mini|400px|Einige Beispiele von Staaten mit begrenzter Anerkennung: Diese Liste sammelt verschiedene geopolitische Einheiten, die nicht von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen als selbständige Staaten anerkannt werden oder wurden.
Die meisten dieser Länder sind Teile einer Nation mit einer eigenen nationalen Identität, die sich von ihrem Mutterland abgespalten haben. Man bezeichnet sie daher als (englisch) „Break-away“-Staaten. Sie sind zwar nach der Drei-Elemente-Theorie Staaten, werden aber vom Großteil der etablierten Staaten nicht als solche anerkannt. Diese Länder werden im Deutschen als De-facto-Staaten bezeichnet.
Manche dieser Territorien sind selbstverwaltete autonome Regionen und/oder Protektorate mit militärischem Schutz und informellen diplomatischen Auslandsvertretungen durch einen anderen Staat.
Aktuell Mitglieder der Vereinten Nationen mit eingeschränkter internationaler Anerkennung
, von einem anderen UN-Staat nicht anerkannt (Südkorea) , von einem anderen UN-Staat nicht anerkannt (Nordkorea) , von einem anderen UN-Staat nicht anerkannt (Türkei) Volksrepublik China, von elf anderen UN-Staaten nicht anerkannt (Belize, Eswatini, Guatemala, Haiti, Marshallinseln, Palau, Paraguay, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Tuvalu) , von 30 anderen UN-Staaten nicht anerkannt (von 18 nie anerkannt: Afghanistan, Algerien, Bangladesch, Brunei, Dschibuti, Indonesien, Irak, Jemen, Komoren, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Nordkorea, Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia, Syrien; von zwölf nicht mehr anerkannt: Belize, Bolivien, Iran, Katar, Kuba, Malediven, Mali, Mauretanien, Niger, Oman, Tunesien, Venezuela; siehe auch Internationale Anerkennung Israels)
Nicht-Mitglieder der Vereinten Nationen mit eingeschränkter internationaler Anerkennung
Republik China (Taiwan) mini|hochkant=1.5|Staaten mit diplomatischen Beziehungen zur Republik China (Taiwan) Die Republik China kontrolliert seit der Niederlage im Chinesischen Bürgerkrieg 1949 lediglich die Insel Taiwan sowie einige kleine Inseln. Durch die Resolution 2758 der UN-Generalversammlung vom 25. Oktober 1971 verlor sie einen großen Teil ihrer diplomatischen Anerkennung sowie den Sitz bei den Vereinten Nationen an die Volksrepublik China. Zurzeit wird die Republik China nur noch von elf Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen offiziell anerkannt. Darüber hinaus wird sie vom Heiligen Stuhl als alleiniger Vertreter Chinas anerkannt. Sie unterhält jedoch nicht-offizielle Beziehungen zu den meisten Ländern durch Institutionen wie das Taipei Wirtschafts- und Kulturbüro (ebenso wie auch die Taiwan anerkennenden Staaten nicht-offizielle Beziehungen zur Volksrepublik China unterhalten).
Nordzypern Die Türkische Republik Nordzypern geht auf den Türkischen Bundesstaat von Zypern zurück, der 1975 im nördlichen Teil Zyperns ausgerufen worden war, nachdem 1974 türkische Truppen im Zypernkonflikt interveniert und den nördlichen Teil der Insel besetzt hatten. 1983 erklärte der Türkische Bundesstaat von Zypern unter dem Namen Türkische Republik Nordzypern seine Unabhängigkeit. Diese wird von einem UN-Mitgliedstaat, der Türkei, anerkannt. Ein Plan der Vereinten Nationen mit dem Ziel, die beiden zypriotischen Staaten zu vereinen, wurde 2004 in einem Referendum von der Bevölkerung der Türkischen Republik Nordzypern angenommen, jedoch von der Bevölkerung des von der Regierung der Republik Zypern kontrollierten Teiles der Insel abgelehnt. Weitere Versuche, eine Wiedervereinigung herbeizuführen, sind bislang erfolglos geblieben.
Westsahara
Die Demokratische Arabische Republik Sahara kontrolliert einen Rest der Westsahara, ein seit dem Rückzug Spaniens 1976 von Marokko – anfangs teilweise auch von Mauretanien – beanspruchtes und weitgehend verwaltetes Gebiet. Die Republik wurde 1976 von der Frente Polisario ausgerufen und wird von derzeit 48 Staaten anerkannt. (Unter diesen Staaten befindet sich aber weder Spanien noch irgendeine andere Großmacht oder irgendein europäischer Staat.) Die DARS ist ein vollwertiges Mitglied der Afrikanischen Union, jedoch erkennt auch die Mehrheit der AU-Einzelstaaten die Republik noch nicht (oder zwischenzeitlich wieder nicht) an. Die Hoheitsansprüche sind ungeklärt, und die Vereinten Nationen streben mittels der Mission MINURSO ein Referendum an, um die Lage zu klären. Seit 1991 besteht ein von der UN überwachter Waffenstillstand.
Palästina
Der Staat Palästina (bestehend aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen) wurde 1988 ausgerufen und wird von derzeit Staaten anerkannt. Bei der Generalversammlung der UNO hat der Staat seit 2012 einen Beobachterstatus.
Abchasien und Südossetien mini|hochkant=1.5|Staaten (grün), die die Republiken Abchasien und Südossetien (rot) anerkennen Die Republik Abchasien und die Republik Südossetien sind selbst ausgerufene De-facto-Regime auf dem Staatsgebiet von Georgien.
Nach der Besetzung des unabhängigen Georgiens durch das bolschewistische Russland 1921 wurden die Gebiete zunächst von Georgien getrennt (siehe Georgisch-Südossetischer Konflikt (1918–1920)), 1931 jedoch innerhalb der Sowjetunion als Abchasische ASSR und Südossetisches Autonomes Gebiet in die Georgische SSR eingegliedert. Nach dem Ende der UdSSR riefen Südossetien 1991 und der Oberste Sowjet Abchasiens 1992 die Unabhängigkeit aus, was zu einem Krieg führte. Der Waffenstillstand vom Juni 1994 hat im Wesentlichen standgehalten, Abchasien sowie Südossetien de jure unter, de facto aber außerhalb der Kontrolle der Regierung Georgiens belassen.
2008 kam es erneut zu einer militärischen Auseinandersetzungen mit Unterstützung Russlands (siehe Kaukasuskrieg 2008). Anschließend wurde die Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens international von folgenden Nationen anerkannt, aber die Anerkennung teils wieder zurückgezogen:
am 26. August 2008 von Russland, am 5. September 2008 von Nicaragua, am 10. September 2009 von Venezuela,, russland.ru, 11. September 2009. am 15. Dezember 2009 von Nauru (2026 zurückgezogen),, net-tribune.de, 15. Dezember 2009. am 23. Mai 2011 von Vanuatu (2013 zurückgezogen), am 18. September 2011 von Tuvalu (2014 zurückgezogen), am 29. Mai 2018 von Syrien.
Cookinseln und Niue mini|Staaten mit diplomatischen Beziehungen zu Niue
Die Cookinseln und Niue sind zwei selbstverwaltete Territorien in Ozeanien. Beide gehörten ehemals Neuseeland, wurden aber 1993 unabhängig und stehen seither nur noch in freier Assoziierung mit Neuseeland.
Deutschland hat die Cookinseln im März 2001 als selbständigen Staat anerkannt. Diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden am 11. September 2001 aufgenommen. Der deutsche Botschafter in Wellington ist auch auf den Cookinseln akkreditiert. Insgesamt haben bis Ende 2025 65 Staaten die Cookinseln als selbständigen Staat anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen.
Niue ist eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth of Nations. Einige Staaten haben Niue als selbständigen Staat anerkannt, darunter Deutschland im Januar 2026.
Islamisches Emirat Afghanistan Das (1996–2001, seit 2021) wird nur von Russland anerkannt. Die Regierung der Taliban bemüht sich seit der erneuten Machtübernahme 2021 vergeblich um eine weiterreichende Anerkennung sowie den Sitz Afghanistans bei den Vereinten Nationen. Diesen hält seit 2004 die .
Bei seiner ersten Existenz war das Emirat noch von drei Staaten anerkannt: Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Alle anderen Staaten betrachteten während des Afghanischen Bürgerkriegs die Regierung von Präsident Burhānuddin Rabbāni () als legitime Vertretung Afghanistans.
Kosovo mini|hochkant=1.5|Staaten, die die Republik Kosovo anerkennen (grün) bzw. die die Anerkennung zurückgezogen haben (rot)
Die Republik Kosovo agiert seit dem Kosovokrieg 1999 unter der Übergangsverwaltungsmission der Vereinten Nationen im Kosovo (UNMIK) unabhängig von Serbien auf Basis der Resolution 1244 des Weltsicherheitsrats. Die vormals serbische Provinz hat sich am 17. Februar 2008 einseitig für unabhängig erklärt.Pristina: Kosovo erklärt sich für unabhängig, Spiegel Online, 17. Februar 2008. Die Unabhängigkeit wird bisher von Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen anerkannt.
Somaliland Die befindet sich im Nordwesten Somalias. Im Mai 1991 riefen Politiker im Norden eine unabhängige Republik Somaliland aus, die mittlerweile fünf der achtzehn Verwaltungsregionen von Somalia umfasst. Dies entspricht dem Britischen Somaliland, welches sich zwischen Äthiopien, Dschibuti, Puntland und dem Golf von Aden erstreckte. Ende Dezember 2025 erkannte Israel als erstes Mitglied der Vereinten Nationen Somaliland als souveränen Staat an.
Staaten ohne Anerkennung durch ein Mitglied der Vereinten Nationen
Transnistrien ist der Teil der Republik Moldau östlich des Flusses Dnister und seit 1990 ein selbsternannter, teilweise funktionsfähiger Staat ohne internationale Anerkennung irgendeines UN-Mitgliedstaates. Die Bevölkerung besteht in der Mehrzahl aus Russen und Ukrainern im Gegensatz zur Gesamtheit Moldaus, dessen Bevölkerung mehrheitlich aus Moldauern besteht. Die Republik ist Teil der Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten, deren Mitgliedstaaten einander anerkennen. Transnistrien hat mehrmals um eine Aufnahme in die Russische Föderation gebeten. Bei manchen autonomen Regionen, die bislang nicht die Unabhängigkeit ausgerufen haben, ist der Grad der Autonomie dermaßen hoch, dass umstritten ist, ob sie als De-facto-Staaten betrachtet werden könnten. Hierzu zählen bspw. der Gazastreifen im Staat Palästina (siehe Fatah-Hamas-Konflikt) oder die Autonome Region Kurdistan im Irak. Viele weitere De-facto-Staaten haben bisher nicht den Wunsch nach internationaler Anerkennung geäußert, bspw. der 20px Wa-Staat in Myanmar, 20px Rojava in Syrien (seit 2012, siehe Bürgerkrieg in Syrien), die Gebiete unter der Kontrolle der Huthi im Jemen (siehe Bürgerkrieg im Jemen). Es existiert eine Vielzahl weiterer De-facto-Staaten in Regionen aktiver oder ruhender militärischer Konflikte, die als Abspaltung eines gescheiterten Staates entstanden. Teilweise sind diese aber flächenmäßig sehr klein und/oder sehr instabil und werden daher selten als eigenständige Staaten betrachtet: die Herrschaftsgebiete der vielen verschiedenen Rebellengruppen im Bürgerkrieg im Osten des Kongo, die Gebiete der verschiedenen Rebellengruppen im Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik (seit 2012), die Gebiete der verschiedenen Konfliktparteien im Bürgerkrieg in Libyen seit 2014, die Gebiete der südjemenitischen Separatisten, Al-Qaida (AQAP) im Jemen, die Gebiete von Al-Shabaab in Somalia, Daesh in Somalia (siehe Somalischer Bürgerkrieg). Ebenfalls umstritten ist die Einordnung als Staat bei Mikronationen, die meist von einer kleinen Gruppe von Menschen (meist 2–15 Personen) gegründet wurden, sowie bei isolierten Völkern.
Historisch Nachfolgend aufgelistet sind wichtige Beispiele nicht mehr existierender Gebiete mit begrenzter Anerkennung als Staat.
Staaten mit eingeschränkter internationaler Anerkennung
war eine britische Kolonie, die 1965 einseitig ihre Unabhängigkeit erklärte, was – ebenso wie die Ausrufung der Republik 1970 – nur von Südafrika anerkannt wurde. Nach Verhandlungen zwischen der weißen Minderheitsregierung und moderaten schwarzen Führern wurde 1979 daraus Simbabwe-Rhodesien, das bis zur Ausrufung der Republik Simbabwe 1980 ebenso international nicht anerkannt war. kontrollierte ein Gebiet im Osten Nigerias von der Abspaltung im Mai 1967 bis zur endgültigen militärischen Niederlage der Streitkräfte Biafras im Januar 1970. Es wurde von vier afrikanischen Staaten (Elfenbeinküste, Gabun, Sambia, Tansania) sowie Haiti anerkannt.