miniatur|hochkant|Matthias Freihof im Friedrichstadtpalast Berlin – April 2009 Matthias Freihof (* 25. November 1961 in Plauen) ist ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Sänger.

Leben Nach dem Abitur und der Ableistung seines dreijährigen Wehrdienstes in der NVA studierte Freihof von 1983 bis 1987 an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin.Matthias Freihof bei castupload.com, abgerufen am 19. Februar 2022Matthias Freihof bei der Agentur Nicolai, abgerufen am 19. Februar 2022 Sein Bühnendebüt gab er am Berliner Maxim-Gorki-Theater. Anschließend war er zwei Jahre am Kleist-Theater in Frankfurt an der Oder engagiert. Er trat an verschiedenen Berliner Bühnen (Berliner Ensemble, Volksbühne, Renaissance-Theater, Schlosspark-Theater, Kleines Theater am Südwestkorso) auf und gastierte mehrfach an der Komödie Düsseldorf und in Österreich am Stadttheater Klagenfurt. Seit 2022 spielt er in Berlin und auf Tournee die Rolle von Sigmund Freud in der Komödie Münchhausen oder: Freuds letzte Reise von Sönke Andresen in einer Produktion der Komödie am Kurfürstendamm.

1986 stand er erstmals für den TV-Zweiteiler Ernst Thälmann vor der Kamera. 1987 spielte er in der Filmbiografie Käthe Kollwitz – Bilder eines Lebens Peter Kollwitz, den zweiten Sohn der Bildhauerin, Malerin und Grafikerin Käthe Kollwitz. Mit der Hauptrolle als Lehrer Philipp Klarmann in Coming Out, dem ersten DDR-Film mit homosexuellem Inhalt, gelang ihm im Jahr 1989 der Durchbruch.

Nach der Wende war er von 1996 bis 1997 in der ARD-Seifenoper Marienhof als Lehrer Boris Magnus zu sehen. In Heinrich Breloers Todesspiel (1997) spielte Freihof den Lufthansa-Chefpiloten Jürgen Schumann.Todesspiel. Abgerufen am 23. Mai 2025. Von 1998 bis 2003 spielte er die Rolle des Assistenten Lorenz Wigand von Hauptkommissar Siska in der gleichnamigen ZDF-Krimiserie. In Lea Katz – Die Kriminalpsychologin: Einer von uns (1999), dem zweiten und zugleich letzten Film der ZDF-Kriminalfilmreihe Lea Katz – Die Kriminalpsychologin mit Martina Gedeck, verkörperte er den Erzieher Bernd May, der eine sexuelle Misshandlung begangen haben soll.Lea Katz – Die Kriminalpsychologin: Einer von uns. Abgerufen am 23. Mai 2025.

Gastauftritte hatte er unter anderem in Der Alte, Mona M. – Mit den Waffen einer Frau, Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei und Stubbe – Von Fall zu Fall.

In dem Kinofilm Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat von 2008, der das Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 rekonstruiert und in dem Tom Cruise den Part des Stauffenberg übernahm, verkörperte Freihof den Reichsführer SS, Heinrich Himmler.RP Online: „Ganze Kerle“ und „Valkyrie“ – Von der Komödie zum Kinofilm vom 17. August 2007Das Jubiläum des Ost-Coming-outs; taz. 9. November 2009

2021 spielte er in der fünfteiligen ARD-Serie All You Need die Rolle des Volker.

Matthias Freihof betätigt sich neben seinen Arbeiten auf der Bühne und vor der Kamera als Synchronsprecher. In dem in den Walt Disney Studios entstandenen US-amerikanischen 30. abendfüllenden Zeichentrickfilm Die Schöne und das Biest, einer Adaption des gleichnamigen französischen Volksmärchen, und den Fortsetzungen Die Schöne und das Biest – Weihnachtszauber und Belles zauberhafte Welt sprach und sang er die Rolle des Biestes, das im Original von Robby Benson gesprochen wird.

Freihof ist neben seiner Schauspiel- und Sprechtätigkeit als Sänger aktiv. Eines seiner Lieder trägt den Titel Schmeckt dein Leben nach Kamillentee (1989). 1993 veröffentlichte er gemeinsam mit der Band L’art de passage das Album Leidenschaften und interpretierte mit selbiger Band und Gisela May Lieder von Jacques Brel.

Zeitweilig lehrte er als Dozent an der Schauspielschule Ernst Busch und der Berliner Schule für Schauspiel. Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.

Freihof lebt in Berlin. Er lebt offen homosexuell.taz.de: Das Jubiläum des Ost-Coming-outs Homosexueller Beweis: Das Jubiläum des Ost-Coming-outs. In: taz vom 9. November 2009. Im Februar 2021 war Freihof Teil der Initiative #ActOut im SZ-Magazin, zusammen mit 184 anderen lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, intergeschlechtlichen und transgender Personen aus dem Bereich der darstellenden Künste.

Theater (Auswahl) 1984: Ein Sommernachtstraum – Regie: Thomas Langhoff 1987–1989: My Fair Lady – Regie: F. C. Pemmann 1987–1989: Die Herrmannsschlacht – Regie: M. Helle 1990–1991: Jacques Brel – Eine Hommage – mit Gisela May – Regie: Uwe Lohse 1990–1991: Brecht-Matinee mit Gisela May 1990–1991: Romanisches Café – Theaterrevue – Regie: Frank Lienert/Gerhard Haase-Hindenberg 1991–1992: Die Fantasticks – Friedrichstadtpalast Berlin, Kleine Bühne – Regie: U. Lohse – Rolle: Matt 1991–1992: Leidenschaften – Friedrichstadtpalast Berlin, Kleine Revue – Regie: U. Lohse 2005: Wie einst im Mai – Schlosspark Theater – Regie: Andreas Gergen – Rolle: Fritz Jüterbog 2005–2007: Die süßesten Früchte – Komödie Düsseldorf – Regie: Andreas Schmidt – Rolle: Michael; anschließend Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg, Komödie Berlin (Tournee) 2006: Butterbrot – Theaterproduktion Düsseldorf (Tournee) – Regie: Anatol Preissler – Rolle: Martin 2007: Ganze Kerle – Komödie Düsseldorf (Regie) 2008: Ghetto – Stadttheater Klagenfurt – Rolle: Gens 2008–2009: Venedig im Schnee – Komödie Düsseldorf – Regie: Ulf Dietrich – Rolle: Christoph, anschließend Theatergastspiele Kempf (Tournee) 2009: Kollaboration – Theater im Rathaus Essen – Regie: Wolfgang Engel – Rolle: Stefan Zweig 2015: Fast Normal – Renaissance-Theater Berlin – Rolle: Dr. Fine/Madden 2016: Ziemlich beste Freunde – Schlossfestspiele Neersen – Regie: Jan Bodinus – Rolle: Philippe 2017: Das Original – Kleines Theater Berlin – Regie: Karin Bares – Rolle: Lionel 2018: Im weißen Rößl – Schlossfestspiele Neersen – Regie: Lajos Wenzel – Rolle: Leopold 2019: Drei Männer im Schnee – Kleines Theater am Südwestkorso – Regie: Karin Bares – Rolle: Geheimrat Tobler 2023–2024: Der Sittich – Kleines Theater am Südwestkorso – Regie: Karin Bares 2022–2025: Münchhausen – Oder Freuds letzte Reise – Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg – Regie: Andreas Gergen – Rolle: Sigmund Freud

Musikalische Programme 1992: Leidenschaften, Friedrichstadtpalast Berlin mit der Band L’art de passage 1993/94: Leidenschaften (Tourneen in Europa, Asien, Südamerika, VAE, Oman) seit 1994: Weihnachtsreise, Konzertprogramm mit Stefan Kling (Piano) 1995/96: Marry Me...a Little, Broadway-Songs von Lust bis Frust mit Stefan Kling (Piano) seit 2017: Angeschossen – Freihof singt Karma mit Stefan Kling (Piano)

Filmografie

Auszeichnungen 1986: Erich-Weinert-Medaille, Kunstpreis der FDJNeues Deutschland vom 26. Juni 1986, S. 7 1990: Nachwuchsdarstellerpreis auf dem 6. Nationalen Spielfilmfestival der DDR für Coming Out 1990: Silberner Bär der Berlinale auf dem Internationalen Filmfestival Berlin 1990: Teddy der Berlinale auf dem Internationalen Filmfestival Berlin 2025: Askania Award (Bester Darsteller)

Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 130 f.

Weblinks

Matthias Freihof – Offizielle Webpage Matthias Freihof – Agentur

Einzelnachweise

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