mini|Staatsgrenzen Osttimors
Die derzeitige Aufteilung der Verwaltungsgliederung Osttimors wurde mit dem ministeriellen Dokument 6/2003 vom 29. Juli 2003 festgelegt und am 14. Juli 2004, abgerufen am 18. Oktober 2014. und 15. September 2009 nur noch leicht verändert. 2014 wurden die Bezeichnungen der Verwaltungseinheiten umbenannt und 2015 wurden erneut die administrativen Grenzen zum Teil verändert. 2017 folgten mit dem ministeriellen Dokument 16/2017 die Schaffung von zehn neuen Sucos und weitere Änderungen der Grenzen. Am 1. Januar 2022, 1. Oktober 2023, 1. Januar und 23. Dezember 2024 gab es weitere Änderungen.
Übersicht Osttimor besteht aus dem Ostteil der Insel Timor, der Exklave Oe-Cusse Ambeno im Westteil und den vorgelagerten Inseln Atauro und Jaco (letztere unbewohnt). Zusammen machen diese Gebiete eine Fläche von 14.954,44 km² aus mit 1.066.409 Einwohnern (Zensus 2010). (PDF; 2,55 MB). Hauptstadt des Landes ist Dili.
Geschichtliche Entwicklung Portugiesisch-Timor bis zum Zweiten Weltkrieg Militärkommandanturvon 1860 ReicheDili Motael, Ulmera, Hera, Caimau, Dailor, Failacôr, LacloManatuto Laicore (Laicor), Manatuto, Laclubar, Funar, Laleia, CaruhiVemasse Vemasse, Fatumartó, VenilaleLautém Faturó, Sarau, Matarufa (Marufa)Viqueque Bibiluto, Viqueque, Luca, Lacluta, Dilor, Bibico, BariqueAlas Dotik, Alas, Manufahi, Raemean, Suai, CamenaçaBibissuço (Bubussuco) Samoro, Bibissuço, Claco, Foulão (Foulau), Tutuluro, TuriscaenCailaco Atsabe, Deribate (Diribate), Leimea, Mahubo (Mauhubo), CailacoMaubara Boibau, Ermera, Maubara, LiquiçáBatugade Cutubaba (Cotubaba), Sanirin, Balibo, CowaOecussi (ab 1863) Oecussi, Ambeno
Die vom portugiesischen Gouverneur Luís Augusto de Almeida Macedo (1856 bis 1859) aufgestellten gemischten Truppen aus Portugal, Goa, Macau und Mosambik waren gesetzlich dazu verpflichtet, sich nicht in die innere Verwaltung durch die Liurai einzumischen. Die etwa 50 timoresischen, traditionellen Herrscher in der damaligen Kolonie Portugiesisch-Timor hatten weiterhin die innere Macht. Allerdings erhielten die Liurais auch Befehle durch die Kolonialregierung, so zum Aufbau von Plantagen. Außerdem mussten sie Abgaben bezahlen.Geoffrey C. Gunn: , verfügbar vom Centro de Estudos sobre África, Ásia e América Latina, CEsA der TU-Lissabon (PDF-Datei; 805 kB).
Am 2. August 1860 teilte der Gouverneur Afonso de Castro mit der Verordnung Nr. 58 erstmals die Kolonie in zehn Militärkommandanturen (comandos militares) beziehungsweise Distrikte, zu denen am 4. April 1863 noch Oecussi als elfte dazukam. Jeder Distrikt wurde einem Kommandanten mit militärischen und zivilen Vollmachten zugeordnet, dessen Aufgaben und Pflichten in 39 Artikeln von Castro festgelegt wurden. Die Kommandanten waren als verlängerter Arm des Gouverneurs für den Frieden in ihren Distrikten verantwortlich und mussten mindestens alle zwei Monate eine Inspektionsreise durch alle Reiche in ihrem Distrikt unternehmen. Dabei mussten sie sich über alle Vorfälle informieren und konnten auch die Bewohner wegen Vergehen bestrafen. Gegen die Liurais durfte nur der Gouverneur Strafen verhängen. Die Kommandanten waren zudem für die Steuereintreibung und den Aufbau der Kaffeeanpflanzungen verantwortlich, die es hier seit 1815 gab. Jedes Reich musste dem Distriktskommandanten fünf Mann für die Distriktsgarde abtreten. Diese Soldaten erhielten eine europäische Ausbildung, wurden eingekleidet und bewaffnet. Außerdem stellte jedes Reich einen Mann als Diener für den Kommandanten und Pferde und Mannschaft für die Inspektionsreise. Geschenke durften die Kommandanten von den Liurais nicht annehmen.Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. S. 134–136, Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1994). 1883 wurde eine neue Liste der Aufteilung der Reiche auf die Militärkommandaturen von Gouverneur Bento da França Pinto de Oliveira erstellt.
Distrikte von 1883 Reiche1º Comando militar de Oecussi Ambeno, Noimuti2º Comando militar de Batugade Balibo, Cowa, Cutubaba, Sanirin, Suai3º Comando militar de Maubara Atsabe (Atisasabo), Boibau, Cailaco, Deribate (Diribate), Ermera, Hubulo, Leimea (Leimiam), Liquiçá, Mahubo (Mahubu), Marobo.4º Comando militar de Dili Caimau, Dailor, Failacôr, Hera, Laclo, Manumera, Motael5º Comando militar de Manatuto Baucau, Cairui (Cairuhy), Laclubar, Laicore, Laleia, Funar, Manatuto6º Comando militar de Vemasse Fatumartó, Faturó, Laga, Sarau, Vemasse, Venilale.7º Comando militar de Viqueque Barique, Bibico, Bibiluto, Luca, Lacluta, Viqueque8º Comando militar de Alas Alas, Bibissuço, Dotik, Foholau, Manufahi, Raimea, Tutuluro, Samoro, Turiscai
1908 teilte Gouverneur José Celestino da Silva Portugiesisch-Timor in 15 Militärkommandanturen (Commandos militares) ein, womit auch die zivile Verwaltung dezentralisiert wurde.Government of Timor-Leste: Administrative Division (englisch). Die Militärkommandanturen wurden wiederum in 35 postos militares aufgeteilt, unter der Führung eines Offiziers oder Unteroffiziers der einheimischen 2a linha. Die Militärkommandanturen waren:Campeào_das_Provincias: Timor, 23. September 1908, abgerufen am 27. Januar 2020.
Central do Norte Aipello Lequiçá Maubara Batugadé Ockussi Sudoeste Central de Oeste Sul Manufahi Remexio Manatuto Baucau Viqueque Lautém
Eine Liste von Märkten der Kolonie von 1911 kannte wieder nur elf Kommandanturen. Remexio und Viqueque wurden wieder anderen Einheiten untergeordnet.Lúcio Manuel Gomes de Sousa: O bazar colonial no Timor Português: a submissão dos "comerciantes selvagens", S. 8, abgerufen am 27. Januar 2020.
Comandos (1911) Märkte Mothael Ermera, Remexio, Aileu Liquiçá Aipêlo, Boibau, Maubara Hato-Lia Hato-Lia Batugadé Balibó Lamakitos Bobonaro, Suai Manufahi Same Manatuto Manatuto, Laclubar Baucau Baucau, Viqueque Lautém Lautém, Loré Okusse Pant Makassar Dilly (vila) Dilly
1912 wurden die Sucos, als Verwaltungsebene eingeführt, um die traditionellen Herrscher zu umgehen. Zehn Jahre später bildeten die jeweiligen Bevölkerungszentren die ersten zivilen Verwaltungseinheiten, nachdem die militärische Gewalt über die Kolonie ihr Monopol gemäß dem Vertrag mit den Niederlanden 1914 verlor. Unter dem Gouverneur stand nun der Administrador, dem die Chefes de Posto gegenüber verpflichtet waren, für die termingerechte Abgabe der Steuern. Die Chefes de Posto konnten sowohl Portugiesen als auch Timoresen sein. Ihnen waren die Chefes de Suco unterstellt, die Verwaltungsaufgaben in ihrem Bereich erfüllten und eine Mittlerrolle zwischen der Bevölkerung und den Kolonialherren innehatten. Die Chefes de Suco stammten aus den Reihen der niederen, timoresischen Adligen (Dato) und mussten Portugiesisch sprechen und schreiben können und dem christlichen Glauben angehören. Ihnen gegenüber verantwortlich waren die Dorfvorsteher, die Chefes de Povoações. Interne soziale, rituelle und politische Aufgaben blieben dem Liurai zugewiesen.Schlicher S. 272–273.
Im Januar 1934Francisco da Costa Guterres: Elites and Prospects of Democracy in East Timor, Griffith University 2006. wurde mit den Circunscrições (singular: Circunscrição; ) ein ziviles Verwaltungssystem eingeführt. 1940 schuf man mit Dili den ersten Concelho (Kreis). Verwaltungsbezirke blieben weiterhin Suro (mit den heutigen Gemeinden Ermera und Aileu, Ainaro und Manufahi), Fronteira (heute Bobonaro und Cova Lima), Manatuto, Ocussi, Baucau (zusammen mit Viqueque, später unter dem Namen São Domingos) und Lautém (zu dem damals noch Uatucarbau und der Osten Lagas gehörte).João Soares: Novo Atlas Escolar Português, 5. aktualisierte Auflage, Lisboa 1954. Loré bildete in Lautém ein eigenes Verwaltungsamt, das erst während der indonesischen Besatzung (1975–1999) verschwand.
mini|Relikt aus der Zeit, als Aileu noch zum Kreis Dili gehörte: Wappen Dilis auf einem Denkmal in Remexio von 1963
Nach dem Zweiten Weltkrieg und indonesische Besatzungszeit Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zunächst alle Verwaltungseinheiten wieder zentral regiert, bis die kolonialen Verwaltungsstrukturen wieder aufgebaut waren.Diario da República: Decreto n.º 35048, de 22 de outubro, 22. Oktober 1945, abgerufen am 16. September 2024. Am 18. Juli 1946 wurde Portugiesisch-Timor in den Kreis Dili und die neun Verwaltungsbezirke Bobonaro, Cova Lima, Oe-Cusse, Suro, Ermera, Manatuto, Baucau, Viqueque und Lautém aufgeteilt.Diário do Governo, I(159). Quinta-feira, 18 de julho de 1946 In: Lúcio Sousa: A etnografia em concurso administrativo : a “monografia etnográfica” em Timor Português em 1948, abgerufen am 16. September 2024. Verwaltungssitz des neuen Cova Limas wurde Fohoren, doch nur wenige Jahre später wurden aus wirtschaftlichen Gründen alle Gebiete an der Grenze zu Westtimor wieder zum Verwaltungsbezirk Fronteira vereinigt, mit der Hauptstadt Bobonaro.Timor-Leste Portal Municipal: , abgerufen am 6. September 2020.Peter Stilwell: UM PLANO DE FOMENTO AGRÁRIO PARA TIMOR (1958). Der Text nennt die Verwaltungsbezirke Ermera, Manatuto, Suro, Fronteira und Viqueque. Atsabe wechselte zwischen 1945 und 1955 von Fronteira zu Ermera.
Conselho/Circunscrições (1955) Sitz Postos Concelho de Dili Dili Dili, Aileu, Atauro, Remexio Circunscrição de Baucau Vila Salazar Vila Salazar, Baguia, Laga, Kelicai, Vemassim, Venilale Circunscrição Bobonaro (Fronteira) Aubá Aubá, Atabai, Balibó, Cailaco, Fato-Lúlic, Fato-Méan, Fohorém, Lolotoi, Maliana, Mape, Suai, Tilomar Circunscrição de Ermera Ermera Ermera, Atsabe, Bazar-Tete, Hato-Lia, Lete-Foho, Liquiçá, Maubara Circunscrição de Lautém Lospalos Lospalos, Iliômar, Lautém (mit dem Sitz in Môro), Luro, Tutuala Circunscrição de Manatuto Manatuto Manatuto, Lacló (mit dem Sitz in Manatuto), Laleia, Laclubar, Bàrique, Fato-Berliu Circunscrição de Ocussi Pante Macassar Pante Macassar, Nítibe, Oé-Silo Circunscrição de Suro Same Same, Ainaro, Alas, Hato-Builico, Hato-Udo, Maubisse, Turiscai Circunscrição de Viqueque Viqueque Viqueque, Lacluta, Ossú, Uato-Carbau, Uato Lári.
Im Diploma Legislativo n.º 555 im Boletim Oficial de Timor vom 5. Juni 1955 wurden der Kreis Dili, die acht Verwaltungsbezirke und die Verwaltungsposten komplett aufgelistet und ihre Grenzen beschrieben.Boletim Oficial de Timor 1959, m0383 ff., abgerufen am 17. September 2024.Joachim K. Metzner: Man and Environment in Eastern Timor, Australian National University, 1977, abgerufen am 26. Dezember 2022. Am 5. Juli 1955 wurde die Strukturierung von Lissabon mit dem Dekret n.º 40228 bestätigt.Diario da República: Decreto n.º 43889, de 1 de setembro: Altera a divisão administrativa da província ultramarina de Timor, estabelecida pelo artigo 43.º do estatuto aprovado pelo Decreto n.º 40228, 1. September 1961, abgerufen am 16. September 2024.
Im Mai 1960 wurden alle Verwaltungsbezirke außer Ocussi zu Kreisen erhobenValentim Ximenes: REFORMA POLÍTICO-ADMINISTRATIVA EM TIMOR-LESTE ENQUANTO PROCESSO DE RETERRITORIALIZAÇÃO, S. 42, Doktorarbeit März 2016, Universität Coimbra. und im Dekret n.º 43889 vom 1. September 1961 wurde Fronteira erneut in die Kreise Bobonaro und Cova Lima aufgeteilt. Nun gab es zehn administrative Einheiten: (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB).
Concelho de Dili Concelho de Lautém Concelho de Viqueque Concelho de Manatuto Concelho de Suro Concelho de Baucau Concelho de Ermera Circunscrição de Ocussi Concelho de Bobonaro Concelho de Cova Lima