Franz Merkle (* 16. April 1905 in Emmendingen; † 21. September 1960) war Volkswirt und von 1949 bis 1960 Schriftleiter der Zeitung Die Wirtschaftsprüfung.

Biographie Merkle begann nach seinem Abitur ein Studium des Maschinenbaus an der Technischen Universität Karlsruhe, wechselte aber bereits nach zwei Semestern zur Volkswirtschaftslehre; zuerst in Tübingen und anschließend in Freiburg im Breisgau, wo er sein Diplom erhielt und 1928 bei Robert Liefmann mit seiner Arbeit über Produktivität und Rentabilität zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. Im Wintersemester 1924/25 wurde er Mitglied der Turnerschaft Palatia Tübingen.Palatia Tübingen (Hrsg.): Verzeichnis der Tübinger Pfälzer im Sommer-Semester 1928. Tübingen 1928, Mitgliederliste der Aktivitas - V. Auswärtige Mitglieder Nr. 35.

1928 begann er seine Tätigkeit bei der Schwäbischen Treuhand-Aktiengesellschaft. Er war an den Vorbereitungen der Novelle des Aktienrechts von 1931 und der ersten Gebührenregelung für die Pflichtprüfungen des Jahresabschlusses durch das gerade erst entstandene Institut der Wirtschaftsprüfer beteiligt. 1935 wurde er Wirtschaftsprüfer und zugleich Vorstand der Schwäbischen Treuhand-Aktiengesellschaft. Am 17. Oktober 1939 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. März 1940 aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.565.118).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/28371380

Von 1939 bis 1942 war Merkle im Sachgebiet „Bekleidung und Ausrüstung“ bei der Wehrkreisverwaltung V Stuttgart tätig. Daraufhin war er von 1942 bis 1943 Kriegsverwaltungsrat bei der Wirtschaftsinspektion Süd; später bei der Abteilung „Wirtschaft“ beim Oberquartiermeister der Heeresgruppe Süd. Von 1943 bis 1944 war er Militärverwaltungsoberrat in der Sondergruppe Treuhandverwaltung bei der Wirtschaftsorganisation Ost bzw. im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete; zugleich war er Teil des Abwicklungsstabs der Wirtschaftsinspektion Süd.

Merkle wird ein gewichtiger Einfluss auf die Ausgestaltung des D-Mark-Bilanzgesetzes zugeschrieben.

1948 unterstützte er Karl Hax bei der Schriftleitung der im selben Jahr gegründeten Zeitung Die Wirtschaftsprüfung und übernahm diese ein Jahr später bis zu seinem Tod vollständig, da Hax sich auf die Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung konzentrierte.

In den folgenden Jahren war er Berater für das Institut der Wirtschaftsprüfer, der Union Européenne des Experts Comptables et Financiers und der International Fiscal Association sowie Begründer des Instituts für Finanzen und Steuern in Bonn.

Veröffentlichungen Produktivität und Rentabilität, Stuttgart 1951 – Promotionsschrift

Literatur Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Verlag Johann Wilhelm Naumann, Augsburg 1951, o. S. Franz Merkle – Seine Bedeutung für die Betriebswirtschaftslehre. In: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung (zfbf), 1961, S. 134–135.

Weblinks Kurzbiografie – Projekt „Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien“

Einzelnachweise

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