mini|Dorfpartie Mandern ist ein unmittelbar an der Eder liegender östlicher Stadtteil von Bad Wildungen und der am weitesten östlich gelegene Ort des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg. Der Ort hat derzeit rund 650 Einwohner.
Geographie Die Gemarkung erstreckt sich von der Eder im Norden bis zum Sengelsberg im Süden. Nach Osten grenzt die Gemarkung an die des Fritzlarer Stadtteils Ungedanken im Schwalm-Eder-Kreis, nach Westen an die des Wildunger Stadtteils Wega, nach Süden an die von Wenzigerode, einen Ortsteil von Bad Zwesten im Schwalm-Eder-Kreis.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste überlieferte urkundliche Erwähnung des „Ederdorfes“ Mandern („Mandium“) stammt aus dem Jahr 1044. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass bereits zu karolingischer Zeit eine Besiedlung im Bereich des heutigen Manderns stattgefunden hat.
Im 13. Jahrhundert hatte Tammo von Beltershausen Besitz in Mandern. Im Jahre 1240 schenkte er dem Kloster Berich zum Unterhalt seiner ins Kloster eingetretenen Tochter Sophia einen Hof in Mandern, und im Jahre 1255 einigte er sich mit dem Kloster Berich über die Zahlung von jährlichen Zinsen aus Mandern.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Mandern zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Bad Wildungen eingemeindet. Für Mandern wie für alle im Zuge der Gebietsreform nach Bad Wildungen eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Mandern angehört(e):
vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Wildungen ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Wildungen ab 1807: Fürstentum Waldeck, Amt Wildungen ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Eder ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Eder ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der EderTrennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wildungen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Eder ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Eder ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Stadt Bad Wildungen ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Stadt Bad Wildungen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Mandern 618 Einwohner. Darunter waren 18 (2,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 99 Einwohner unter 18 Jahren, 267 waren zwischen 18 und 49, 123 zwischen 50 und 64 und 126 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 270 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 87 Paare ohne Kinder und 72 Paare mit Kindern, sowie 27 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 177 Haushaltungen leben keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1618: 38 Häuser • 1648: 10 Häuser • 1738: 43 Häuser • 1770: 49 Häuser, 294 Einwohner
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 417 evangelische (= 95,21 %), fünf katholische (= 1,14 %), 14 jüdische (= 3,20 %) Einwohner • 1961: 518 evangelische (= 86,33 %), 78 katholische (= 13,00 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Häuser und der Turm der Kirche in Mandern
Bauwerke mini|Evangelische Kirche in Mandern Zu den Sehenswürdigkeiten im Dorf zählen vor allem die Kirche, alte Fachwerkhäuser und die so genannte „Edermuschel“, ein Pavillon in Form einer Muschel. Letztere war Manderns Beitrag zur Landesgartenschau 2006 in Bad Wildungen.
Vereine Ein sportliches Angebot in Mandern bietet der 1952 gegründete Sportverein (SV) Blau-Weiß Mandern. Seit 1991 nimmt eine Herren-Fußballmannschaft des Vereins und des Vereins aus Ungedanken als Spielgemeinschaft am Spielbetrieb teil. Neben der Fußball- existiert auch eine Gymnastikabteilung.
Weitere Vereine sind der seit 1969 bestehende Carnevals Club, der Musikverein, der gemischte Chor und die Gemeinschaft der Kirmesburschen und -mädchen. Der Musikverein wurde 1960 gegründet und hat durch seine gute Musik Mandern in der Region bekannt gemacht. Außerdem gibt es eine Freiwillige Feuerwehr.
Regelmäßige Veranstaltungen Wichtigste jährliche Veranstaltungen in Mandern sind die Faschingsveranstaltung, die Kirmes im Frühling sowie das Dorffest am letzten Augustwochenende.
Verkehr Der Haltepunkt Mandern liegt an der Bahnstrecke Wabern–Bad Wildungen und wird von der NVV-Linie RE/RB39 bedient.
Linie Verlauf Takt
Literatur Otto Mette: Mandern. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1989 (= Waldeckische Ortssippenbücher 40); Bearbeiteter Zeitraum 1679–1989, 1672 Familien
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Bad Wildungen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert