Jidokwan (auch Ji Do Kwan, Jidogwan oder Chidogwan, koreanisch ) ist eine südkoreanische Kampfkunstschule und ein Zweig der Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu ().
Die Schule wurde 1953 von Yun Gwae-byeung und Lee Jong-woo gegründet und ist eine der ursprünglichen neun Kwans (Kampfkunstschulen). In der Korean Taekwondo Association (KTA) wird sie als Kwan Nr. 8 geführt.
Um 1966 teilte sich die Schule in Taekwondo Jidokwan und Karate Jidokwan.
Teakwondo Jidokwan existiert bis heute in Korea als eine Art Bruderschaft fort, die das Kukkiwon-Kampfsportsystem befürwortet und World Taekwondo unterstützt. Während Karate Jidokwan als Taegeuk-gwan fortgeführt wird.
Wortbedeutung Jido (, Hanja MR chido) bedeutet etwa jemanden anleiten, führen und betreuen, unterweisen oder schulen. Kwan (, Hanja RR gwan) bedeutet etwa Institution oder Gebäude – etwa ein Ort, an dem man lernt und Geist sowie Körper kultiviert oder Haus zur Unterbringung und Bewirtung von Gäste bzw. Arbeitsstätte für Beamten oder politische Gesandten.
Der Name Jidokwan bedeutet etwa „Schule des weisenden Weges“ oder „Schule des Weges der Weisheit“.
Vorgeschichte Die Geschichte beginnt mit dem Koreaner Chun Sang-Sup, welcher als Jugendlicher während seines Aufenthalts in Japan Judo und Karate lernte. Nach seiner Rückkehr nach Korea vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Chun Sang-sup von Lee Gyeong-seok, dem Leiter der Judo-Schule Joseon Yeonmugwan () – auch Chosun Yun Moo Kwan, angesprochen und gebeten, dort das japanische Karate (Kong Soo Do – Hanja RR Gongsudo) zu unterrichten.
Er willigte ein und gründete am 3. März 1946 die „Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu“ (der Zusatz „Bu“ () bedeutet „Abteilung“) – eine neue Abteilung der Judo-Schule in Susong-dong, Jongno-gu, Seoul. Mit Beginn des Koreakriegs am 25. Juni 1950 wurde Chun Sang-Sup von der Armee eingezogen. Danach galt er als vermisst. Am gleichen Tag wurde die Schule geschlossen.
Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens im Koreakrieg am 27. Juli 1953 begannen die ehemaligen Schüler wieder mit dem Training in der Schule. Unterrichtet wurden sie dabei von Lee Kyo-yoon (später Han Moo Kwan) und Lee Jong-woo, die ebenfalls Schüler von Chun Sang-Sup gewesen sind.
Kurz darauf wurden sie von Lee Jae-hwang, der im Gebäude Judo unterrichtete, aufgefordert, die Räumlichkeiten zu verlassen. So waren sie gezwungen, anderweitig eine Trainingsstätte zu finden.
Da sie den stellvertretenden Direktor und Judoka Lee Sang-mook des Korean Amateur Sports Gymnasium (Hanguk Cheyuk Kwan, kurz: Han Che) in Cho-dong, Jung-gu, Seoul, kannten, fragten sie dort nach und erhielten die Erlaubnis.
Im September 1953 wurde die „Dae Han Che Yook Kwan Kong Soo Do Bu“ gegründet und erste Ausbilder waren: Lee Kyo-yoon, Yun Gwae-byeung, Lee Jong-woo.
Wegen andauernde Konflikte zwischen Lee Kyo-yoon und Lee Chong-woo, verließ Lee Kyo-yoon die Schule und gründete später den Han Moo Kwan.
Gründung der Jidokwan Es folgte der Wunsch, die Schule vollständig von ihren Judo-Wurzeln zu lösen und so wurde die Schule „Jidokwan“ genannt. Zum Schulleiter wurde Yun Gwae-byeung gewählt, der zuvor Direktor des Kanbukan (japanisch , dt. etwa „Halle der koreanischen Kampfkünste“) und ein Freund von Chun Sang-Sup gewesen war.
Im Dezember 1955 veranstaltete Jidogwan in Seoul Prüfungen für Graduierte und Dan-Träger sowie Mannschafts- und Einzelwettbewerbe.Taekwondo Jidokwan Federation, abgerufen am 18. Juli 2026 (koreanisch).
Im November 1960 wurde das Jeonbuk-Karate-Turnier und das Herbstprüfungsturnier in Jeonju veranstaltet.
Am 22. September 1961 wurde die Korea Tae Soo Do Association, später wieder umbenannt in Korea Taekwondo Association, gegründet, wobei Yun Gwae-byeung und Lee Jong-woo (einer seiner Schüler) anwesend waren.
Während Yun Gwae-byeung der Meinung war, die Jidokwan Schule solle ihre Eigenständigkeit bewahren – ähnlich wie die Tang-Soo-Do- und Moo-Duk-Kwan-Schulen – und die Kontrolle über ihren eigenen Lehrplan, hielt Lee Jong-woo die Beteiligung am sogenannten „Kwan Unity Act“ für den richtigen Weg und setzte sich für den Beitritt zur „Korea Tae Soo Do Association“ ein. Schließlich ließ sich Lee Jong-woo zum stellvertretenden Vorsitzenden der KTA und ins Exekutivkomitee wählen.
Das wesentliche Merkmal, durch das sich Jidokwan von anderen Schulen abhob, war das Kyorugi (Sparring). Als Taekwondo-Turniere zwischen den frühen 1960er und den 1970er Jahren an Bedeutung gewannen, profilierte sich Jidokwan besonders.
Trennung in Taekwondo und Karate Ein andauernder Konflikt führte um 1966 zur Spaltung der Schule in:
Taekwondo Jidokwan unter Lee Jong-Woo und
Karate Jidokwan unter Yun Gwae-byeung.
Am 20. Mai 1976 strich die KTA die Namen der Kwans und ersetzte sie durch Nummern. Taekwondo Jidokwan wurde Kwan Nr. 8.
Gegenwart Taekwondo Jidokwan existiert in Korea auch heute noch als eine Art Bruderschaft, die das Kukkiwon-Kampfsportsystem befürwortet und die World Taekwondo Federation unterstützt. Zudem gibt es nach wie vor Zweige des alten Yun-Moo-Kwan-Stils, die diesen praktizieren oder – in einigen Fällen – die Bezeichnung „Yun Moo Kwan“ verwenden. Die World Taekwondo Jidokwan Federation (WTJA), mit Sitz in Gangnam, Seoul, deren Präsident seit 1. März 2018 Ahn Hak-seon ist, hat zurzeit 15 städtische und provinzielle Schulen in Südkorea. Karate Jidokwan auch Gongsudo Jidokwan (), eröffnete 1966 das Dojo Yeongdeungpo-gu in Seoul. 1973 wurde der Name zu Gongsudo Hansuhoe ()1973 Gründung Hansuhoe, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch). und 1980Eröffnungsfeier 1980, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch). zu Gongsudo Taegeuk-gwan () umbenannt. 1982 Teilnahme am 14. Kyokushin-Karate-Turnier.14. Kyokushin-Karate-Turnier (koreanisch). 1984 Teilnahme am Tang-Soo-Do-Turnier der Korea Subakdo Association, das vom Königreich Brunei ausgerichtet wurde.Teilnahme in Brunei, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch). Das Karate Jidogwan ist die älteste koreanische Karate-Organisation und ist Mitglied der Korea Karate-do Federation (KKF)Zertfizierungsschreiben des koreanischen Karate-Verbands, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch)..
Jidokwan-Symbol Das Ji-Do-Kwan-Symbol besteht aus drei Kreisen. Ein Kreis steht für Ganzheit, da er weder Anfang noch Ende hat. Der große äußere Kreis symbolisiert das Universum. Innerhalb dieses äußeren Kreises steht der größere Kreis für die Erde, während der kleinere Kreis das Leben auf der Erde repräsentiert. Alle diese Kreise sind miteinander verbunden.
Auch die Farben Rot und Blau sind für die Bedeutung des Ji-Do-Kwan-Symbols von Bedeutung. Rot ist die Farbe von Energie und Kraft, Mut und Aufmerksamkeit. Blau steht für Frieden, Ruhe und Freundschaft. Gemeinsam schaffen sie Gleichgewicht und Harmonie.
Leiter (Kwan Jang) des Joseon Yeonmugwan Kong Soo Do Bu / Jidokwan Chun Sang-sup (Gründer), 3. März 1946 bis 1950 Yun Gwae-byeung, zwischen 1950 und 1953 bis 1966
Leiter (Kwan Jang) des Taekwondo Jidokwan Lee Jong-woo, von 1966 bis 1973 Bae Young-gi, von 1973 bis 1975 Lee Jong-woo, von 1975 bis 1988 Lee Seung-wan, von 1988 bis 2018 Ahn Hak-seon, seit 2018
Leiter (Kwan Jang) des Karate Jidokwan (Gongsudo Hansuhoe / Gongsudo Taegeuk-gwan) Yun Gwae-byeung (), 1966 Jeong Dong-hun () (* 24. August 1945), seit September 1966.Direktor Jeong Dong-hun September 1966, abgerufen am 29. Juli 2026 (koreanisch).
Literatur Al Cole: The Evolution of Jidokwan 2008. Herausgegeben von Taekwondo Jidokwan Society (koreanisch, italianisch, english). Kim Soo, Robert McLain: Yoon Byung-in Story. Kim Soo Karate, Inc. 2006 (english).
Weblinks
Das Jidokwan (Kurzportrait) – Taekwondo Teil 5, YouTube, 2023 (Laufzeit: 3 min 39 s) What is Jidokwan / The meaning of Jidokwan, YouTube, 2021 (Laufzeit: 6 min 13 s)
Anmerkung Zu jener Zeit war die Joseon Yeonmugwan die repräsentative Zweigstelle des Kōdōkan, der obersten Institution des japanischen Judo. Joseon (koreanisch Hanja ) war der damalige Name Koreas. Seit dem 15. August 1945 verwendet Nordkorea den Namen „Joseon“ als Landesnamen. Südkorea nutzte den Namen Joseon bis zur Festlegung des 38. Breitengrades am 15. August 1945. „Yeonmugwan“ ( Hanja ) bedeutet „Kampfkunstforschungsschule“. Der Zusatz „Bu“ ( Hanja ) bedeutet „Abteilung“.
Einzelnachweise
Kategorie:Taekwondo (Südkorea) Kategorie:Koreanische Kampfkunst Kategorie:Verbandsgründung 1953