Leonardo Barré (Barrae, Barret, Barri) (* um 1510 im Bistum Limoges; † nach 1555 in Rom (?)) war ein französischer Sänger, Kapellmeister und Komponist.

Barré bezeichnete sich in Dokumenten als Leonardus Barre Lemovicensis dioec., stammte also aus der Diözese Limoges. In einem Sammelwerk von 1540 wird er als Schüler von Adrian Willaert bezeichnet, demnach dürfte er irgendwann nach 1527 unter diesem in Venedig an der Basilica di San Marco gesungen haben. 1537 wurde er in die päpstliche Kapelle als Sänger aufgenommen. Barré gehörte dem niedrigen klerikerstand an, war jedoch kein geweihter Priester, sondern verheiratet. Aus diesem Grund verlor er 1555 zusammen mit Giovanni Pierluigi da Palestrina und Domenico Ferrabosco diese Anstellung, da Papst Paul IV. die Regeln für die Aufnahme in die Kapelle verschärfte und keine verheirateten Künstler in seinen Diensten duldete. Barré wurde anschließend Kapellmeister an der Basilika San Lorenzo in Damaso. Es wird vermutet, dass er bis zu seinem Ableben in Rom verblieb.

In seinen Werken ist der Einfluss Willaerts unverkennbar: erhalten sind von ihm sechs Motetten und neun Madrigale. Seine Werke sind durchweg in imitatorischem Stil geschrieben. Obwohl ihm musikalische Satzfehler wie verdeckte Quint- und Oktavparallelen zum Vorwurf gemacht werden, wird ihm eine frische Melodik mit einer Neigung zu volkstümlichen Wendungen bescheinigt.

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