mini|50 Jahre Bund der Kriegsblinden Deutschlands e. V., Landesverband Schleswig-Holstein, Kiel 1970 Der Bund der Kriegsblinden Deutschlands e. V. (BKD) ist ein Selbsthilfeverband in Auflösung (seit 1. Juli 2026). In der Öffentlichkeit ist der Bund durch die Vergabe des Hörspielpreises der Kriegsblinden bekannt. Er gehört u. a. der Weltblindenunion an.
Geschichte Der Bund der Kriegsblinden Deutschlands e. V. (BKD) wurde im Jahr 1949 gegründet und ist die Nachfolgeorganisation des 1916 in Berlin entstandenen Bundes erblindeter Krieger. Der Bund ist damit die älteste deutsche Kriegsopferorganisation.Uta Krukowska: Kriegsversehrte. Allgemeine Lebensbedingungen und medizinische Versorgung deutscher Versehrter nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Britischen Besatzungszone Deutschlands – dargestellt am Beispiel der Hansestadt Hamburg, Books on Demand, Norderstedt bei Hamburg 2006, Seite 126, ISBN 3-8334-4725-7. Erster Vorsitzender des Bundes war Peter Plein. Sein langjähriger Bundesvorsitzender war Franz Sonntag (1965–1996).
Der BKD setzt sich in erster Linie sozialpolitisch ein und gewährleistete bis 2023 die Bundeskurfürsorge. Hierfür unterhielt der BKD mehrere Kriegsblinden-Kurheime, zuletzt in Brilon.
Der Bund der Kriegsblinden Deutschlands hat natürlicherweise seit Jahren sinkende Mitgliederzahlen. Daher hat der BKD im Oktober 2022 einen „Vorratsbeschluss“ gefasst, um den Verein zum 31. Dezember 2027 aufzulösen. Am 30. Oktober 2024 beschloss der Bundesbeirat dann die Auflösung zum 30. Juni 2026; seit dem 1. Juli 2026 befindet er sich in Auflösung.
Zeitpunkt Kriegsblinde Witwen/Witwer Nachweis 1999 1700 2000 2005 1262 1760 Dezember 2010 681 1192 01.01.2012 601 1062 Ende 2012 548 998 Dezember 2012 546 996 01.01.2013 536 973 31.12.2013, 01.01.2014 476 883 31.12.2014, 01.01.2015 432 787 31.12.2015, Januar 2016 371 695 Januar 2017 328 602 Januar 2018 288 522 Ende 2017 285 519 Ende 2018 260 460 01.01.2019 254 441 31.12.2019 222 382 31.12.2020 187 332 31.12.2021 156 293 31.12.2022 130 244 31.12.2023 107 197 31.12.2024 98 174
Allerdings können laut Satzung auch durch Wehr- oder Zivildienst nach 1945, durch Auslandseinsätze der Bundeswehr, Gewalt und Berufsunfälle erblindete Personen sowie Witwen / Witwer der betreffenden Personen Mitglied werden.
Von 1951 bis 2019 war der BKD der Träger des Hörspielpreis der Kriegsblinden, seit 1994 zusammen mit Film- und Medienstiftung NRW. 2020 hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband diese Aufgabe vom BKD übernommen.
Siehe auch Centralbibliothek für Blinde und Norddeutsche Blindenhörbücherei Deutsche Kriegsversehrte im 20. Jahrhundert Kriegsversehrte Maximilian Skiba
Literatur Bund der Kriegsblinden Deutschlands e. V. (Hrsg.): 75 Jahre Bund der Kriegsblinden Deutschlands e. V., 1916–1991, Selbstverlag, Bonn 1991, ISBN 3-937179-93-3.
Weblinks Bund der Kriegsblinden Deutschlands Geschichte des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands Publikationen des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands
Einzelnachweise
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