mini|Campus Limpertsberg mini|Schloss in Walferdingen, bis 2015 ein Campus der Universität Luxemburg
Die Universität von Luxemburg () ist eine internationale Forschungsuniversität in Luxemburg.
Die Universität Luxemburg wurde 2003 durch den Zusammenschluss von vier bestehenden Bildungs- und Forschungseinrichtungen gegründet: dem Centre universitaire, dem Institut supérieur d’études et de recherches pédagogiques, dem Institut supérieur de technologie und dem Institut d’études éducatives et sociales. Die Universität ist die einzige öffentliche Universität in Luxemburg.
Hauptcampus der Universität Luxemburg ist seit Mitte 2015 Campus Belval in Esch/Alzette. In der Hauptstadt ist die Universität auf Campus Kirchberg und Campus Limpertsberg aktiv. Vorgeschichte Forschung und Lehre auf Hochschulniveau hat es in Luxemburg auch schon vor Gründung der Universität gegeben.
Seit 1916 wurde am Institut Supérieur De Technologie (I.S.T.) Ingenieurausbildung angeboten. Das IST ging 2003 in das Ingenieurwesen als Teil der Fakultät FSTC über und stellt damit den ältesten Teil der Universität dar. Diese Forschergruppe brachte den ersten Doktoranden der Universität hervor.
Das Centre Universitaire de Luxembourg (CUNLUX) umfasste ein Département des Lettres & des Sciences Humaines, ein Philosophisches Seminar, ein Seminar Antike Studien, ein Seminar Mittelalterliche Geschichte (Michel Margue), ein Seminar Moderne Geschichte (Jean-Paul Lehners), ein Seminar Zeitgeschichte (Gilbert Trausch), ein Seminar ISIS (Interdépendances des sociétés, interaction des sciences), ein Seminar CERF (Centre d’Etudes et de Recherches Francophones), ein Linguistisches Seminar, ein Seminar English Studies sowie ein American Studies Center.La recherche au Luxembourg: Quelques adresses. restena.lu, 1. Juni 1997.
Die Grundschullehrerausbildung wurde durch das Institut Supérieur d’Études et de Recherches Pédagogiques (ISERP) in Walferdingen durchgeführt. IEES diente der Ausbildung der graduierten Erzieher.Raymond Bisdorff: 29. Juni 2001. Die technologische Forschung versah das Institut Supérieur de technologies (IST). Mitteilung der Regierung. Raymond Klein: Konkurrierende Luftschlösser. (PDF) Woxx, 24. November 2000.
Die Universität Luxemburg ersetzt diese Einrichtungen und ist rechtlich gesehen deren Nachfolger. gouvernement.lu
Eckdaten Erster Rektor war der franko-kanadische Professor François Tavenas (1942–2004).Siehe Seite 415, in: G. Hausemer: Luxemburger Lexikon. Das Großherzogtum von A-Z. 1. Auflage. Luxembourg, Editions Binsfeld, 2006, 479 S. ISBN 978-2-87954-156-3. Von 2005 bis 2015 war der spanische Physiker deutscher Abstammung Rolf Tarrach (* 1948 in Valencia) Rektor. Am 15. Januar 2015 übernahm Rainer Klump dieses Amt. Am 1. Januar 2018 nahm Stéphane Pallage aus Malmedy die Tätigkeit als neuer Rektor der Universität auf. Sein Nachfolger wurde am 1. Januar 2023 der deutsche Physiker und Materialwissenschaftler Jens Kreisel.
Die Universität ist international ausgerichtet. Bachelorstudierende müssen mindestens ein Semester im Ausland verbringen. Bei Lehrprogrammen und Studentenaustausch kooperiert die Hochschule mit zahlreichen Universitäten in Europa und Übersee. Vorlesungen werden in der Regel in zwei Sprachen abgehalten – je nach Studiengang auf Englisch und Deutsch, Französisch und Deutsch oder Englisch und Französisch. Um den Einstieg zu erleichtern, organisiert das Sprachzentrum der Universität Fremdsprachenkurse für Studierende.
Im Mai 2025 waren an der Universität Luxemburg rund 6.700 Studierende, darunter 1.000 Doktoranden, aus mehr als 130 Ländern eingeschrieben. Rund 60 % der Studierenden waren internationale Studenten. Die Universität zählte 2.500 Beschäftigte, davon 1.600 akademische Mitarbeiter, einschließlich über 300 Professorinnen und Professoren sowie Senior Researcher.https://www.uni.lu/wp-content/uploads/sites/9/2025/05/University_of_Luxembourg_facts_and_figures_April_2025-1.pdf
Die Einschreibungsgebühren betragen in der Regel im ersten Semester 400 Euro, danach 200 Euro pro Semester. Einschreibungen für das Wintersemester sind von Juli bis September, für das Sommersemester im Januar und Februar möglich.
Im internationalen Ranking von Times Higher Education (THE) erreicht die Universität regelmäßig Plätze unter den Top 250. Im Young University Ranking der weltbesten jungen Universitäten unter 50 Jahren stand sie im Jahr 2022 auf Platz 25 weltweit.
Fakultäten und Studiengänge Die Lehrprogramme sind nach dem Bolognasystem aufgebaut und orientieren sich an den Interessen junger Menschen sowie den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes. Die Studierenden können derzeit unter 24 Bachelorstudiengängen, 51 Masterstudiengängen und 13 Doktorandenprogrammen wählen. Unterrichtet wird in vier Sprachen: Auf Französisch, Deutsch, Englisch sowie auf Luxemburgisch.Studienprogramme Übersicht. uni.lu
Die Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Medizin bietet Bachelorstudiengänge in den Bereichen Ingenieurwesen, Informatik, Mathematik, Physik, Lebenswissenschaften (einschließlich Medizin), seit 2023 auch Pflegewissenschaften, sowie diverse Master-Programme für Ingenieure (Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Energieeffizienz, Umweltwissenschaft), mehrere Masterstudiengänge in Information & Computer Sciences, Data Science, High Performance Computing sowie Cybersecurity, Masterstudiengänge in Physik, Mathematik, Biologie und Biomedizin, Technopreneurship sowie Space Technologie und Business. Die Fakultät für Recht, Wirtschaftswissenschaften und Finanzwirtschaft konzentriert sich in den Bachelorstudiengängen auf Betriebswirtschaft und Wirtschaftswissenschaften sowie Jura. Die Masterstudiengänge sind auf Bank- und Finanzwissenschaften, Europäisches Recht, Unternehmertum und Innovation, Logistik sowie Rechnungswesen und Audit ausgerichtet. Die Fakultät für Geisteswissenschaften, Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften bietet Bachelorstudiengänge in den Bereichen Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Psychologie und Europäische Kulturen. Die Masterstudiengänge reichen von Architektur, Literatur, Philosophie, Psychologie und Psychotherapie, Europäischer Geschichte und European Governance über Mediation und Gerontologie, grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation bis zu einem Master in Nachhaltiger Europäischer Raumentwicklung, einem Master in Theaterwissenschaften und dem „Master in Learning and Development in Multilingual and Multicultural Contexts“. Darüber hinaus ist die Promotion zum Ph.D. an vier doctoral schools (Doktoranden-Instituten) möglich in Science and Engineering (Naturwissenschaften und Ingenieurwesen), Law (Jura), Economics, Finance and Management (Wirtschaft, Finanzen und Management) und Humanities and Social Sciences (Geisteswissenschaften und Soziologie).
Forschung Forschung ist eine der Kernkompetenzen der Universität Luxemburg. Die Forschung an der Institution konzentriert sich auf die Bereiche Digitale Transformation, Medizin und Gesundheit sowie nachhaltige und gesellschaftliche Entwicklung.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf interdisziplinären Ansätzen. Die internationalen Forschungsteams sind in den drei Fakultäten sowie in den fünf interdisziplinären Forschungszentren der Universität organisiert:
dem Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust (SnT); dem Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB); dem Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C2DH); dem Luxembourg Centre for European Law (LECL) dem Luxembourg Centre for Socio-Environmental Systems (LCSES)
Im Jahr 2020 gründete die Universität das Institute for Advanced Studies (IAS), das vor allem interdisziplinäre Forschungsprojekte fördert.
Seit ihrer Gründung hat die Universität 15 ERC-Grants erhalten und 22 industrielle, öffentliche und öffentlich-private Lehrstühle eingerichtet, von denen 16 noch laufen. Im Jahr 2022 haben die Forscher der Universität 2.438 Publikationen veröffentlicht.Highlights 2022. (PDF; 4,0 MB) uni.lu
Das Institut für luxemburgische Sprache und Literatur beschäftigt sich mit sprachwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen Aspekten des Luxemburgischen im Kontext der Mehrsprachigkeit. Es wurde im September 2006 gegründet und ist Teil der Fakultät für Humanities. uni.lu
Persönlichkeiten Die Universität Luxemburg hat mehr als 19.000 Alumni. Dieser Abschnitt listet ausgewählte Hochschullehrer und Alumni auf, die in Wissenschaft, öffentlichem Dienst, Politik oder anderen Berufsfeldern besondere Anerkennung erlangt haben.
Lehrende Alex Biryukov, Kryptograph Robert Brisart, Philosoph Emile Haag, Historiker, nationaler Präsident der Konföderation der Staatsbediensteten Dietmar Heidemann, Philosoph Norbert von Kunitzki (1934–2005), Ökonom, Unternehmer und Universitätspräsident Jean-Paul Lehners, Historiker Jeanne Peiffer (* 1948), Mathematikhistorikerin Martin Schlichenmaier (* 1952), Mathematiker Emma Schymanski, Chemikerin, Umweltingenieurin François Tavenas (1942–2004), Ingenieur und Hochschullehrer Alexandre Tkatchenko, Physiker Till Dembeck (* 1976), Literatur- und Medienwissenschaftler Georg Mein (* 1970), Literaturwissenschaftler Amelie Bendheim, Literaturwissenschaftlerin Oliver Kohns, Literaturwissenschaftler Johannes Pause, Film- und Medienwissenschaftler Harry Lehmann (* 1965), Philosoph Leon van der Torre (* 1968), Informatiker Renée Wagener (* 1962), Journalistin, Soziologin, Historikerin und ehemalige Politikerin Volker Zotz (* 1956), Philosoph, Religionswissenschaftler, Buddhologe Björn Ottersten, Elektroingenieur
Alumni Djuna Bernard (* 1992), luxemburgische Politikerin Olivier Garofalo, Dramaturg und Regisseur Max Hahn, luxemburgischer Politiker Philip Hoffmann (* 1988), Mitglied des Deutschen Bundestages Amin Mekki Medani, sudanesischer Jurist, Diplomat und Menschenrechtsaktivist Jean-Paul Pier (1933–2016), Mathematiker Jean-François Rischard, Ökonom, Vizepräsident der Weltbank
Literatur Volker Zotz: Université du Luxembourg: Wohin geht die Reise? Forum für Politik, Gesellschaft und Kultur, 215, 2002. Michel Pauly und Volker Zotz: Universität Luxemburg. Forum für Politik, Gesellschaft und Kultur, 227, Juni 2003. Michel Pauly: uni.lu nach dem Sommergewitter. Forum für Politik, Gesellschaft und Kultur 239, September 2004.
Weblinks
Offizielle Website der Universität Luxemburg Association des jeunes chercheurs en sciences humaines et sociales du Luxembourg (französisch).
Einzelnachweise
Luxemburg Kategorie:Bildung in Luxemburg (Stadt) Kategorie:Walferdingen Kategorie:Kirchberg (Luxemburg) Kategorie:Limpertsberg Kategorie:Organisation (Luxemburg, Stadt) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 2003