Der Bahnhof Brühl-Kierberg (bis Dezember 2016 nur Kierberg) liegt an der Bahnstrecke Hürth-Kalscheuren–Ehrang (Eifelstrecke) im Brühler Stadtteil Kierberg. Die Station ist heute nur noch ein Haltepunkt und kein Bahnhof im betrieblichen Sinne mehr. Sie wird von der Regionalbahn RB 24 von Köln über Euskirchen nach Kall bedient.

Das repräsentative ehemalige Empfangsgebäude des einstigen Kaiserbahnhofs ist ein Baudenkmal und dient heute als Restaurant Kaiserbahnhof.

Heutige Situation

Die modernen Haltepunktanlagen wurden zuletzt von Dezember 2006 bis zum 13. März 2008 saniert. Dabei wurde ein Mittelbahnsteig eingerichtet, der über eine neue Personenunterführung mit Treppen und zwei Aufzügen erreichbar ist. Hinzu kamen Wartehäuser mit Fahrkartenautomaten.

Das ehemalige Empfangsgebäude beherbergt seit den 1980er Jahren ein Restaurant mit Biergarten unter wechselnden Besitzern. 2008/2009 wurde das Gebäude entkernt, restauriert und teilweise umgebaut.

Bedienung

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die für die Eifelbahn Diesel-Triebwagen der Baureihen 620 und 622 in teilweise gemischter Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h einsetzt. Für den gesamten Personennahverkehr gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Die RB 24 Eifelbahn hält einmal stündlich in Kierberg, vereinzelte Züge des RE 22 halten ebenfalls am Haltepunkt.

Linie Zuglauf Takt

Geschichte Ehemaliger Kaiserbahnhof mini|Der Kaiserbahnhof auf einer Postkarte aus dem 19. Jahrhundert

Der so genannte Kaiserbahnhof in Brühl-Kierberg wurde bis 1874 am Ende der von der Brühler Innenstadt heraufführenden Kaiserstraße errichtet. Seine besonders aufwändige Gestaltung verdankt er Kaiser Wilhelm I., dem der Bahnhof als Zwischenhalt für seine jährlichen Besuche der Herbstmanöver in der Eifel diente. Für den kaiserlichen Zug war extra ein Abstellgleis auf der nördlichen Streckenseite angelegt. Insofern war der historische Bahnhof auch im Sinne der Reichsbahndefinition ein echter Bahnhof. Vom Bahnhof fuhr der Kaiser mit der Kutsche über die Kaiserstraße zum Brühler Schloss, in dem er übernachtete. Der den Bahnhof umgebende Kierberger Bahnhofspark wurde vom Brühler Gärtnermeister Stephan Schäfer angelegt. Er ist mit zahlreichen Plastiken nach antiken Vorbildern geschmückt. Der Raub der Proserpina wurde mutmaßlich für eine der Pariser Weltausstellungen geschaffen.Bernd Imgrund, Nina Osmers: 111 Orte im Kölner Umland, die man gesehen haben muss. Verlag Emons, Köln 2010, ISBN 978-3-89705-777-7, Ort 25 Hinzu kommt ein seltener Baumbestand.

Vertrag über den Anschluss eines Grubenbahnhofs an den Bahnhof Kierberg mini|Vertragswerk zum Bau des Güterbahnhofs Kierberg 1891 mini|Ehemaliges, denkmalgeschütztes Empfangsgebäude

Zwischen dem Königlichen Eisenbahnbetriebsamt in Cöln und dem damaligen Bergwerksbesitzer Hermann Gruhl zu Halle an der Saale (später in Brühl ansässig) wurde im März 1891 – vorbehaltlich der Genehmigung der Königlichen Eisenbahndirektion, kurz „KED“, ebenfalls in Cöln – ein Vertrag geschlossen. Der in mehrere Paragraphen unterteilte Vertragstext beinhaltete im Wesentlichen folgende Abmachungen.

mini|Der Anschluss Gruhlwerk II aus der Luft Der Anschluss war gedacht für Grube und Brikettfabrik Gruhlwerk I südwestlich von Heide, die am 2. September 1892 ihren Betrieb aufnahm. Der Anschluss war der vorerst letzte der Brühler Gruben von Grube Donatus bei Liblar über Grube Brühl, Roddergrube bis Gruhlwerk I. 1913/16 kam noch Gruhlwerk II nördlich von Heide und noch näher zum Bahnhof Kierberg dazu, die alle an die Eifelbahn angeschlossen waren.Walter Buschmann, Norbert Gilson, Barbara Rinn: Braunkohlenbergbau im Rheinland. Hrsg. vom LVR und MBV-NRW, 2008, S. 289 f.

Literatur Wilfried Hansmann: Der Kaiserbahnhof in Brühl-Kierberg. In: Der Landkreis. Zeitschrift für kommunale Selbstverwaltung. Heft 3, 1977, S. 80. Wilfried Hansmann: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Erftkreises: Stadt Brühl (= Die Bau- und Kunstdenkmäler von Nordrhein-Westfalen. I. Rheinland, Band 7.3). Hrsg. vom Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem Landschaftsverband Rheinland. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1977, ISBN 3-7861-3000-0, S. 175/176. Bernd Franco Hoffmann: 111 Eisenbahnorte im Rheinland, die man gesehen haben muss. Verlag Emons 2018, ISBN 978-3-7408-0344-5, Ort 21. Arno Kleinebecker: Unternehmen Braunkohle. Hrsg.: Rheinische Braunkohlenwerke AG Köln. 2. unveränderte Auflage. Köln 1986, ISBN 3-7743-0225-1, S. 104. Willy Reinshagen: Kierberg. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 66. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2006, (1 Bl., 2 S.).

Weblinks

NRWbahnarchiv von André Joost:

[kln/KKIE.htm Beschreibung der Betriebsstelle KKIE] [bf/8003252.htm Beschreibung der Personenzugangsstelle Kierberg]

Einzelnachweise

Bruhl Kierberg Bruhl Kierberg Kategorie:Bauwerk in Brühl (Rheinland) Kategorie:Baudenkmal in Brühl (Rheinland) Kategorie:Erbaut 1875 Bruhl Kierberg