Die Langfäden (Combretum) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Flügelsamengewächse (Combretaceae). Der weitere deutsche Trivialname „Flügelnüsse“ ist zu vermeiden, da er bereits für die Pflanzengattung Pterocarya vergeben ist.
Beschreibung mini|links|Illustration von Combretum coccineum aus The Botanical register consisting of coloured figures ..., 1815 mini|Erscheinungsbild von Combretum fruticosum als Liane mini|Blütenstand und Blüten im Detail von Combretum malabaricum mini|Laubblätter und geflügelte Frucht von Combretum collinum
Erscheinungsbild und Blätter Die immergrünen oder laubabwerfenden Combretum-Arten sind immer verholzende Pflanzen, die seltener als selbständig aufrechte Bäume oder Sträucher bis Halbsträucher, aber meist als Lianen wachsen. Die dünnen Haare (Trichome) sind einzellig.
Die gegenständig, wirtelig, selten wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter besitzen meist Blattstiele, die manchmal, besonders bei kletternden Arten, als mehr oder weniger hakenförmige Dornen erhalten bleiben. Die meist einfachen Blattspreiten sind je nach Art in der Form sehr variabel, am häufigsten sind sie elliptisch, länglich-elliptisch oder breit-eiförmig. Die Blattflächen sind kahl oder behaart und oft auffällig beschuppt. Die Blattspreiten besitzen oft Domatien.
Blütenstände und Blüten Die end-, seitenständigen oder zwischen den Knoten (Nodien) stehenden ährigen, traubigen oder rispigen Blütenstände sind einfach oder zusammengesetzt.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch oder seltener leicht zygomorph und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der zweiteilige Blütenbecher (Hypanthium) wird in einen unteren, röhrigen, stielartigen, etwa 2 Millimeter langen Teil, der den Fruchtknoten umgibt und oberen, becher-, schüsselförmigen Teil, der oft leuchtend gefärbt ist, gegliedert. Die meist vier- oder fünf, selten mehr Kelchblätter sind am oberen Ende des oberen Blütenbechers inseriert, meist mit vier- oder fünf, selten mehr oder gar keinen, dreieckigen bis pfriemlichen Kelchzähnen. Die meist vier bis fünf Kronblätter können auffällig sein und die Kelchzähne überragen oder klein sowie unscheinbar sein oder sogar fehlen. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über gelb sowie orangefarben bis rot or purpurfarben. Es sind meist ein oder meist zwei Kreise mit je vier oder fünf Staubblättern vorhanden, die meist die Kelchröhre überragen. Es kann ein kahler oder behaarter Diskus vorhanden sein. Der einkammerige Fruchtknoten ist unterständig. Der Griffel endet manchmal in einer mehr oder weniger ausgebreiteten Narbe.
Früchte und Samen Die höchstens kurz gestielte, einsamige Scheinfrucht (Pseudokarp) ist meist trocken, selten fleischig und longitudinal vier- bis fünfflügelig bis -kantig. Es werden also samaroide Flügelnüsse gebildet. Das Perikarp ist meist dünn und papierartig, manchmal ledrig, selten fleischig. Die Früchte bleiben auch bei Reife meist geschlossen.
Ökologie Die wenigen Arten, deren Blüten deutlich ausgebildete, auffällige Kronblätter besitzen werden von Schwärmern (Sphingidae) bestäubt.
An manchen Combretum-Arten fressen die Raupen von Coeliades forestan und Pseudaphelia apollinaris.
Je nach Art erfolgt die Ausbreitung der Diasporen auf sehr unterschiedliche Weise.
Verbreitung Die etwa 250 Combretum-Arten sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Sie kommt hauptsächlich im tropischen und Südlichen Afrika, außerdem in der Neotropis, im tropischen Asien und in Madagaskar vor. Ein Zentrum der Artenvielfalt liegt im afrotropischen Raum. Es gibt keine natürlichen Vorkommen von Combretum in Australien und auf Pazifischen Inseln. Sie stellt einige der wichtigsten Gehölzarten der sudano-sambesischen Savannen.
Systematik Die Gattung Combretum wurde 1758 durch Pehr Löfling in Iter Hispanicum, S. 308 aufgestellt. Typusart ist Combretum fruticosum . Synonyme für Combretum sind: Aetia , Bureava , Cacoucia , Calopyxis , Campylochiton , Campylogyne , Chrysostachys , Cristaria , Embryogonia , Forsgardia , Gonocarpus , Grislea , Hambergera , Kleinia , Physopodium , Poivrea , Schousboea , Seguiera , Sheadendron , Sphalanthus , Udani Die etwa 17 Arten der Gattung Quisqualis gehören seit 2010 auch zur Gattung Combretum.
Die Gattung Combretum gehört zur Subtribus Combretinae aus der Tribus Combreteae in der Unterfamilie Combretoideae innerhalb der Familie Combretaceae. Combretum ist die Typusgattung der Familie Combretaceae.
Die Gattung Combretum wird in drei Untergattungen gegliedert: Untergattung Apetalanthum : Sie enthält nur eine Art: Combretum apetalum . Untergattung Cacoucia : Sie enthält 13 Sektionen mit insgesamt etwa 78 Arten: Sektion Poivrea : Sie enthält etwa 31 Arten. Sektion Conniventia : Sie enthält etwa 20 Arten. Untergattung Combretum: Sie enthält etwa neun Sektionen mit etwa 170 Arten: Sektion Angustimarginata : Sie enthält etwa sechs südafrikanische Arten. Sektion Ciliatipetala : Sie enthält etwa zehn Arten in Afrika sowie auf der Arabischen Halbinsel. Sektion Macrostigmatea : Sie enthält etwa vier Arten. Sektion Spathulipetala : Sie enthält nur eine Art. Sektion Hypocrateropsis : Sie enthält etwa sechs Arten. Sektion Glabripetala Sektion Metallicum Sektion Campestria Sektion Breviramea
mini|Blütenstand von Combretum aculeatum mini|Früchte von Combretum acutum mini|Blütenstände von Combretum albidum mini|Fruchtstände von Combretum albidum mini|Combretum apiculatum mini|Combretum bracteosum mini|Blütenstände von Combretum coccineum mini|Combretum collinum mini|Blütenstände von Combretum constrictum mini|Blütenstände von Combretum fruticosum mini|Combretum hereroense mini|Blütenstände von Combretum holstii mini|Blütenstände des Rangunschlingers (Combretum indicum) mini|Combretum kraussii mini|Combretum lanceolatum mini|Combretum latifolium mini|Combretum malabaricum miniatur|Habitus von Kinkéliba (Combretum micranthum) miniatur|Blätter und Früchte von Kinkéliba (Combretum micranthum) mini|Blütenstände von Combretum microphyllum mini|Combretum molle mini|Blütenstände von Combretum mossambicense mini|Blütenstände von Combretum paniculatum mini|Combretum punctatum mini|Combretum quadrangulare mini|Blütenstände von Combretum rotundifolium mini|Combretum zeyheri
Die Gattung Combretum enthält etwa 250 Arten. Hier eine Artenauswahl: Combretum aculeatum Combretum acuminatum Combretum acutifolium Combretum acutum Combretum adenogonium : Sie ist weitverbreitet im tropischen Afrika: Botswana, Simbabwe und Mosambik. Combretum adrianii : Sie kommt beispielsweise im nördlichen Mosambik vor. Combretum afzelii Combretum alatum Combretum albiflorum Combretum albopunctatum Combretum album Combretum alfredii : Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 800 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, südlichen Hunan (nur in Yizhang) sowie im südlichen Jiangxi (nur in Longnan). Combretum andongense Combretum andradae Combretum angolense Combretum angustipetalum Combretum annulatum Combretum apetalum : Sie kommt in Südostasien vor. Combretum aphanopetalum Combretum apiculatum : Sie kommt in Afrika vor. Combretum argenteum Combretum argyrotrichum Combretum assimile Combretum atropurpureum Combretum aureonitens Combretum auriculatum Combretum barbatum Combretum batesii Combretum bauchiense Combretum bipindense Combretum blepharopetala Combretum boinensis Combretum bracteatum Combretum bracteosum : Sie kommt in den südafrikanischen Provinzen Ostkap sowie KwaZulu-Natal vor. Combretum brassiciforme Combretum brevistylum Combretum bricchettii Combretum brunneum Combretum butyrosum Combretum cacoucia : Sie kommt in Südamerika vor. Combretum caffrum : Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Ostkap vor. Combretum camporum : Sie kommt in Angola und in Zaire vor. Combretum capitatum Combretum capituliflorum Combretum capuronii Combretum carringtonianum Combretum caudatisepalum Combretum celastroides Combretum chinense Combretum chionanthoides Combretum cinereopetalum Combretum cinnabarinum Combretum clarense Combretum coccineum : Sie kommt nur auf Madagaskar und |Mauritius vor. Combretum collinum : Sie ist weit verbreitet vom tropischen bis ins südliche Afrika. Combretum comosum : Sie kommt im tropischen Westafrika vor. Combretum conchipetalum Combretum confertum Combretum ×confusum Combretum congolanum Combretum constrictum : Sie kommt in Afrika vor. Combretum contractum Combretum copaliferum Combretum cordofanum Combretum coriifolium Combretum coursianum Combretum cufodontii Combretum cuspidatum Combretum cyclocarpum Combretum decandrum Combretum decaryi Combretum deciduum Combretum demeusei Combretum discolor Combretum dolichopetalum Combretum dolichopodum Combretum duarteanum Combretum echirense Combretum edwardsii Combretum elaeagnoides Combretum eriogynum Combretum erlangerianum Combretum erosum Combretum erythrophloeum Combretum erythrophyllum : Sie ist weitverbreitet in Botswana, Mosambik, Namibia, Simbabwe, Eswatini und Südafrika. Combretum esteriense Combretum evisceratum Combretum exalatum Combretum exannulatum Combretum excelsum Combretum exellii Combretum falcatum : Sie kommt in Afrika vor. Combretum farinosum : Sie kommt von Mexiko bis Zentralamerika vor. Combretum flammeum Combretum foliatum Combretum frangulifolium Combretum fruticosum : Sie ist von in Mexiko über Zentral- bis Südamerika weitverbreitet. Combretum fulvum Combretum fuscum Combretum gabonense Combretum gallabatense Combretum germainii Combretum ghesquierei Combretum gillettianum Combretum glabrum Combretum glutinosum Combretum goetzei Combretum goldieanum Combretum goossensii Combretum gossweileri Combretum gracile Combretum graciliflorum Combretum grandidieri Combretum grandiflorum : Sie kommt im tropischen Westafrika vor. Combretum harmsianum Combretum harrisii Combretum hartmannianum Combretum haullevilleanum Combretum hensii Mausohr-Langfaden (Combretum hereroense ): Sie kommt in Afrika vor. Combretum hilariana Combretum hispidum Combretum holstii Combretum homalioides Combretum illairii Ahnenbaum (Combretum imberbe ): Er ist weit verbreitet in von Tansania bis Angola, Mosambik, Botswana, Namibia, Limpopo und Mpumalanga. Combretum incertum Rangunschlinger (Combretum indicum , Syn.: Quisqualis indica ): Sie kommt in Afrika und Asien vor. Combretum inflatum Combretum ivanii Combretum kasaiense Combretum kirkii : Im Tal des Sambesi kommt sie in Malawi, Mosambik, Sambia und Simbabwe vor. Combretum klossii Combretum klotzschii Combretum kostermansii Combretum kraussii : Sie kommt im südlichen Afrika in Mosambik, Eswatini, Limpopo, Mpumalanga Ostkap sowie KwaZulu-Natal vor. Combretum kwangsiense Combretum lanceolatum Combretum lanuginosum Combretum lasiocarpum Combretum latialatum Combretum latifolium : Sie kommt in Asien vor. Combretum laxum Combretum lecardii Combretum leprosum : Sie kommt in Südamerika vor. Combretum lindense Combretum lineare Combretum linyenense Combretum lisowskii Combretum llewelynii Combretum lokele Combretum longicollum Combretum longipilosum Combretum longispicatum Combretum louisii Combretum lukafuensis Combretum luxenii Combretum macrocalyx Combretum mannii Combretum marchettii Combretum mardaf Combretum marginatum Combretum marquesii Combretum mellifluum Combretum meridionalis Kinkéliba (Combretum micranthum ): Sie kommt im tropischen Westafrika vor. Combretum microphyllum : Sie ist weitverbreitet im tropischen Afrika und reicht bis Mpumalanga und KwaZulu-Natal. Combretum minimipetalum Combretum mkuzense Combretum moggii Combretum molle : Sie ist weitverbreitet von der arabischen Halbinsel durch den afrikanischen Kontinent bis zum nördlichen und östlichen Südafrika.