Die Rotrückentaube (Patagioenas cayennensis, Syn.: Columba cayennensis), auch Rottaube oder Fuchsrote Taube genannt, ist eine in der Neuen Welt verbreitete Taubenart.
Als Ziervogel spielt die Rotrückentaube keine große Rolle. Sie wurde 1867 erstmals im Londoner Zoo gezeigt. Die Erstzucht in menschlicher Obhut gelang 1907 ebenfalls in Großbritannien.Rösler, S. 105
Äußere Merkmale Die Rotrückentaube wird 30 bis 32 cm lang und wiegt 230 bis 250 Gramm.Rösler, S. 104 Sie ist damit etwas kleiner als eine Stadttaube. Auffallend ist der kleine und schmale Schnabel dieser Art. Der Geschlechtsdimorphismus ist nicht sehr ausgeprägt. Weibchen sind lediglich etwas matter gefärbt als die Männchen.
Rotrückentauben sind an Vorderkopf, Hals und Brust matt purpurrosa. Der Oberkopf und der Nacken schillern grünlich. Die Kehle ist grau. Der Mantel sowie die Flügeldecken sind kastanienfarben. Der Bauch sowie die Unterschwanzdecken sind dagegen grau. Der Bürzel sowie die Oberschwanzdecken erscheinen blaugrau und die Schwanzfedern dunkelgrau mit hellen Enden. Die Iris ist rot bis orange. Der nackte Augenring ist schmal und rot.
mini|links|Verbreitungsgebiet (grün) der Rotrückentaube Verbreitung und Lebensraum mini|Rotrückentaube Die Rotrückentaube kommt in fünf Unterarten vom Süden Mexikos bis nach Paraguay und Argentinien vor. Sie bewohnt offenes Geländes und Savannen sowie semiaride Gebieten mit nur vereinzeltem Bestand an Bäumen, Sträuchern oder Baumgruppen. Sie kommt aber auch in lichten Wäldern vor.
Rotrückentauben finden sich nach der Brutzeit gelegentlich in größeren Schwärmen an Plätzen ein, die ihnen ein überreiches Nahrungsangebot bieten.
Verhalten Rotrückentauben fressen Sämereien und Beeren. Sie nehmen jedoch auch landwirtschaftliche Anbauprodukte an und finden sich beispielsweise in großer Zahl auf abgeernteten Reisfeldern ein.
Die Rotrückentaube legt nur ein Ei. Sie lebt überwiegend einzeln. Zu den Prädatoren der Rotrückentaube zählen unter anderem der Schriftarassari und der Braunohrarassari. Beide Arten, die zu den Schwarzarassaris gehören, fressen sowohl die Eier als auch die Jungvögel.Lester L. Short und Jennifer F. M. Horne: Toucans, Barbets and Honeyguides - Ramphastidae, Capitonidae and Indicatoridae. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-854666-1, S. 389
Unterarten Es werden sieben Unterarten unterschieden.IOC World Bird List Pigeons Patagioenas cayennensis pallidicrissa (, 1910)Charles Chubb (1910), S. 60 kommt im Südosten Mexikos bis in den Norden Kolumbiens vor. Patagioenas cayennensis occidentalis (, 1926)Jan Sztolcman (1926), S. 201. ist im Westen Kolumbiens und dem Westen Ecuadors verbreitet. Patagioenas cayennensis tamboensis (, 1938)Henry Boardman Conover (1926), S. 477–478. kommt im westlichen zentralen Kolumbien vor. Patagioenas cayennensis andersoni (, 1915)Charles Barney Cory (1915), S. 294. ist im Südosten Kolumbiens und dem Osten Ecuadors bis Venezuela und den Norden Brasiliens verbreitet. Patagioenas cayennensis tobagensis (, 1915)Charles Barney Cory (1915), S. 295. kommt auf Trinidad und Tobago vor. Patagioenas cayennensis cayennensis (, 1792)Pierre Joseph Bonnaterre (1792), S. 234 ist in Guyana, Suriname und Französisch-Guayana verbreitet. Patagioenas cayennensis sylvestris (, 1818)Louis Pierre Vieillot (1818), S. 366 ist im östlichen Brasilien und dem südlichen Brasilien über Paraguay und das nördliche Argentinien verbreitet.
Columba cayennensis obsoleta , 1947Walter Edmond Clyde Todd (1947), S. 67 wird heute als Synonym zu P. c. andersoni betrachtet. Lange wurde die Art unter Columba rufina , 1810 geführt.Coenraad Jacob Temminck (1810), S. 59, Tafel 24Zur Publikationsgeschichte des Werkes siehe René Ronsil (1957) & Edward Clive Dickinson u. a. (2010).
Etymologie und Forschungsgeschichte mini|links|Illustriert von Antoinette Paulette Jacqueline Knip (1781–1851) geb. Rifer de Courcelles Die Erstbeschreibung der Rotrückentaube erfolgte 1792 durch Pierre Joseph Bonnaterre unter dem wissenschaftlichen Namen Columba cayennensis. Als Verbreitungsgebiet gab er Cayenne an basierend François Hollande (1753–1830) Le Pigeon ramier de CayenneFrançois Hollandre (1790), S. 214 aus dem Jahr 1790. 1853 führte Ludwig Reichenbach die Gattung Patagioenas für die Weißscheiteltaube ein.Ludwig Reichenbach (1852), S. XXVZur genauen Publikationsgeschichte von Reichbachs Werk siehe Marvin Ralph Browning u. a. (1991). Der Begriff leitet sich vom griechischen für klappern, klatschen und für Taube ab.Patagioenas The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname cayennensis bezieht sich auf Cayenne. Andersoni ist Malcolm Playfair Anderson (1879–1919) gewidmet. Tobagensis bezieht sich auf Tobago, tamboensis auf El Tambo. Occidentalis hat seinen Ursprung in occidentalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, sylvestris in occidentalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, obsoleta in obsoleta The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, pallidicrissa in und pallidicrissa The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling sowie rufina in .rufina The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay drei Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Hans Krieg (1888–1970) in Zanja Moroti im Bergland des Río Apa, in San Luis de la Sierra im Departamento Concepción und in Nueva Germania, zur Verfügung. Laubmann sah in Columba rufina sylvestris die Unterart für Paraguay. In der Literatur sah er Colonia Risso durch Tommaso SalvadoriTommaso Salvadori (1895), S. 23, Sapucai und Villarica durch Charles ChubbCharles Chubb (1910), S. 59, Curuzú, in Palma Chica im Departamento BoquerónClaude Henry Baxter Grant (1911), S. 459. durch Claude Henry Baxter Grant und im Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 36. als Nachweise für das Land. Zusätzlich erwähnte Laubmann Paloma de la montésFélix de Azara (1805), S. 11–12. von Félix de Azara für das Land.Alfred Laubmann (1939), S. 132–133
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Amerikanische Feldtauben