mini|Wache der Berufsfeuerwehr Bozen Die Feuerwehren in Südtirol sind hauptsächlich als Freiwillige Feuerwehren innerhalb des Landesverbands der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols organisiert. Diese gewährleisten flächendeckend in ganz Südtirol den Personen- und Sachschutz bei Bränden und anderen Notfällen.

Im übrigen Italien gibt es eine staatliche Feuerwehr, die aus hauptamtlichem und freiwilligem Personal besteht. Die freiwilligen Feuerwehrleute unterstützen hier bei Bedarf die Berufsfeuerwehr, in vielen Fällen sind sie neuerdings jedoch auch für Feuerwachen umfänglich verantwortlich.

Organisation mini|Brandübungshaus der Landesfeuerwehrschule in Vilpian Die Feuerwehren gliedern sich in:

306 Freiwillige Feuerwehren 1 Berufsfeuerwehr in Bozen, stellt auch die Flughafenwache am Flughafen Bozen 3 Betriebsfeuerwehren

Insgesamt haben die Freiwilligen Feuerwehren rund 19.000 Mitglieder. Davon sind etwa 13.600 aktive Feuerwehrleute und deutlich über 1.900 in Feuerwehrjugendgruppen gemeldet. Zusätzlich zählen auch noch Ehrenmitglieder, Mitglieder außer Dienst und Fahrzeugpatinnen als Mitglieder. Die Berufsfeuerwehr Bozen weist einen Personalstand von 150 Mitarbeitern auf.

Aus dem gesetzlichen Auftrag heraus (Landesgesetz Nr. 15 vom 18. Dezember 2002) ist die Feuerwehr so organisiert, dass sie innerhalb von maximal 5 bis 10 Minuten einen Einsatzort erreichen kann. Das wird durch die vielen Freiwilligen Feuerwehren in den einzelnen Orten erreicht. Als jüngste Feuerwehr wurde die Feuerwehr von Pfatten bei Leifers im Dezember 2005 gegründet. Somit hat jede Gemeinde Südtirols mindestens eine Feuerwehr.

Die Südtiroler Freiwilligen Feuerwehren werden des Weiteren in Abschnitte, in Bezirke und in einen Landesverband gegliedert.

Die Finanzierung der örtlichen Feuerwehr erfolgt durch die öffentliche Hand, Spendenorientierte Veranstaltungen (z. B. Feuerwehrfeste) und private Spenden. Überörtliche Einrichtungen werden nur mit öffentlichen Mitteln finanziert.

Der Notruf 112 (seit 17. Oktober 2017 – zuvor 115) aller neun Bezirksverbände ist zur Landesnotrufzentrale in Bozen geschaltet, die dann je nach Alarmstufe und dazugehörigem Alarmplan die einzelnen Feuerwehren per Funkmeldeempfänger, Sirene, oder Smartphone-App (Pocsag Südtirol) verständigt. Die alten Notrufnummern 115 und 118 bleiben erhalten.

Der Landesverband der Freiwilligen Feuerwehren Südtirols betreibt in Vilpian zwischen Bozen und Meran die Landesfeuerwehrschule.

Nachfolgend eine Auswahl an Wachen freiwilliger Feuerwehren in Südtirol:

Geschichte Bereits seit dem 15. Jahrhundert sind im Südtiroler Raum Brandschutzmaßnahmen bezeugt. Beispielsweise erließ Herzog Sigismund von Tirol-Österreich für die Stadt Bozen detaillierte städtische Feuerlöschordnungen in den Jahren 1461 und 1470.Franz Huter: Das ältere Bozner Feuerlöschwesen bis zur Einführung der Feuerspritze. In: Tiroler Heimat, N.F. 2 (1929), S. 127–143. Die Brandschutzmaßnahmen wurden in den einzelnen städtischen Vierteln von eigenen Mannschaften übernommen.

Die ersten modernen Feuerwehren in Südtirol wurden in den Jahren 1864 in Bruneck, 1868 in Meran und 1872 in Brixen als Freiwillige Feuerwehren gegründet. In Bozen geht die erste neuere Feuerlöschanstalt auf die Feuerlöschordnung aus dem Jahr 1827 zurückgeht; sie wurde mit dem Turnverein Bozen 1862 (zuerst einer der größten Turnvereine Österreich-Ungarns) von Anton Schiestl, einem Innsbrucker Turnlehrer, gegründet. Zwei Jahre später gab es in diesem Turnverein, wie in vielen anderen Orten, eine Turnerfeuerwehr. Sie wurde allerdings bald wieder aufgelöst. Dadurch waren nur die drei vorgenannten Städte Gründungsmitglieder des Tiroler Landesfeuerwehrverbandes, der 1872 gegründet wurde und Dachverband für alle Süd-, Ost- und Nordtiroler Feuerwehren war. Die Genehmigung durch die Innsbrucker Statthalterei aus dem Jahr 1873 enthielt unter anderem auch die Bestimmungen für die Befehlsgewalt am Einsatzort oder die Uniformierung. Die Uniformen mussten sich von der Heeresuniform deutlich unterscheiden. Es war auch verboten, militärähnliche Distinktionen wie z. B. Sterne zu tragen.Manfred Mischinger: Die österreichischen Feuerwehrhelme. ADJUTUM-Verlag, 2006. ISBN 3-200-00574-2 In Bozen wurde im selben Jahr auch wieder eine neue Freiwillige Feuerwehr gegründet.Geschichte der Berufsfeuerwehr Bozen abgerufen am 8. April 2022

Durch den Vertrag von Saint-Germain mussten die Südtiroler Feuerwehren aus dem Landesfeuerwehrverband ausscheiden. Durch Umstellung auf die italienische Verwaltung mussten nach einem Rundschreiben vom 14. November 1923 auch die Feuerwehren Italienisch als Kommandosprache verwenden. Auch das Tragen der österreichischen Kappen wurde verboten. Stattdessen wurden Tellerkappen eingeführt. Am 9. Juni 1925 wurden die Freiwilligen Feuerwehren per Dekret der faschistischen Regierung endgültig aufgelöst, ihre Ausrüstung ging in das jeweilige Gemeindeeigentum über.Hans Schneider: Feuerwehren in Südtirol. In: Brandaus 12, 1979, S. 380. Nur sieben Berufsfeuerwehren sollten den Brandschutz in ganz Südtirol gewährleisten (Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Sterzing und Neumarkt). Da dies durch die damaligen Straßenverhältnisse in der Praxis nicht möglich war, boten die freiwilligen Feuerwehrmänner ihre Hilfe an, was aber von den italienischen Behörden nur stillschweigend geduldet wurde. Im Jahr 1941 wurden die Südtiroler Feuerwehren in den „Corpo nazionale dei vigili del fuoco“ als 15. Provinzkommando eingegliedert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu ersten Autonomieverhandlungen und einem Abkommen zwischen Italien und Österreich (Gruber-De-Gasperi-Abkommen). Im Jahr 1954 fielen die Feuerwehrzuständigkeiten wieder an die Gemeinden zurück. Die Feuerwehren erhielten nun durch die Gemeindeautonomie ihre Selbstverwaltung. Im Jahr 1955 wurde der heutige Landesfeuerwehrverband Südtirol gegründet. Alle Berufsfeuerwehren, außer jener in Bozen, wurden aufgelöst, sodass heute der Brandschutz, ähnlich dem österreichischen, wieder auf freiwilliger Basis steht. Mit dem Südtiroler Autonomiestatut aus dem Jahr 1972 wurde das 15. Provinzkommando wieder abgeschafft und das Feuerwehrwesen wurde eine Kompetenz des Landes Südtirol. Somit ist auch die Bozener Berufsfeuerwehr keine Staatsfeuerwehr mehr.

Bis heute sind Südtirol und das Trentino die einzigen italienischen Provinzen, welche ihr Feuerwehrwesen autonom verwalten.

Fahrzeuge Die primär in Südtirol eingesetzten Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr sind Tanklöschfahrzeuge und Mannschaftstransportfahrzeuge. Des Weiteren sind Kleinlöschfahrzeuge, Rüstfahrzeuge und Transportfahrzeuge sehr verbreitet. Feuerwehren, welche spezielle Einsatzzonen zugewiesen bekommen haben, besitzen für diese optimierte Einsatzfahrzeuge, so verfügt z. B. die Freiwillige Feuerwehr Seiser Alm über ein Raupenfahrzeug für Einsätze im großen, flachen Skigebiet. Fahrzeuge, welche seltener benötigt werden, z. B. Drehleitern, werden normalerweise ein Mal pro Abschnitt eingekauft.

Den größten Fuhrpark in Südtirol besitzt die Berufsfeuerwehr Bozen. Neben den oben genannten Fahrzeugen verfügt die Berufsfeuerwehr Bozen auch über Schaufelbagger und mobile Boote und viele weitere speziellere Fahrzeuge.

Kennzeichen Die Berufsfeuerwehr Bozen nutzt gewöhnliche italienische Feuerwehrkennzeichen, die nach dem roten Anfangskürzel VF (Vigili del Fuoco) zusätzlich zum italienischen das Südtiroler Wappen tragen. Es folgen eine dreistellige Nummer und schließlich das Provinzkürzel BZ für Bozen. Dieses Kennzeichenformat wurde lange Zeit auch bei den freiwilligen Feuerwehren eingesetzt, deren Neuzulassungen seit 2009 aber ein an das Südtiroler Zivilschutzkennzeichen angelehntes Kennzeichenformat nutzen: Zwischen vertikalen blauen Balken befindet sich das rote Anfangskürzel VF FW (Vigili del Fuoco/Feuerwehr), gefolgt von einem fortlaufenden dreistelligen alphanumerischen Code.

Dienstgrade Freiwillige Feuerwehr Die Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr unterteilen sich in die zwei Kategorien Kommandanten und Funktionäre. Kommandanten tragen rote Schulterabzeichen, Funktionäre tragen blaue Schulterabzeichen und eines, der Aufgabe entsprechendes, rundes, Funktionsabzeichen am Arm. Im Gegensatz zu den italienischen Feuerwehren tragen die Mitglieder des LFV ihr Dienstgradabzeichen nicht auf der Brust ihrer Einsatzkleidung. Die Rangkennzeichnung erfolgt hier durch Farbstreifen auf Helm und Rücken, wobei bei den neuen Einsatzgewändern die Farbkennzeichnung auf dem Rücken wegfällt und stattdessen eine Schlaufe mit Funktionsabzeichen auf der Funktasche montiert ist. Zusätzlich werden im Einsatzfall, ähnlich wie in Deutschland, verschiedenfarbige Westen getragen. Das Dienstgradsystem verzichtet auf militärische Distinktionen wie Sterne in den Abzeichen oder militärische Rangbezeichnungen.

Der Kommandant sowie sein Stellvertreter werden für fünf Jahre gewählt. Wahlberechtigt sind alle aktiven Mitglieder. Andere Ränge werden vom Ausschuss ernannt. Dieser wiederum wird von der Jahreshauptversammlung bestimmt.

Die Dienstgrade des Landesfeuerwehrverbandes werden in drei Ebenen und die Landesfeuerwehrschule aufgeteilt.

Landesfeuerwehrverband +Landesfeuerwehrverband Abzeichen Titel Anmerkung 150x150px|alt=Landesfeuerwehrpräsident 150x150px|alt=Landesfeuerwehrpräsident-Stellvertreter 150x150px|alt=Landesjugendreferent, Landesfeuerwehrkurat, Landesfeuerwehrarzt 150x150px|alt=Landesjugendreferent-Stellvertreter

Landesfeuerwehrschule Als Teil des Landesfeuerwehrverbandes verfügt die Landesfeuerwehrschule über Dienstgradabzeichen, welche in einer Linie mit jenen der Freiwilligen Feuerwehren gestaltet wurden. Die Funktionäre der Landesfeuerwehrschule tragen zwar ein entsprechendes Funktionsabzeichen, aber kein Dienstgradabzeichen. +Landesfeuerwehrschule Abzeichen Titel Anmerkung 150x150px|alt=Inspektor und Leiter der Landesfeuerwehrschule 150x150px|alt=Stellvertretender Leiter der Landesfeuerwehrschule 150x150px|alt=Zugskommandant der Landesfeuerwehrschule 150x150px|alt=Zugskommandant-Stellvertreter der Landesfeuerwehrschule 150x150px|alt=Gruppenkommandant der LandesfeuerwehrschuleKein Stellvertreter Mützenkordel MützenkordelTitelAnmerkung rahmenlos|alt=geflochtene GoldschnurDie Goldene Mützenkordel wird von allen Amtsträgern des Landesfeuerwehrverbandes und der Landesfeuerwehrschule auf der Tellermütze getragen.

Bezirksfeuerwehrverband Der Landesfeuerwehrverband wurde in 9 Bezirke unterteilt. Jeder dieser Bezirke wird weiters in Abschnitte gegliedert, welche jedoch eine geringe Bedeutung haben. Die Kleidung eines jeden Feuerwehrmannes trägt den Namen der Station sowie den entsprechenden Bezirk. +BezirksfeuerwehrverbandAbzeichenTitelAnmerkung 150x150px|alt=Bezirksfeuerwehrpräsident 150x150px|alt=Bezirksfeuerwehrpräsident-Stellvertreter 150x150px|alt=Bezirksfeuerwehrinspektor 150x150px|alt=AbschnittsinspektorJe nach Bezirk 3 bis 9 Amtsträger 150x150px|alt=Bezirksjugendreferent, Bezirksschriftführer, Bezirkskassier, Bezirksfeuerwehrkurat, Bezirksfeuerwehrarzt 150x150px|alt=Bezirksjugendreferent-Stellvertreter

Mützenkordel MützenkordelTitelAnmerkung rahmenlos|226x226pxgeflochtene SilberschnurDie Silberne Mützenkordel wird von allen Amtsträgern des Bezirksfeuerwehrverbandes auf der Tellermütze getragen.

Freiwillige Feuerwehr Da der LFVBZ keine Rangabzeichen auf der Einsatzkleidung vorsieht, wurde hierfür ein Farbsystem für die Einsatzkleidung entwickelt. Die farbliche Kennung wird auf dem Helm in Form von Farbstreifen und auf dem Rücken des Feuerwehrmannes in Form eines Leuchtstreifens angebracht.