mini|hochkant|One-World Bear (Modell „Tänzer“) mini|Vogelbär (Modell „Freund“) mini|Buddy Bär „Freund Nr. 2“ vor dem Rathaus Charlottenburg mini|hochkant|Buddy Bear „Akrobat“ im Kopfstand Der Buddy Bär ( „Kumpel“, „Freund“) bezeichnet eine individuell bemalte lebensgroße Bärenskulptur aus witterungsbeständigem glasfaserverstärkten Kunststoff. Der Buddy Bär adaptiert eine Idee, die seit Ende der 1990er Jahre schon in anderen Großstädten erfolgreich war (siehe Tierparaden), initiiert 1998 durch die Zürcher Kuh-Kultur.
Geschichte Entstehung der Urtypen im Jahr 2001 und weitere Entwicklungen Eva und Klaus Herlitz entwickelten 2001 in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Künstler und Bildhauer Roman Strobl die Figur des Buddy Bär (später aus touristischen Gründen auch Buddy Bear genannt), geleitet von dem Gedanken, Kunst auf die Straßen Berlins zu bringen. Drei verschiedene Bären-Modelle hatte Strobl entworfen: ein auf den Hinterbeinen stehender „Tänzer“, ein Kopfstand machender „Akrobat“ sowie ein sitzender „Freund Nr. 2“. Einen weiteren Bären, einen auf allen vieren stehenden „Freund“, gestalteten die Meisterschüler des Bildhauers Harro Jacob (Professor an der Hochschule der Künste): Carola Dinges und Mike Uckermann.Pressekonferenz am 19. Juni 2001, einen Tag bevor die ersten 100 Buddy Bären im Stadtbild Berlins zu sehen waren.Eva Herlitz, Klaus Herlitz: Buddy Bär Berlin Show. Seite 8 + 9, Neptun Verlag, Kreuzlingen 2001, ISBN 3-85820-152-9.
Seit der Entstehung der Bärenskulpturen im Jahr 2001 wurden in Berlin etwa 350 Bären bemalt und in der Stadt verteilt aufgestellt; dies sollte eine einmalige Aktion sein. Weil dieses Symbol bei Berlinern und Touristen gut ankam, verlängerte der Senat von Berlin die Aktion mehrfach; seit den 2010er Jahren läuft sie ohne Einschränkung. Viele der Bären stehen nicht mehr in Berlin. Insgesamt wurden fast 2200 Bären hergestellt (Stand April 2023), 1800 befinden sich außerhalb Berlins und Brandenburgs.Susanne Kilimann, Rasso Knoller, Christian Nowak: Berlin – Sehenswürdigkeiten, Kultur, Szene, Ausflüge, Tipps. 2. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-89794-269-1, S. 140.
Die Adoptivtochter Zohre Esmaeli-Herlitz führt das Werk aus Anlass des 25. Jubiläumsjahrs mit einem neuen Projekt für Weltoffenheit, Toleranz und kulturellen Austausch fort: Sie entwickelte im Jahr 2024 das Konzept Art & Culture, in welches Drittstaatsangehörige einbezogen werden. Der Tagesspiegel, 17. April 2026: "Als Teenager entkam sie selbst den Taliban: Model und Unternehmerin hilft Geflüchteten, in Berlin anzukommen" Esmaeli-Herlitz organisiert zeitnah für 2026 einen (noch geheim gehaltenen) besonderen Ausstellungsort. Bekannt wurde aber schon, dass ab Ostern 2026 im Tierpark Berlin die ersten 70 so gestalteten Symboltiere aufgestellt werden. Dieses mit Fördergeldern der EU (aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds) laufende Projekt ist zunächst bis 2027 geplant.Michael Vogt: Kunst als Motor für Begegnungen, Berliner Zeitung, Printausgabe 14. März 2026, Seite Berlin engagiert.
Kurzbeschreibung und Standorte Die zwei Meter hohen und rund 50 Kilogramm schweren Bären werden von Künstlern aus aller Welt bemalt. Hierzu wird in der Regel ein Atelier in Berlin-Tempelhof genutzt. Die Buddy Bears werden, wenn sie im Freien stehen, auf einem Betonsockel montiert, für eine Indoor-Aufstellung wird ein Sockel aus Edelstahl verwandt. Zur Bemalung empfehlen die Initiatoren professionelle Künstler zu beauftragen. Eine bekannte Ausnahme bildet der Buddy Bär vor dem Rathaus Lichtenberg, der von einer Schülergruppe gestaltet wurde.
Im Jahr 2016 entschied das Auswärtige Amt, dass schrittweise vor allen Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Buddy Bären aufgestellt werden sollen.. Die Gestaltung soll Künstlern des jeweiligen Landes übertragen werden. Mittlerweile stehen vor weit über 100 deutschen Botschaften und Generalkonsulaten (so in Washington, in Brasília, in Tokio, in Dakar, in Paris, in St. Petersburg, in Neu-Delhi, als auch vor dem Deutschen Institut in Taipeh) Bären, die für ein tolerantes, freies und demokratisches Deutschland werben.
Politiker und Wirtschaftsmanager haben viel dazu beigetragen, die Bekanntheit des Berliner Symbolträgers weiter zu verbreiten: so erhielt die englische Königin Elisabeth II. einen Bären, der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier überreichte einem Mitglied der Familie Kennedy (Ted Kennedy) einen zu Ehren von John F. Kennedy gestalteten Freund, der seinen Platz in der John-F.-Kennedy-Bibliothek in Boston erhielt.Andreas Kurtz: Papa Bär. In: Berliner Zeitung. 23. Mai 2017, S. 11.
Genaue Angaben zur Anzahl der in aller Welt aufgestellten Berliner Bärenskulpturen gibt es nicht, im März 2026 ist von rund 2300 Buddy Bears die Rede, 350 davon in Berlin (zuzüglich den Botschafts-Bären).
Im Souvenirhandel gibt es Miniaturnachbildungen der Buddy-Bären aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlichen Größen.
Besondere Events 2000 bis 2009 mini|Künstler aus aller Welt bei der Eröffnung der 1. Ausstellung der United Buddy Bears 2002 Im Jahr 2001 fand die Buddy Bär Berlin Show 2001 statt, die zusammen mit den Straßen-Bären die ursprüngliche Idee prägte. Danach wurde die Idee mit dem Projekt der internationalen Ausstellung der United Buddy Bears im Jahr 2002 fortgeführt. Viele Buddy Bären fanden eine neue Heimat bei oder nach Städteevents: 2004 reisten 18 Bären zur Langen Nacht der Museen nach Buenos Aires, in Verbindung mit der Ausstellung Urban Sculptures wurden im gleichen Jahr 23 Buddy Bären von Chinesischen Künstlern gestaltet und stehen seitdem in Shanghai. 2005 und 2006 prägten 75 Buddy Bären, die von Künstlern aus der Region gestaltet wurden, das Straßen- und Gassenbild St. Gallens und wurden später zu Gunsten einer Kindereinrichtung in der Schweiz versteigert. Die in aller Welt aufrechtstehenden Straßen-Buddy Bears mit ihren erhobenen Armen stehen für Optimismus, eine positive Lebenseinstellung und für das friedliche Miteinander der Menschen.
Ein besonderes Ereignis war der Buddy Bear-Kicker: 2006 war Berlin im WM-Fußballfieber – der weltweit größte KickerPanoramabild des Buddy Bär Kicker stand im Kranzler Eck (Kurfürstendamm) in Berlin. Zwei Jahre später erfreute dieser Buddy Bear-Kicker – anlässlich der EM – die Fußballfans in Wien.
Ein United Buddy Bear reiste im Dezember 2009 nach Paris. Dieser vom französischen Künstler Bruno di Martino gestaltete Bär stand 4 Tage im Foyer des Salon 2009 de la Société des Beaux-Art im Louvre, eine Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Präsidenten von Frankreich, Nicolas Sarkozy.buddy-baer.com:
2010 bis 2019 Im Jahr 2010 wurde im Kranzler Eck die Buddy Bär Quadrigabuddy-baer.com: im Beisein des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, und der Schauspielerin und Botschafterin dieser Quadriga, Rebecca Lina, feierlich enthüllt.
Auf der Expo 2010 in Shanghai repräsentierte ein großer Buddy Bär vor der Kulisse des Brandenburger Tors im Deutschen Pavillon balancity – eine Stadt in Balance die Hauptstadt Berlin. Die Berlin Partner GmbH von der Fuenfwerken Design AG hatte ihn im Auftrag für die Expo gestaltet. 2012 wurde anlässlich der Campuseröffnung der TU Berlin in El Gouna ein Buddy Bär als Symbol der besonderen Verbindung zwischen den beiden Studienstandorten enthüllt.
Seit Anfang 2015 gibt es den ersten interaktiven Buddy Bären. Er steht auf dem Washingtonplatz hinter dem Hauptbahnhof Berlin; er leuchtet und wechselt die Farbe, sobald man ihn umarmt.
Im Innenhof des Auswärtigen Amtes in Berlin steht seit März 2015 der Human Rights Buddy Bear – auf der Vorderseite ist das Logo und das Wort „Menschenrechte“ in sieben Sprachen künstlerisch umgesetzt. Auf der Rückseite des Bären wird auf Art. 1 der UN-Menschenrechtscharta verwiesen: “All human beings are born free and equal in dignity and rights. They are endowed with reason and conscience and should act towards one another in a spirit of brotherhood.”Human Rights Logo
Seit 2020 Zum 20. Jubiläum der Bären komponierte Songwriterin Mariama den Song Oh Please und war damit im moma Café des ZDF-Morgenmagazins zu Gast.Mariama am 1. November 2022 im ZDF
Buddies for Tolerance: Auf dem Wittenbergplatz in Berlin wurde im Mai 2022 erstmals eine Installation des Street-Art-Künstlers Damian Yves Rohde enthüllt. Bei dem Kunstwerk handelt es sich um sieben große Buddy Bären, die unter dem Motto „Hand-in-Hand for Tolerance“ konzipiert wurden. Die Skulpturen visualisieren die Vielfalt der in Berlin lebenden Bevölkerung. Sie veranschaulichen das Lebensgefühl der Stadt und sollen als Sinnbild für die Einbeziehung und Zusammengehörigkeit aller Berliner verstanden werden – egal ob alteingesessen oder neu zugezogen, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Lebenseinstellung. Die Festreden anlässlich der Enthüllung hielten die Schirmherrin des Projekts, die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey und die Sozialunternehmerin Zohre Esmaeli.Berliner Morgenpost,13.05.2022: Bunte Buddy Bären werben für ToleranzTagesspiegel vom 13. Mai 2022: Hand in Hand für Toleranz: Neue Buddy Bären in Berlin-Schöneberg
Im Tierpark Berlin wurden im April 2026 siebzig von internationalen Teilnehmern individuell gestaltete Buddy Bären im Rahmen der Kulturveranstaltung Art & Culture entlang der Hauptallee aufgestellt. Die Bären sollen die Besucher dazu animieren, sich mit den Themen Vielfalt, Zusammenhalt und gesellschaftliche Teilhabe intensiver zu beschäftigen. Die Initiative der Buddy Bears GmbH knüpft damit auch an die bereits von 2020 bis 2023 hier auf der Schlossallee präsentierten 150 United Buddy Bears an.Klaus-Dieter Stamm: "United Buddy Bears im Tierpark Berlin"Buddy Bären im Tieroark. In: Berliner Woche. 18. April 2026, Lokales.
Karitativer Zweck Ein Ziel der Buddy-Bär-Aktionen ist laut Aussage der Initiatoren, durch Versteigerungen und andere Aktivitäten rund um die Buddy Bären Kinderhilfsorganisationen zu unterstützen. Auf diesem Wege sind bislang über 2,6 Millionen Eurobuddy-baer.com: Charity Aktivitäten für UNICEF und diverse lokale Kinderhilfsorganisationen im In- und Ausland zusammengekommen. Eva Herlitz gründete 2004 zusammen mit mehreren Künstlerinnen den Verein Buddy Bear Help e. V.
United Buddy Bears – Welttournee
2002 bis 2005 Die Initiatoren Eva und Klaus Herlitz beabsichtigten durch das Bild des friedlichen Nebeneinanders der Bären für Toleranz und Völkerverständigung zu werben und gleichzeitig durch Versteigerungen und andere karitative Aktivitäten Spenden für weltweite Kinderhilfsorganisationen (UNICEF, SOS-Kinderdorf), aber auch für lokale, kleinere Organisationen, wie das Kinder- und Jugendwerk „Die Arche“, zu generieren. Der Kreis dieser United Buddy Bears besteht mittlerweile aus bis zu 152 Bären,Berliner Morgenpost, 2. März 2011, S. 28. von denen jeder ein von den Vereinten Nationen akzeptiertes Land repräsentiert und jeweils von einem Künstler des betreffenden Landes gestaltet wurde. Das Event wird von den Veranstaltern auch Die Kunst der Toleranz (The Art of Tolerance) genannt. Der Eintritt ist generell frei und ermöglicht den Ausstellungsbesuch durch ganze Schulklassen. Bislang sahen weltweit über 35 Millionen Besucher diese Ausstellungen (Stand September 2015).Videos der Ausstellungen der United Buddy Bears weltweit
Das Kreis-Projekt wurde erstmals im Sommer 2002 auf dem Pariser Platz in Berlin präsentiert. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, eröffnete im Juni die Ausstellung. Während der ersten Ausstellung kamen zahlreiche prominente Gäste wie der damalige Bundespräsident Johannes Rau und UNICEF-Weltbotschafter Sir Peter Ustinov. Im Jahr 2003 wurde das Projekt nochmals in Berlin gezeigt, das nunmehr von Peter Ustinov eröffnet wurde.buddy-baer.com: Ustinov hatte sich im Vorfeld dafür eingesetzt, dass auch Irak im Kreis der United Buddy Bears vertreten sein müsse.