mini|Kirche St. Margarethe mini|Bauernhaus

Městec Králové ([], deutsch Königstädtel, auch Königstadtl) ist eine Stadt im Okres Nymburk in Tschechien. Die Stadt liegt in einer Ebene und ist von Wäldern mit naturgeschützten, mehr als einhundert Jahre alten Bäumen umgeben. Die Gegend ist größtenteils landwirtschaftlich geprägt.

Geschichte Der Überlieferung nach war Městec Králové der Geburtsort des Fürsten Přemysl Otakar II. Unter der Herrschaft des Přemysliden Břetislav II. befand sich in der Gegend bereits ein fürstliches Sommerschloss, umgeben von tiefen Wäldern, in denen sich genügend Jagdwild befand. Unter den Přemysliden hieß der Ort Königsfeld. Die befestigte Stadt wurde im 13. Jahrhundert am Handelsweg von Hradec Králové nach Prag erbaut. Durch Karl IV. wurden Königsstädtel die Stadtrechte verliehen. Zugleich übergab er es als Lehen an seine Frau Anna von Schweidnitz. Sein Sohn Wenzel IV. wird in den Chroniken der Stadt als deren Patron bezeichnet.

1373 übergab Anna ihr Recht an Peter von Wartenberg und auf Kost, danach kam es zum regen Wechsel der Stadteigentümer. Während der Hussitenkriege wurde die Stadt niedergebrannt und verarmte völlig. Im 16. Jahrhundert gehörte Königsstädtel Jan Trčka von Lípa auf Lipnice.

1544 kam es zum Aufstand der Einwohner gegen ihre Herren. Dieser wurde niedergeschlagen und die Einwohner durch König Vladislav II. schwer bestraft. Unter der Herrschaft Rudolfs II. wurde Königsstädtel für 3000 Taler dem königlichen Unterkämmerer Burian Trčka von Lípa verkauft. 1610 kam es zu einem großen Brand, dessen Folgen durch die Mithilfe umliegender Dörfer erträglich blieben.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt erneut zerstört, 1680 folgte ein neuer Brand, der die Stadt weithin zerstörte, genauso wie das Feuer am 5. September 1746, als die Stadt zur Hälfte abbrannte. 1775 nahmen die Einwohner am Bauernaufstand teil, der wieder niedergeschlagen wurde; ein Jahr später litt die Stadt erneut unter einer Feuersbrunst.

Sehenswürdigkeiten Volksarchitektur im Ortsteil Vinice Jagdschloss in Kněžičky und Vlkov nad Lesy Kirche der Hl. Margarethe (1793) Fassade des Hauses Nr. 25 (Stadthaus, davon nur: Fassade) Statue des hl. Florian Bauernhaus Nr. 50 (Stadthaus, davon nur: Wohnhaus, Tor) Statue des böhmischen Landesheiligen Wenzel Denkmal für das ausgebrannte Beinhaus Statue des böhmischen Landesheiligen Johannes Nepomuk Denkmal für František Palacký Satz von Statuen auf dem Dachboden des Hauses Nr. 117 (Stadthaus, von denen nur: Satz von Statuen auf dem Dachboden)

Stadtgliederung Die Stadt Městec Králové besteht aus den Ortsteilen Městec Králové (Königstädtel), Nový (Neuenfeld) und Vinice (Winitz).

Söhne und Töchter der Stadt Ottokar II. Přemysl (1232–1278), König von Böhmen (Überlieferung) František Xaver Pokorný (1729–1794), Violinist und Komponist Otakar Zich (1879–1934), Komponist und Kosmetiker Karel Schulz (1899–1943), Schriftsteller, Theaterkritiker, Dichter und Kurzgeschichtenschreiber Ivan Hašek (* 1963), ehemaliger Fußballspieler und Fußballtrainer Bořek Dočkal (* 1988), ehemaliger Fußballspieler

Legende Legenden zufolge gebar Königin Kunigunde von Staufen, die Frau des Königs Wenzel I. von Böhmen, auf dem Rückweg von Červený Hradec (heute Hradec Králové) nach Prag ihren Sohn Přemysl Otakar unerwarteterweise in der Stadt Městec Králové. Der mächtigste König der Přemyslid-Dynastie belohnte seinen Geburtsort mit einem Löwen im Stadtwappen und mit mehreren Privilegien, die eigentlich königlichen Städten vorbehalten waren. Seit dieser Zeit nahm die Bedeutung der Stadt jedoch ab.

Weblinks

Offizielle Website

Einzelnachweise