Der Auto Union 1000 ist ein Pkw der unteren Mittelklasse mit Dreizylinder-Zweitaktmotor und Frontantrieb. Er ist der Nachfolger des „Großen DKW 3=6“ (F 93/94) und der einzige Personenwagen der Auto Union GmbH mit dem Herstellernamen als Marke statt DKW. Im August 1963 folgte der DKW F 102 als letzter westdeutscher Serienwagen mit Zweitaktmotor.
Modellgeschichte Auto Union 1000/1000 S Der Auto Union 1000 entsprach weitgehend dem DKW 3=6 (F 93/F 94). Wesentliche Unterschiede waren der stärkere Motor mit mehr Hubraum (981 cm³) und äußerlich die vier Ringe im Kühlergrill sowie der Schriftzug „Auto Union“ anstelle des DKW-Markenzeichens auf der Motorhaube. Er war als vier- und zweitürige Limousine sowie als viersitziges Coupé ohne B-Säule im Angebot. Zum Modelljahr 1960 (ab August 1959) bekamen die zweitürige Limousine und das viersitzige Coupé Auto Union 1000 S eine Panorama-Frontscheibe. Die Panorama-Heckscheibe bestand bei allen Coupé-Modellen aus drei Teilen. 1961 wurde der Kühlergrill mit Senkrechtzierstäben neu gestaltet. Der als Universal bezeichnete Kombi wurde von 1959 bis 1963 produziert.
Die Fahrzeuge hatten einen Kastenprofilrahmen und eine Ganzstahlkarosserie. Vorn waren die Räder einzeln an unteren Querlenkern und einer oben liegenden Querblattfeder aufgehängt. Hinten war die von den Vorgängern bekannte Schwebeachse eingebaut. Auf Wunsch waren die Fahrzeuge auch mit der vollautomatischen Fliehkraftkupplung „Saxomat“ erhältlich.
Zwischen Januar 1958 und Juli 1963 produzierte die Auto Union im Werk Düsseldorf-Derendorf 171.008 Limousinen und Coupés der Typen Auto Union 1000 und 1000 S. Ab August 1959 kam eine Kombi-Version unter dem Namen „Universal“ hinzu, die bis November 1962 16.421 Mal verkauft wurde. Höhepunkt der Baureihe war der Auto Union 1000 S Coupé de Luxe mit Scheibenbremsen. Insgesamt waren 1962 aber nur noch 18.085 Auto Union 1000 gefertigt worden.Tod eines Sachsen, Der Spiegel 33/1963, S. 57 f.
Im Modelljahr 1961/62 führte die Auto Union die Zweitakt-Getrenntschmierung mittels der gemeinsam mit Bosch entwickelten „Frischöl-Automatik“ ein. Das System mit separatem Ölbehälter nebst Ölpumpe ermöglichte das Tanken von Benzin ohne Ölzusatz, auch weil Tankstellen, die Zweitaktgemisch an der normalen Zapfsäule im Angebot hatten, seltener wurden. War im Jahr 1956 bereits das Mischungsverhältnis Öl zu Kraftstoff von 1 : 25 auf 1 : 40 herabgesetzt worden, konnte der Motor nun in Volllast mit 1 : 60 und im Leerlauf mit 1 : 400 betrieben werden.Fahne gestrichen, Der Spiegel 42/1961, S. 95 Laut Werbung sollte das neue System neben dem Komfort beim Tanken vor allem eine längere Lebensdauer des Motors garantieren, die in der Praxis aber nicht erzielt wurde. Im extrem kalten Winter 1962/63 traten ungewöhnlich viele Kurbelwellenschäden auf, weil das bei niedrigen Temperaturen zähflüssige Öl nicht ausreichend in den Motor transportiert wurde.
Nachdem Mitte 1963 die Produktion in Deutschland ausgelaufen war, wurde der Auto Union 1000 S von Veículos e Máquinas Agrícolas in São Paulo (Brasilien) mit geringen Retuschen und in Santa Fe (Argentinien) ohne Veränderungen noch bis 1967 hergestellt.
Um 1963 entwarf der damals in Berlin ansässige Peter Maier-Asboe (1938–1986) ein viersitziges Coupé mit Kunststoffkarosserie auf Basis des AU 1000 S als Alternative zum Werkscoupé AU 1000 Sp. Unklar ist, ob es 1964 eine Klein(st)serie gab oder das Fahrzeug ein Einzelstück blieb.
Auto Union 1000 Sp Der Auto Union 1000 Sp (Sp für Spezial und nicht wie vielfach angenommen wird, für das Wort „Sport“) war ein zweisitziges Sportcoupé beziehungsweise ein zweisitziger Roadster.
Vorgestellt wurde der 1000 Sp zur IAA 1957 und von 1958 bis 1965 bei Baur in Stuttgart gefertigt. Er erreichte eine Stückzahl von 5004 Coupés. Von September 1961 bis April 1965 fertigte man zudem 1640 offene Roadster.
Gegenüber dem Auto Union 1000 S war die Motorleistung hauptsächlich durch höhere Verdichtung (8:1) auf 41 kW (55 PS) gesteigert worden, aber auch durch geringfügige Unterschiede im Motorblock und eine unterschiedliche Vergaseranlage. Das brachte den „Schmalspur-Thunderbird“, wie der 1000 Sp in der Presse gelegentlich genannt wurde, auf eine Höchstgeschwindigkeit, die mit 140 km/h das schwächer motorisierte 1000-S-Coupé geringfügig übertraf.
Ab den Modellen 62 erhielten sowohl das Coupé als auch der Roadster abgerundete Heckflossen. In weiterer Folge (ab Fahrgestellnummer 4360/März 1962) kamen auch Scheibenbremsen an der Vorderachse und die Frischöl-Automatik. Wie die übrigen Modelle erhielt auch der AU 1000 Sp Blechverstärkungen für das evtl. Anbringen von Sicherheitsgurten. Mit Einsatz der Frischölautomatik wurde der 32/36-NDIX-Doppelvergaser durch den Solex-Fallstromvergaser 40 CIB ersetzt.
Coupé und Roadster kosteten bei Markteinführung 11.950 Mark, später wurde der Preis auf 10.950 Mark gesenkt und zuletzt, Anfang 1965, auf 9.400 Mark. Der Preis in Österreich lag 1963 bei 95.500 Schilling.
Technische Daten TypAU 1000 CoupéAU 1000 ViertürerAU 1000 SpAU 1000 UniversalAU 1000 S CoupéAU 1000 S Viertürer Bauzeitraum1957–19601957–19601958–19651959–19631959–19631961–1963 AufbautenL2, Cp2L4Cp2, Cb2K3L2, Cp2L4 Motor Zweitakt-Ottomotor, 3 Zylinder in Reihe, Bohrung × Hub74 mm × 76 mm Hubraum981 cm³ Nennleistung bei 4500/minbei 4500/minbei 4500/min bei 4500/min max. Drehmoment78,5 Nm bei 3000/min88,3 Nm bei 3500/min78,5 Nm 3000/min Verdichtung7,25 : 18,2 : 17,25 : 1 Verbrauch10 l/100 km10,5 l/100 km10 l/100 km10,5 l/100 km Getriebe4-Gang mit Freilauf und Lenkradschaltung / bis Modelle 1960 1. Gang nicht synchronisiert Höchstgeschwindigkeit130 km/h120 km/h140 km/h120 km/h135 km/h125 km/h Leergewicht930 kg970 kg960 kg950 kg930 kg970 kg zul. Gesamtgewicht1305 kg1350 kg1200 kg1455 kg1305 kg1350 kg Bordnetz6 Volt Länge4225 mm4325 mm4170 mm4210 mm4225 mm4325 mm Breite1695 mm1680 mm1640 mm1695 mm Höhe1465 mm1490 mm1325 mm1565 mm1465 mm1490 mm Radstand2350 mm2450 mm2350 mm2450 mm2350 mm2450 mm Spur vorne / hinten1290 mm / 1350 mm Wendekreis11,7 m12 m11,5 m12 m11,7 m12 m Reifengröße5,60–15″155 SR 156,00–15″5,60–15″
Auf Wunsch war eine elektro-pneumatische Kupplung (Saxomat) erhältlich.
L2 = 2-türige Limousine L4 = 4-türige Limousine Cp2 = 2-türiges Coupé Cb2 = 2-türiges Cabriolet K3 = 3-türiger Kombi
Literatur und Quellen Siegfried Rauch: DKW – Die Geschichte einer Weltmarke. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-87943-759-9. Peter Kurze: DKW-Meisterklasse. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2005, ISBN 3-7688-1646-X. Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1990. Band 4, 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02131-5. auto, motor und sport. Heft 17/1958. Motor Revue. Heft 39, Herbstausgabe 1961, Vereinigte Motorverlage, Stuttgart. Prospekt WB – 3652 (800 – H – 122) von Auto Union DKW.
Weblinks
Private Webseite zu DKW-Autos, hier zum AU 1000 Private Webseite zu DKW-Autos, hier zum AU 1000 SP
Einzelnachweise
#1000 Kategorie:Limousine Kategorie:Kombi Kategorie:Coupé Kategorie:Cabriolet