Allna ist ein Ortsteil der Gemeinde Weimar (Lahn) im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Geschichte Ortsgeschichte Allna wurde im Jahr 807 urkundlich als Allanaher marca (in der Gemarkung Allna) im Lorscher Codex erstmals schriftlich erwähnt und ist somit ältester Ort der heutigen Gemeinde Weimar (Lahn). Seinen Namen verdankt das Dorf dem gleichnamigen Fluss.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 1. Februar 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen Allna mit Niederweimar und Oberweimar auf freiwilliger Basis zur Großgemeinde Weimar (Lahn), zu der bis 1974 neun weitere Gemeinden hinzukamen. Für Allna wurde wie für die übrigen Ortsteile von Weimar (Lahn) ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet. Als Verwaltungssitz wurde der Ortsteil Niederweimar bestimmt.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Allna angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Gericht Oberweimar, auch genannt Reitzberg (Gericht Oberweimar bestand aus den Orten Oberweimar, Niederwalgern, Kehna, Allna, Weiershausen, Hermershausen, Cyriaxweimar, Gisselberg, Ronhauſen und Wolfshausen sowie der Hälfte von Dilschhausen und Elnhausen) ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt MarburgDie Zugehörigkeit des Amtes Marburg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Marburg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Kaldern und Reitzberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Kaldern und Reitzberg ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis MarburgVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 73 f.Trennung von Justiz (Landgericht Marburg) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Marburg ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Marburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Gemeinde Weinmar ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Weimar
Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Allna zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Allna 192 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 36 Einwohner unter 18 Jahren, 84 zwischen 18 und 49, 45 zwischen 50 und 64 und 27 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 66 Haushalten. Davon waren 9 Singlehaushalte, 12 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 156 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 26 Hausgesesse • 1630: 17 Hausgesesse einschließlich 5 Witwen. (5 dreispänniges, 5 zweispänniges, 2 einspänniges Ackerland, 5 Einläuftige) • 1681: 19 hausgesessene Mannschaften • 1746: 193 Einwohner • 1780: 21 Gemeindemänner, 4 Beisassen • 1838: Familien: 24 nutzungsberechtigte, 80 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1861: 229 evangelisch-lutherische Einwohner • 1885: 227 evangelische (= 100,00 %) Einwohner • 1961: 201 evangelische (= 91,36 %), 19 katholische (= 8,64 %) Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1746: Erwerbspersonen: ein Wagner, ein Branntweinbrenner, vier Leineweber, drei Schmiede, vier Schneider, ein Zimmermann, 7 Tagelöhner und Tagelöhnerinnen. • 1838: Familien: 23 Ackerbau, 4 Gewerbe, 7 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 80 Land- und Forstwirtschaft, 22 Produzierendes Gewerbe, 6 Handel und Verkehr, 11 Dienstleistungen und Sonstiges.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|hochkant|Evangelische Kirche Allna
Zu den Sehenswürdigkeiten Allnas zählt die 1782 erbaute Evangelische Kirche Allna, eine Fachwerkkirche. Die beiden Glocken sind wesentlich älter.Tafel an der Kirche
Am heutigen Bürgerhaus steht ein mittelalterliches Steinkreuz – das sogenannte Sühnekreuz oder Kreppelstein. Es stand ehemals ca. 800 m nördlich von Allna an der Straße Richtung Hermershausen (Abzweig Weiershausen).H. Riebeling: Steinkreuze und Kreuzsteine in Hessen, 1977, S. 114–115
Vereine In Allna existiert eine Freiwillige Feuerwehr mit 22 aktiven Mitgliedern unter der Leitung des Wehrführers Marco Wagner und dessen Stellvertreter Michael Nagy, sowie eine Jugendfeuerwehr, welche zusammen mit Jugendlichen aus Weiershausen arbeitet und zehn Mitglieder zählt, ein Reitverein sowie ein Gemischter Chor.
Literatur
Weblinks
Ortsteil Allna. In: Webauftritt der Gemeinde Weimar (Lahn).
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf Kategorie:Geographie (Weimar (Lahn)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971