Onyx war der Name eines britischen Motorsport-Rennteams, das in der Formel 2, Formel 3000 und Formel 1 angetreten ist. Das Team war ansässig in Littlehampton, Großbritannien.

Die Vorgeschichte: Mike Earle im Motorsport Onyx Racing wurde 1978 von Mike Earle und Greg Field gegründet. Mike Earle hatte in den vorangegangenen 15 Jahren in einer Vielzahl von Rennteams als Manager gearbeitet und auf diese Weise eingehende Erfahrungen im Motorsport sammeln können:

In den späten 1960er Jahren betrieb Mike Earle den britischen Rennstall Church Farm Racing, mit dem er primär in der Formel 3 aktiv war. In der Saison 1968 trat Church Farm Racing auch in der Formel-2-Europameisterschaft an. Ab 1972 betrieb Mike Earle zusammen mit David Purley den Rennstall LEC, der die Rennsportaktivitäten Purleys in mehreren Rennklassen bündelte. LEC trat zunächst in der Formel 2 an. In der Saison 1977 war das Team mit einem von Mike Pilbeam entworfenen Fahrzeug in der Formel 1 aktiv. Der Rennbetrieb des Teams endete nach dem Großen Preis von Großbritannien 1977, als David Purley schwer verunglückte und sein Rennauto zerstörte.

Onyx in der Formel 2 1979 1979 erschien das Onyx-Team erstmals im internationalen Motorsport. Das Team meldete sich für die Formel-2-Europameisterschaft. Das Team setzte als einziger Rennstall einen Pilbeam Mk42 mit einem Hart-Motor ein; Fahrer war Patrick Nève, der 1977 für das neu gegründete Team Williams Grand Prix Engineering in der Formel 1 gefahren und für die Saison 1979 kurzfristig als Fahrer des Teams Willi Kauhsen Racing Team im Gespräch gewesen war. Die Kombination aus neuem Team und problematischem Auto war insgesamt nicht erfolgreich. Onyx Racing bestritt nur die erste Hälfte der Formel-2-Saison 1979 und zog sich nach dem Gran Premio di Roma zunächst zurück.

1980 Die Saison 1980 verlief ähnlich problematisch. Das Team nannte sich nunmehr Mike Earle Racing with March und setzte einen aktuellen March 802 ein. Einige Quellen berichten, dass Mike Earle einen Semi-Werksstatus von March Engineering erhalten hatte; tatsächlich trat das Team erst in der zweiten Hälfte der Saison an, und selbst dann wurden noch einige Rennen ausgelassen. Als Fahrer agierte zunächst kurzfristig Johnny Cecotto; später wurde der italienische Newcomer Riccardo Paletti gemeldet. Insgesamt erreichte das Team in diesem Jahr keine zählbaren Ergebnisse.

1981 In der Saison 1981 trat Mike Earles Team neben dem March-Werksteam an. Die Meldebezeichnung lautete March Onyx Racing Team; Onyx war in diesem Jahr ein bevorzugter Kunde von March Engineering. Es erhielt das gleiche Material wie das Werksteam und verwendete ebenfalls den Werks-Motor von BMW, während andere Kundenteams auf Triebwerke zurückgreifen mussten, die bei unabhängigen Tunern gewartet wurden. Onyx Team trat mit nur einem Fahrzeug an, das für Riccardo Paletti gemeldet wurde. Paletti wurde beim Auftaktrennen in Silverstone (BRDC International Trophy) Zweiter und war hier bester March-Pilot. Im Laufe der Saison schlossen sich noch ein dritter (British Automobile Drivers Club „200“) und ein sechster Platz beim Gran Premio di Roma an, weitere Positionierungen in den Punkterängen gab es nicht. Paletti belegte am Saisonende mit 11 Punkten Rang 10 der Fahrerwertung.

Im Folgejahr war Onyx nicht in der Formel 2 aktiv. Das Team organisierte in der ersten Jahreshälfte die Formel-1-Einsätze von Emilio de Villota, die unter der Meldebezeichnung LBT Team March stattfanden und erfolglos verliefen.

1983 Aufgrund seiner guten Beziehungen zu Unternehmen und Entscheidungsträgern im Motorsport gelang es Mike Earle für 1983, die aktuellen Wagen von March einzusetzen und zudem Werksunterstützung zu erhalten. Onyx agierte dabei als Quasi-Werksteam, da March Engineering sein eigenes Werksteam mit Ablauf der Saison 1982 aufgelöst hatte. Onyx setzte je einen Wagen für Beppe Gabbiani und Johnny Cecotto und Christian Danner ein; ein drittes Auto wurde wechselweise von Thierry Tassin, Patrick Nève und Dave Scott gefahren. Danners Einsatz wurde nahezu vollständig von BMW finanziert.

Der Verlauf der Saison 1983 war zweigeteilt. In der ersten Hälfte dominierte das Onyx-Team; Gabbiani gewann vier der ersten fünf Rennen. Gabbiani wurde dabei von dem ehemaligen Rennfahrer Peter Gethin unterstützt, der als Berater für Onyx arbeitete.Eberhard Reuß, Ferdi Kräling: Formel 2. Die Story von 1964 bis 1984, Delius Klasing, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-7688-3865-8, S. 192.Mike Lawrence: March, The Rise and Fall of a Motor Racing Legend, MRP, Orpington 2001, ISBN 1-899870-54-7, S. 165. Onyx konnte allerdings die Dominanz nicht über die ganze Saison aufrechterhalten. Eine wesentliche Ursache für die nachlassende Leistung war die Verwindungsfreudigkeit des March 832, die weder das Team noch der Hersteller kurzfristig beseitigen konnten. Anstelle der Konstruktion eines festeren Monocoques beschränkte sich March darauf, an einzelnen Stellen nachträgliche Versteifungen aus Kunststoff zu installieren.David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945, Stuttgart 1993, ISBN 3-613-01477-7, S. 166. Der Ralt RH6 des konkurrierenden Ralt-Werksteams war weitaus belastbarer als der March; hinzu kam eine um ca. 30 PS höhere Leistung des von Ralt verwendeten Honda-Motors. Während Gabbiani nach dem fünften Saisonrennen in Vallelunga nur noch einmal punkten konnte, begann im Frühsommer eine Siegesserie des Ralt-Werksfahrers Jonathan Palmer, der, beginnend mit den Donington „50.000“ Ende Juni 1983, alle verbleibenden Rennen der Saison gewann. Gabbiani führte bis zum 7. Saisonrennen die Fahrerwertung an, danach übernahm Palmer die Spitzenposition. Gabbiani belegte am Saisonende hinter Palmer und dessen Teamkollegen Mike Thackwell den dritten Platz der Fahrerwertung.

1984 Im letzten Jahr der Formel 2 setzte Onyx wiederum die neuesten Wagen von March ein, das Modell 842. Der Motor war klassenüblich ein Vierzylinder von BMW, der nunmehr von Heini Mader Racing Components in der Schweiz getunt wurde. Onyx setzte regelmäßig drei Fahrzeuge ein. Christian Danner war nicht mehr im Team, er war zum Saisonbeginn zum britischen Konkurrenzteam PMC Motorsport gewechselt. Für Onyx fuhren nunmehr Thierry Tassin (Startnummer 3), Emanuele Pirro (Nr. 4) und Pierre Petit (Nr. 5). Tassin wurde beim Rennen in Pergusa einmalig durch Beppe Gabbiani ersetzt. Zum letzten Rennen des Jahres – und zugleich dem letzten Rennen der Formel 2 – fuhr Derek Bell ein viertes Auto für das Onyx-Team. Die Ergebnisse der verschiedenen Fahrer waren solide, aber bei weitem nicht herausragend: Pirro, Tassin und Petit gelang jeweils nur ein einziger Podestplatz neben einer Reihe weiterer Punktplatzierungen. Am Saisonende lag Pirro auf Platz 6 der Fahrerwertung und verdrängte den punktgleichen Tassin aufgrund besserer Einzelergebnisse auf Platz 7. Petit folgte auf Platz 9. Bell und Gabbiani erreichten bei ihren Einsätzen keine Punkte.

Onyx in der Formel 3000 In den ersten vier Jahren der 1985 erstmals anstelle der Formel-2-Europameisterschaft ausgeschriebenen Internationalen Formel-3000-Meisterschaft trat Onyx ebenfalls an und setzte dabei weiterhin auf Wagen von March, die von DFV-Motoren von Cosworth angetrieben wurden.

Zunächst war das Team recht erfolgreich: 1985 konnte Emanuele Pirro zwei Saisonrennen gewinnen, zwei weitere Podestplatzierungen erzielen und wurde im Endergebnis Dritter. Den zweiten Wagen fuhr in den ersten fünf Saisonrennen Johnny Dumfries, danach bis Saisonende Mario Hytten. Dumfries gelang nur ein einziger Punkt, während Hytten nach einem fünften Platz in Pergusa im letzten Saisonrennen in Donington mit einem zweiten Platz überraschte.

1986 landete Pirro mit wiederum zwei Siegen und drei Podestplätzen erneut auf dem dritten Platz. Den zweiten Wagen von Onyx fuhr der Kanadier John Jones, der jedoch mit lediglich einem Punkt kaum nennenswerte Ergebnisse vorweisen konnte und darüber hinaus zweimal die Qualifikation zum Rennen verpasste. Daneben setzte Onyx noch ein drittes Fahrzeug ein, das nacheinander vom US-Amerikaner Cary Bren, dem Südafrikaner Wayne Taylor und schließlich dem Briten Russell Spence gefahren wurde. Bis auf Spence, der einen weiteren Punkt erreichen konnte, blieben aber auch diese Einsätze ergebnislos.

1987 schließlich debütierte Stefano Modena in der F3000, war auf Anhieb erfolgreich und gewann mit drei Siegen und vier weiteren Punktplatzierungen schließlich den Meistertitel. Den zweiten Wagen von Onyx fuhr in diesem Jahr durchgehend Pierre-Henri Raphanel, der sich anders als seine Vorgänger in den Vorjahren durchgängig qualifizieren konnte und darüber hinaus mit einem dritten Platz sowie einer Pole-Position auf sich aufmerksam machen konnte. Allerdings stellte March im selben Jahr ein eigenes Formel-1-Projekt auf die Beine, das die wesentlichen Kapazitäten im Werk band und die Formel 3000 aus dem Blickfeld geraten ließ. In den Folgejahren waren die Formel-3000-Wagen von March denen von Reynard unterlegen, so dass das Onyx-Team keine großen Erfolge mehr einfahren konnte: 1988 erreichte Volker Weidler nur mehr drei Punktplatzierungen, während seine Teamkollegen Alfonso de Vinuesa, Steve Kempton und erneut Russell Spence im nicht bei allen Rennen eingesetzten zweiten Fahrzeug regelmäßig an der Qualifikation scheiterten. Dieser Umstand war ein wesentlicher Grund für die Entscheidung Mike Earles, sich nunmehr selbst auf die Formel 1 zu konzentrieren.

Onyx in der Formel 1 LBT Team March

Einen ersten Kontakt zur Formel 1 hatte es bereits 1982 gegeben: In jedem Jahr setzte Onyx Race Engineering kurzfristig einen March 821 in der Formel 1 ein. In jenem Jahr unterhielt RAM Racing ein eigenes Werksteam in der Formel 1, das mit Jochen Mass bzw. Rupert Keegan (jeweils Startnummer 17) und Raul Boesel (Startnummer 18) als Fahrer antrat. Im Frühjahr 1982 trat der wohlhabende Spanier Emilio de Villota, einer der letzten privaten Formel-1-Fahrer, an RAM heran und bat um einen Einsatz in einem Formel-1-Auto. Da RAM mit der Vorbereitung und dem Einsatz der eigenen Autos selbst ausgelastet war, andererseits aber die finanziellen Möglichkeiten de Villotas kannte und sie nicht ungenutzt lassen wollte, stellte March eine Verbindung zu Onyx Race Engineering her, das bereit war, mit eigener Infrastruktur und der Finanzierung durch Emilio de Villota einen Formel-1-Wagen für den Spanier an den Start zu bringen.

Das Team wurde unter dem Namen LBT Team March gemeldet; Emilio de Villota erhielt die Start Nr. 19. Als Fahrzeug wurde ein March 821 gemeldet, also der gleiche Typ, den auch das Werksteam einsetzte.

Das LBT Team March und Emilio de Villota erschienen zu allen Rennen, die zwischen dem 15. Mai und dem 16. Juli 1982 abgehalten wurden. Das waren die Großen Preise von Monaco, Belgien, USA-Ost in Detroit, Kanada und England. Zu keinem dieser Rennen konnte sich Emilio de Villota qualifizieren. Nach dem fünften Anlauf gab er seine Formel-1-Ambitionen endgültig auf; er startete nicht wieder in der Formel 1.

Eigenes Team 1989 und 1990 Seit Ende 1987 befasste sich Mike Earle mit dem dauerhaften Einstieg seines Teams in die Formel 1. Unmittelbarer Anlass war die nachlassende Konkurrenzfähigkeit der Formel-3000-Autos von March, die man bislang eingesetzt hatte. Im Übrigen zeichnete sich das Ende der kostenintensiven Turbo-Jahre der Formel 1 ab, so dass Earle – wie viele andere Teamchefs auch – die realistische Möglichkeit sahen, ab 1989 zu passablen finanziellen Konditionen Motorsport der höchsten Klasse betreiben zu können.

Formel-1-Saison 1989