Alexander Waechter (* 24. Juli 1948 in Graz) ist ein österreichischer Schauspieler, Regisseur und Intendant. abgerufen am 2. Juni 2014
Künstlerisches Wirken Er absolvierte die Musikakademie Wien. Seinen Bühneneinstand feierte Waechter 1968 in Hamburg mit dem Musical Hair, mit dem er auch in Berlin und Wien gastierte. Es folgten, teilweise parallel zu seinem Jurastudium, das er mit dem Staatsexamen abschloss, Arbeiten im Theater in der Josefstadt in Wien (Ensemblemitglied 1974 bis 1979), in Berlin am Renaissance-Theater (Ensemblemitglied 1981 bis 1984), am Schlosspark Theater und am Schillertheater sowie bei den drei großen österreichischen Festivals, den Salzburger Festspielen, den Bregenzer Festspielen und den Seefestspielen Mörbisch.
Bekannt wurde Waechter in der Rolle des „Franzi“ in der TV-Fernsehserie Ein echter Wiener geht nicht unter, produziert durch den ORF in den 1970er Jahren.
Er ist seit 1974 Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt. Als Schauspieler spielte Waechter viele Werke der österreichischen klassischen Moderne.
Von 1999 bis 2000 war er Künstlerischer Leiter der Theater m.b.H. in Wien.
Als Regisseur inszenierte er Theaterproduktionen unter anderem am Theater in der Josefstadt, Theater m.b.H. und Shakespeare auf der Rosenburg. Nach mehreren großen Operettenproduktionen in Mörbisch, Innsbruck und Wien 2001 inszenierte er erstmals eine Oper, La Cenerentola in der Operklosterneuburg.
Von 2004 bis 2014 war Waechter Intendant bei Shakespeare auf der Rosenburg.derStandard.at – Nina Blum neue Intendantin auf der Rosenburg. APA-Meldung vom 22. Oktober 2014, abgerufen am 12. März 2015.
Im Mai 2014 eröffnete Waechter mit dem Stück Die Verwandlung von Franz Kafka ein neues Theater in Wien unter dem Namen Theater franzjosefskai21.Meldung über die Eröffnung des Theaters auf „APA–OTS“ abgerufen am 2. Juni 2014
Privates Alexander Waechter entstammt dem Beamtenadelsgeschlecht Waechter (auch „Wächter“). Sein Ur-Urgroßvater war Otto Freiherr von Waechter (1832–1895). Dieser heiratete 1860 durch die Eheschließung mit Eleonora Catharina Mautner von Markhof (1842–1937) in die Senf- und Bierbrauerei-Dynastie der Familie Mautner von Markhof ein. Aus der Ehe entstammten drei Kinder: zwei Töchter und ein Sohn Rudolf (1861–1925). Letzterer heiratete 1885 seine Cousine Maria „Mizzi“ Mautner von Markhof (1864–1924). Einer ihrer Enkelsöhne war Alexanders Vater Rudolf. Das Familiengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe: Alte Arkadengruft, AAL, Nummer: 33, auf Friedhofsdauer).
Alexanders Vater, der Mediziner Rudolf Waechter, ist der ältere Bruder des bekannten österreichischen Opernsängers und Operndirektors Eberhard Waechter„Erfolgreicher Neffe eines berühmten Onkels“ auf „noe.ORF.at“ abgerufen am 2. Juni 2014. Rudolf Waechter heiratete 1946 Edith Koch von Langentreu. Der gemeinsame Sohn Alexander hat zwei Geschwister (einen älteren Bruder und eine jüngere Schwester).
Als Neffe Eberhard Waechters sagte Alexander als Anmerkung in einem Interview: Musik war und ist immer ein wichtiger Bestandteil unserer Familie gewesen. Er ist verheiratet. Laut eigener Aussage sei der Schauspieler kein Sportler und vertrage keinen AlkoholAlexander Waechter: Hotspots in München. In: Kurier. 1. März 2015 (kurier.at), abgerufen am 6. Dezember 2020..
Regie (Auswahl) Theater 1991: Verlegtes Glück von Seymour Blicker, Kammerspiele Theater in der Josefstadt 1992: Der falsche Jacobson von James Sherman, Kammerspiele Theater in der Josefstadt 1992: Chansons und Satiren aus Theresienstadt Buch von Alexander Waechter, Musik/Musikalische Leitung Sergei Dreznin, Rabenhof Theater in der Josefstadt, mit Tania Golden und Alexander Waechter 1993: Hase, Hase, Theater in der Josefstadt 1996: Potasch und Perlmutter von Montague Marsden Glass/Charles Klein, Kammerspiele Theater in der Josefstadt, Übersetzung und Bearbeitung von Alexander Waechter 1997: Saison in Salzburg von Max Wallner und Kurt Feltz Musik von Fred Raymond, Kammerspiele Theater in der Josefstadt 2000: Olgas Raum von Dea Loher, Theater m.b.H. 2000: Die Lissabonner Traviata von Terrence McNally, Theater m.b.H. 2003: Der Hausmeister von Harold Pinter, Theater in der Josefstadt 2004: Hamlet, Shakespeare auf der Rosenburg 2005: Der Widerspenstigen Zähmung, Shakespeare auf der Rosenburg 2006: Viel Lärm um nichts, Shakespeare auf der Rosenburg 2007: Was ihr wollt, Shakespeare auf der Rosenburg 2014: Der eingebildete Kranke, Shakespeare auf der Rosenburg 2014: Die Verwandlung, von Franz Kafka, Theater franzjosefskai21 2014: Ein Bericht für eine Akademie von Franz Kafka, mit Nikolaus Okonkwo, Theater franzjosefskai21 2015: Hofnarr des Volkes von Karl Valentin und Liesl Karlstadt, mit Bernhard Majcen, Theater franzjosefskai21 2015: Wittgensteins Neffe, von Thomas Bernhard, Theater franzjosefskai21 2016: Der Baron Bagge, von Alexander Lernet-Holenia, Theater franzjosefskai21 2016: Der kleine Prinz, von Antoine de Saint-Exupéry, Theater franzjosefskai21 2016: Mein Kampf, von Adolf Hitler, Theater franzjosefskai21 2017: Komik & Noten, Musikalischer Abend, u. a. Armin Berg, Hermann Leopoldi, Georg Kreisler, Gerhard Bronner, Theater franzjosefskai21 2017: Radetzky-Marsch, von Joseph Roth, Theater franzjosefskai21 2018: Tante Jolesch kocht?, Theater franzjosefskai21 2019: Arthur Schnitzler: 3 Grotesken, Theater franzjosefskai21 2019: Elfriede Jelinek: Der Wanderer, Theater franzjosefskai21 2020: 1fach Komik, von Alexander Waechter, Theater franzjosefskai21 2022: Die Legende vom heiligen Trinker, von Joseph Roth, Theater franzjosefskai21 Oper 2001: La Cenerentola, Klosterneuburg 2003: Die Hochzeit des Figaro, Reinsberg
Operette 1994: Wiener Blut, Seefestspiele Mörbisch 1995: Das Phantom der Operette oder Wer hat die Diva erwürgt?, Tiroler Landestheater Innsbruck, Eine der letzten Operetten des Jahrtausends, Buch und Gesangstexte von Alexander Waechter 1996: Im weißen Rößl, Wiener Metropol
Film und Fernsehen (Auswahl) 1975: Komtesse Mizzi Regie: Otto Schenk. ORF, ZDF, mit Christine Ostermayer, Karl Schönböck, Romuald Pekny – (Philipp) 1975–1979: Ein echter Wiener geht nicht unter, Fernsehserie 1977: Die Standarte 1979: Die Kinder 1981: Der lebende Leichnam 1981: Die Säge des Todes 1982: Die Erbin 1985: Spiel im Schloss, Regie Otto Schenk 1995: Auf Teufel komm raus, Film von Wolfgang Murnberger 1999–2003: Julia – Eine ungewöhnliche Frau, Fernsehserie 2001: Schlosshotel Orth – Große Erwartungen, Fernsehserie 2002: Ich gehöre dir 2004: Die Rückkehr des Tanzlehrers 2004: Kommissar Rex – Ein Mann ohne Gedächtnis, Fernsehserie 2005: Wenn der Vater mit dem Sohne 2008: Echte Wiener – Die Sackbauer-Saga 2010: Echte Wiener 2 – Die Deppat’n und die Gspritzt’n
Theater (Auswahl) Seit 1974 bis heute spielte er Rollen vor allem im Theater in der Josefstadt, den Kammerspielen, dem Rabenhof Theater und in „seinem“ Theater franzjosefskai21
1978: Pension Schöller als Alfred, Ladislaus Neffe, aus den Wiener Kammerspielen 1978: Rücksichtslos dankbar als Heinz, Neffe von Javassy; aus dem TV-Theater im ORF-Zentrum 1984: Rumor von Botho Strauß, Regie: Heribert Sasse, Theater Drachengasse Wien 1992: Chansons und Satiren aus Theresienstadt Buch von Alexander Waechter, Musik/Musikalische Leitung Sergei Dreznin, Rabenhof Theater in der Josefstadt mit Tania Golden und Alexander Waechter 1995: Faust von Johann Wolfgang von Goethe, Titelrolle, Sommerfestspiele Melk 1996: König Ottokars Glück und Ende von Franz Grillparzer, Titelrolle, Sommerfestspiele Melk 1998–2000: His Masters Voice von István Eörsi, Titelrolle, Theater m.b.H 1999: Molloy von Samuel Beckett, Titelrolle, Theater m.b.H. 2000: Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing, Titelrolle, Sommerfestspiele Melk 2001: Der Mann des Zufalls von Yasmina Reza, Titelrolle, Altes Kino Wien 2003: Mein Kampf von George Tabori, Titelrolle, Männerwohnheim Meldemannstraße Wien 2003: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran von Éric-Emmanuel Schmitt, Theater Drachengasse Wien 2004: Hamlet von William Shakespeare, Shakespeare auf der Rosenburg 2004: Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir nach Walter van Rossum, Titelrolle, Altes Kino Wien 2005: Kampl von Johann Nestroy, Theater in der Josefstadt 2005: Der Widerspenstigen Zähmung von William Shakespeare, Shakespeare auf der Rosenburg 2006: Viel Lärm um nichts von William Shakespeare, Shakespeare auf der Rosenburg 2007: Die Habsburgischen von Michaela Ronzoni, Vereinigte Bühnen Wien 2008: Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare, als Shylock, Shakespeare auf der Rosenburg 2009: Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare, als Zettel, Shakespeare auf der Rosenburg 2010: Romeo und Julia von William Shakespeare, als Graf Montague, Shakespeare auf der Rosenburg 2011: Othello von William Shakespeare, als Jago, Shakespeare auf der Rosenburg 2012: Wie es euch gefällt von William Shakespeare, als melancholischer Jacques, Shakespeare auf der Rosenburg 2013: Falstaff nach William Shakespeare, als Falstaff, Shakespeare auf der Rosenburg 2014: Der eingebildete Kranke, Shakespeare auf der Rosenburg 2014: Die Verwandlung, von Franz Kafka, Theater franzjosefskai21 2015: Der Hofnarr des Volkes, Karl Valentin und Liesl Karlstadt, mit Bernhard Majcen, Theater franzjosefskai21 2015: Wittgensteins Neffe, von Thomas Bernhard, Theater franzjosefskai21 2015: Der Baron Bagge, von Alexander Lernet-Holenia, Theater franzjosefskai21 2016: Der kleine Prinz, von Antoine de Saint-Exupéry, Theater franzjosefskai21 2017: Komik & Noten, Musikalischer Abend, Theater franzjosefskai21 2017: Radetzky-Marsch, von Joseph Roth, Theater franzjosefskai21 2018: Die letzten Tage der Menschheit, von Karl Kraus, Serbenhalle Wiener Neustadt 2018: Tante Jolesch kocht?, Theater franzjosefskai21 2019: 3 Grotesken, Arthur Schnitzler, Theater franzjosefskai21 2019: Der Wanderer, Elfriede Jelinek, Theater franzjosefskai21 2020: 1fach Komik, Alexander Waechter, Theater franzjosefskai21 2022: Die Legende vom heiligen Trinker, Joseph Roth, Theater franzjosefskai21
Hörspiele (Auswahl) 1982: Louis-Benoît Picard, Friedrich Schiller: Der Parasit – Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung – ORF Oberösterreich)
Quelle: Ö1-Hörspieldatenbank
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 1070.
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