mini|ITFS-Logo mit dem Maskottchen Trixi

Das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart, kurz ITFS, ist ein Festival für Animationsfilme, -games und -projekte. Als größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland und eine der größten weltweit ist es ein Treffpunkt für nationale und internationale Filmschaffende der Animationsbranche. Organisiert wird es von der Film- und Medienfestival gGmbH mit Sitz in Stuttgart.

Das Festival findet jährlich im Frühjahr statt und präsentiert an jeweils sechs Tagen Kurz- und Langfilme in Wettbewerben sowie out-of-competition, Talks, Workshops, Open-Air-Veranstaltungen und Networking-Events in der Stuttgarter Innenstadt. Das Programm richtet sich sowohl an professionelle Animationsfilmschaffende und Studierende aus dem Film- und Kreativbereich als auch an kulturinteressiertes Publikum, Kinder, Jugendliche und Familien.

Geschichte 1982 fand das Festival zum ersten Mal unter dem Namen Stuttgarter Trickfilmtage statt. Initiiert von der Kunstakademie Stuttgart und Prof. Albrecht Ade, dem späteren Gründer der Filmakademie Baden-Württemberg, sowie dem Kommunalen Kino Stuttgart, fand es daraufhin zunächst im Zweijahresrhythmus im Kommunalen Kino und im Landespavillon statt.

1987 wurde der Verein „Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart e. V.“ gegründet; 1988 fand das Festival erstmals unter seinem neuen Namen in der Alten Reithalle statt. Mit den Jahren kamen immer weitere Spielstätten dazu, darunter die Filmakademie, das Theater im Depot, das Haus der Wirtschaft, das Spiegelzelt als beliebter Treffpunkt und viele weitere. Im Jahr 2000 erfolgte die Gründung der Film- und Medienfestival gGmbH als neue Trägergesellschaft des ITFS. Seit 2006 findet das Festival im jährlichen Turnus statt. Die LED-Leinwand auf dem Stuttgarter Schlossplatz wurde erstmals 2011 aufgebaut.

Zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 und in den Folgejahren wurde das Festival ausschließlich online durchgeführt. Nach einer hybriden Phase, in der das Festival in die Stuttgarter Innenstadtkinos und auf den Schlossplatz zurückkehrte, aber einen Livestream sowie die Wettbewerbsfilme in einer Mediathek anbot, findet das ITFS heute ausschließlich vor Ort statt, mit Ausnahme einer digitalen Plattform für Presse und Fachpublikum.

Seit 2023 treten die parallel stattfindenden Veranstaltungen ITFS, der Koproduktionsmarkt Animation Production Days (APDs) und die Konferenz FMX – Film and Media Exchange (organisiert von der Filmakademie Baden-Württemberg) gemeinsam auf als Stuttgart Animated Week.

Geleitet wird das Festival seit 2024 von den Geschäftsführerinnen der Film- und Medienfestival gGmbH, Annegret Richter und Heike Mozer.

Profil Das Trickfilm-Festival Stuttgart bildet sämtliche Bereiche der deutschen und internationalen Animation in einem umfangreichen Programm ab, darunter sind Kurz- und Langfilme, Computerspiele, Projekte, Präsentationen, Workshops und Events.

Wettbewerbe Im Zentrum des Festivals stehen die Wettbewerbe: In vier Kurzfilm- und einem Langfilmwettbewerb laufen zeitgenössische Animationsfilme von internationalen Regisseur*innen, Studios, Film- und Kunsthochschulen. In den Projektwettbewerben wird das beste deutsche animierte Game gesucht sowie das innovativste und wegweisendste Geschäftsmodell für ein Projekt oder Unternehmen der Animationsbranche.

Insgesamt vergeben die Jurys Preisgelder in Höhe von 60.000 Euro. Der Grand Prix – der Preis für den besten Kurzfilm in der ITFS International Competition – qualifiziert automatisch für die Longlist der Academy Awards (Oscars).

Filmpreise ITFS International Competition – aktuelle Kurzfilme ITFS Student Competition – Kurzfilme von Studierenden ITFS Tricks for Kids Competition – Kurzfilme für Kinder ITFS Trickstar Nature Award – Kurzfilme zu den Themen Umwelt und Natur ITFS AniMovie Competition – aktuelle Langfilme

Projektpreise Animated Games Award Germany – deutsche Computerspiele Trickstar Business Award – Projekte und Geschäftsmodelle im Bereich Animation

Eine Auswahl der besten Filme, inklusive der Preisträgerfilme, kann ab Herbst nach dem Festival von Kinos und Kulturveranstaltenden gebucht und gezeigt werden.

Special Programme Auch außerhalb der Wettbewerbe laufen in den Innenstadtkinos thematisch kuratierte Kurzfilmprogramme und Langfilme.

GameZone In der kostenlosen GameZone werden jährlich die nominierten Spiele für den Animated Games Award Germany ausgestellt und können – neben anderen Hochschulprojekten – gespielt werden.

Open Air Schlossplatz Das kostenlose Open-Air-Kino auf dem Schlossplatz ist das Wahrzeichen/Aushängeschild des Festivals und lockt jährlich zehntausende Passant*innen an. Jeweils von Mittwoch bis Sonntag laufen in der Festivalwoche Kurzfilme sowie ausgewählte animierte Indie-Langfilme und Blockbuster für Kinder und Erwachsene.

Insights Als Treffpunkt für die internationale Animationsbranche und angehende Profis bietet das ITFS in Präsentationen, Talks und Lectures Einblicke in die Entstehung aktueller Produktionen an und lädt renommierte Filmschaffende für Master Classes nach Stuttgart.

Young ITFS Einen Schwerpunkt legt das Festival auf die Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien, Schulen und Kitas. Neben den Kurzfilmen im ITFS Tricks-for-Kids-Wettbewerb können die jungen Besucher*innen in Workshops und Mitmachaktionen selbst kurze Animationsclips erstellen und lernen die Filmemacher*innen kennen.

Preisträger ITFS International Competition Grand Prix 2007 La memoria dei cani von Simone Massi, Italien 2008 Franz Kafka Inaka Isha von Kōji Yamamura, Japan 2009 Muto von Blu, Italien 2010 A family portrait von Joseph Pierce, Vereinigtes Königreich 2011 The External World von David O’Reilly, Deutschland 2012 Posledny Autobus (The last bus) von Martin Snopek und Ivana Lauĉiková, Slowakei 2013 Oh Willy … von Emma de Swaef und Marc James Roels, Belgien, Frankreich, Niederlande 2014: Through the Hawthorn… von Anna Benner, Pia Borg, Gemma Burditt, Vereinigtes Königreich 2015: Le sens du toucher von Jean-Charles Mbotti Malolo, Frankreich 2016: Kaputt von Alexander Lahl und Volker Schlecht, Deutschland 2017: Figury niemozliwe i inne historie II (Impossible Figures and Other Stories II) von Marta Pajek, Polen 2018: Neko No Hi (Cat Days) von Jon Frickey, Deutschland/Japan 2019: Bloeistraat 11 von Nienke Deutz, Belgien/Niederlande 2020: Acid Rain von Tomek Popakul, Polen 2021: Precieux von Paul Mas, Frankreich 2022: Bestia von Hugo Covarrubias, Chile 2023: Koerkorter von Priit Tender, Estland 2024: 27 von Flóra Anna Buda, Frankreich/Ungarn 2025: Butterfly (Papillon) von Florence Miailhe, Frankreich 2026: Im Auto Tapes und Butterbrot von Kiana Naghshineh, Deutschland/Frankreich

Lotte Reiniger Förderpreis für Animationsfilm 2010: Sam’s Hot Dogs von David López Retamero, Vereinigtes Königreich 2011: The Boy Who Wanted to Be a Lion von Alois di Leo, Vereinigtes Königreich 2012: Heldenkanzler von Benjamin Swiczinsky, Deutschland 2013: Kara no tamago (A Wind Egg) von Ryo Okawara, Japan 2014: Home von Luiz Stockler, Vereinigtes Königreich 2015: The Bigger Picture von Daisy Jacobs, Vereinigtes Königreich 2016: Afternoon Class von Seoro Oh, Süd-Korea 2017: Untamed von Juliette Viger, Dänemark 2018: Enough von Anna Mantzaris, Großbritannien 2019: Animals von Tue Sanggard, Dänemark 2020: Kujiranoyu („Bath House of Whales“) von Mizuki Kiyama, Japan 2021: Have a Nice Dog! von Jalal Maghout, Deutschland, Syrien 2022: L’Immoral / The Immoral von Ekin Koca, Frankreich 2023: Zoon von Jonatan Schwenk, Deutschland 2024: Dodo von Yi Luo, Deutschland 2025: Hunting von Lea Favre, Schweiz 2026: Antonio von Daniela Zottola und Elisa Fanais, Italien

Audience Award Jahr 1. Preis 2. Preis 3. Preis 1996 Quest von Tyron Montgomery und Thomas StellmachKilling Heinz von Stefan Eling 1998 Death and the Mother von Ruth LingfordThe Devil Went Down to Georgia von Mike JohnsonWheel of Life von Vera Neubauer 2000 Tony’s Playstation von Stefan Eling 2002 Father and Daughter von Michael Dudok de WitKövek (Stones) von Ferenc CakóHessi James von Johannes Weiland 2004 In-Saeng (The Life) von JunKi KimInstinkt von Rao HeidmetsPost Card von Anna Matysik 2006 Ego Sum Alpha et Omega von Jan-Peter MeierKutoja – The Last Knit von Laura NeuvonenHeartstopper von David Lea 2007 Migration Assistée von Pauline Pinson 2008 Isabelle au bois dormant von Claude Cloutier 2009 Skhizein von Jérémy Clapin 2010 Sinna Mann („Angry Man“) von Anita Killi 2011 The Lost Thing von Andrew Ruhemann und Shaun Tan 2012 Atlas von Aike Arndt 2013 Junkyard von Hisko Hulsing 2014 Mr Hublot von Alexandre Espigares und Laurent Witz 2015 One of a Kind von Rok Predin 2016 Paniek! von Joost Lieuwma, Daan Velsink 2017 Our Wonderful Nature – The Common Chameleon von Tomer Eshed 2018 Negative Space von Ru Kuwahata, Max Porter 2019 Mind my mind von Floor Adams 2020 Uzi (Ties) von Dina Velikovskaya 2021 Only a Child von Simone Giampaolo, Schweiz 2022 Bis zum letzten Tropfen / To the last Drop von Simon Schnellmann, Deutschland 2023 Pasajero / Passenger von Juan Pablo Zaramella, Argentinien 2024 Mee and Burd von Greg Mcleod, Vereinigtes Königreich 2026 Im Auto Tapes und Butterbrot / With tapes and toasts in the car von Kiana Naghshineh, Deutschland/Frankreich

ITFS Tricks for Kids Competition 1998: L’Enfant au grelot (Charlie’s Christmas) von Jacques-Rémy Girerd, Frankreich 2000: Saltkvernen (The Salt Mill) von Pjotr Sapegin, Norwegen 2004: Nuit d’orage (Stormy Night) von Michèle Lemieux, Kanada 2006: Olis Chance von Johannes Weiland und Saschka Unseld, Deutschland 2007: Zhiharka von Oleg Uzhinov, Russland 2008: The Curse of the Skull Rock von Ben Smith, Vereinigtes Königreich 2009: The Happy Duckling von Gili Dolev, Deutschland/Vereinigtes Königreich 2010: Der Grüffelo von Jakob Schuh und Max Lang, Vereinigtes Königreich 2011: Ente, Tod und Tulpe von Matthias Bruhn, Deutschland 2012: Zing von Kyra Buschor und Cynthia Collins, Deutschland 2013: „Schrecken ohne Ende“ (Nearest and Dearest) von Michael Sieber und Max Stöhr, Deutschland 2014: L’Automne de Pougne (Poppety in the Fall) von Pierre-Luc Granjon und Antoine Lanciaux, Frankreich 2015: Neige (Snow) von Antoine Lanciaux und Sophie Roze, Frankreich 2016: Alike von Daniel Martínez Lara, Nicolás Matji 2017: Når jeg hører fuglene synge (When I Hear the Birds Sing) von Trine Vallevik Håbjørg, Norwegen 2018: Kokosha (Coco’s Day) von Tatiana Moshkova, Russland 2019: The Kite (Sarkan) von Martin Smatana, Tschechien/Slowakei 2020: La vie de château (My Life in Versailles) von Nathaniel H’limi, Clémence Madeleine-Perdrillat, Frankreich 2021: Roberto von Carmen Córdoba González, Spanien 2022: The most boring Granny in the whole world von Damaris Zielke, Deutschland 2023: Elegy of Elephant von Sergio Lu, China 2024: Preis für den besten animierten Kurzfilm für Kinder: #doudouchallenge von Alexandra Delaunay-Fernandez, Julie Majcher, Marine Benabdallah-Crolais, Noémie Segalowicz, Scott Pardaillhe-Galabrun, Sixtine Emerat, Frankreich Tricks for Kids Publikumspreis: The Mystery of Missing Socks von Oscar Lehemaa, Estland 2025: Amen von Avril Zundel, Bettina Demarty, Kimié Maingonnat, Laurène Perego, Louise Poulain, Orphée Coutier, Frankreich 2026: The Naughty Seat von David Johnson, Vereinigtes Königreich

ITFS Student Competition 2006: Overtime von Oury Atlan, Damien Ferrié und Thibault Berland, Frankreich 2007: Beton von Ariel Belinco und |Michael Faust, Israel 2008: 1977 von Peque Varela, Vereinigtes Königreich 2009: O Ponožkách a Láske („About Socks and Love“) von Michaela Čopíková, Slowakei 2010: Parade von Pierre-Emmanuel Lyet, Frankreich 2011: Bottle von Kirsten Lepore, Vereinigte Staaten 2012: The Making of Longbird von Will Anderson, Vereinigtes Königreich 2013: Eine Murul (Breakfast on the Grass) von Erik Alunurm, Mari Pakkas, Mari Liis Rebane, Mihkel Reha, Estland