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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Köln tabellarisch und graphisch wieder.

Am 31. Dezember 2016 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ von Köln nach Fortschreibung des Landesbetriebes Information und Technik NRW 1.075.935 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).IT.NRW: Zum 31. Dezember 2021 lebten 1.079.301 Personen mit Haupt- und Nebenwohnsitz in Köln.Bevölkerung und Haushalte auf stadt-koeln.de, abgerufen am 27. Juni 2022. Köln ist seit 2010 wieder eine Millionenstadt, nachdem es 1975 durch Eingemeindungen für ein Jahr diese Grenze überschritt. Sie ist somit die vierte Millionenstadt in Deutschland. Zum 31. Dezember 2017 meldete das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln eine Einwohnerzahl von 1.084.795 Einwohnern.Stadt Köln: Kölner Zahlenspiegel

Einwohnerentwicklung

50 n. Chr. wurde Colonia Claudia Ara Agrippinensium, eine urbane römische Ansiedlung auf dem Gebiet von Köln, Verwaltungshauptstadt Niedergermaniens. Die Stadt hatte zu dieser Zeit etwa 30.000 Einwohner. Nach Plünderungen im 3. und 4. Jahrhundert (die Germanen eroberten 275 die Stadt, die Franken 355), sank die Bevölkerungszahl auf 15.000. Im Hochmittelalter gewann Köln an Bedeutung, es war zeitweise neben Paris die bedeutendste Stadt Kontinentaleuropas. 1475 wurde Köln zur Freien Reichsstadt erhoben. Mit etwa 40.000 Einwohnern war es eine der größeren Städte im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (wurde aber beispielsweise von den ebenfalls zum Reich gehörenden Städten Prag oder Mailand weit übertroffen).

Während der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerungszahl nur noch langsam und ging wegen der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. 1553 brach in Köln eine furchtbare Pestepidemie aus. An einzelnen Tagen starben 150, 200, 250 und mehr Menschen. Bis Michaelis (29. September) zählte man 20.000, bis Weihnachten 25.000 Tote. Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Köln ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lag die Einwohnerzahl der Stadt 1807 bei rund 40.000, genau so hoch wie etwa 1430, so überschritt diese schon 1852 die Grenze von 100.000, wodurch Köln zur Großstadt wurde.

Danach stieg die Einwohnerzahl Kölns im Vergleich etwa zu München (1880 = 230.000) oder Städten im Ruhrgebiet bis etwa 1880 nur relativ langsam an. Grund hierfür war der mittelalterliche Befestigungsring, der ein stärkeres Wachstum nicht zuließ. Nach dessen Abriss in den 1880er Jahren konnte Köln den Rückstand zum Teil wieder aufholen. Zwischen 1885 und 1895 verdoppelte sich die Bevölkerung von 160.000 auf 320.000 Personen. Dazu beigetragen hat die Eingliederung fast aller Vororte am 1. April 1888 mit zusammen 85.000 Einwohnern.

Die Eingemeindung der Stadt Kalk (1905: 25.478 Einwohner) und der Gemeinde Vingst (1905: 4.819 Einwohner) am 1. April 1910 brachte einen Zuwachs von rund 34.000 Personen. Durch die Eingliederung der Vororte Mülheim am Rhein (1910: 53.425 Einwohner) und Merheim (1910: 23.604 Einwohner) am 1. April 1914 wuchs Köln um 81.699 Menschen. Bei der Volkszählung vom 5. Dezember 1917 wurde eine ortsanwesende Gesamtbevölkerung von 609.244 Personen ermittelt. Darunter waren nach Angaben der Volkswirtschaftlichen Abteilung des Kriegsernährungsamtes 53.176 Militärpersonen und 4.847 Kriegsgefangene. Am 1. April 1922 kam die Landbürgermeisterei Worringen (1919: 7.034 Einwohner) nach Köln.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Durch Flächenbombardements wurden weite Teile der Stadt zerstört. Am 30. Mai 1942 war der erste Luftangriff mit über 1000 Bombern („Operation Millennium“), bei dem 469 Menschen ums Leben kamen. Nach insgesamt 262 Luftangriffen waren bei Kriegsende 95 Prozent der Altstadt zerstört. Am 6. März 1945 nahmen US-amerikanische Truppen die Stadt ein. Die Bevölkerungszahl sank im Verlauf des Krieges von 772.000 im Mai 1939 auf 40.000 im März 1945. Die Rückkehr der Zwangsevakuierten und der Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten ließ die Bevölkerungszahlen rasch ansteigen. 1959 lebten in der Stadt wieder so viele Menschen wie vor dem Krieg.

Köln war in den 1970er Jahren infolge von Eingemeindungen, welche aufgrund des eigens zu diesem Zweck erlassenen „Köln-Gesetzes“ erfolgt waren, kurzzeitig Millionenstadt: im Zuge der letzten Eingemeindungen zum 1. Januar 1975 wurde die Bevölkerungszahl von einer Million erreicht – bis 2012 historischer Höchststand. Nachdem die Stadt Wesseling jedoch zum 1. Juli 1976 wieder ausgegliedert wurde, sank die Einwohnerzahl erneut unter die Millionengrenze. Nach einem Fall auf 914.336 Einwohner im Jahre 1986 stieg die Bevölkerung der Stadt bis 2008 um 8,9 Prozent (81.084 Personen). Mit 995.420 Einwohnern stand sie unter den deutschen Großstädten an vierter, innerhalb Nordrhein-Westfalens an erster Stelle. Ende Mai 2010 überschritt die Einwohnerzahl dann mit 1.000.298 wieder die Millionengrenze.IT.NRW:

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1807 handelt es sich meistens um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1834 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1834 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 50 bis 1870 (jeweiliger Gebietsstand) Jahr/Datum Einwohner 50 30.000 250 15.000 350 15.000 1140 20.000 1430 40.000 1600 40.000 1714 42.015 1735 44.568 1794 44.512 1801 42.024 1807 40.400 1810 45.029 1. Dez. 1816 49.276 ¹ 1. Dez. 1819 55.355 ¹ 1. Dez. 1822 56.527 ¹ Datum Einwohner 1. Dez. 1825 59.049 ¹ 1. Dez. 1828 61.059 ¹ 1. Dez. 1831 65.953 ¹ 3. Dez. 1834 67.302 ¹ 3. Dez. 1837 72.237 ¹ 3. Dez. 1840 75.858 ¹ 3. Dez. 1843 83.418 ¹ 3. Dez. 1846 90.246 ¹ 3. Dez. 1849 94.789 ¹ 3. Dez. 1852 101.091 ¹ 3. Dez. 1855 106.852 ¹ 3. Dez. 1858 114.477 ¹ 3. Dez. 1861 120.568 ¹ 3. Dez. 1864 122.162 ¹ 3. Dez. 1867 125.172 ¹ ¹ Volkszählungsergebnis

Von 1871 bis 1939 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 1. Dez. 1871 129.233 ¹ 1. Dez. 1875 135.371 ¹ 1. Dez. 1880 144.772 ¹ 1. Dez. 1885 161.401 ¹ 1. Dez. 1890 281.681 ¹ 2. Dez. 1895 321.564 ¹ 1. Dez. 1900 372.229 ¹ 31. Dez. 1901 380.518 31. Dez. 1902 392.882 31. Dez. 1903 406.420 31. Dez. 1904 417.480 1. Dez. 1905 428.722 ¹ 31. Dez. 1906 440.376 31. Dez. 1907 451.134 31. Dez. 1908 461.891 31. Dez. 1909 472.649 Datum Einwohner 1. Dez. 1910 516.527 ¹ 31. Dez.1911 525.671 31. Dez. 1912 538.302 31. Dez. 1913 550.540 31. Dez. 1914 642.848 1. Dez. 1916 595.853 ¹ 5. Dez. 1917 609.244 ¹ 8. Okt. 1919 633.904 ¹ 31. Dez. 1919 644.206 31. Dez. 1920 657.175 31. Dez. 1921 665.629 31. Dez. 1922 683.363 31. Dez. 1923 690.605 31. Dez. 1924 696.168 16. Juni 1925 700.222 ¹ 31. Dez. 1925 705.477 Datum Einwohner 31. Dez. 1926 713.633 31. Dez. 1927 723.753 31. Dez. 1928 733.075 31. Dez. 1929 736.914 31. Dez. 1930 740.082 31. Dez. 1931 739.726 31. Dez. 1932 741.283 16. Juni 1933 756.605 ¹ 31. Dez. 1933 759.648 31. Dez. 1934 760.422 31. Dez. 1935 761.263 31. Dez. 1936 762.154 31. Dez. 1937 765.468 31. Dez. 1938 767.102 17. Mai 1939 772.221 ¹ 31. Dez. 1939 767.222 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadt Köln

Von 1939 bis 1945 (jeweiliger Gebietsstand)

Aufgeführt ist die versorgte Bevölkerung (mittlere Einwohnerzahlen). Diese umfasst die Normalverbraucher, die Teil- und Vollselbstversorger sowie die Sammelverpflegten, aber ohne Ausländer in Lagerverpflegung, Zivilinternierte, Flüchtlinge und Vertriebene in Durchgangslagern und Tageskartenempfänger.

Einen genaueren Ablauf zeigen die Verbrauchergruppenstatistiken des Statistischen Reichsamts, die vom Statistischen Bundesamt aufbereitet und 1953 veröffentlicht wurden. Nach der Kleinen Verbrauchergruppenstatistik umfasste die versorgte Zivilbevölkerung in Köln|Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Statistische Berichte, Arb.-Nr. VIII/19/1, Die Zivilbevölkerung des Deutschen Reiches 1940–1945. Ergebnisse der Verbrauchergruppen-Statistik. Wiesbaden 1953, S. 31 (Dok.-S. 29) Anfang Februar 1943 643.634 Personen (darunter 20.122 Gemeinschaftsverpflegte), Ende August des Jahres noch 465.924 (davon 31.901 Gemeinschaftsverpflegte), Anfang Februar 1944 wieder 498.029 (darunter 36.211 Gemeinschaftsverpflegte), Mitte August 449.732 (davon 35.525 Gemeinschaftsverpflegte) und im Oktober/November 1944 454.825 Personen (darunter 35.748 Gemeinschaftsverpflegte).

Jahr/Monat Einwohner 1939 768.300 1940 733.500 1941 690.000 1942 648.200 1943 561.600 1944 472.900 Jan. 1945 177.700 Feb. 1945 152.000 März 1945 40.000 Jahr/Monat Einwohner Apr. 1945 69.000 Mai 1945 138.500 Juni 1945 175.000 Juli 1945 250.000 Aug. 1945 324.800 Sep. 1945 359.200 Okt. 1945 398.800 Nov. 1945 423.200 Dez. 1945 447.000 Quelle: Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln

Von 1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dez. 1945 453.566 29. Okt. 1946 491.380 ¹ 31. Dez. 1946 494.815 31. Dez. 1947 515.355 31. Dez. 1948 543.765 31. Dez. 1949 573.557 13. Sep. 1950 594.941 ¹ 31. Dez. 1950 603.283 31. Dez. 1951 630.232 31. Dez. 1952 647.540 31. Dez. 1953 670.031 31. Dez. 1954 688.765 31. Dez. 1955 712.561 25. Sep. 1956 713.505 ¹ 31. Dez. 1956 718.722 31. Dez. 1957 737.991 31. Dez. 1958 756.203 Datum Einwohner 31. Dez. 1959 773.280 31. Dez. 1960 803.616 6. Juni 1961 809.247 ¹ 31. Dez. 1961 816.542 31. Dez. 1962 827.659 31. Dez. 1963 835.832 31. Dez. 1964 842.061 31. Dez. 1965 854.479 31. Dez. 1966 860.200 31. Dez. 1967 854.717 31. Dez. 1968 855.886 31. Dez. 1969 864.754 27. Mai 1970 848.352 ¹ 31. Dez. 1970 847.037 31. Dez. 1971 846.479 31. Dez. 1972 841.537 31. Dez. 1973 832.396 Datum Einwohner 31. Dez. 1974 825.792 31. Dez. 1975 1.013.771 31. Dez. 1976 981.021 31. Dez. 1977 976.761 31. Dez. 1978 976.534 31. Dez. 1979 976.136 31. Dez. 1980 976.694 31. Dez. 1981 971.403 31. Dez. 1982 961.777 31. Dez. 1983 940.663 31. Dez. 1984 922.286 31. Dez. 1985 916.153 31. Dez. 1986 914.336 25. Mai 1987 928.309 ¹ 31. Dez. 1987 930.907 31. Dez. 1988 937.482 31. Dez. 1989 946.280 ¹ Volkszählungsergebnis

Quellen: Stadt Köln (bis 1970), Landesbetrieb Information und Technik NRW (ab 1971)

Ab 1990

Zur grafischen Darstellung des Zeitbereichs siehe die Grafik im Abschnitt Bevölkerungsprognose

(jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner 31. Dez. 1990 953.551 31. Dez. 1991 956.690 31. Dez. 1992 960.631 31. Dez. 1993 962.517 31. Dez. 1994 963.817 31. Dez. 1995 965.697 31. Dez. 1996 964.346 31. Dez. 1997 964.311 31. Dez. 1998 962.580 31. Dez. 1999 962.507 Datum Einwohner 31. Dez. 2000 962.884 31. Dez. 2001 967.940 31. Dez. 2002 968.639 31. Dez. 2003 965.954 31. Dez. 2004 969.709 31. Dez. 2005 983.347 31. Dez. 2006 989.766 31. Dez. 2007 995.397 31. Dez. 2008 995.420 31. Dez. 2009 998.105 Datum Einwohner 31. Dez. 2010 1.007.119 31. Dez. 2011 1.013.665 31. Dez. 2012 1.024.373 31. Dez. 2013 1.034.175 31. Dez. 2014 1.046.680 31. Dez. 2015 1.060.582 31. Dez. 2016 1.075.935 31. Dez. 2017 1.080.394 31. Dez. 2018 1.085.664 31. Dez. 2019 1.087.863 Datum Einwohner 31. Dez. 2020 1.083.498 31. Dez. 2021 1.073.096 31. Dez. 2022 1.021.253 31. Dez. 2023 1.024.408 31. Dez. 2024 1.024.621 31. Dez. 2025 1.025.523

Quelle: Landesbetrieb Information und Technik NRW

Bevölkerungsprognose

mini|upright=2|Fünf Prognosen der Einwohnerentwicklung nach nebenstehenden Tabellen. Drei Prognosen der Bertelsmann-Stiftung in grün. Die Prognosen des Statistischen Landesamtes in rot. Blau die reale Entwicklung von 1990 bis 2018

Prognose der Bertelsmann-Stiftung