mini|Militärflagge zur See der Polnischen Marine mini|Galeone Smok, das erste polnische Kriegsschiff, erbaut 1572
Die Kriegsmarine der Republik Polen (poln.: Marynarka Wojenna Rzeczypospolitej Polskiej) ist die Seestreitmacht der Republik Polen. Sie sind eine Teilstreitkraft der polnischen Streitkräfte (Siły Zbrojne Rzeczypospolitej Polskiej). Historisch spielte die polnische Kriegsmarine besonders im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle bei der Rückschlagung des deutschen Angriffskrieges unter anderem mit Seekämpfen im Atlantik, dem Mittelmeer und vor der Normandie.
Geschichte Anfänge Schon im Mittelalter gab es einige Flussschiffe, die den Handel beschützen sollten. Auf das offene Meer wurde diese Flotte erst im 15. Jahrhundert ausgedehnt, als einige polnische Freibeuter 1463 die Flotte des Deutschen Ordens besiegten. Ab 1601 wurde eine geregelte Flotte aufgebaut, die 1627 einen Teil der schwedischen Flotte bei Kloster Oliva besiegte. Die Polnischen Teilungen beendeten die Existenz einer eigenständigen polnischen Marine.
Das Herzogtum Kurland, das Teil des polnischen Königreiches war, besaß eine eigene Marine, mit der es sogar Kolonien am Fluss Gambia (James Island) und in Amerika (siehe Kurländische Kolonialgeschichte) aufbauen konnte.
Marine des unabhängigen Polen
Die moderne Marine des unabhängigen Polens wurde nach dem Ersten Weltkrieg gegründet. Ihr Umfang war aber wegen finanzieller Einschränkungen, unter anderem wegen der Weltwirtschaftskrise, nie besonders groß. Sie bestand 1939 aus fünf U-Booten, vier Zerstörern und einigen kleineren Fahrzeugen. Von 1925 bis zum faktischen Ende der Existenz der Marine durch die Niederlage gegen Deutschland und die Sowjetunion im Herbst 1939 war Józef Unrug (Joseph Freiherr von Unruh) Chef der polnischen Marine. Die polnische Marine konnte sich bei Beginn des Zweiten Weltkriegs teilweise in Sicherheit bringen; diese Schiffe bildeten dann den Kern der Kriegsmarine der polnischen Exilregierung und schlossen sich den Alliierten an.
Rolle im Zweiten Weltkrieg Kurz vor dem Ausbruch des Krieges waren drei polnische Zerstörer, Błyskawica, Burza und Grom (während der vom Befehlshaber der polnischen Marine, Józef Unrug, befohlenen Operation Peking) nach Großbritannien ausgelaufen. Später schlossen sich ihnen die U-Boote Orzeł („Adler“) und Wilk („Wolf“) an, die der deutschen Kriegsmarine entkommen waren. Józef Unrug kam wie die übrigen polnischen kapitulierenden Streitkräfte in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Seit 1940 wurde die neue polnische Marine weiter ausgebaut. Zu diesem Zweck wurden Schiffe von der Royal Navy gepachtet. 1945 bestand sie aus 4000 Matrosen auf 15 Schiffen (ein Leichter Kreuzer, sechs Zerstörer, drei U-Boote und fünf Schnellboote) mit insgesamt über 18.000 Tons. Im Laufe des Krieges setzte die polnische Marine 27 Schiffe (zwei Kreuzer, neun Zerstörer, fünf U-Boote und elf Schnellboote) ein.
Polnische Schiffe haben an der Seite der britischen und später auch der amerikanischen Marine an zahlreichen Operationen teilgenommen: Im Mai 1940 in der Region Narvik im Rahmen des Unternehmens Weserübung und beim Abtransport der britischen Einheiten aus Dünkirchen (Operation Dynamo); 1941 bei der „Jagd auf das deutsche Schlachtschiff Bismarck“ (Unternehmen Rheinübung); vor allem aber bei der Schlacht um den Atlantik, die von 1940 bis 1944 andauerte, beim Geleitschutz von Konvois nach Murmansk und Malta; 1944 bei der Landung in der Normandie. Insgesamt wirkten sie mit bei 665 Gefechten zum Schutz von 787 Konvois, versenkten zwölf feindliche Kriegsschiffe (darunter fünf U-Boote) und 41 weitere Schiffe, beschädigten 24 Kriegsschiffe (darunter acht U-Boote). Darüber hinaus unterstützten 36 polnische Handelsschiffe, die bei Kriegsausbruch 1939 auf hoher See unterwegs waren und zusammen über rund 117.000 BRT verfügten, die Alliierten bei Transporten über die Weltmeere.
Warschauer Pakt mini|Zerstörer Warszawa II Nach dem Krieg kehrten die verbliebenen Schiffe nach Polen zurück, wo sie dann als Teil der Marine der Volksrepublik Polen die Ostsee für die Warschauer Vertragsorganisation absicherten. Für den Kriegsfall mit der NATO war vorgesehen, dass die polnischen Streitkräfte dänische Inseln wie Bornholm besetzen sollten, was zur Folge hatte, dass die polnische Marine eine beachtliche Anzahl von Landungsbooten besaß.
1989 verfügte die Marine über vier U-Boote, einen Zerstörer der Kaschin-Mod-Klasse (Warszawa), eine Fregatte, vier Korvetten, zwölf Lenkwaffenboote, 62 Patrouillenboote (teilweise auch unter Führung der Küstenwache), 23 Landungsschiffe der Polnocny-Klasse, 19 Landungsfahrzeuge, 24 Minenabwehrschiffe und 21 Hilfsschiffe.
NATO Seit dem Beitritt Polens zur NATO 1999 nahm die polnische Marine an mehreren NATO-Operationen teil, wie der Operation Active Endeavour, dem Zweiten und Dritten Golfkrieg. Die polnische Marine hatte ursprünglich sieben Korvetten der Klasse MEKO A-100 bestellt, die auf der Marinewerft in Gdynia gebaut werden sollen. Aufgrund der Wirtschaftskrise, die den Rüstungsetat schmälerte, musste das Beschaffungsvorhaben im Jahre 2012 auf zwei Korvetten zusammengestrichen werden.globaldefence.net: Polen: Ende des Projekt „Gawron“, abgerufen am 10. April 2012. Der Stapellauf des ersten Schiffes, der Ślązak („Schlesier“), erfolgte 2015.Polnische Marine: Taufe einer neuen Korvette (mit Fotos des Schiffes vor dem Stapellauf), abgerufen am 12. April 2016.
Organisation Die höchste Militärbehörde der polnischen Streitkräfte ist der Generalstab der Polnischen Armee (Sztab Generalny Wojska Polskiego (SG WP)) in Warschau. Dem Generalstab unterstehen zwei eigenständige Kommandos. Das Allgemeine Kommando der Polnischen Streitkräfte (Dowództwo Generalne Rodzajów Sił Zbrojnych (DG RSZ)) ist mit der Bereitschaft der Kräfte beauftragt. Das Inspektorat des Heeres untersteht dieser Behörde. Das Einsatzführungskommando der Polnischen Streitkräfte (Dowództwo Operacyjne Rodzajów Sił Zbrojnych (DO RSZ)) ist für die Militäroperationen zuständig, diesem untersteht das Zentrum für Landoperationen.
Ministerium der Nationalen Verteidigung (Ministerstwa Obrony Narodowej (MON)) (Warschau) Generalstab der Polnischen Armee (Sztab Generalny Wojska Polskiego (SG WP)) (Warschau) Allgemeines Kommando der Polnischen Streitkräfte (Dowództwo Generalne Rodzajów Sił Zbrojnych (DG RSZ)) Inspektorat der Marine (Inspektorat Marynarki Wojennej) Einsatzführungskommando der Polnischen Streitkräfte (Dowództwo Operacyjne Rodzajów Sił Zbrojnych (DO RSZ)) (Centrum Operacji Morskich - Dowództwo Komponentu Morskiego (COM - DKM)) (Gdynia Marinestützpunkt) Die Verbände der Marine sind dem Allgemeinen Kommando der Polnischen Streitkräfte unterstellt. Nach Bedarf werden Einheiten von denen dem Einsatzführungskommando der Polnischen Streitkräfte unterstellt und in der Marinekomponente für Operationen integriert.
Das Hauptquartier der Marine ist in Gdynia. Der Teilstreitkraft unterstehen zwei Flottillen sowie die Marineflieger-Brigade.MARYNARKA WOJENNA (engl.), Einheiten der polnischen Marine (abgerufen am 14. Oktober 2017)
Einsatzführungskommando Einsatzführungskommando der Polnischen Streitkräfte (Dowództwo Operacyjne Rodzajów Sił Zbrojnych (DO RSZ)) Zentrum für Seeoperationen - Kommando der Marinekomponente (Centrum Operacji Morskich - Dowództwo Komponentu Morskiego (COM - DKM)) (Gdynia Marinestützpunkt) (einzelne polnische Militärkontingente (Polskie Kontyngenty Wojskowe (PKW)) nach Operationen)
Allgemeines Kommando Allgemeines Kommando der Polnischen Streitkräfte (Dowództwo Generalne Rodzajów Sił Zbrojnych (DG RSZ)) (Warschau) Inspektorat der Marine (Inspektorat Marynarki Wojennej) 3. Schiffsflottille „Kommodore Bolesław Romanowski“ (3. Flotylla Okrętów im. kmdr Bolesława Romanowskiego) (Gdynia Marinestützpunkt) Unterseeschiffsdivision (Dywizjon Okrętów Podwodnych) (Gdynia Marinestützpunkt) 1 Uboot von Projekt 877E „Kilo“: ORP 291 „Orzeł“ 4 ex-norwegische Uboote von der „Kobben“-Klasse: ORP 294 „Sokół“, ORP 295 „Sęp“, ORP 296 „Bielik“, ORP 297 „Kondor“ Gdynischer Kampfschiffsdivision (Gdyński Dywizjon Okrętów Bojowych) (Gdynia Marinestützpunkt) 2 ex-US Fregatten von der „Olivier Hazard Perry“-Klasse: ORP 272 „Pułaski“ und ORP 273 „Kościuszko“ 3 ex-DDR Korvetten von der „Sassnitz“-Klasse (Projekt 660): ORP 421 „Orkan“, ORP 422 „Piorun“, ORP 423 „Grom“ 1 Korvette von der „Kaszub“-Klasse (Projekt 620): ORP 240 „Kaszub“ Unterstützungsschiffsdivision (Dywizjon Okrętów Wsparcia) (Gdynia Marinestützpunkt) 2 Rettungsschiffe von Projekt 570 – ORP 281 „Piast“ und ORP 282 „Lech“ 2 Rettungsboote von Projekt B823 – ORP R-14 „Zbyszko“ und R-15 Maćko 1 Schulugsschiff von Projekt 888: ORP 251 „Wodnik“ Küstenrettungsgruppe (Brzegowa Grupa Ratownicza) Aufklärungsschiffsgruppe (Grupa Okrętów Rozpoznawczych) (Gdynia Marinestützpunkt) 2 Schiffe für radioelektronische Aufklärung von Projekt 863: ORP 262 „Nawigator“ und ORP 263 „Hydrograf“ Seelenkflugkörpereinheit „Kommodore Zbigniew Przybyszewski“ (Morska Jednostka Rakietowa im. kmdr Zbigniewa Przybyszewskiego) (Siemirowice) Stabsbatterie, 2 Feuerabteilungen mit norwegischen Naval Strike Missile Seezielflugkörper und 1 Unterstützungsabteilung 9. Flugabwehrabteilung (9. Dywizjon Przeciwlotniczy) (Ustka) - Grom MANPADS Flugabwehrraketen und S-60 Flugabwehrkanonen 43. Marinepionierbataillon (43 Batalion Saperów Marynarki Wojennej) (Rozewie) Militärhafenkommandatur „Brigadegeneral Stanisława Dąbka“ Gdynia (Komenda Portu Wojennego im. gen. bryg. Stanisława Dąbka - Gdynia) Basierungspunkt Hel (Punkt Bazowania Hel) Division Hydrographischer Unterstützung der Marine (Dywizjon Zabezpieczenia Hydrograficznego MW) (Gdynia Marinestützpunkt) 2 Hydrographische Schiffe von Projekt 874: ORP 265 „Heweliusz“ und ORP 266 „Arctowski“ 1 Segelschulungsschiff von Projekt B79/II: ORP 253 „Iskra“ Hydrographische Bootgruppe (Grupa Kutrów i Motorówek) mit K-4 und K-10; M-38, M-39 und M-40 hydrographische Boote Segelnschulungspunkt der Marine (Ośrodek Szkolenia Żeglarskiego Marynarki Wojennej) (Gdynia Marinestützpunkt) Kontrollen- und Vermessungsplatz der Marine(Poligon Kontrolno-Pomiarowy Marynarki Wojennej) (Gdynia-Oksywie) Marineklub „Riwiera“ (Klub Marynarki Wojennej "Riwiera") (Gdynia Marinestützpunkt) Redaktionsverlag der Marine (Zespół Redakcyjno-Wydawniczy MW) (Gdynia Marinestützpunkt) Museumsschiff „Błyskawica“ (Okręt-Muzeum ORP "Błyskawica") 8. Küstenverteidigungsflottille „Vizeadmiral Kazimierz Porębski“ (8. Flotylla Obrony Wybrzeża im. wiceadm. Kazimierza Porębskiego) (Świnoujście) 2. Transport- und Minenlegerschiffsdivision (2. Dywizjon Okrętów Transportowo-Minowych) (Świnoujście) 5 Panzerlandungs- und Minenlegerschiffe des Projekts 767: ORP 821 „Lublin“, ORP 822 „Gniezno“, ORP 823 „Kraków“, ORP 824 „Poznań“, ORP 825 „Toruń“ 1 Minenabwehrführungsschiff des Projekts 130-Z: ORP 511 „Kontradmirał Xawery Czernicki“ 3 Landungsboote des Projekts 716 12. Wolinische Minenräumbootdivision (12. Woliński Dywizjon Trałowców) (Świnoujście) 12 Minenräumboote des Projekts 207P (Gardno): ORP 631 „Gardno“, ORP 632 „Bukowo“, ORP 633 „Dąbie“, ORP 634 „Jamno“, ORP 635 „Mielno“, ORP 636 „Wicko“, ORP 637 „Resko“, ORP 638 „Sarbsko“, ORP 639 „Necko“, ORP 640 „Nakło“, ORP 641 „Drużno“, ORP 642 „Hańcza“ 2 Kleinminenräumboote von Projekt B410-IVS: ORP 625 „TR-25“ und ORP 626 „TR-26“ Minenräumtauchergruppe (Grupa Płetwonurków-Minerów) 13. Minenräumbootdivision „Flottenadmiral Andrzej Karwety“ (13. Dywizjon Trałowców im.adm floty Andrzeja Karwety) (Gdynia Marinestützpunkt) 6 Minensuchboote des Projekts 258 (Kormoran II) im Zulauf 4 Minenräumboote des Projekts 207M (Mamry): ORP 643 „Mamry“, ORP 644 „Wigry“, ORP 645 „Śniardwy“, ORP 646 „Wdzydze“ Minenräumtauchergruppe (Grupa Płetwonurków-Minerów) 8. Flugabwehrabteilung (8. Dywizjon Przeciwlotniczy) (Dziwnów) - Grom MANPADS Flugabwehrraketen und S-60 Flugabwehrkanonen