mini|Turm der Eilenburg Des kleinen Volkes Hochzeitsfest auf der Eilenburg ist eine Sage, die sich auf der mittelalterlichen Burg Eilenburg zugetragen haben soll. Die Sage erschien erstmals 1816 nach einer mündlichen Überlieferung in der Sagensammlung der Brüder Grimm und diente möglicherweise als Vorlage für die Kölner Heinzelmännchensage (1826).
Die Sage der Brüder Grimm Des kleinen Volkes Hochzeitsfest auf der Eilenburg
Rezeption Die Sage fand Aufnahme in die Sammlung Deutsche Sagen der Brüder Grimm (1816) sowie unter dem Namen Der Graf von Eilenburg und die Zwerge in das Deutsche Sagenbuch (1853) von Ludwig Bechstein. Die Ballade Hochzeitslied von Johann Wolfgang Goethe, die 1832 von Carl Loewe vertont wurde, bezieht sich auf diese Sage. Der Dichter August Kopisch brachte Goethes Gedicht mit seiner Bearbeitung Die Heinzelmännchen (1836) wiederum in Verbindung mit der Kölner Heinzelmännchensage. Im Volksmund wird auch Des kleinen Volkes Hochzeitsfest auf der Eilenburg als Heinzelmännchensage bezeichnet.
Marketing Seit der 1050-Jahr-Feier Eilenburgs im Jahr 2011 nutzt die Stadt die Sage verstärkt zum Stadtmarketing. So gibt es seither das Stadtmaskottchen „Heinz Elmann“, dessen Name ein Wortspiel aus dem Wort Heinzelmann darstellt. Diese Figur wird regelmäßig bei Volksfesten und Veranstaltungen in oder mit Bezug zu Eilenburg eingesetzt. Der im Jahr 2000 der Öffentlichkeit übergebene Marktbrunnen vor dem Eilenburger Rathaus hat die Sage ebenso zum Thema. Der von Michael Weihe geschaffene begehbare Brunnen zeigt Figuren der Heinzelmännchensage, am Brunnenrand ist diese nachzulesen.
Die ehedem zum Schloss ausgebaute, ursprünglich slawische Burg Eilenburg soll Schauplatz der Sage gewesen sein. Mit der dortigen Freiflächengestaltung 2016 fand die Sage daher Berücksichtigung. Ein als Lauschberg bezeichneter metallischer Hügel wurde an der Stelle des abgetragenen Schlossbrunnens errichtet. Er verfügt über sieben kleine und große Lauschtrichter, über die verschiedene Geräusche der „Heinzelmännchen“ sowie die von Kindern gesprochene Originalsage der Brüder Grimm zu hören sind. Das in unmittelbarer Nachbarschaft dazu gelegene ehemalige Gefängnis dient heute als Pension für Rad- und Pilgertouristen. Sie trägt den Namen Heinzelberge als Wortspiel aus Heinzelmännchen und Herberge.
Literatur Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsche Sagen, Kassel 1816/1818, Nr. 31 Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch, Merseburg und Leipzig 1930, S. 410–411., Nr. 613
Weblinks
Des kleinen Volkes Hochzeitsfest (Heinzelmännchensage)
Einzelnachweise
Kategorie:Sage aus Sachsen Kategorie:Kultur (Eilenburg) Kategorie:Hausgeist Kategorie:Zwerg Kategorie:Deutsche Sagengestalt