Berlitt ist ein Ortsteil der Stadt Kyritz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg). Zum 1. Oktober 1973 schlossen sich Rehfeld und Berlitt zur Gemeinde Rehfeld-Berlitt zusammen. Mit der Eingemeindung von Rehfeld-Berlitt zum Ende des Jahres 2002 in die Stadt Kyritz wurde diese Gemeinde wieder aufgelöst. Seither sind Berlitt und Rehfeld Ortsteile der Stadt Kyritz.
Geographie Berlitt liegt rund sieben Kilometer Luftlinie westlich von der (Kern-)Stadt Kyritz entfernt; der Ortskern liegt auf . Die höchste Stelle der Gemarkung ist der Heidberg mit , der tiefste Punkt etwa bei den Fischteichen im Norden der Gemarkung mit . Im südöstlichen Teil der Gemarkung liegen zwei weitere kleine Teiche. Der größere Teich ist der Quellteich des Kreuzgrabens, der kurz westlich von Leddin in den Leddiner Graben mündet, bevor dieser in die Jäglitz mündet. Nördlich dieser Teiche lag das Vorwerk Viebigswille, das nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben wurde. mini|Kirche Berlitt Der Ort ist auf der K6820 von Kyritz kommend zu erreichen. mini|Berlitt auf dem Urmesstischblatt 3039 Demerthin von 1843 Geschichte Berlitt wurde 1440 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von einer aplb. Grundform *Birlit- = sumpfiger Ort ab. Berlitt liegt südlich der versumpften Niederung des Königsfließes. Nach der Dorfstruktur ist es ein Straßendorf mit Gut und Kirche.
Besitzgeschichte 1440 gab der brandenburgische Markgraf Friedrich II. das Dorf Berlitt mit allen Rechten (und noch weitere Güter) an Clawsse, Hunre, Kirstan, Heinriche, Clawsse und Hansse von Königsmarck. Es handelte sich um eine Wiederbelehnung, d. h. das Dorf war schon seit längerer Zeit im Besitz der v. Königsmarck. 1525 existierte ein Rittersitz der v. Königsmarck in Berlitt. 1541 saß Achim von Königsmarck auf diesem Rittersitz in Berlitt. Nach dem Verzeichnis der Steuerbeiträge von 1542 war Hans von Königsmarck in Berlitt angesessen. Er gab acht Gulden Steuer, ein vergleichsweise sehr niedriger Betrag. In einem Vertrag von 1543 zwischen dem Domkapitel in Havelberg, den von Quitzow und den von Königsmarck auf der einen Seite und den von Kröcher auf der anderen Seite über Holzungs- und Hütungsrechte im Dorf Stüdenitz, auf der wüsten Feldmark Roddahn und im Totenbusch wurden Reder, Engelke, Asmus und Hans von Königsmark gesessen auf Kötzlin und Berlitt genannt. 1578 gehörte der Rittersitz in Berlitt dem Hans von Königsmarck, Sohn des Achim von Königsmarck. Die von Königsmarck in Kötzlin und Berlitt mussten dem Kurfürsten mit zwei Pferden dienen. Im 17. Jahrhundert zerfiel der Besitz der v. Königsmarck in Berlitt in drei Teile. 1684 gab es drei Rittersitze in Berlitt: der eine gehörte dem Otto Friedrich von Wietstruck, der zweite dem (Joachim) Christoph von Königsmarck (?–1690) und der dritte den „Jungfern von Kröcher“.
Das Gut der „Jungfern von Kröcher“ 1594 saß in Berlitt Rüdiger von Königsmarck. Er hatte von Valentin von Krüsicke ein Kapital von 100 Talern aufgenommen, für das er eine Hebung von einem Wispel Roggen in Berlitt als Sicherheit stellen musste. Nach Klöden hatte Rüdiger von Königsmarck den Rittersitz in Berlitt seiner Frau Elisabeth von Wittstruck schon 1596 als Leibgedinge vermacht. 1604 machten Rüdiger von Königsmarck auf Berlitt und Elisabeth von Wittstruck, Tochter des Otto von Wittstruck auf Brunne eine Ehestiftung. Das Ehegeld wurde auf 2000 Gulden, das Schmuckgeld auf 700 Gulden festgesetzt. Rüdiger von Königsmarck muss bald nach 1604 verstorben sein. Da das Paar keine Kinder hatte, kam der Rittersitz Berlitt nun an den zweiten Ehemann von Elisabeth von Wittstruck, Erdmann Philipp von Krüseke. Auch aus dieser Ehe gingen keine Kinder mehr hervor und so fiel das Gut nach dem Tod des Erdmann Philipp 1641 an Erdmann Philips Schwester, Kunigunde Magdalena von Krüseke, die es ihrem Mann Henning Christoph von Kröcher auf Dannenwalde und Herzsprung beibrachte. Das Paar hatte drei Töchter Anna Maria, Kunigunde Magdalena und Ursula Sophia, die alle drei unverheiratet blieben; es wurde in der Folge auch das Gut der „Jungfern von Kröcher“ genannt. 1679 verkauften die v. Kröcher zwei Bauernhöfe mit je zwei Hufen in Berlitt an die v. Wittstruck. 1686 gehörten zum Rittersitz der v. Kröcher drei Hufen Land. 1694 löste Joachim Siegfried von Königsmarck (1659–1715), Sohn des Joachim Christoph, auf Kötzlin das Gut der „Jungfern von Kröcher“ wieder ein. (nach dem Historischen Ortslexikon 1714).
Der Wittstruck’sche Rittersitz 1609 war ein Teil von Berlitt an die v. Wittstruck (auch Wietstruck) verkauft worden. So besaßen sie 1609 einen Rittersitz mit 6 Hufen, 5¼ Bauern, 3/8 Kossäten und 5/16 am Gericht und Patronat. 1613 saß Joachim Christoph v. Wittstruck auf Berlitt, vermutlich auch der Käufer des Anteilgutes. 1621 besaßen die v. Wittstruck 3/8 des Gerichts und des Patronats. Sie mussten laut der Special-Roulle der prignitzirischen Ritterschaft Lehnpferden von 1666 ein Lehnpferd stellen. 1684 gehörte der Rittersitz dem Otto Friedrich von Wittstruck (1660–1704), der mit Ilsabe Hedwig von Königsmarck aus dem Hause Kötzlin verheiratet war. 1726 war Otto Dietrich von Wietstruck Besitzer des Rittersitzes, vermutlich der Sohn des obigen Otto Friedrich. 1745 gehörten zum Wittstruck’schen Rittersitz in Berlitt vier Bauern und ein Kätner. Die Windmühle gehörte ihnen gemeinsam mit Joachim Siegfried v. Königsmarck. Die v. Wittstruck waren außerdem auch in Kantow (Ortsteil von Wusterhausen/Dosse) begütert. 1766 verkauften sie ihren Anteil in Berlitt an Christof Siegfried von Königsmarck (1745–1778). Die v. Königsmarck waren nun bis 1872 im alleinigen Besitz des Dorfes.
Der Anteil der v. Königsmarck 1530 saß ein Rüdiger (Reder) von Königsmarck auf Kötzlin, später dessen Sohn Andreas Joachim Christoph von Königsmarck. Dieser war Erbherr auf Kötzlin, Roddahn, Berlitt, Vehlin, Stüdenitz u. a. und der Ahnherr der späteren von Königsmarck. Er war mit Dorothea von Bülow verheiratet. Ihm folgte der Sohn Christoph Konrad, ein kaiserlicher Rittmeister nach. Am 25. Februar 1600 (4. März) wurde Hans Christopher als Sohn des Christoph Konrad von Königsmarck und dessen Frau Beatrix von Blumenthal in Kötzlin geboren. Er stieg im Dreißigjährigen Krieg in schwedischen Diensten zum Feldmarschall auf und erhielt die Grafenwürde. 1662 trat Hans Christopher von Königsmarck seine Ansprüche auf die märkischen Güter an seinen Bruder Joachim Christoph von Königsmarck (?-1690) auf Kötzlin ab. Joachim Christoph war mit Sophie von Jagow verheiratet. Aus der Ehe ging der Sohn Joachim Siegfried (1659–1715) hervor. Er war in erster Ehe mit Judith von Platen († 1696) und in zweiter Ehe mit Sabine von Blumenthal verheiratet. Aus letzterer Ehe stammten die beiden Söhne Hans Christoph (1700–1779) und Jakob Siegfried (1702–1757).
Jakob Siegfried war Militär und stieg bis zum Obristlieutenant auf. Er war mit Sophie v. Behr-Negendank verheiratet, das Paar hatte nur einen Sohn Christof Siegfried (1745–1778). Hans Christoph stieg im preußischen Heer bis zum Generalmajor auf. Er war Amtshauptmann von Preußisch Eylau im früheren Ostpreußen. 1773 erwarb er Netzeband und Stöffin (beide bei Neuruppin). Die Güter Berlitt und Kötzlin waren stark verschuldet. Nach dem Tod des Hans Christoph 1779, er hinterließ trotz zweier Ehen keine Nachkommen, gingen seine Güter in den Besitz seiner Großneffen Hans Valentin Ferdinand von Königsmarck (1773–1849) und Josef Jakob Ludwig (1779–1837) über. Sein Bruder Jakob Siegfried und der eigentlich erbberechtigte Neffe Christof Siegfried waren ja vor ihm verstorben. Hans Valentin Ferdinand übernahm Netzeband und Stöffin, während Josef Jakob Ludwig Kötzlin und Berlitt bekam. Hans Valentin Ferdinand war mit Henriette von Struensee (1779–1832) verheiratet, das Paar hatte fünf Kinder. 1803 wurde er zum Erbhofmeister der Kurmark ernannt, 1817 in den Grafenstand erhoben. Nach dem Ortschaftsverzeichnis gehörte Berlitt 1817 dem Erblandhofmeister von Königsmarck. 1837 fiel ihm auch der Anteil seines Bruders zu, der ohne Nachkommen gestorben war. 1849 starb Hans Valentin Ferdinand. Den Titel Erbhofmeister erbte sein ältester Sohn Hans Karl Albrecht (1799–1866), der die Güter Netzeband und Stöffin übernahm. Der mittlere Sohn Adolph Wilhelm Hans von Königsmarck (1802–1875) erhielt Kötzlin, Berlitt und Lenzerwische, der jüngste Sohn Hans Ludwig Otto (1815–1876) das Gut Chodziesen-Oberlesnitz (damals Kreis Chodziesen in Westpreußen).
Adolph Wilhelm Hans von Königsmarck heiratete 1823 Josefine, Tochter des Freiherrn Kaspar von Miaskowski und der Gräfin Marianne Dieterike von der Mark, der illegitimen Tochter Friedrich Wilhelm II. Das Paar hatte vier Kinder, von denen drei erwachsen wurden. Die älteste Tochter Elisabeth (1825–1901) heiratete den Gustav Gans zu Putlitz auf Retzin. Erbe von Berlitt war der Sohn Adolf Hans Joseph von Königsmarck (1830–1878). Er war mit Elsbeth von Kleist, Tochter des Hermann von Kleist, Erbherr auf (Groß-)Dubberow und Drenow im Kreis Belgard (Pommern) und der Rosalie Dorothee Amalie Anna geb. von Kameke verheiratet. Um 1880 hatte Berlitt kurz eine Gutsherrin, Fräulein Hedwig von Königsmarck. Der 438 ha Besitz war damals verpachtet. Das Rittergut war dann im Besitz vom Grafen Friedrich Wilhelm Adolf von Königsmarck (1868–1945), der 1922 seinen Wohnsitz von Berlitt nach Karnzow verlegte. Der Major a. D. blieb unvermählt. Er hatte für die Erbfolge den Vetter Joachim von Königsmarck-Plaue, verheiratet mit Siegrid Freiin von Werthern, adoptiert. Berlitt gehörte zum von Königsmarck’schen Familienfideikommiss Kötzlin. Dieser gesamte Gutsbetrieb und wurde durch den Administrator und Generalbevollmächtigten Paetow geleitet. Bei der Bodenreform von 1945/46 in der damaligen sowjetischen Besatzungszone wurde das Rittergut enteignet und aufgeteilt.
Dorfgeschichte 1526 war die Kirche in Berlitt errichtet worden; die Datierung der Kirche erfolgte mit Hilfe der Dendrochronologie. 1545 wohnten in Berlitt 15 Ackerleute und sieben Kossäten. Der Pfarrer hatte zwei Pfarrhufen. 1576 gab es 17 Bauernhöfe im Dorf, davon waren allerdings zwei schon von den von Königsmarck ausgekauft worden. Außerdem wohnten noch sechs Kossäten in Berlitt. 1581 wird erstmals die Gesamthufenzahl, nämlich 40 Hufen genannt.
Vor 1609 kauften die von Königsmarck einen weiteren Bauernhof aus. Der Dreißigjährige Krieg muss Berlitt schwer verwüstet haben, denn 1652 lebten nur noch 12 erwachsene Personen im Ort. 1686 hatte der v. Wittstruck den Rittersitz mit sechs Hufen inne. Die v. Kröcher hatten einen Wohnhof mit drei Hufen. Einen Wohnhof mit drei Hufen bewohnte Christoph von Königsmarck. Er hatte in einem anderen Dreihufenhof eine Meierei eingerichtet. Auch einen wüsten Zweihufenhof des v. Wittruck hatte er in eine Meierei umgewandelt. Das Lehnschulzengut mit drei Hufen lag wüst. Auch sieben von acht Zweihufenhöfen waren nicht besetzt, dafür vier Einhufenhöfe und zwei Halbhufenhöfe. Die brachliegenden Güter ließ die Obrigkeit bewirtschaften. Die vier Kätner, darunter auch der Schulze, hatten etwas Ackerland. Unter den zwei Einliegern war ein Leinenweber und ein Taglöhner. Der Küster war zugleich auch Schneider. Auf einem Bauernhof war eine Krugstelle eingerichtet, die aber 1686 nicht besetzt war („jetzt wird nicht gekrugt“). Auf den 22(!, richtig 42?) Hufen wurden 21 Wispel zwei Scheffel Korn ausgesät. Die Dorfbewohner hatten keine Fischereirechte und konnten sich nur notdürftig mit Brennholz versorgen. Auf den wenigen Wiesen konnte nur wenig Vieh gehalten werden; und es war keine Mast möglich. Der Acker lag in drei großen Feldern, die Qualität des Ackers wurde als mittelmäßig bewertet. Immerhin trug er das vierte Korn.