mini|hochkant=1.4|Die meistverbreiteten Familiennamen in Spanien
García ist ein spanischer Personenname. Er ist der häufigste Nachname in Spanien und tritt in der gesamten spanischsprachigen Welt sehr häufig auf. Der historisch bis ins 16. Jahrhundert geläufige mittelalterliche Vorname ist dagegen heute nicht mehr gebräuchlich.
Garcia ohne Akut ist die portugiesische Schreibweise des Namens und auch in historischer, fremdsprachiger oder vereinfachter Rechtschreibung verbreitet.
Hintergrund und Geschichte Fast drei Millionen Spanier tragen den Namen García in ihrem zusammengesetzten Nachnamen, knapp die Hälfte davon an erster Stelle.Emilio Sánchez Hidalgo: Los apellidos que significan "hijo de" en Europa. In: El País, 17. Juli 2018, abgerufen am 1. November 2019 (spanisch).Mónica Arrizabalaga: ¿El fin de la hegemonía del apellido García? In: ABC, 15. Juni 2017, abgerufen am 2. November 2019 (spanisch).García y González, los apellidos más frecuentes entre los españoles. In: El País, 19. Mai 2016, abgerufen am 2. November 2019 (spanisch). In den USA steht der Name mit ca. 1,2 Millionen Trägern, von denen sich etwa 92 % als Hispanics identifizieren, an erster Stelle der populärsten hispanischen Nachnamen und an sechster Stelle der häufigsten Familiennamen von US-Residenten.Los apellidos hispanos más populares en los Estados Unidos (E.E.U.U.). In: Mongabay, abgerufen im November 2019 (Daten basierend auf dem United States Census 2010). In Mexiko belegt García mit mehr als 2,5 Millionen Vatersnamen hingegen nur den zweiten Platz in der Liste der häufigsten Nachnamen, die von Hernández (mit mehr als 3,5 Millionen Vaters- und 2,6 Millionen Muttersnamen) angeführt wird.¿Cuáles son los apellidos más comunes en México? El INE lo revela en su padrón . In: Xataka, 16. Februar 2018, abgerufen am 17. November 2019 (spanisch). Weltweit steht García mit über zehn Millionen Namensträgern an fünfter Position der häufigsten Familiennamen der Welt (vor González und Hernández an 6. und 7. Position) und nimmt unter den westlichen Namen den ersten Rang ein (die Plätze 1 bis 4 entfallen auf chinesische und vietnamesische Namen), deutlich vor Smith (4 Millionen, Platz 8), Smirnow (2,5 Millionen, Platz 9) und Müller (1 Million, Platz 10).. In: NNC.mx, 1. März 2012 (spanisch).
Die Herleitung ist nach wie vor nicht geklärt. Der Name stammt aus dem Königreich Navarra, weshalb vielfach von einem baskischen Ursprung ausgegangen wurde. Die von Ramón Menéndez Pidal und Antonio Tovar vertretene Herleitung aus dem baskischen Wort hartz („Bär“) gilt heute allerdings als unhaltbar. Auch die oft damit verbundene Annahme eines vorrömischen, etwa keltischen oder iberischen Namensursprungs wird heute nur noch spekulativ vertreten. Die ebenfalls seit langem diskutierte Verwandtschaft mit dem baskischen Wort gazte („junger Mann“) bzw. gaztea („jung“) wirft zwar phonetische Schwierigkeiten auf, bleibt aber nach herrschender Meinung eine gangbare Arbeitshypothese. In diesem Fall läge dem Namen allerdings keine autochthone baskische Wurzel zugrunde, sondern es würde sich um eine bedeutungsverändernde Übernahme des altfranzösischen Wortes garse („Göre“), dessen männliches Pendant gars im heutigen französischen Wort garçon (und im spanischen Namen Garzón) weiterlebt, über das Altgaskognische in das Baskische handeln. Der Name kam nach heutigen Erkenntnissen wohl im 8. bis 9. Jahrhundert im fränkischen Herzogtum Gascogne auf, von wo er nach Navarra gelangte und sich in Aragón, La Rioja und in der Gegend der heutigen Provinz Burgos, der damaligen Grafschaft Kastilien, ausbreitete.Xabier Kintana (Javier Quintana): Gartzia (Garzia, García) euskal deitura dela eta. Königliche Akademie der Baskischen Sprache (Euskaltzindia), Onlinepublikation, Bilbao, Stand: 6. Mai 2014 (baskisch).Ana Isabel Boullón Agrelo: Antroponimia medieval galega (ss. VIII–XII). Max Niemeyer, Tübingen 1999, ISBN 3-484-55512-2, S. 233 f. (galegisch, ).Maëlys Letteron: Échanges transpyrénées dans les textes navarrais du Codex de Roda (VIIIe–Xe siècles). In: Sébastien Gasc, Philippe Sénac, Clément Venco, Carlos Laliena (Hrsg.). Las fronteras pirenaicas en la Edad Media (siglos VI–XV). Prensas de la Universidad de Zaragoza, Saragossa 2018, ISBN 978-84-17633-15-8, S. 319–334 (französisch, ).
Verbreitete mittelalterliche Schreibweisen und Varianten des Namens sind Garcia, Garsia, Garsea, Garçea, Garsi, Garsimirus, Garseand, als weibliche Namensform auch Garsinde, in baskischen Schreibungen Gartze, Gartzia, Gartzi (Garci) oder Gastea,Gartzea, im Namenslexikon der Euskaltzindia, abgerufen am 4. November 2019 (spanisch). woraus auch der baskische Name Gasteiz der Stadt Vitoria abgeleitet sein dürfte. Die patronymische Verwendung des Namens (in der Bedeutung: „Sohn des Garcia“ oder „Sohn des Garci“) geht auf die große Popularität des männlichen Vornamens in den führenden Schichten praktisch aller christlichen Reiche auf der Pyrenäenhalbinsel zurück. Diese fiel genau in die Zeit, als sich im Adel und Kleinadel der Brauch durchsetzte, Patronyme als Nachnamen zu verwenden, die sich etwa seit dem 13./14. Jahrhundert zu fixen Familiennamen verfestigten. Als Patronym wurden Genitivbildungen wie Garsias, Garsies oder (lateinisch) Garsie benutzt.Ana Isabel Boullón Agrelo: Antroponimia medieval galega (ss. VIII–XII). Tübingen 1999, S. 33. Während sich in Navarra das Patronym Garzeiz, modern Garcés, durchsetzte, blieb der Name in den übrigen Gebieten der Halbinsel in patronymischer Verwendung letztlich unverändert, ein auch von anderen geläufigen spanischen Namen wie Alonso oder Aznar bekanntes Phänomen. Einen zusätzlichen Schub, der eine Erklärung für das Übergewicht gegenüber anderen, im Mittelalter ebenso geläufigen Patronymen wäre, erlebte der Name möglicherweise, als im 15. und 16. Jahrhundert zahlreiche Morisken und Conversos möglichst unauffällige Nachnamen annahmen, um gesellschaftlich nicht aufzufallen und sich durch Namenstraditionen nicht von Altchristen zu unterscheiden. Inwieweit dies ein Faktor für die starke Verbreitung des Nachnamens García war oder ob diese nur auf Zufällen beruht, ist umstritten.
Die in Spanien seltene, hauptsächlich in Madrid, Barcelona und Ourense anzutreffende Namensform Garza mit der koinzidentellen Bedeutung „Reiher“ liefert das heraldische Symbol für den Wappennamen García insgesamt (einen Reihervogel) und ist in Mexiko, besonders in der Region Monterrey, stark verbreitet.Garza in Heráldica Valenciana. Instituto de Historia y Heráldica Familiar, in: Levante-EMV, Abruf im November 2019 (spanisch).Raúl Garza Chapa, María de los Ángeles Rojas-Alvarado, Ricardo M. Cerda Flores: Endogamia en las personas con apellidos mono y polifiléticos de Monterrey, Nuevo León, México, estimado con base en el directorio telefónico. In: Estudios de Antropología Biológica (UNAM), Bd. 5 (1995), S. 243–255 (hier: S. 245 f.) (online).
Namensträger Vorname und Herrschername García (Galicien) (1042–1090), König von Galicien
García III. (Navarra) († 1054), König von Navarra García IV. (Navarra) (um 1112–1150), König von Navarra García Álvarez († vor 1257), spanischer Kreuzritter, Baron in Outremer García Álvarez de Toledo, 1. Herzog von Alba († 1488) García Fernández (Graf) († 995), Graf von Kastilien García Galíndez († nach 836), Graf von Aragonien García Guerra (1545–1612), spanischer Dominikaner, Erzbischof von Mexiko und Vizekönig von Neuspanien García Hurtado de Mendoza (1535–1609), spanischer Hochadeliger und Gouverneur von Chile García Íñiguez († 882), König von Navarra García Jiménez (9. Jahrhundert), legendärer Stammvater des Hauses Jiménez García Jofre de Loaísa (1490–1526), spanischer Seefahrer García Loaysa (1478–1546), spanischer Dominikaner, Erzbischof und Ordensgeneral Garcia de Loaysa Giron (1534–1599), Erzbischof von Toledo García López de Cárdenas (16. Jahrhundert), spanischer Konquistador Garcia de Noronha (1480–1540), Vizekönig von Portugiesisch-Indien García Ordóñez († 1108), kastilischer Adeliger Garcia da Orta (1500–1568), sephardischer Arzt und Botaniker García Ramírez († vor 1013), König von Viguera Garcia de Resende (1470–1536), portugiesischer Chronist und Dichter García Sánchez (1009–1029), Graf von Kastilien García Sarmiento de Sotomayor (1595–1659), Vizekönig von Neuspanien und Peru Alonso García de Ramón (1552–1610), spanischer Offizier und Gouverneur von Chile Bartolomé García de Nodal (1574–1622), spanischer Konquistador Diego García de Cáceres (um 1516–1586), spanischer Konquistador Diego García de Paredes (1506–1563), spanischer Konquistador
Nachnamensträger
A Abálcazar García († nach 1942), uruguayischer Politiker Adam Garcia (* 1973), australischer Schauspieler und Sänger Adelaida García Morales (1945–2014), spanische Schriftstellerin Adelina García (1923–1999), amerikanisch-mexikanische Sängerin Adrián García (* 1978), chilenischer Tennisspieler Adolfo García Quesada (* 1979), spanischer Radrennfahrer Agus García (* 1985), spanischer Fußballspieler
Agustina García (* 1981), argentinische Hockeyspielerin Aimee Garcia (* 1978), US-amerikanische Schauspielerin Aíto García Reneses (* 1946), spanischer Basketballtrainer Akeem García (* 1996), Fußballspieler aus Trinidad und Tobago Al Ernest Garcia (1887–1938), US-amerikanischer Schauspieler Alan García (1949–2019), peruanischer Rechtsanwalt und Politiker, Staatspräsident 1985 bis 1990 und 2006 bis 2011 Albert Garcia (* 1970), philippinischer Politiker, Abgeordneter, Gouverneur und Bürgermeister
Aldemo Garcia (* 1959), brasilianischer Diplomat Aleix García (* 1997), spanische Fußballspieler Aleix García (Ruderer) (* 2000), spanischer Ruderer Aleixo Garcia († 1525), portugiesischer Entdecker Alejandra García (* 1973), argentinische Stabhochspringerin
Alejo García Pintos (* 1967), argentinischer Schauspieler Alessandra García (* 1984), spanische Schauspielerin, Regisseurin und Choreografin
Alexander García Düttmann (* 1961), deutscher Philosoph Alexandra Gerhard-García (* 1974), deutsch-venezolanische Schlagzeugerin und Ärztin Alexis García (* 1960), kolumbianischer Fußballspieler und -trainer
Alfred García (* 1997), spanischer Sänger
Américo García, uruguayischer Politiker
Anastasio Somoza García (1896–1956), nicaraguanischer Politiker, Präsident 1937 bis 1947 und 1950 bis 1956 Andrea Lázaro García (* 1994), spanische Tennisspielerin
Andy García (* 1956), US-amerikanischer Schauspieler
Anier García (* 1976), kubanischer Leichtathlet Anselmo García MacNulty (* 2003), irisch-spanischer Fußballspieler Antón García Abril (1933–2021), spanischer Komponist und Musikpädagoge
Anthony Garcia (* um 1945), jamaikanischer Badmintonspieler Aran Teixidó García (* 2001), spanische Tennisspielerin Artur García (* 1985), venezolanischer Radrennfahrer
B Bárbara Garcia Duarte (* 1990), brasilianische Volleyballspielerin Beatriz García (* 1970), spanische Fußballspielerin Beatriz García Vidagany (* 1988), spanische Tennisspielerin Belén García (* 1993), spanische Rennfahrerin Benito García de la Parra (1884–1953), spanischer Komponist und Musikpädagoge Benjamin Garcia (* 1980), deutsch-mexikanischer Jazz- und Popmusiker Bernard Garcia (* 1971), französischer Motorradrennfahrer Bernardino García (* 1952), mexikanischer Fußballspieler Borja García (* 1982), spanischer Automobilrennfahrer Borja Navarro García (* 1990), spanischer Fußballspieler Braulio Sáez García (* 1942), spanischer Ordensgeistlicher, Weihbischof in Santa Cruz de la Sierra Brian García (* 1997), mexikanischer Fußballspieler Bryan Silva Garcia (* 1992), brasilianischer Fußballspieler
C Calixto García (1839–1898), kubanischer General Camille Rose Garcia (* 1970), US-amerikanische Künstlerin Camilo García, uruguayischer Politiker Carla García (Leichtathletin) (* 2001), spanische Hürdenläuferin
Caroline Garcia (* 1993), französische Tennisspielerin Carolyn Garcia (* 1946), US-amerikanische Schriftstellerin