mini|Corporate-Design-Logo der Stadt Bad Homburg vor der Höhe (seit 2021)

Bad Homburg vor der Höhe (amtlich Bad Homburg v. d. Höhe, bis 1912 Homburg vor der Höhe) ist die Kreisstadt des Hochtaunuskreises mit  Einwohnern () und liegt in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. International bekannt geworden ist die Stadt durch ihre zahlreichen Wasserquellen als Kur- und späterer Kongressort und auf Grund der bereits 1841 gegründeten Spielbank, die „Mutter von Monte-Carlo“ genannt wird. Bad Homburg ist eine von sieben Städten mit Sonderstatus im Land Hessen und gemäß hessischem Landesentwicklungsplan als Mittelzentrum ausgewiesen. Mit einem Kaufkraftindex von 156,4 lag Bad Homburg vor der Höhe 2020 im bundesweiten Spitzenbereich.

Geographie Die Stadt Bad Homburg liegt in 137 bis , im Mittel bei 194 Metern.

Nachbargemeinden Bad Homburg grenzt im Norden an die Gemeinde Wehrheim und die Stadt Friedrichsdorf, im Osten an die Städte Rosbach vor der Höhe und Karben (beide Wetteraukreis), im Süden an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, im Südwesten an die Stadt Oberursel (Taunus), im Westen (zu einem minimalen Teil) an die Gemeinde Schmitten im Taunus sowie im Nordwesten an die Stadt Neu-Anspach.

Stadtgliederung Gemäß § 4 der Hauptsatzung der Stadt Bad Homburg v.d.Höhe verfügt Bad Homburg über sieben Ortsbezirke. Für jeden Ortsbezirk existiert ein Ortsbeirat. Die Ortsbezirke lauten wie folgt: mini|Bad Homburg Stadtmitte mit Altstadt, Schloss und Kurpark Berliner Siedlung/Gartenfeld Dornholzhausen Gonzenheim Kirdorf Innenstadt Ober-Eschbach Ober-Erlenbach

Geschichte

mini|Blick auf die Dorotheenstraße und die Innenstadt, September 2009 mini|Schloss mit Turm im Winter mini|Schloss-Eingang Herrngasse

Der Name der Stadt Homburg leitet sich von der Burg Hohenberg ab. „Die Höhe“ ist der traditionelle Name des Taunus, dessen heutige Bezeichnung sich erst ab dem 18. Jahrhundert durchsetzte.

Die Stadt Homburg, das heutige Bad Homburg, ist urkundlich erstmals um 1180 nachgewiesen. Archäologische Untersuchungen haben für den gleichen Zeitraum Nachweise von Besiedlung erbracht. Die Zuschreibung einer Erwähnung Villa Tidenheim = „Dietigheim“ im Lorscher Codex aus dem Jahr 782 für die Stadt ist daher unwahrscheinlich.

Für die Annahme, Homburg habe um 1330 Stadt- und Marktrecht erhalten, gibt es ebenfalls keine eindeutigen Beweise, denn eine entsprechende Urkunde liegt nicht vor. 1335 gestattete allerdings Kaiser Ludwig IV., genannt der Bayer, den Herren von Eppstein, in dem zu ihrem Territorium gehörenden „Dal und Burg zu Hoenberg“ ebenso wie in Steinheim und Eppstein je zehn Juden anzusiedeln. Da Ludwig den beiden ebenfalls genannten Orten bereits Stadtrechte verliehen hatte,F. Lotz: Geschichte der Stadt Bad Homburg vor der Höhe. Band 1, Frankfurt am Main 1977, S. 159. wird angenommen, dass dies auch für Homburg zutraf; im 15. Jahrhundert wird Homburg nur noch Stadt genannt.

1486 verkaufte Gottfried IX. von Eppstein Burg, Amt und Stadt Homburg für 19.000 Gulden an Graf Philipp I. von Hanau-Münzenberg. 1504/1521 verlor Hanau Homburg in Folge des Landshuter Erbfolgekriegs, bei dem es auf der Seite der Verlierer stand, wiederum an die Landgrafschaft Hessen. Mit deren Teilung nach dem Tod des Landgrafen Philipp I. fiel Homburg an Hessen-Darmstadt, 1622 an die Nebenlinie Hessen-Homburg. 1866 fiel Homburg nach dem Aussterben des Landgrafengeschlechts von Hessen-Homburg an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt zurück, wurde jedoch im gleichen Jahr infolge des Preußisch-Österreichischen Kriegs preußisch.

Mit Aufkommen des Kurbetriebs ab Mitte des 19. Jahrhunderts, der sehr von der Einrichtung einer Spielbank profitierte, wandelte sich die Stadt zu einem international berühmten Bad.

Nach 1888 wurde Bad Homburg Sommerresidenz von Kaiser Wilhelm II. Aufgrund einer landespolizeilichen Anordnung des Wiesbadener Regierungspräsidenten durfte Homburg vor der Höhe ab 1912 seinem Namen ein „Bad“ voranstellen und sich Bad Homburg vor der Höhe nennen.

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Bad Homburg am 30. März 1945 von Truppen der 3. US-Armee besetzt.Evelyn Brockhoff, Bernd Heidenreich, Sönke Neitzel (Hrsg.): (PDF-Datei; 2,1 MB, HLZ), S. 43 ff.

Der Kurbetrieb in Bad Homburg ging vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem auch das Kurhaus durch Bomben schwer beschädigt wurde, stark zurück. Führende Hotels wurden zudem von der Militärregierung beansprucht. Die Bedeutung der Stadt als Sitz von Behörden und Verwaltungen nahm zu. Schon im Herbst 1946 ordnete die Militärregierung die Gründung bizonaler Behörden an. Sitz der Verwaltungsstelle für Finanzen wurde Bad Homburg. Hier richtete am 23. Juli 1947 der Wirtschaftsrat der Bizone zur Vorbereitung der Währungsreform die „Sonderstelle Geld und Kredit“ ein, deren Leiter Ludwig Erhard wurde. Nach der Gründung der Bundesrepublik mit der Hauptstadt Bonn blieben in Bad Homburg noch die Bundesschuldenverwaltung, die 2002 in Bundeswertpapierverwaltung umbenannt wurde und seit 1. August 2006 Teil der Deutschen Finanzagentur ist, das Amt für Wertpapierbereinigung und das Bundesausgleichsamt.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts war Bad Homburg zu einem bevorzugten Wohnsitz wohlhabender Frankfurter Familien geworden, eine Tendenz, die sich als Folge der Kriegszerstörungen in Frankfurt verstärkte. Am 30. November 1989 verübten Terroristen einen Bombenanschlag auf den in Bad Homburg wohnenden Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen. Sie ermordeten ihn mit einer Sprengfalle: sein Dienstwagen fuhr durch eine Lichtschranke; diese zündete eine Bombe.

Eingemeindungen Die Eingemeindung der umliegenden Dörfer setzte 1901 mit Kirdorf ein, 1937 folgte Gonzenheim. Am 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen Ober-Eschbach sowie Dornholzhausen freiwillig eingegliedert.

Die Eingemeindung von Oberstedten, das historisch und infrastrukturell mit Bad Homburg verbunden war, schlug fehl. Die Gemeindevertretung entschied sich am 2. Dezember 1971 zur Fusion mit dem nähergelegenen Oberursel; der Kreistag stimmte dem am 14. März 1972 zu.B. Dölemeyer (Red.): Geschichte der Stadt Bad Homburg vor der Höhe. Band V, Frankfurt am Main 2007, S. 59.

Auch die Fusion mit Obernhain, die von der Mehrheit der Obernhainer gewünscht wurde, scheiterte. Die Obernhainer Gemeindevertretung stimmte am 8. Oktober 1971 zu, die Bad Homburger Stadtverordnetenversammlung am 14. Oktober ebenfalls. Doch der Kreistag des damaligen Landkreises Usingen lehnte am 11. November die Fusion ab.B. Dölemeyer (Red.): Geschichte der Stadt Bad Homburg vor der Höhe. Band V, Frankfurt am Main 2007, S. 60. Stattdessen wurde Obernhain 1972 nach Wehrheim eingemeindet.

Am 1. August 1972 wurde Ober-Erlenbach kraft Landesgesetz eingegliedert.

Für das Gebiet der eingegliederten Gemeinden Dornholzhausen, Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach wurden per Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke Ober-Eschbach und Ober-Erlenbach folgen den seitherigen Gemarkungsgrenzen. Der Ortsbezirk Dornholzhausen umfasst neben der Gemarkung Dornholzhausen die Teile der Gemarkungen Bad Homburg v. d. Höhe und Kirdorf, die westlich der Bundesstraße 456 (Saalburgchaussee/Hohemarkstraße) liegen.

Bereits in mittelalterlicher Zeit kam es zur Übernahme des Dorfes Mittelstedten, wobei hier lediglich die Bevölkerung in die Stadt umgesiedelt und das Dorf aufgegeben wurde.

Neben den Eingemeindungen sind vor allem die in der Zeit der Hugenottenansiedlung von Homburg ausgehende östlich gelegene heute selbständige Neugründung Friedrichsdorf sowie die Wiederbesiedlung des Gebietes der Wüstung Dornholzhausen, das heute wieder Stadtteil von Bad Homburg ist, zu nennen.

Religion

Katholische Kirchengemeinden mini|hochkant|Marienkirche Zum Bistum Limburg gehören: Pfarrei St. Marien mit den Filialkirchen Herz Jesu und Heilig Kreuz St. Marienkirche in der Stadtmitte, erbaut von Ludwig Becker Heilig-Kreuz-Kirche in Gonzenheim, erbaut 1952/1953, mit 1867 vom englischen Hersteller J. W. Walker für die Englische Kirche erbauten Orgel, die der Heilig-Kreuz-Gemeinde 1953 von der Stadt Bad Homburg geschenkt wurde Herz-Jesu-Kirche in der Gartenfeldsiedlung St.-Johannes-Kirche in Kirdorf Gemeindezentrum St. Franziskus in Kirdorf Italienische Gemeinde Bad Homburg

Zum Bistum Mainz gehören: Pfarrei Hl. Maria Magdalena Taunusblick mit den Filialkirchen: St. Elisabeth in Ober-Eschbach St. Martin in Ober-Erlenbach

Evangelische Kirchengemeinden mini|rechts|Erlöserkirche in der Stadtmitte Christuskirche in der Berliner Siedlung (Stadtmitte) Englische Kirche, 1868–1914 als Gotteshaus für englische und amerikanische Kurgäste genutzt, heute Kulturzentrum in der Stadtmitte Erlöserkirche in der Stadtmitte, erbaut nach Plänen von Max Spitta und Franz Schwechten Evangelische Kirche in Gonzenheim Gedächtniskirche in Kirdorf Waldenserkirche in Dornholzhausen Zur Himmelspforte in Ober-Eschbach Evangelische Gemeinschaft Bad Homburg

Russisch-Orthodoxe Kirche Allerheiligenkirche, russische Kapelle im Kurpark

Freikirchen Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde – In Bad Homburg befinden sich auch der Sitz des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland,Vgl. Art. 1 Abs. 2 der . Die zentrale Geschäftsstelle des BEFG befindet sich inzwischen in Wustermark-Elstal, während in Bad Homburg nur noch einige bestimmte Aufgabenbereiche verblieben sind. der Europäisch-Baptistischen Föderation sowie der Freikirchen-Bank.

Jüdische Gemeinde mini|hochkant|Aufnahme der 1938 zerstörten Synagoge In Bad Homburg bestand seit dem späten Mittelalter eine jüdische Gemeinde. 1639 werden elf Juden gezählt. Die Zahl der Juden stieg im weiteren Verlauf deutlich an. 1803 waren es 105 Familien und um 1925 bestand die jüdische Gemeinde aus etwa 400 Personen, rund 2,5 Prozent der damals etwa 16.000 Einwohner.Alemannia Judaica: Die Synagoge in Bad Homburg v. d. Höhe. Abgerufen am 29. September 2016.

Die jüdische Gemeinde hörte nach der Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht 1938 und der Deportation der letzten vier jüdischen Bürger durch die Nationalsozialisten am 20. Mai 1943 auf zu existieren.

Seit 2013 gibt es wieder ein jüdisches Zentrum mit einem festen Rabbiner in Bad Homburg, das sich in provisorischen, angemieteten Räumlichkeiten befand. Aktuell leben ca. 300 Juden in Bad Homburg, vornehmlich aus der ehemaligen Sowjetunion, sowie weitere 300 jüdische Bürger im Umland von Bad Homburg. Betreut und verwaltet wird das Zentrum von der jüdischen Gemeinde Frankfurt. Am 11. November 2018 wurde die neue Synagoge eingeweiht. Die Stadt Bad Homburg hat für das Gebäude einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Verein „Freunde und Förderer der jüdischen Kultur und Religion Bad Homburg“ abgeschlossen.

Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Elisabethenstraße befindet sich heute eine Freifläche, die als Spielplatz genutzt wird. Ein Denkmal und eine Bronzetafel erinnern an die Synagoge und die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Der Platz davor wurde in „Platz der ehemaligen Synagoge“ umbenannt.

Muslimische Gemeinde In der Gartenfeldstraße befindet sich die Al-Hikma-Moschee. Der Marokkanisch-Islamische Verein Hochtaunus e. V. führt die Moschee. Sie ist sunnitisch geprägt und bietet diverse soziale Programme und Lernangebote. Sie existiert seit 2009.

Die Ar-Rahman-Moschee wurde 2010 in der Louisenstraße eröffnet. Sie wird vom Deutsch-Islamischen Verein e. V. Hochtaunus geführt.

Die Ulu-Moschee in der Innenstadt von Bad Homburg ist ebenfalls sunnitisch geprägt. Sie gehört zum türkischen Dachverband Ditib. Sie bietet auch zahlreiche soziale Programme an. Die Moschee wurde 1990 gegründet und ist die einzige Moschee in Bad Homburg mit einem Minarett.

Weitere Religionsgemeinschaften Es besteht weiterhin eine Bahá’í- und eine Gemeinde der Zeugen Jehovas. Politik Stadtverordnetenversammlung