Xenia Hausner (* 7. Jänner 1951 in Wien) ist eine österreichische Malerin und Bühnenbildnerin.
Leben Xenia Hausner stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie ist die Tochter des österreichischen Malers Rudolf Hausner und der Restauratorin Hermine Hausner,«Männer sind einfach nicht so spektakulär», Hosmann Annik in Der Bund, 11. August 2022, abgerufen am 8. Oktober 2022 ihre Halbschwestern sind die Filmregisseurin Jessica Hausner und die Kostümbildnerin Tanja Hausner. Hausner studierte zwischen 1972 und 1976 Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste Wien und an der Royal Academy of Dramatic Art in London. Von 1977 bis 1992 schuf sie Ausstattungen für Theater, Oper und Film, u. a. für das Burgtheater Wien, die Salzburger Festspiele, das Royal Opera House Covent Garden in London und das Theâtre Royal de la Monnaie in Brüssel sowie 2020 das Bühnenbild für die Oper Der Rosenkavalier in der Inszenierung von André Heller an der Staatsoper Unter den Linden, Berlin.
Seit 1992 arbeitet Xenia Hausner in erster Linie als Malerin. Ihre Werke werden international in Galerien, auf Kunstmessen und in Museen gezeigt. Hausner lebt und arbeitet in Berlin und Wien und hat ein Atelier in Traunkirchen im Salzkammergut.
Werk Bühnenbild Ihre ersten Bühnenbilder waren Materialcollagen aus Abbruchhäusern, von Schrottplätzen und Müllkippen. Von dort holte sie ihr Rohmaterial, aus dem montierte sie Räume, die von der Spannung zwischen naturalistischer Akribie und abstrakter Chiffre, zwischen Geschichte und Aktualität lebten. Ihre Lieblingsfigur war das Oxymoron, die Verbindung des Gegensätzlichen, die konzentrierte Vereinigung all dessen, was chaotisch auseinanderstrebt.Knut Boeser: Auf der Suche nachmöglichen Orten. In: Xenia Hausner: Rätselraum Fremde Frau, Braus Verlag, Heidelberg 1990, S. 16–18.
Malerei Ab 1990 wandte sich Xenia Hausner der Malerei zu. Der Aspekt der Inszenierung war Schwerpunkt der retrospektiv angelegten Ausstellung „True Lies“ 2021 im Albertina Museum in Wien. Xenia Hausner beschäftigt sich auch mit Arbeiten auf Papier und Mixed-Media-Arbeiten, bei denen sie ihre großformatigen Fotografien malerisch weiterentwickelt und verschiedene Materialien versatzstückhaft in den Bildträger einbaut. Sie führt damit in ihrer künstlerischen Arbeit den aktuellen Erkenntnisstand der Malerei mit dem der Fotografie zusammen.Peter Assmann, Damage, Hirmer Verlag, 2011, ISBN 978-3-7774-4281-5 So entsteht mit unterschiedlichen Techniken eine neue Bildverdichtung und Wirklichkeitskonstruktion. Handverlesene Unikate in kleiner Auflage auf Büttenpapier beziehen sich motivisch zwar auf Themen ihrer Malerei, doch entstehen neue Bilderfindungen, die technisch und medial einen eigenständigen Bereich bildet.
Fotografie Neben der Malerei ist die Fotografie ein wesentliches Moment ihrer Arbeit. INHK - das deutschsprachige Magazin für Hong Kong: Interview mit Nina Gassauer: "In den Strassen von Hong Kong beginnt für mich der Augenrausch..." Hausner verbindet auf vielschichtige Weise die Geschichte und das Potential dieser beiden Bildmedien miteinander, wobei sie in ihrer Malerei implizit nicht nur die Prinzipien der Fotografie, sondern in einer Art Verdichtungsprozess auch die des Films mit ins Spiel bringt. Hausner inszeniert die Fotos selbst, die ihr zur Grundlage der Malerei dienen. Die so produzierten Fotoszenarien, in denen eine oder mehrere Personen mitspielen, werden im Atelier rekonstruiert. Die Wahl des Ausschnitts, das Fragmentarische, die Montage, das durch die Farbe gesteuerte drastische Licht tragen maßgeblich zum intensiv atmosphärischen Charakter ihrer Bilder bei.Silvia Eiblmayr zur Ausstellung Xenia Hausner: Some Hope, FO.KUS BTV Stadtforum, 2015, S. 1; ebenfalls http://www.xeniahausner.com/interviewsreviews/xenia-hausner-some-hope/ veröffentlicht am 19. November 2015
Plastik mini|hochkant|Metallplastik „Atemluft“ im Bank-Austria-Park (2025) Xenia Hausners erste plastische Arbeit heißt „Atemluft“. Sie wurde in Mödling gefertigt, besteht aus patinierter Bronze und poliertem Aluminium, ist drei Meter hoch und wurde im Zuge der Europäischen Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 am Karoline-Gaisberger-Platz (Bahnhof) in Bad Ischl aufgestellt.„Atemluft“ bei den Kulturpfaden Bad Ischl, abgerufen am 9. April 2025.„Atemluft“ bei der Europäischen Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024, abgerufen am 9. April 2025.„Atemluft“ bei König Galerie, Berlin, abgerufen am 9. April 2025 (englisch). Anfang Juli 2025 wurde sie entfernt und im Oktober unter André Hellers Leitung im Bank-Austria-Park in Wien aufgestellt.
Projekte Xenia Hausner engagiert sich bei Edit Schlaffers internationaler Organisation Women without Borders / Frauen ohne Grenzen. Architekturbezogene Projekte sind die Ringturmverhüllung in Wien 2011 sowie die Glasmalerei-Arbeiten für die Fenster der Kilianskirche in Heilbronn (2011), der Pfarrkirche in Gehrden (Gehrdener Kreuzigung, 2012/13) und in der Krypta des Merseburger Doms (2014).Holger Brülls: Zeitgenössische Glasmalerei in Deutschland. Centre International du Vitrail, Chartres 2012, S. 210–217, ISBN 978-2-908077-06-3 Zitate „Mein Kosmos ist weiblich. [...] Ich finde Frauen interessanter, komplexer, widersprüchlicher. Sie können mehr, sie müssen mehr können. Sie sind irgendwie kunstfähiger.“ (Xenia Hausner, 2021) „Frauen sind Dreh- und Angelpunkt in meiner Arbeit, in den Bildern agieren sie stellvertretend für alle Genderzugehörigkeiten. [...] Ja, es gibt sie [Männer, Anm.] immer wieder zwischendurch [...]. Aber sonst arbeite ich die Menschheitsthemen in weiblicher Besetzung ab.“ (Xenia Hausner, 2021)
Ausstellungen (Auswahl) 2022: Xenia Hausner – Unintended Beauty, CC Andratx, Mallorca, Spain 2022: Xenia Hausner – Unintended Beauty, König Berlin 2022: Xenia Hausner – True Lies, Museum Franz Gertsch, Burgdorf,«Männer sind einfach nicht so spektakulär», Hosmann Annik in Der Bund, 11. August 2022, abgerufen am 8. Oktober 2022 Schweiz 2021: Xenia Hausner – True Lies, Albertina Wien,Retrospektive Xenia Hausner. True Lies. Bis 8. August 2021, albertina.at, abgerufen am 21. Juni 2021 Österreich 2020: This will have been another happy day!, Palais Populaire, Berlin, Deutschland 2020: Schiele – Rainer – Kokoschka, Der Welt (m)eine Ordnung geben, Landesgalerie Niederösterreich, Krems, Österreich 2020: Treue Freunde. Hund und Mensch, Bayrisches Nationalmuseum, München, Deutschland 2019: 8. Internationale Biennale für Zeitgenössische Kunst, Tretyakov Gallery, Moskau 2019: Juntos Aparte, Kunstbiennale Südamerika, Cúcuta, Kolumbien 2019: Xenia Hausner - Behind the Scenes, Austrian Cultural Forum, New York, USA 2019: Xenia Hausner – Displaced – Storie in Movimento, Palazzo Ducale di Mantova, Museo Archeologico Nazionale, Italien 2019: Warhol bis Richter, Albertina Contemporary Art, Wien, Österreich 2018: DIE GESTE Meisterwerke aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen 2018: Guernica – Ikone des Friedens, Hofburg, Österreich 2018: Objects of Desire, Xenia Hausner & Dorothee Golz, Galerie 422, Gmunden, Österreich 2018: Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern, Wien Museum, Österreich 2018: Xenia Hausner – Shaky Times, Danubiana Meulensteen Art Museum Bratislava, Slowakei 2017: Monet to Picasso. The Batliner Collection, Permanent Collection, Albertina, Wien, Österreich 2017: Glasstress, Palazzo Franchetti, Venice 2017: Xenia Hausner – Exiles in Personal Structures: Crossing Borders, Palazzo Bembo, Venedig 2017: Entfesselt. Malerinnen der Gegenwart, Schloss Achberg 2017: Menagerie. An Animal Show from the Würth Collection, Forum Würth Rorschach, CH 2016: Rendezvous, Meisterwerke aus der Sammlung Essl, Essl Museum, Klosterneuburg 2015: Von Hockney bis Holbein. Die Sammlung Würth in Berlin, Martin-Gropius-Bau, Berlin 2015: Personal Structures: Crossing Borders, Palazzo Mora, Venedig 2015: Girl, Girls, Girls, Galerie Deschler, Berlin 2015: Some Hope, FO.KU.S, Innsbruck 2014: Look Left – Look Right, Today Art Museum, Peking 2014: Look Left – Look Right, The Pao Galleries, Hong Kong Arts Center, Hongkong 2014: Glanzlichter. Meisterwerke zeitgenössischer Glasmalerei im Naumburger Dom, Naumburg 2014: Die Andere Sicht, Sammlung Essl, Klosterneuburg 2013: Sie. Selbst. Nackt. Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen 2013: A.E.I.O.U. – Österreichische Aspekte in der Sammlung Würth, Museum Würth, Künzelsau 2012: ÜberLeben Sammlung Essl, Klosterneuburg 2012: The fifth Bejing International Art Biennale (BIAB) 2012: Xenia Hausner - Flagrant délit, Musée Würth France, Erstein 2012: Glasmalerei des 21. Jahrhunderts, Centre intern. du Vitrail, Chartres 2011: Damage, Kunstmuseum Shanghai, Shanghai 2011: Familiensinn Verhüllung des Ringturms, Wien 2011: Glasmalerei der Moderne, Badisches Landesmuseum, Karlsruhe 2010: Intimacy. Baden in der Kunst, Kunstmuseum Ahlen, Ahlen 2010: Trailblazer, Gabriele Münter Preis 2010, Martin-Gropius-Bau, Berlin 2009: Sehnsucht nach dem Abbild. Das Portrait im Wandel der Zeit, Kunsthalle Krems 2009: Xenia Hausner, Palais Liechtenstein, Forum für Zeitgenössische Kunst, Feldkirch 2008: Montijo International Biennal ON EUROPE 2008, Portugal 2007: Zurück zur Figur, Kunsthaus Wien 2006: Österreich: 1900–2000. Konfrontation und Kontinuitäten, Essl Museum, Klosterneuburg 2006: Zurück zur Figur - Malerei der Gegenwart, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München 2006: Glücksfall, KunstHausWien, Wien 2005: Physiognonomie der 2. Republik, Österreichische Galerie Belvedere, Wien 2005: Rundlederwelten, Martin-Gropius-Bau, Berlin 2005: Xenia Hausner - Glücksfall, Ludwig Museum, Koblenz 2004: Fremd. Berichte aus ferner Nähe, Kunstfest Weimar Pèlerinages 2004: Upper Class – Working Girl, Galerie der Stadt Salzburg 2003: New Paintings, Forum Gallery, Los Angeles 2002: Xenia Hausner – Malerei, Galerie Kämpf, Basel 2002: Xenia Hausner – Malerei, Galerie Hohmann, Hamburg 2001: Neue Arbeiten, Rupertinum, Salzburg 2000: Kampfzone, Käthe-Kollwitz-Museum Berlin und im Staatlichen Russischen Museum, St. Petersburg 2000: Xenia Hausner - Menschen, Ernst Barlach Museum, Hamburg/Wedel 1999: Figuration, Rupertinum Salzburg, Museion Bozen und Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal 1998: Wirklichkeit und Traum, Berlin Galerie, Berlin 1998: Xenia Hausner – Malerei, Kunsthalle, Koblenz 1998: Xenia Hausner – Liebesfragmente, Jesuitenkirche, Galerie in Aschaffenburg 1997: Liebesfragmente, Kunsthalle Wien und Museum der bildenden Künste, Leipzig 1997: Zeitgenössische Kunst aus Österreich, Europäisches Währungsinstitut, Frankfurt am Main 1996: Die Kraft der Bilder, Martin-Gropius-Bau, Berlin
Film Arte, Metropolis Geschichten von Einsamkeit und Nähe - Ein Atelierbesuch bei Xenia Hausner in Wien. Erstausstrahlung am 26. Januar 2013, 16.45 Uhr 3sat, Kulturzeit: Harald Wilde, Grande Dame der Porträt-Malerei - Xenia Hausner im Essl-Museum in Klosterneuburg, 24. Oktober 2012 Arte, Metropolis: Die Künstlerin Xenia Hausner, Erstausstrahlung am 11. Oktober 2003
Öffentliche Sammlungen und Museen Ihre Arbeiten sind unter anderem in folgenden Sammlungen und Museen zu finden:
Albertina, Wien Batliner Foundation, Wien Österreichische Galerie Belvedere, Wien Sammlung Essl, Klosterneuburg Wien Museum, Wien Museum Angerlehner, Wels Museum Würth, Künzselsau Droege Group, Düsseldorf Europäische Zentralbank, Frankfurt am Main Shanghai Art Museum Hong Kong Arts Centre Today Art Museum, Peking First Art Foundation, Vaduz George Economou Collection, Athen Seven Bridges Foundation, USA Steven Bennett Collection, San Antonio/USA Serendipity Arts Trust, New Delhi, India Sammlung Klewan Paul Allen Collection
Literatur Xenia Hausner: True Lies. Hirmer Publisher, 2020, ISBN 978-3-7774-3529-9. Xenia Hausner: Look Left – Look Right. Brandstätter Verlag, 2014, ISBN 978-3-85033-841-7. Xenia Hausner: ÜberLeben. Brandstätter Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-85033-715-1.