Die österreichische Bundesregierung Kreisky I wurde nach der Nationalratswahl vom 1. März 1970 gebildet, bei der die SPÖ die ÖVP überflügelt hatte, ohne die absolute Mandatsmehrheit zu erreichen. Bruno Kreisky gelang es gegen die Zusage, das Wahlrecht minderheitenfreundlich zu ändern, die wohlwollende Duldung seiner Minderheitsregierung (der bis dahin ersten in der Geschichte der Zweiten Republik), die die ÖVP-Alleinregierung Klaus II ablösen sollte, durch die FPÖ zu erreichen. Mit diesem Kabinett begannen 13 Jahre, in denen die SPÖ mit Kreisky an der Spitze die Bundesregierung allein führte. Die ÖVP, die seit 1945 alle Bundeskanzler gestellt hatte, ging in Opposition und blieb dies bis 1987.

Bundespräsident Franz Jonas ernannte das Kabinett am 21. April 1970. Es wurde kritisiert, dass fast ein Drittel der Regierung aus ehemaligen Nationalsozialisten bestand.derStandard.at 19. Dezember 2005 Inland - Braune Flecken - Kreiskys braune Minister Johann Öllinger, ein ehemaliger SS-Untersturmführer, trat vier Wochen nach seiner Ernennung freiwillig und nur aus Krankheitsgründen von seinem Amt als Landwirtschaftsminister zurückspiegel.de 1970: So weit zurück; Armer Teufel (zum Innenminister Otto Rösch) und wurde durch das ehemalige NSDAP-Mitglied Oskar Weihs ersetzt.

Im Herbst 1971 bewirkte das Kabinett, nach bereits geändertem Wahlrecht, Neuwahlen, die der SPÖ nunmehr die absolute Mandatsmehrheit brachten. Daher trat das Kabinett Kreisky I am 19. Oktober 1971 zurück und wurde vom Bundespräsidenten bis zur Ernennung des zweiten Kabinetts Kreisky am 4. November 1971 mit der Fortführung der Geschäfte betraut.

Bundesminister (für) Amtsinhaber Partei StaatssekretärBundeskanzlerBruno KreiskySPÖErnst Eugen Veselsky (SPÖ)Ministerin ohne Portefeuille im Bundeskanzleramt(bis 26. Juli 1970)Hertha FirnbergSPÖ Vizekanzler und BM für Soziale VerwaltungRudolf HäuserSPÖGertrude Wondrack (SPÖ, bis † 31. Juli 1971)Auswärtige AngelegenheitenRudolf Kirchschlägerparteilos InneresOtto RöschSPÖ Unterricht, ab 24. Juli 1970: BM für Unterricht und KunstLeopold GratzSPÖ JustizChristian BrodaSPÖ FinanzenHannes AndroschSPÖ Land- und ForstwirtschaftJohann Öllinger (bis 22. Mai 1970)Oskar WeihsSPÖ Handel, Gewerbe und IndustrieJosef StaribacherSPÖ Verkehr und verstaatlichte Unternehmungen,ab 24. Juli 1970: BM für VerkehrErwin FrühbauerSPÖ LandesverteidigungJohann Freihsler (bis 4. Februar 1971)Karl Lütgendorf (ab 8. Februar 1971, dazwischen: Bruno Kreisky)SPÖparteilos Bauten und TechnikJosef MoserSPÖ Wissenschaft und Forschung(eingerichtet mit 24. Juli 1970)Hertha Firnberg (ab 26. Juli 1970)SPÖ 

Weblinks Zum 100. Geburtstag von Bruno Kreisky 1970 bis 1971 – Die Zeit der Minderheitsregierung Der Standard: „Braune Flecken - Kreiskys braune Minister (Sechs frühere Nazis in der Regierung, drei davon aus dem BSA)“

Einzelnachweise

Kategorie:Einzelne Bundesregierung (Österreich) 700421 Kategorie:SPÖ-Regierung Kategorie:1970er Kategorie:Bruno Kreisky