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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Magdeburg tabellarisch und graphisch wieder.

Am 31. Dezember 2023 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Magdeburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt 242.491 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter war Magdeburg eine der größten deutschen Städte. Jedoch war die Einwohnerzahl infolge von Krieg und Epidemien großen Schwankungen unterworfen. So forderte 1450 eine Pestepidemie 8000 Tote. 1597 starben beim Ausbruch der Pest 10.000 Menschen. Der starke Rückgang der Einwohnerzahl um 1639 auf nur noch 450 Bewohner ist auf die fast vollständige Zerstörung der Stadt während der Kampfhandlungen im Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen (Magdeburger Hochzeit 1631). 1683 starben an der Pest in Magdeburg 2650 Menschen.

Nach dem Edikt von Potsdam 1685 erlebte die Stadt einen starken Bevölkerungszuwachs durch Einwanderer. Die Einwohnerzahl stieg von 5000 im Jahre 1683 auf 13.000 im Jahre 1685. Eine Choleraepidemie 1831 forderte 3577 Opfer. Mit Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1849 rund 58.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1882 bereits 100.000, wodurch Magdeburg zur Großstadt wurde. Bis 1890 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung von Neustadt 1886 und Buckau 1887 auf 200.000. Die Grenze von 300.000 Einwohnern wurde im Laufe des Jahres 1930 überschritten.

1940 erreichte die Bevölkerungszahl mit 346.600 ihren historischen Höchststand. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges war die Stadt das Ziel zahlreicher alliierter Luftangriffe. Die größten Zerstörungen richtete der Luftangriff auf Magdeburg am 16. Januar 1945 an, bei dem die Bevölkerung über 2500 Tote und 10.000 Verletzte zu beklagen hatte. Durch diesen Angriff wurde die Magdeburger Altstadt fast vollständig zerstört, die Stadt als Ganzes schwer beschädigt. Insgesamt forderten die 38 Bombenangriffe rund 5000 Todesopfer und etwa 15.000 Verletzte. Als die amerikanischen Truppen den Westteil Magdeburgs am 18. April 1945 einnahmen, lebten noch 90.000 Menschen in den Ruinen der Stadt. Den Ostteil besetzte die sowjetische Armee am 1. Mai.Magdeburger Chronik:

Bis Dezember 1945 stieg die Einwohnerzahl durch den Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten und die Rückkehr der Zwangsevakuierten auf rund 225.000. Auch in den folgenden vier Jahrzehnten hielt der Bevölkerungszuwachs an und erreichte 1988 einen Höchststand von 290.579. Bis 2004 sank die Bevölkerung der Stadt aufgrund von Abwanderung, Suburbanisierung und Geburtenrückgang um 22,0 Prozent (63.904 Personen) auf 226.675 Einwohner und den vorläufigen Tiefststand, seither steigt sie entgegen aller Prognosen aus früheren Jahren wieder leicht an. Der Anstieg ist vorrangig auf Rückzüge aus dem Umland und steigenden Studentenzahlen zurückzuführen.

Historische Daten Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1944), der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (1945 bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1834 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1834 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1400 bis 1870 (jeweiliger Gebietsstand) mini|400px|Bevölkerungsentwicklung von 1400 bis 1870. Gut erkennbar der Einbruch beim Dreißigjährigen Krieg (grau markiert) und die beginnende Industrialisierung in Magdeburg

Jahr/Datum Einwohner 1400 30.000 1450 22.000 1550 34.000 1620 25.000 1632 1.500 1639 450 1681 7.700 1683 5.155 1685 13.000 1722 10.772 1740 18.000 1780 22.389 1800 22.676 1804 33.466 1815 32.867 Datum Einwohner 1. Dezember 1816 ¹ 28.276 1. Dezember 1819 ¹ 35.824 1. Dezember 1825 ¹ 36.647 3. Dezember 1834 ¹ 40.417 3. Dezember 1837 ¹ 42.100 3. Dezember 1840 ¹ 50.898 3. Dezember 1843 ¹ 52.984 3. Dezember 1846 ¹ 55.816 3. Dezember 1849 ¹ 58.010 3. Dezember 1855 ¹ 61.500 3. Dezember 1858 ¹ 65.247 3. Dezember 1861 ¹ 68.607 3. Dezember 1864 ¹ 70.147 3. Dezember 1867 ¹ 78.552 ¹ Volkszählungsergebnis

Von 1871 bis 1944 (jeweiliger Gebietsstand)

Datum Einwohner 1. Dezember 1871 ¹ 84.401 1. Dezember 1875 ¹ 87.925 1. Dezember 1880 ¹ 97.539 1. Dezember 1885 ¹ 114.291 1. Dezember 1890 ¹ 202.234 2. Dezember 1895 ¹ 214.424 1. Dezember 1900 ¹ 229.667 1. Dezember 1905 ¹ 240.661 1. Dezember 1910 ¹ 279.629 1. Dezember 1916 ¹ 285.147 5. Dezember 1917 ¹ 279.176 8. Oktober 1919 ¹ 285.856 31. Dezember 1919 287.072 31. Dezember 1920 293.857 Datum Einwohner 31. Dezember 1921 297.683 31. Dezember 1922 298.565 31. Dezember 1923 296.823 31. Dezember 1924 298.685 16. Juni 1925 ¹ 293.959 31. Dezember 1925 294.710 31. Dezember 1926 298.025 31. Dezember 1927 298.803 31. Dezember 1928 299.624 31. Dezember 1929 299.330 31. Dezember 1930 307.935 31. Dezember 1931 308.922 31. Dezember 1932 309.476 16. Juni 1933 ¹ 306.894 Datum Einwohner 31. Dezember 1933 307.704 31. Dezember 1934 310.039 31. Dezember 1935 313.219 31. Dezember 1936 319.789 31. Dezember 1937 326.395 31. Dezember 1938 335.800 17. Mai 1939 ¹ 336.838 31. Dezember 1939 343.800 31. Dezember 1940 346.600 31. Dezember 1941 346.030 31. Dezember 1943 330.238 31. Dezember 1944 185.000 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadtverwaltung Magdeburg

Von 1945 bis 1989

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 18. April 1945 90.000 1. Dezember 1945 ¹ 225.030 29. Oktober 1946 ¹ 236.326 31. Dezember 1947 244.092 31. August 1950 ¹ 260.305 31. Dezember 1955 261.392 31. Dezember 1956 259.320 31. Dezember 1957 258.447 31. Dezember 1958 258.712 31. Dezember 1959 260.618 31. Dezember 1960 261.594 31. Dezember 1961 262.437 31. Dezember 1962 265.512 31. Dezember 1963 267.733 Datum Einwohner 31. Dezember 1964 ¹ 265.091 31. Dezember 1965 267.783 31. Dezember 1966 267.817 31. Dezember 1967 268.064 31. Dezember 1968 268.345 31. Dezember 1969 269.690 31. Dezember 1970 ¹ 272.237 31. Dezember 1971 271.906 31. Dezember 1972 273.268 31. Dezember 1973 274.146 31. Dezember 1974 276.089 31. Dezember 1975 277.656 31. Dezember 1976 279.430 31. Dezember 1977 281.578 Datum Einwohner 31. Dezember 1978 283.109 31. Dezember 1979 288.303 31. Dezember 1980 289.032 31. Dezember 1981 ¹ 287.362 31. Dezember 1982 288.287 31. Dezember 1983 289.075 31. Dezember 1984 288.934 31. Dezember 1985 288.965 31. Dezember 1986 288.975 31. Dezember 1987 289.778 31. Dezember 1988 290.579 31. Dezember 1989 288.355 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik

Von 1990 bis 2010

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dezember 1990 278.807 31. Dezember 1991 275.238 31. Dezember 1992 272.516 31. Dezember 1993 270.546 31. Dezember 1994 265.379 31. Dezember 1995 257.656 31. Dezember 1996 251.031 31. Dezember 1997 245.509 31. Dezember 1998 239.462 31. Dezember 1999 235.073 31. Dezember 2000 231.450 Datum Einwohner 31. Dezember 2001 229.755 31. Dezember 2002 228.170 31. Dezember 2003 227.535 31. Dezember 2004 226.675 31. Dezember 2005 229.126 31. Dezember 2006 229.826 31. Dezember 2007 230.140 31. Dezember 2008 230.047 31. Dezember 2009 230.456 31. Dezember 2010 231.525

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik

Ab 2011

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Amtliche Einwohnerzahl Einwohnermeldeamt 9. Mai 2011 ¹ 228.144 n. b. 31. Dezember 2011 228.910 n. b. 31. Dezember 2012 229.924 n. b. 31. Dezember 2013 231.021 n. b. 31. Dezember 2014 232.306 n. b. 31. Dezember 2015 235.723 n. b. 31. Dezember 2016 238.136 n. b. 31. Dezember 2017 238.478 n. b. 31. Dezember 2018 238.697 242.170 31. Dezember 2019 237.565 240.947 31. Dezember 2020 235.775 239.408 31. Dezember 2021 236.188 239.970 15. Mai 2022 ¹ 241.517 n. b. 31. Dezember 2022 241.753 242.753 31. Dezember 2023 242.491 243.419 31. Dezember 2024 244.329 31. Dezember 2025 244.494 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle:Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Bevölkerungsprognose mini|400px|Die reale Einwohnerentwicklung von 1990 bis 2018 (blau) im Vergleich zu zwei Prognosen des Statistischen Landesamtes (beide in Grüntönen) und zwei Prognosen der Bertelsmann-Stiftung (beide in Rottönen)

Prognose des Statistischen Landesamtes Das Statistische Landesamt veröffentlichte 2007 die 4. Regionalisierte Bevölkerungsprognose (RBP) für Sachsen-Anhalt. Darin wird für Magdeburg zwischen 2005 und 2025 mit einem Rückgang der Bevölkerung um 9,1 Prozent (20.854 Personen) gerechnet.

In der 5. Regionalisierten Bevölkerungsprognose aus 2010 sind die Prognosen für Magdeburg deutlich nach oben korrigiert worden. Für 2025 wird nun statt von rund 208.000 Einwohnern von deutlich mehr als 225.000 ausgegangen.

In der 7. Regionalisierten Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2021 wird trotz seit 2005 steigender Bevölkerungszahl ein Bevölkerungsrückgang um 19.268 bis 2035 (8,11 %) vorhergesagt.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2005–2035 – Daten der 4., 5. und 7. Bevölkerungsprognose für Magdeburg (Hauptwohnsitze): Datum Einwohner 4. RBP Einwohner 5. RBPEinwohner 7. RBP Abweichung 7. RBP zum tatsächlichen Bevölkerungsstand 31. Dezember 2005 229.126 – – – 31. Dezember 2010 229.728 230.530 – – 31. Dezember 2015 225.370 232.457 – – 31. Dezember 2020 218.052 230.709 236.825 +0,443 % 31. Dezember 2025 208.272 225.694 231.68731. Dezember 2030 – – 225.06031. Dezember 2035 – – 218.297 Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-AnhaltStatistisches Landesamt Sachsen-Anhalt:

Prognose der Bertelsmann-Stiftung Im Jahr 2011 wurde von der Bertelsmann-Stiftung eine Bevölkerungsprognose erstellt. Diese sieht im Zeitraum von 2009 bis 2030 einen Bevölkerungsverlust von 14.900 Einwohnern voraus (- 6,5 %).

+ Prognose 2011 Datum Einwohner 31. Dezember 2009 230.330 31. Dezember 2015 228.390 31. Dezember 2020 225.320 31. Dezember 2025 221.060 31. Dezember 2030 215.430 Quelle: Bertelsmann Stiftung

Bevölkerungsstruktur Die größten Gruppen der melderechtlich in Magdeburg registrierten Ausländer kamen am 31. Dezember 2021 aus Syrien (5.801), Rumänien (2.289), Indien (1.531), Polen (1.426), Afghanistan (1.322), Ukraine (868), Russland (856), Vietnam (768), Bulgarien (688) und der Türkei (646).https://www.magdeburg.de/B%C3%BCrger-Stadt/Leben-in-Magdeburg/Integration-Migration/Daten-Fakten/%C3%9Cberblick-in-Zahlen/

Bevölkerung Stand 31. Dezember 2022 Einwohner mit Hauptwohnsitz 239 364 davon männlich 117 729 weiblich 121 635 Deutsche 207 264 Ausländer 32 100 Ausländeranteil in Prozent 13,4 Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

Altersstruktur mini|400px|Bevölkerungspyramide für Magdeburg (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Magdeburg, Alter + Geschlecht.)

Entwicklung der Gesamtbevölkerung und Anteil ausgewählter Altersgruppen von 1971 bis 2006 (Hauptwohnsitze).

Jahr Gesamtbevölkerung Alter: 0 bis 19 Anteil in % Alter: ab 65 Anteil in % 1971 271.906 79.040 29,1 42.055 15,5 1975 277.656 78.513 28,3 42.609 15,3 1981 287.362 78.683 27,4 40.628 14,1 1990 278.807 66.516 23,9 36.539 13,1 1991 275.238 63.833 23,2 36.707 13,3 1992 272.516 61.807 22,7 36.893 13,5 1993 270.546 59.890 22,1 37.367 13,8 1994 265.379 57.144 21,5 37.823 14,3 1995 257.656 53.973 20,9 38.219 14,8 1996 251.031 51.281 20,4 38.464 15,3 1997 245.509 48.493 19,8 38.740 15,8 1998 239.462 45.943 19,2 38.957 16,3 1999 235.073 43.941 18,7 39.975 17,0 2000 231.450 41.853 18,1 41.250 17,8 2001 229.755 40.261 17,5 42.731 18,6 2002 228.170 38.702 17,0 44.065 19,3 2003 227.535 37.513 16,5 45.861 20,2 2004 226.675 36.227 16,0 47.722 21,1 2005 229.126 35.345 15,4 49.781 21,7 2006 229.826 34.050 14,8 51.702 22,5 Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt

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