mini|Werner Stötzer (2006) mini|Grab von Werner Stötzer in Altlangsow Werner Stötzer (* 2. April 1931 in Sonneberg; † 22. Juli 2010 in Altlangsow) war ein deutscher Bildhauer und Zeichner.

Leben und Werk Der Steinacher Werner Stötzer kam im Sonneberger Krankenhaus zur Welt. Er wuchs in Steinach auf und nach einer Ausbildung zum Keramikmodelleur an der Fachschule für angewandte KunstFachschule für angewandte Kunst in Sonneberg; Design in der DDR, Projekt der Stiftung Industrie- und Alltagskultur. in Sonneberg studierte er von 1949 bis 1951 an der Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar bei Martin Domke, Hans van Breek (Hans Breker) und Siegfried Tschierschky. Aufgrund der Neuausrichtung der Hochschule setzte er sein Studium von 1951 bis 1953 in Dresden an der Hochschule für Bildende Künste bei Eugen Hoffmann und Walter Arnold fort. Von 1954 bis 1958 war er Meisterschüler bei Gustav Seitz an der Deutschen Akademie der Künste. Zu den Meisterschülern dieser Zeit gehörten u. a. Manfred Böttcher und Harald Metzkes, mit denen ihn eine lebenslange Freundschaft verband, aber auch der Maler Ernst Schroeder. Nach dem Ende der Meisterschülerzeit war Stötzer vor allem freischaffender Künstler.

1974 arbeitete er an der Umsetzung des Films Der nackte Mann auf dem Sportplatz von Konrad Wolf mit, der in seiner Heimatstadt Steinach und in Steinheid aufgenommen wurde. Er übernahm darin auch selbst eine kleine Nebenrolle als Bürgermeister.

Werner Stötzer war auch lehrend tätig. So war er von 1975 bis 1978 Gastdozent an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1987 bis 1990 hatte er eine Professur mit künstlerischer Lehrtätigkeit an der Akademie der Künste der DDR inne. Ab 1978 war er ordentliches Mitglied und von 1990 bis 1993 Vizepräsident der Akademie der Künste. Dort wurde er selbst zum Mentor zahlreicher Künstler. Zu seinen Meisterschülern an der Akademie gehörten u. a. die Bildhauer Horst Engelhardt, Berndt Wilde und Joachim Böttcher, von 1989 bis 1992 der Maler und Bühnenbildner Mark Lammert.

Stötzer gehörte mit Norbert Blum, Arno Fischer, Peter Flierl (* 1929), Hans Gutheil (1931–2023), Margret Middell, Friedrich Nostitz, Solweig Steller (* 1942–2019) und Peter Voigt zum Kollektiv für die bildhauerische, bildkünstlerische und architektonische Gestaltung des Marx-Engels-Forums Berlin und erhielt mit diesem 1986 den Nationalpreis der DDR II. Klasse.

Stötzer hatte eine große Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, in der DDR u. a. von 1958 bis 1988 an sechs Deutschen Kunstausstellungen bzw. Kunstausstellungen der DDR in Dresden.

Studienreisen führten ihn unter anderem in die Tschechoslowakei (1955), die Sowjetunion (1958), nach China (1957), Ungarn, Österreich (1957), Polen und in die Schweiz.

In erster Ehe war Stötzer von 1961 bis 1992 mit der Grafikerin Renate Rauschenbach (1929–2023) verheiratet. Sie bewohnten seit der Geburt von Tochter Carla von 1961 bis 1978 ein gemeinsames Haus in Berlin-Altglienicke. Er hatte Wohnungen und Atelier in Berlin und Vilmnitz, wo er u. a. an der Reliefwand Alte Welt für das Marx-Engels-Forum arbeitete. Von 1980 bis zu seinem Tod bewohnte er zusammen mit der Bildhauerin Sylvia Hagen ein ehemaliges Pfarrhaus in Altlangsow am Rande des Oderbruchs. Aus dieser Ehe stammt der Sohn Karl Hagen-Stötzer.

Stötzer wurde auf dem Friedhof von Altlangsow beerdigt.knerger.de: Das Grab von Werner Stötzerthueringer-allgemeine.de: Erinnerungen an den Thüringer Bildhauer Werner Stötzer Artikel vom 31. Juli 2010.

Weitere Ehrungen 1962 Will-Lammert-Preis 1975 Käthe-Kollwitz-Preis 1977 Nationalpreis der DDR 1994 Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Bildhauerei 2008 Brandenburgischer Kunstpreis 2009 Ehrenbürgerwürde der Stadt Seelow

Darstellung Stötzers in der bildenden Kunst der DDR

Gerhard Kettner: Werner Stötzer (Bleistiftzeichnung, 30 × 24 cm, um 1962)

Ausstellungen (unvollständig) 1960 Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie 1963 Magdeburg, Kulturhistorisches Museum (zusammen mit Gerhard Kettner) 1964 Altenburg, Greifswald, Stralsund, Erfurt 1965 Wien, Galerie „ZB“ (zusammen mit Gerhard Kettner) 1970 Potsdam 1972 Leipzig, Dresden 1979 Rostock, Galerie am Boulevard 1982 Ravensburg 1984 Wien, Galerie Chobot 1986 Bremen, Gerhard-Marcks-Haus 1989 Berlin, Galerie im Körnerpark („Werner Stötzer. Seine Lehrer. Seine Schüler“) 1995 Zürich, World Trade Center 1996 Lago Maggiore, Vira – Gambarogno Tessin Schweiz 1998 Frankfurt am Main, Galerie Schwind 1999 Duisburg, Wilhelm Lehmbruck Museum 2000 Düsseldorf, Galerie Beethovenstraße 2001 Berlin, Galerie Leo Coppi 2002 Berlin, galerie+edition refugium 2003 Frankfurt am Main, Galerie Schwind 2004 Bremen, „Sich dem Stein stellen“, Gerhard-Marcks-Haus 2005 Dresden, Galerie Beyer 2005 Leipzig, Galerie Schwind 2006 Berlin, Akademie der Künste (Berlin), „Märkische Steine“ 2006 Dresden, Leonhardi-Museum, „Wegzeichen“ 2006 Berlin, Galerie LEO.COPPI 2009 Frankfurt am Main, Galerie Schwind 2013 Hamburg, Open-Air-Schau Figur als Widerstand am Jungfernstieg (zusammen mit Alfred Hrdlicka und Bernd Stöcker) 2020 Berlin, Kunsthandel Dr. Wilfried Karger (Skulpturen – Plastiken – Zeichnungen)

Werke (Auswahl) 1956 Sitzender Junge, Bronze 1959/60 Fragen eines lesenden Arbeiters und Lesender Arbeiter im Hof des Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden, Bronzerelief 1963 Porträt Gerhard Kettner, Bronzebüste 1965 Stehendes Paar, Carara-Marmor, 64 cm × 15 cm × 19 cm, Unikat, Privatbesitz 1965 Trauernde Frauen, Marmor-Relief 1966 Liegende (In memoriam Bobrowski), Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) 1966–1968 Bronzetür für das Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg 1967 Babi Jar, Relief und Lithografie 1970 Entwurf Bronzetür für die Thomaskirche in Erfurt 1972 Auschwitzgruppe, Marmor 1980 Bühnenbild und Masken zu Electra am Deutschen Theater Berlin 1982–84 Saale und Werra, Skulpturenpark Magdeburg 1985–86 Marmor-Reliefwand Alte Welt für das Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte 1986–87 Mutter und Kind 1988 Zigeunerin von Marzahn 1991 Große Sitzende (Internationales Bildhauersymposion Formen für Europa – Formen aus Stein in Syke) 1992 Denkmal für Johann Adam Schall von Bell, Köln 1995 Torso (für Eberhard Roters) 1996 Fliehende 1996 Undine 2002 Liegende 2010 Torso, leicht gedreht

Galerie

Zitate über Stötzer

über das eigene Schaffen

Film Werkstatt Zukunft II (DDR 1976, Regie: Joachim Hellwig)

Literatur (Auswahl) 1965 Wolfgang Hütt: Junge Bildende Künstler der DDR. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1970 Weggefährten. 25 Künstler aus der DDR. VEB Verlag für die Kunst, Dresden 1986 Werner Stötzer: Plastik und Zeichnungen. Gerhard Marcks-Stiftung, in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste der DDR 1989 Michael Nungesser: Werner Stötzer, seine Lehrer, seine Schüler. Messer-Ladwig. Im Katalog der Ausstellung in der Galerie im Körnerpark 1991 Karin Thomas: Werner Stötzer. Skulptur und Zeichnung. DuMont Buchverlag, Köln 1998 Werner Stötzer: Skulpturen und Zeichnungen 1989–1998. Galerie Schwind, ISBN 3-932830-28-8 2002 Matthias Flügge und Bernd Heise: Gedanken und Motive. edition refugium, ISBN 3-932153-11-1 2009 Werner Stötzer: Skulpturen und Zeichnungen 2009. Galerie Schwind, ISBN 3-932830-59-8 2009 DVD Atelierskizzen Werner Stoetzer. LNW Verlag Stötzer, Werner. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 932/933

Ingeborg Ruthe: Der Rest Unfassbarkeit muss bleiben. In: Berliner Zeitung, 2. April 2001; zum 70. Geburtstag

Die Sprache der Steine. In: Berliner Zeitung, 7. Juli 2008

Nachrufe

Die Spur seiner Steine. In: Berliner Zeitung, 24. Juli 2010 Peter H. Feist: Wegzeichen in Stein, Zeichnung, Wort. In: Neues Deutschland, 24. Juli 2010 Er hat dem Stein mit Hammer und Meißel etwas hinzugefügt. In: Sächsische Zeitung, 24. Juli 2010 In: Märkische Allgemeine, 24. Juli 2010 Werner Stötzer gestorben. Bildhauer der „menschlichen Figur“. n-tv.de, Samstag, 24. Juli 2010 Bildhauer Werner Stötzer gestorben. In: Hamburger Abendblatt

Weblinks

Werkverzeichnis Skulptur und Plastik beim Verein Private Künstlernachlässe im Land Brandenburg e. V. Werke von Werner Stötzer Ausgewählte Werke im öffentlichen Raum in Berlin bei Bildhauerei in Berlin Ausgewählte Arbeiten sowie detaillierte Biografie in der Galerie Schwind, Leipzig / Frankfurt am Main Werner Stötzer auf den Seiten der Akademie der Künste Werner-Stötzer-Archiv im Archiv der Akademie der Künste, Berlin https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=Werner%20%22st%C3%B6tzer%2C%20werner%22%20&index=obj-all Bildindex

Einzelnachweise

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