverlag Konstanz GmbH, 2017, ISBN 978-3-87800-107-2. Bibliografie S. 111–116. das ei. München, Maistraßenpresse 1969 Konkrete Poesie. Bonn – Bad Godesberg, Amöben-Presse 1969 Ein Fuß in der Tür. Epigramme. Maistraßenpresse, Euphorion Verlag 1970 Lauter Helden. Westerngedichte. Henstedt-Rhen. Henstedter Handdruck Verlag 1971 mordio & cetera. München, Relief-Verlag-Eilers 1971 lautere helden. neue westerngedichte. Erlangen/Berlin Verlag Klaus Renner 1975 mit Klaus Konjetzky: Für wen schreibt der eigentlich? Gespräche mit lesenden Arbeitern; Autoren nehmen Stellung. Piper, München 1973, ISBN 3-492-00355-9 Die Leute behandeln, als ob sie Menschen seien. Managerliteratur, eine Dokumentaranalyse. Raith, Starnberg 1974, ISBN 3-921121-71-X mit Hans-Dieter Bamberg: Handbuch Gruppenarbeit. Für Lehrlinge, Schüler, Arbeiter, Gewerkschaften, Lehrer. Weismann, München 1975, ISBN 3-921040-22-1 mit Joachim Hossfeld: Geschichten aus der Provinz. Damnitz, München 1978, ISBN 3-88112-076-9 Der Kandidat F. J. Strauss. 14 Briefe an einen Jungwähler über die Verteidigung unserer demokratischen Möglichkeiten. Pahl-Rugenstein, Köln 1980, ISBN 3-7609-0496-3 Als die Freiheit unterging. Eine Dokumentation über Verweigerung, Widerstand und Verfolgung im Dritten Reich in Südbaden. Südkurier, Konstanz 1985, ISBN 3-87799-042-8 Zu Gast bei unseren Feinden. Bericht von einer Reise in die Sowjetunion. Pahl-Rugenstein, Köln 1986, ISBN 3-7609-1057-2 Der Neubeginn. Aus deutscher Nachkriegszeit Südbaden 1945–1950. Südkurier, Konstanz 1988, ISBN 3-87799-079-7 Der Johann-Peter-Hebel-Preis 1936–1988. Eine Dokumentation. Waldkircher Verlag, 1988, ISBN 3-87885-170-7 mit Karl-Heinz Raach: Bodensee. Ellert und Richter, Hamburg 1989, ISBN 3-89234-090-0 Was willst du mehr? Epigramme. INFO-Verlagsgesellschaft, Karlsruhe 1991, ISBN 3-88190-118-3 mit Jost Grosspietsch: Jacob Picard. 1883–1967. Dichter des deutschen Landjudentums. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Sulzburg. Faude, Konstanz 1992, ISBN 3-922305-24-5 Fremd und nicht freiwillig. Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft in Rheinfelden-Baden und Umgebung 1940–45. Dokumentation und Begleitheft zur Ausstellung, Rheinfelder Geschichtsblätter 2, Hrsg.: Haus Salmegg, Edition Isele, Eggingen 1992 Marmor- und andere Klippen. Die literarische Szene im Überlingen der 40er Jahre. De Scriptum, Uhldingen 1996, ISBN 3-931071-06-5 „Ins Freie will ich.“ Harriet Straub – Hedwig Mauthner und das Glaserhäusle in Meersburg. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 1996, ISBN 3-929146-51-7 Max Barth. 1896–1970. Katalog zur Ausstellung anlässlich seines 100. Geburtstages. Kulturamt der Stadt Freiburg im Breisgau, 1996, ISBN 3-86142-077-5 Bohème am Bodensee. Literarisches Leben am See von 1900 bis 1959. Libelle, Lengwil 1997, ISBN 3-909081-75-4 Hiergeblieben oder Heimat und andere Einbildungen. Essays, Porträts, Aufsätze und Reden aus zwanzig Jahren. Edition Isele, Eggingen 1997, ISBN 3-86142-098-8 mit Adelheid Enderle, Heinz Fricker & Reinhard Valenta: Der Hochrhein. Landschaft und Alltagsleben in alten Photographien. Braun, Karlsruhe 1997, ISBN 3-7650-8157-4 Vom Bürgerschreck zum Theatervisionär: Moritz Lederer. Europäischer Grenzgänger aus Mannheim. Eine biographische Skizze. v. Brandt, Mannheim 1999, ISBN 3-926260-43-2 Über Bruno Epple und seine Malerei. Zur Eröffnung der Ausstellung Bruno Epple am 6. Oktober 2001 in der Villa Bosch, Radolfzell am Bodensee. Gessler, Friedrichshafen 2001, ISBN 3-86136-068-3 KulturLand. Die Entwicklung von Kunst und Kultur im 20. Jahrhundert in Baden-Württemberg und seinen Vorgängerstaaten. Eine kommentierte Dokumentation. Edition Isele, Eggingen 2000 Band 1. ISBN 3-86142-194-1 Band 2. ISBN 3-86142-195-X „Herz auf Taille“. Curt Weller, der Entdecker Erich Kästners, in Horn am Bodensee. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 2003, ISBN 3-933679-81-8 „Der schönen Abseitigkeit froh“. Hans Leip am Bodensee. Deutsche Schillergesellschaft, Marbach 2004, ISBN 3-933679-98-2 „Das Bodenseebuch.“ Zur Geschichte eines grenzüberschreitenden Jahrbuchs (1914–1965). Edition Isele, Eggingen 2006, ISBN 978-3-86142-388-1 Zeit der schönen Not. Die Anfangsjahre des Südverlags in Konstanz 1945 bis 1952. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2009, ISBN 978-3-86764-062-6 mit Oswald Burger: „Es war noch einmal ein Traum von einem Leben“. Schicksale jüdischer Landwirte am Bodensee 1930–1960. UVK-Verlagsgesellschaft, Konstanz 2015, ISBN 978-3-86764-630-7 Die Manns am Bodensee. Südverlag GmbH, Konstanz 2018, ISBN 978-3-87800-112-6. Konstanz literarisch. Versuch einer Topographie. UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz 2019. ISBN 978-3-86764-890-5.

Herausgeberschaft Beispielsätze. Eine literarische Entziehungskur. Starnberg, Raith 1972. ISBN 3-921121-35-3. Epigramme. Politische Kurzgedichte. Achenbach, Lollar 1975, ISBN 3-87958-402-8 Kulturarbeit. Versuche und Modelle demokratischer Kulturvermittlung. pädagogik-extra-Buchverlag, Frankfurt 1977, ISBN 3-921450-38-1 Mundartliteratur. Texte aus 6 Jahrhunderten. Diesterweg, Frankfurt/Berlin/München 1979, ISBN 3-425-06238-7 Nie wieder! Texte gegen den Krieg. Pahl-Rugenstein, Köln 1981, ISBN 3-7609-0596-X; 2. durchgesehene Auflage: ebd. 1982, ISBN 3-7609-0671-0 „…Du Land der Bayern“. Ein politisch-historisches Lesebuch. Pahl-Rugenstein, Köln 1983, ISBN 3-7609-0764-4 Das Ende der Geduld. 55 Adressen an die Herrschaft. Elster-Verlag, Bühl-Moos 1986, ISBN 3-89151-025-X Max Barth: Flucht in die Welt. Exilerinnerungen 1933–1950. Waldkircher Verlagsgesellschaft, Waldkirch 1986, ISBN 3-87885-129-4 Max Picard: Wie der letzte Teller eines Akrobaten… Eine Auswahl aus dem Werk. Thorbecke, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-7039-X Mit der Setzmaschine in Opposition. Auswahl aus Erich Schairers Sonntagszeitung 1920–1933. Mit einem Vorwort von Gordon A. Craig. Elster, Moos/Baden-Baden 1989, ISBN 3-89151-085-3 Kindheitsspuren. Literarische Zeugnisse aus dem Südwesten. Braun, Karlsruhe 1991, ISBN 3-7650-8085-3 Jacob Picard: Werke. Zwei Bände. Faude, Konstanz 1991, ISBN 3-922305-48-2 mit Peter Salomon: Otto Ehinger. Jurist, Schriftsteller, Bürgermeister – vor allem aber unabhängig. Eine Auswahl seiner Erzählungen. Edition Isele, Eggingen 1994, ISBN 3-86142-030-9 mit Norbert Heukäufer: „Fang auf, Europa, Silberspäne fliegen!“ Eduard Reinacher (1892–1968) – ein Leben im Spiegel von Werk und Freundschaften. Edition Isele, Eggingen 1995, ISBN 3-86142-031-7