Happertshausen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Aidhausen im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.
Geografie Das Kirchdorf Happertshausen liegt im Naturpark Haßberge südlich der Haßberge.https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?lang=de&topic=ba&bgLayer=atkis&catalogNodes=11,122 Nachbarorte sind Friesenhausen, Aidhausen, Kerbfeld und Nassach.
Geschichte Happertshausen war ein fränkisches Königsdorf, das 1149 durch Tausch an das Hochstift Würzburg fiel, bei dem es bis zur Säkularisation verblieb. Nach der Endung des Ortsnamens "-hausen" zu urteilen, dürfte der Ort, ähnlich dem benachbarten Friesenhausen, im 8. oder 9. Jahrhundert entstanden sein. Die Anfangssilbe "Happerts-" stammt mit großer Wahrscheinlichkeit von einem männlichen Vornamen, vielleicht von dem seinerzeit gebräuchlichen "Hahpraht" oder "Hahbert". Interessanterweise tauchen diese beiden Namen im 8. und 9. Jahrhundert mehrfach in Urkunden des Klosters Fulda auf, was eine Datierung des Ortes in diese Zeit zusätzlich stützt. Die von einem Lokalautor ohne Angabe von Quellen oder Belegen postulierte frühere Entstehung schon im 6. Jahrhundert ist dagegen aus geschichtswissenschaftlicher Sicht auszuschließen. Das Dorf gehört damit ausdrücklich nicht zu den ältesten Siedlungen im Haßgau, was auch der Umstand erhärtet, dass in der Flurgemarkung nicht die allerbesten Böden liegen. Zudem gehört Happertshausen nicht zu den Urpfarreien. Einen weiteren Hinweis auf eine Gründung im 8. oder 9. Jahrhundert liefert das Patrozinium der Dorfkirche, die dem englischen König St. Oswald geweiht ist. Dieser starb erst in der Mitte des 7. Jahrhunderts und seine Verehrung wurde vor allem im 8. und 9. Jahrhundert durch angelsächsische Missionare auch auf dem Kontinent bekannt gemacht.
Im Jahre 1149 wurde von Konrad III. eine Königsurkunde ausgestelltSeltsamerweise nennt er sich in dieser Urkunde Konrad II. Sie gilt in der Fachwissenschaft jedoch trotzdem als echt., die den Übergang an das Hochstift Würzburg markiert und als erste Nennung des Ortes gilt. Die Urkunde spricht von zwei Ortsteilen, nämlich Ober- (13 Huben) und Unterhappertshausen (14 Huben). Das Gotteshaus befand sich in Oberhappertshausen und war schon damals der Urpfarrei Wettringen (in Unterfranken!) zugeordnet. Aus dieser Zuordnung leitet sich vermutlich auch der Umstand als Königsbesitz her, denn Wettringen gehört zu den ältesten Orten der Umgebung, war von Alters her königlicher Besitz aus der Zeit der fränkischen Landnahme und verfügt auch, was typisch ist für die ersten festen Siedlungen, über eine große Flurgemarkung mit den weit und breit fruchtbarsten Böden. Am Rand dieses Wettringer Königsgutes, zum begrenzenden Haßberg hin gelegen, dürfte Happertshausen dann im 8. oder 9. Jahrhundert als Ausbausiedlung entstanden sein. Unter Fürstbischof Lorenz von Bibra wurde Happertshausen zum 1. Januar 1498 zwar kirchlich von Wettringen losgelöst und zur eigenständigen Pfarrei erhoben, blieb jedoch rechtlich weiterhin bei der Cent Wettringen.
Im Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort sehr zu leiden: mehrfach suchten Soldaten den Ort heim, nicht nur schwedische Reiter, auch kaiserliche Truppen plünderten, brandschatzten oder ließen sich auf Kosten der Bewohner einquartieren und verpflegen. Am Ende des Krieges herrschte größte Not, die Kirche war schwer beschädigt, ebenso viele Häuser in Oberhappertshausen. Dagegen war Unterhappertshausen vollständig abgebrannt und wurde anschließend auch nicht mehr aufgebaut. Erst im 20. Jahrhundert wurde dessen Areal durch Ausweisung des Neubaugebiets "Im Gäßlein" – diese historische Bezeichnung hatte sich interessanterweise als Flurname für den abgegangenen Straßenzug über Jahrhunderte erhalten – wieder bebaut.
Im Zuge der Säkularisation wurde im November des Jahres 1802 auch Happertshausen von Truppen des Kurfürstentums Baiern besetzt und diesem 1803 offiziell angegliedert. Von 1806 bis 1814 währte das Intermezzo des Großherzogtums Würzburg, das, von Napoleons Gnaden, Ferdinand III. von Toskana regierte. Im Jahre 1814 fiel der Ort endgültig an das inzwischen zum Königreich aufgestiegene Baiern. Heute lautet – nach einigen zwischenzeitlichen nominellen Veränderungen – die offizielle Verwaltungsstruktur: Freistaat Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Landkreis Haßberge, Gemeinde Aidhausen, Gemeindeteil Happertshausen.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Happertshausen am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Aidhausen eingegliedert.
Katholische Pfarrkirche St. Oswald Einen Hinweis auf eine Gründung im 8. oder 9. Jahrhundert liefert auch das Patrozinium der Dorfkirche, die dem englischen König St. Oswald von Northumbrien geweiht ist. Dieser starb am 5. August 642 den Märtyrertod. Seine Verehrung wurde besonders im 8. und 9. Jahrhundert durch angelsächsische wie schottische Missionare auch auf dem Kontinent bekannt gemacht und vor allem Kirchengründungen dieser beiden Jahrhunderte sind auf seinen Namen geweiht. Die ältesten konkreten Informationen über ein Kirchengebäude im damaligen Oberhappertshausen stammen aus dem Dreißigjährigen Krieg, als vermutlich schwedische Reiter das Gotteshaus anzündeten. Eine anschließende Reparatur muss stattgefunden haben, denn es fanden spätestens belegbar seit 1690 (Beginn der Matrikeln der hier Getauften, Getrauten und Beerdigten) Gottesdienste statt. Seit dem 18. Jahrhundert wird jedoch der mangelhafte Bauzustand bis hin zur Baufälligkeit in mehreren Protokollen der geistlichen Regierung beklagt.
Im Jahre 1802 war dieses Kirchengebäude schließlich so baufällig geworden, dass man den Altarraum nicht mehr ohne Lebensgefahr betreten konnte, wodurch der Pfarrer gezwungen war die Messe an einem Seitenaltar im Langhaus zu lesen. Zur Vermeidung noch größerer Gefahr wurde 1809 die gesamte Kirche restlos abgebrochen. Obwohl die Gemeinde nun ganz ohne Gotteshaus dastand und man sich bereits einen Entwurf samt Kostenvoranschlag durch den Maurermeister Georg Büttner aus Königshofen im Grabfeld hatte ausarbeiten lassen, verweigerte das königliche Hofbauamt mit Verweis auf die ungeklärte Finanzierung seine Zustimmung zur Ausführung. Erst in den Jahren 1816 bis 1818 konnte ein recht stattlicher, architektonisch sehr qualitätvoller Kirchenbau von Grund auf neu errichtet und ausgestattet werden. Dessen sichtbar in der Südwestecke des Langhauses vermauerter Grundstein trägt die Inschrift "G.[rund] St.[ein] 1816" und über der nördlichen Schallarkade des Turmobergeschosses findet sich "1817" eingemeißelt. Zum Bau erteilte das königliche Innenministerium zu München im August 1816 die Genehmigung, und zwar "[...] in der nach anliegendem Baurisse des Königl: Stiftungs-Oberbau-Commissariats allhier vereinfachten und veredelten Form". Die Größe rührt daher, dass er für die Gläubigen aus dem damals als Filiale zur Pfarrei Happertshausen gehörenden Nachbarort Kerbfeld mit errichtet wurde. Stilistisch handelt es sich um Klassizismus von betonter Schlichtheit, umgesetzt als wohlproportionierter Walmdachbau zu fünf Achsen mit einer von einem achtseitigen, hohen Spitzhelm bekrönten Einturmfront. In seinen Formen zeigt sich ein ausgesprochener Solitärbau, für den es im gesamten fränkischen aber auch altbayerischen Raum keine direkten, sondern nur mittelbare Vergleichsobjekte gibt. Sowohl die ungewöhnliche Gestalt als auch die für eine Landkirche ganz außerordentliche Qualität der Architektur erklären sich durch ihren weitgereisten und hoch gebildeten Schöpfer: Als Architekt zeichnete der Portugiese mit baskischen Wurzeln Emanuel Joseph von Herigoyen, von 1810 bis 1817 königlicher Oberbaukommissar in München, verantwortlich. Für die Ausführung verpflichtete man doch Maurermeister Georg Büttner, dessen eigene Entwürfe von 1809 und 1810 nicht angenommen worden waren. Auf wen schließlich die leichte Höhenreduktion des achtseitigen Glockengeschosses mit gleichzeitiger wesentlicher Aufsteilung und Verschlankung des Spitzhelms in der Bauausführung zurückgehen, zwei wesentliche Abweichungen von dem in München zuletzt approbierten Riss Herigoyens, ist nicht geklärt. Beide Veränderungen steigern allerdings die Eleganz des Baues sehr und es wäre möglich, dass man vor Ort die ursprünglichen Pläne Herigoyens kannte, die ja vom "Königl: Stiftungs-Oberbau-Commissariat", um Geld zu sparen, "vereinfacht" worden waren. Jedenfalls setzten sich Meister Büttner und die Pfarrei Happertshausen über die von München genehmigten Pläne hinweg und das Ergebnis ist augenfällig ein großer Gewinn an Qualität der Architektur. Außen über dem Hauptportal befindet sich – auch dies zeigen die genehmigten Originalrisse noch nicht – ein Renaissance-Steinrelief mit Auferstehungsmotiv, offenkundig das Oberteil eines abgegangenen Epitaphs aus der Zeit um 1600. Seine hohe Qualität und der ortsfremde grüne Schilfsandstein sprechen dafür, dass dieses hier zweitverwendete Relief nicht aus Happertshausen stammt. Da beim Bau von 1816 bis 1818 eine Reihe von Stücken aus Säkularisationsgut Verwendung fanden, dürfte auch dieser Stein auswärts erworben worden sein. Größe und Qualität sprechen für das Grab eines Adeligen oder hohen Geistlichen als Ursprung – vielleicht aus der demolierten Abteikirche Bildhausen, von wo man damals eine Kanzel erhielt?