Die deutsche Männer-Handballnationalmannschaft repräsentiert den Deutschen Handballbund (DHB) als Auswahlmannschaft auf internationaler Ebene bei Länderspielen gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände. Den Kader nominiert der Bundestrainer. Seit dem 6. Februar 2020 ist das Alfreð Gíslason.
Die deutsche Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten Handballteams der Welt. Acht Mal wurde sie Weltmeister, fünf Mal bei Feldhandball-Weltmeisterschaften (bei den Turnieren 1938, 1952, 1955, 1959 und 1966) und drei Mal bei Hallenhandball-Weltmeisterschaften (1938, 1978 und zuletzt 2007). Zwei Mal wurde das deutsche Team Europameister (2004 und 2016). Des Weiteren wurde bei den Olympischen Spielen von 1936 die Goldmedaille sowie bei den Olympischen Spielen der Jahre 1984, 2004 und 2024 die Silbermedaille und 2016 die Bronzemedaille gewonnen.
In den Jahren der Teilung Deutschlands vertrat die Männer-Handballnationalmannschaft der DDR die DDR bei Länderspielen und internationalen Turnieren. Sie gewann Gold bei den Olympischen Sommerspielen 1980 und war die erfolgreichste Mannschaft des Ostseepokals.
Trikots, Ausrüster und Sponsoren Heimtrikot Datei:Kit Germany Handball2008 Home.png Auswärtstrikot Datei:Kit Germany Handball2008 Away.png Bis zum Jahr 1980 übernahm Adidas die Ausrüstung der Handballnationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland. Danach gab es verschiedene weitere Ausrüster wie Puma, Hummel und Nike. Von 2004 bis zum Jahr 2008 bestand ein Ausrüstungsvertrag mit Kempa. Zu den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking übernahm Adidas wieder die Ausrüstung sämtlicher Nationalteams bis Anfang 2013. Zwischen 2013 und 2020 war erneut Kempa Ausrüster des DHBs, bevor im Juli 2020 Puma diese Rolle übernahm. Ab Juni 2015 wurden die Nationalmannschaften zusätzlich durch Rehband ausgestattet.
Im Gegensatz zu Fußballnationalmannschaften haben Handballnationalmannschaften eigene Trikotsponsoren. Hauptsponsor der deutschen Mannschaft war während der Weltmeisterschaft im Januar 2009 für vier Wochen die Firma KiK. Für Januar 2010 bis Ende 2012 wurde der Energieversorger Goldgas als Hauptsponsor gewonnen. Von Januar 2013 bis Juni 2014 war getgoods.de als Hauptsponsor auf den Trikots vertreten. Von Juni 2014 bis Dezember 2024 war die AOK offizieller Hauptsponsor. Der aktuelle Hauptsponsor Atlas ist seit Januar 2025 auf den Trikots zu sehen.
Auf den Ärmeln warb Toyota, der ehemalige Namenssponsor der Handball-Bundesliga, von August 2007 bis Juni 2014. Auf dem Trikotrücken – unterhalb der Rückennummer – war ab November 2007 die Hamburg-Mannheimer, später unter dem neuen Namen Ergo Group, vertreten.
Die aktuellen Premiumsponsorenpartner sind:
seit 2009 die Deutsche Kreditbank (DKB) (Logoplatzierung unterhalb der Rückennummer) seit Januar 2016 Lidl (Logo auf der rechten Schulter des Trikots) seit Januar 2018 Harting (Logos auf den Trikothosen) seit März 2024 Alsco (Logos auf beiden Trikotärmeln)
Spitzname Im Laufe der Europameisterschaft 2016 wurde die Mannschaft in den Medien als Bad Boys bezeichnet und Nachrichten in Sozialen Medien mit dem Hashtag #badboys versehen. Die Bezeichnung ist auf einen Vergleich zu der von Trainer Dagur Sigurðsson erwünschten harten, aber nicht unfairen Spielweise, der Detroit Pistons zurückzuführen.
Nachwuchs Unterhalb der A-Nationalmannschaft sind die Jugend- und die Juniorenauswahl angesetzt.
Prämien Europameisterschaften Die Regelung des DHB zur Prämienhöhe sah für den Gewinn bei einer Europameisterschaft ab 2016 eine Summe von 250.000 Euro für das Team vor. Die Auswahl erhielt dann auch nach dem Titelgewinn rund 250.000 Euro.mz.de, „Prämien Handball-EM: Das kassiert Deutschland für den Titelgewinn“, 8. Januar 2020, abgerufen am 1. Dezember 2022
Die Summe von 250.000 Euro galt auch bei den Europameisterschaften der Jahre 2018, 2020 und 2022. Für das Erreichen eines zweiten Platzes war im Jahr 2020 eine Summe von 200.000 Euro, für den dritten Platz eine von 150.000 Euro ausgelobt.
Im Jahr 2022 beschloss der DHB eine Prämienregelung, die für die deutsche Frauen-Handballnationalmannschaft die gleiche Prämienhöhe vorsieht wie für die Männer-Handballnationalmannschaft.www.dhb.de, „Gleiche Prämie für Frauen“, 31. Oktober 2022, abgerufen am 1. Dezember 2022
Für einen Sieg bei einer Europameisterschaft ab 2022 bekäme das Team 250.000 Euro. Mit dem Erreichen der Hauptrunde ist eine Prämie in Höhe von 30.000 Euro für das Team verbunden. Die gezahlten Tagegelder sind abhängig von der Zahl der Länderspiele und betragen bis zu 100 Euro.
Weltmeisterschaften Der DHB lobte für den Gewinn der Weltmeisterschaft 2017 eine Teamprämie von 250.000 Euro aus. Die Prämienhöhe für Platz 2 lag bei 200.000 Euro, für Platz 3 bei 150.000 Euro und für Platz 4 bei 100.000 Euro ein; das Erreichen des Viertelfinals war, sofern das Team hier gescheitert wäre, mit 50.000 Euro dotiert.www.welt.de, „Fußballer kassieren Titel-Prämie in 37 Minuten“, 17. Januar 2017, abgerufen am 1. Dezember 2022
Für einen Sieg bei der Weltmeisterschaft 2019 versprach der DHB eine Teamprämie in Höhe von 450.000 Euro.www.sport1.de, „DHB-Team winkt WM-Prämie von 500.000 Euro“, 8. Januar 2021. Abgerufen am 1. Dezember 2022 Für Platz zwei wurden dem Team 350.000 Euro, für Platz 3 250.000 Euro und für Platz vier 150.000 Euro in Aussicht gestellt.rp-online.de, „Deutsche Handballer erhalten 450.000 Euro für WM-Titel“, 7. Januar 2019, abgerufen am 1. Dezember 2022 Für das Belegen von Platz 4 erhielt der DHB von der Internationalen Handballföderation 150.000 Euro.www.hla.at, „1 Mio. Jahresgehalt geknackt – die Topverdiener im Handball“, abgerufen am 1. Dezember 2022
Für die Weltmeisterschaft 2021 sollte die Prämie 450.000 Eurowww.derwesten.de, „Handball EM 2020: Unfassbar! Diese Witz-Prämie winkt den deutschen Handballern“, 7. Januar 2020, abgerufen am 1. Dezember 2022 bis 500.000 Euro betragen. Für das Erreichen von Platz zwei hätte die Prämienhöhe 380.000 Euro, für Platz drei 260.000 und für Platz vier 140.000 Euro betragen.
Zur Weltmeisterschaft 2023 wurde die Höhe der Prämie für einen Titelgewinn auf 400.000 Euro für das Team festgelegt, Prämien gäbe es bis Platz 8: Für den zweiten Platz beträgt die Prämienhöhe 300.000 Euro, für Platz 3 200.000 Euro, für den vierten Platz 100.000 Euro. Für den achten Platz gäbe es 40.000 Euro.www.sueddeutsche.de, „DHB-Boss: Handballer erhalten 400.000 Euro für WM-Titel“, 13. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2023
Vor der Weltmeisterschaft 2025 bezifferte der DHB die Prämie im Falle eines Titelgewinnes mit 475.000 Euro für das Team; falls mehr als 19 Spieler eingesetzt würden 500.000 Euro. Für den zweiten Platz wurden 350.000 Euro, für den dritten Platz 250.000 Euro und für Platz vier 125.000 Euro in Aussicht gestellt. Für den Einzug ins Viertelfinale wollte der DHB 60.000 Euro an das Team zahlen.www.dhb.de, WM-Prämie beschlossen, 10. Januar 2025, abgerufen am 11. Januar 2025
Aktuelles mini|hochkant=1.8|Kader für Olympia 2024 Kader Das Aufgebot für die Europameisterschaft 2026:Handball-EM 2026: Der DHB-Kader. In: handball.nationalmannschaft.net, 20. Dezember 2025. Nr. Name Geburtstag Position Verein LS Tore T/S129. April 2002TW Rhein-Neckar Löwen493333. März 1991TW THW Kiel19016331. Juli 2002RM Füchse Berlin29324 5. November 1997KR SG Flensburg-Handewitt111387525. April 2000RL VfL Gummersbach11301330. März 2002RL Füchse Berlin521425. Juni 2002RA VfL Gummersbach913159. Mai 2000RM Aalborg Håndbold863321717. Januar 1996RA THW Kiel501181816. März 2000RMVfL Gummersbach782092329. April 2002RR TSV Hannover-Burgdorf482003024. April 2001RL VfL Gummersbach700325. Juli 1997RR SC DHfK Leipzig32643410. April 1993LA THW Kiel971373622. März 1996LA SC Magdeburg73164546. Februar 2003KR TSV Hannover-Burgdorf37477111. September 2003RL SG Flensburg-Handewitt34928019. Juli 1995KR Rhein-Neckar Löwen130239 (Stand: 20. Januar 2026)
Länderspiele
Aufgelistet sind die Spiele der letzten zwei Jahre mit den Ergebnissen aus deutscher Sicht sowie geplante Länderspiele.
Teilnahme an Wettbewerben Olympische Spiele Die deutsche Handballnationalmannschaft konnte sich bisher zehnmal für die Olympischen Sommerspiele qualifizieren. Erstmals wurde Handball bei den Olympischen Sommerspielen 1936 ausgetragen – es war das einzige Turnier, das im Feldhandball ausgetragen wurde. Erst 1972 wurde Handball als Hallensport wieder als olympische Sportart eingeführt. 1980 nahm man nicht an den Olympischen Sommerspielen teil, da das Nationale Olympische Komitee für Deutschland den Boykott dieser beschloss. In den Jahren 1988 und 2012 konnte man sich nicht für das Turnier qualifizieren. Auch für die Olympischen Sommerspiele 1984 konnte man sich nicht sportlich qualifizieren, durfte jedoch aufgrund des Boykotts der damaligen Ostblockstaaten nachrücken und gewann die Silbermedaille. Bei den zehn Teilnahmen erreichte man bisher drei Mal das Finale und gewann eine Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille.
Bei den Olympischen Sommerspielen von 1972 bis 1988 traten zwei deutsche Mannschaften zu den Turnieren an. Für die Platzierungen der Nationalmannschaft der DDR bei Weltmeisterschaften siehe Männer-Handballnationalmannschaft der DDR. Jahr Austragungsort Teilnahme bis… Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1936 Berlin Endrunde Österreich Goldmedaille20px|Gold Hans Theilig wurde Torschützenkönig. 1972 München Spiel um Platz 5 Sowjetunion 6. Platz 1976 Montreal Spiel um Platz 3 Polen 4. Platz 1980 Moskau – – nicht teilgenommen Die (west)deutsche Mannschaft nahm aufgrund des Boykotts des Nationalen Olympischen Komitees nicht an dem Turnier teil. 1984 Los Angeles Finale Jugoslawien Silbermedaille20px|Silber Die (west)deutsche Mannschaft qualifizierte sich nicht für das Turnier, jedoch konnte sie aufgrund des Boykotts der damaligen Ostblockstaaten dennoch teilnehmen und gewann erstmals die Silbermedaille. 1988 Seoul – – nicht qualifiziert 1992 Barcelona Spiel um Platz 9 Tschechoslowakei 10. Platz 1996 Atlanta Spiel um Platz 7 Schweiz 7. Platz 2000 Sydney Spiel um Platz 5 Frankreich 5. Platz 2004 Athen Finale Kroatien Silbermedaille20px|Silber Henning Fritz als Torwart und Christian Schwarzer als Kreisläufer wurden in das All-Star-Team gewählt. 2008 Peking Gruppenphase Dänemark 9. Platz 2012 London – – nicht qualifiziert 2016 Rio de Janeiro Spiel um Platz 3 Polen Bronzemedaille20px|Bronze Uwe Gensheimer wurde als Linksaußen in das All-Star-Team gewählt. 2021 Tokio Viertelfinale Ägypten 6. Platz 2024 Paris Finale Dänemark Silbermedaille20px|Silber Die Rückraumspieler Juri Knorr und Renārs Uščins wurden in das All-Star-Team gewählt.
Weltmeisterschaften im Feldhandball Deutsche Handballnationalmannschaften nahmen an sechs der sieben bis 1966 ausgetragenen Feldhandball-Weltmeisterschaften teil und konnten dabei stets den Titel gewinnen.
Für die Platzierungen der Nationalmannschaft der DDR bei Feldhandball-Weltmeisterschaften siehe auch Männer-Handballnationalmannschaft der DDR. Jahr Gastgeberland Finale Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1938 Deutsches Reich 23:0 Weltmeister 1948 Frankreich nicht teilnahmeberechtigt Nach dem Zweiten Weltkrieg war noch kein neuer Handballverband gegründet worden, der Deutschland bei der IHF hätte vertreten können. 1952 Schweiz 19:8 Weltmeister 1955 BRD BRD 25:13 Schweiz Weltmeister 1959 Österreich Deutschland 14:11 Weltmeister Teilnahme mit einer gesamtdeutschen Mannschaft unter dem DHB-Trainer Werner Vick. 1963 Schweiz 14:7 BRD 2. Platz 1966 Österreich BRD 15:15 DDR Weltmeister Die Auswahl der BRD gewann aufgrund ihrer besseren Tordifferenz von +51 Toren.
Weltmeisterschaften