mini|Neolithodes grimaldii, von hinten gesehen

Die Stein- und Königskrabben (Lithodidae) sind eine Familie krabbenähnlicher Mittelkrebse (Anomura). Wie bei den Krabben ist ihr Hinterleib unter den Vorderkörper geklappt. Sie haben allerdings nur vier Paare sichtbarer Beine. Das erste trägt Scheren. Das fünfte Beinpaar liegt versteckt in der Kiemenhöhle, ist verkürzt und hat die Funktion einer Reinigungsbürste. Der Carapax ist von dreieckiger oder ovaler Gestalt und stark kalzifiziert. Stein- und Königskrabben stammen wahrscheinlich von einsiedlerkrebsartigen Vorfahren ab. Der Hinterleib der Weibchen ist noch asymmetrisch, wie es der ihrer Ahnen in Anpassung an den Schutz durch Schneckengehäuse war.

Merkmale Die Vertreter sind krabbenähnlich. Der Exopodit des ersten Maxillipeden trägt eine Geißel. Die dritten Maxillipeden stehen am Ursprung weit auseinander. Die Scherenbeine sind symmetrisch oder asymmetrisch, gewöhnlich ist dann das rechte größer. Das Epistom ist ohne Dornen. Es gibt drei Schreitbeinpaare. Das Pleon der Weibchen ist asymmetrisch, bei Männchen ist es symmetrisch. Die Rückenplatten (Terga) sind häutig oder aus verknöcherten Platten oder Knoten aufgebaut. Der erste Somit des Pleons ist stark zurückgebildet, die anderen fünf sind gut entwickelt. Zweiter bis fünfter Pleopode sind bei Weibchen unpaar, bei Männchen fehlen sie. Uropoden sind nicht ausgebildet.

Verbreitung Stein- und Königskrabben leben hauptsächlich in den kalten Meeren, Verbreitungsschwerpunkt ist der nördliche Pazifik. Aber auch an der amerikanischen Westküste bis Patagonien, im nördlichen Atlantik und im Südpolarmeer gibt es Stein- und Königskrabben. Arten in wärmeren Meeren leben in großen Tiefen, an kalten Küsten bewohnen sie das flachere Wasser.

Vertreter der Gattung Paralomis (wie z. B. Paralomis birsteini) konnten auch auf Walstürzen nachgewiesen werden, die sie als Nahrungsquelle nutzen.Kurt de Swaaf: Leichenschmaus in der Tiefe vom 20. Februar 2016 Neue Zürcher Zeitung, abgerufen am 26. März 2023R. Aronson, K. Smith, S. Vos et al. (2015): No barrier to emergence of bathyal king crabs on the Antarctic shelf. PNAS doi:10.1073/pnas.1513962112

Viele der großen Arten, wie die Kamtschatka-Königskrabbe (Paralithodes camtschaticus), werden von Menschen gejagt und als Nahrungsquelle genutzt.

Taxonomie Die Familie der Stein- und Königskrabben umfasst zwei Unterfamilien mit insgesamt 15 Gattungen (Stand: September 2026):WoRMS taxon details. Lithodidae Samouelle, 1819 World Register of Marine Species, abgerufen am 5. September 2026

Hapalogastrinae , 1850 Acantholithodes , 1895 Dermaturus , 1850 Hapalogaster , 1850 Oedignathus , 1895 Placetron , 1892 Lithodinae , 1819 Cryptolithodes , 1848 Echidnocerus , 1842 Glyptolithodes , 1895 Lithodes , 1806 Neolithodes , 1894 Paralithodes , 1848 Paralomis , 1856 Phyllolithodes , 1848 Rhinolithodes , 1848 Sculptolithodes , 1934

Literatur H. Füller, H.-E. Gruner, G. Hartwich, R. Kilias, M. Moritz: Urania Tierreich, Wirbellose 2 (Annelida bis Chaetognatha). Urania-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-332-00502-2.

Einzelnachweise

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