mini|270px|Gustenfelden, um 1750

Gustenfelden (fränkisch: GusnfäldnE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 22. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gùsnfęldn“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rohr im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Gustenfelden hat eine Fläche von 9,742 km². Sie ist in 1300 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7494,22 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kottensdorf und Wildenbergen.

Geographie Durch das Pfarrdorf fließt die Schwabach. Im Nordosten grenzt das Waldgebiet „Reut“ an, 1 km südwestlich liegt das „Kastenholz“, 0,75 km nördlich liegt die „Herbstwiesen“. Die Staatsstraße 2239 führt nach Kottensdorf (1,7 km westlich) bzw. nach Unterreichenbach (1,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls nach Kottensdorf (1,4 km westlich). Von dieser zweigt eine Gemeindeverbindungsstraße nach Wildenbergen ab (1,2 km nordwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oberreichenbach (1,1 km südlich).

Geschichte Der Ort lag verkehrsgünstig an einer Altstraße aus der Zeit der Karolinger, die von Zirndorf nach Spalt führte.F. Eigler: Schwabach, S. 57. 1295 wurde der Ort als „Justenfelde“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Justin, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 24 f. (= F. Eigler: Schwabach, S. 314). Die Gründung erfolgte wahrscheinlich im 10. Jahrhundert. Ursprünglich unterstand der ganze Ort dem Amt Katzwang des Klosters Ebrach. Im Laufe der Zeit wurden die meisten Anwesen an andere Grundherren verkauft. 1557 unterstanden dem Amt Katzwang nur noch 2 Höfe, 1 Hofstatt und 1 Gut.F. Eigler: Schwabach, S. 315. 1623 gab es im Ort 19 Anwesen, wovon 11 der Reichsstadt Nürnberg unterstanden, 4 dem Klosteramt Frauenaurach, 3 dem Amt Katzwang und 1 dem Kastenamt Roth. 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter im Ort bereits 25 Anwesen: 7 Anwesen unterstanden dem Klosteramt Frauenaurach, 8 Anwesen der Reichsstadt Nürnberg (Amt St. Klara und Pillenreuth: 5, Reiches Almosen: 3), 7 Anwesen Nürnberger Eigenherren (von Imhoff: 4, von Nützel: 2, von Pömer: 1) und 3 Anwesen dem Amt Katzwang.F. Eigler: Schwabach, S. 327.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gustenfelden 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Einen Gemeindeherrn hatte das Dorf nicht. Grundherren waren das brandenburg-bayreuthische Klosteramt Frauenaurach (1 Ganzhof, 1 Dreiviertelhof, 1 Halbhof, 1 Halbhof mit Zapfenwirtschaft, 3 Köblergüter) die Reichsstadt Nürnberg (Amt St. Klara und Pillenreuth: 2 Halbhöfe, 3 Köblergüter, 1 Mahlmühle; Landesalmosenamt: 2 Ganzhöfe, 1 Köblergut), die Nürnberger Eigenherren (von Holzschuher: 1 Ganzhof, 1 Halbhof; von Imhoff: 2 Ganzhöfe, 1 Halbhof, 2 Köblergüter; von Pömer: 1 Köblergut) und das Amt Katzwang des Klosters Ebrach (1 Ganzhof, 1 Dreiviertelhof, 1 Köblergut). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schule) und kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhaus).F. Eigler: Schwabach, S. 393 f.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam Gustenfelden an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Regelsbach, II. Sektion zugeordnet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Gustenfelden, zu der Kottensdorf und Wildenbergen gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Gustenfelden zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 474. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,758 km².

Am 1. Mai 1978 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Gustenfelden in die Gemeinde Rohr eingegliedert.

Baudenkmäler In Gustenfelden gibt es drei Baudenkmäler: Dorfstr. 13: Dazugehörige Fachwerkscheune Dorfstr. 21: Ehemaliges Gasthaus Dorfstr. 30: Evang.-luth. Pfarrkirche St. Bartholomäus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Gustenfelden Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 411 538 571 567 572 587 579 552 528 533 499 498 469 476 478 452 481 468 422 677 630 598 523 562HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 75 86 99 98 99 98 89 88 100 Quelle Für die Gemeinde Gustenfelden zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kottensdorf (S. 50) und Wildenbergen (S. 103).

Ort Gustenfelden Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 197 254 263 270 258 215 213 284 252 287 330Häuser 37 45 45 44 41 38 48 75 Quelle

Religion Im Jahre 1406 weihte Weihbischof Seyfried von Eichstätt einen Altar und gewährte der Kirche einen Ablassbrief.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 446. Die heutige Kirche St. Bartholomäus wurde 1487 errichtet.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 315. Die Kirchengemeinde ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch. Das Patronatsrecht zur Einsetzung des Pfarrers hatte die Reichsstadt Nürnberg. Von 1527 bis 1528 bekleidete Sebastian Franck die Pfarrstelle.W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 317. Im Kirchenkampf während des Nationalsozialismus wurde die Kirche von Gustenfelden zum Zentrum der Deutschen Christen aus Schwabach und Umgebung, was zur inneren Spaltung der Kirchengemeinde führte. Der zur Bekennenden Kirche zählende Teil der Gemeinde hielt seine Gottesdienste in der Filialkirche in Kottensdorf ab.

Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Rohr (Mittelfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Roth) Kategorie:Ersterwähnung 1295 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Schwabach (Rednitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth